Beiträge von Carcano

    Munkhbajar Dorjsuren ging mit 583 ins Sportpistolen-Finale, aber doch nur als siebte raus - Pech gehabt. So oder so, eine tolle Leistung.
    Wie erwartet, war sie die weitaus beste Deutsche. Warum Julia Hochmuth nicht etwas mehr Gewicht auf SpoPi legt, weiß ich nicht - erfolgversprechend wäre es wohl.

    Carcano

    Gibt es dazu einen Link? Die Suche auf der DSB-Seite gibt nichts her.


    Ja, und zwar einen Video-Link. Die öffentliche Anhörung der Sachverständigen in Deutschen Bundestag am 21.05.2012. Dieses spezifische Statement Kohlheims stand ziemlich am Ende. Sie wurde zweimal im Parlamentsfernsehen im "Programm" übertragen und wird jetzt vermutlich in die Mediathek wandern. Außerdem wird von ihr auch ein Wortprotokoll erstellt werden.

    Carcano

    Solange Herr Schumann sich nicht äußert, werden andere seine Äußerungen so interpretieren, wie sie bei uns ankommen.
    Solange Herr Schumann sich nicht äußert, darf er sich nicht wundern, (...) Bevor dieser Artikel erschien, wurde Herr Schumann vom Autor zu seiner Interpretation befragt. Er hatte nicht geantwortet.


    Er hat sich jetzt ggü. Jürgen Kohlheim schriftlich geäußert und wurde damit auch von J.K. im Bundestag zitiert, also mit seiner Gegenerklärung, Richtigstellung oder wie man es nennen mag.

    Carcano

    Parkplätze gibt es in der Regel genügend auf dem Areal, also normalerweise kannst mit dem Auto anreisen.


    Bei "normalen" Veranstaltungen gibt's genug Parkplätze, wie DIngo sagt (und eine Bushaltestelle nahe der Enfahrt zur Anlage existiert auch, aber wird wochenendes nicht oder kaum bedient). Bei Deutschen Meisterschaften ist die Anlage (meist) dichtgemacht und abgesperrt und man muss den Shuttlebus vom nächsten Großparkplatz aus nehmen.

    Carcano

    Ich lese die interessante Kritik eines Kommentators unter dem ersten Artikel:
    "Für Freie Pistole oder Sportpistole nach wie vor eher ungeeignet."
    Ist das tatsächlich (immer noch) so?

    (Und den Ausdruck "Potential" würde ich lieber nicht so gebrauchen, wie Stefan es in seinem zweiten Artikel tut.)

    Carcano

    Frank - hat glaube ich auch schon oft etwas zur Problematik dieser Lichtgewehre gesagt - ja ja, die Geister, die ich rief


    Na ja, ich sehe das mit den Lichtgewehren gespalten. Emotional bin ich dagegen. Und halte sie für potentiell gefährlich. Ich will und darf aber fairerweise die vielfach vorgebrachten Gründe nicht ignorieren; wenn durchaus vernünftge und zukunftsorientierte Schützen wie Wilhelm das so engagiert propagieren, und von den Erfolgen berichten, dann kann man die Sache nicht einfach vom Tisch wischen.

    Ich sehe hier eine deutliche Parallele zu einem anderen Aspekt: wenn irgendwer Freude daran findet, auf dem Stand möglichst viel Munition zu vernichten und "geil herumzuballern", dann mag er das meinethalben tun, solange er keinen Schaden anrichtet und niemanden gefährdet. Und die Hülsen wieder aufliest. :D
    Aber man sollte es doch nicht unbedingt an die große Glocke der Außendarstellung hängen - genauso wenig wie ein
    "alles, was wir machen, geht auch mit Lichtgewehren / -pistolen wunderbar, und den Bums brauchen wir eigentlich gar nicht".

    Die Inhalte der Ausbildung zum Vereinstrainer (Gewehr oder Pistole) im SVS geben prinzipiell sehr viel her. Alleine die geringe Zahl der vorgegebenen Lerneinheiten limitiert die Eindringtiefe und damit die Wertigkeit dieser Qualifikation bspw.im Vergleich zur Trainer-C-Ausbildung.


    Völlig richtig. Diese kurze Ausbildung (ähnlich bei in Südbaden der Traner-D) ist ein denkbar knappes Mindestmaß. Aber selbst dieses motiviert schon. Bei uns haben mehrere im Verein das durchlaufen. Zweck ist es, mehrere Leute zu haben, die Gästen, Neulingen und ggf. Wiedereinsteigern die ersten Schritte ermöglichen und sie einweisen. Selbst daran fehlt es ja zumeist.
    Siehe insbesondere mein Posting Nr. 10 auf der vorigen Seiten, mit der dortigen (wichtigen) Verlinkung.

    Zitat

    Allerdings

    • ist in diesem Angebot implizit der Hinweis versteckt, dass es Handlungsfelder und Einsatzmöglichkeiten neben(!) der wichtigen Kinder- und Jugendarbeit gibt,
    • erleichtert dieses Angebot evtl. denjenigen Vereinen den Einstieg in eine qualifizierte Anfängerbetreuung, denen eine Qualifizierungsmaßnahme zum Trainer C eine Erscheinung aus einer weit entfernten Galaxie zu sein und damit unerreichbar scheint.


    Das sind mindestens 90 % aller Schützenvereine.

    Zitat

    Die 50 Euro sind m.E. gut angelegt, wenn sich hinterher im Verein jemand tatsächlich um die (erwachsenen) Anfänger oder auch Wiedereinsteiger kümmert. (...)
    Der Sinn, die Vollendung des 18. Lebensjahres zur Voraussetzung zu machen, erschließt sich mir allerdings nicht.


    In Frankreich muss man mindestens 16 Jahre alt sein, um als animateur de tir zu fungieren.

    Carcano

    Das Thema "Vereinstrainer" lässt sich nun aktualisieren. Diese neue alte Qualifikation, die einem überall bestehenden tatsächlichen Bedürfnis entspricht, ist jetzt auch im Saarland eingeführt worden. Man schaue einmal auf das Kurzkonzept; wer mag, kann es ja mit dem von mir schon früher verlinkten französischen Lehrplan zum "animateur de tir" vergleichen:

    neuer%20Ausbidungsgang%20PDF.pdf

    Carcano

    Heute war ich auf dem 60. Südbadischen Landesschützentag, da er ortsnah stattfand - vom morgendlichen Rundenwettkampf zum Veranstaltungsort waren es zweieinhalb Minuten im Auto. :)
    (Der RWK Sportpistole lief übrigens auch ganz gut)
    Die Veranstaltung war würdig und angenehm. Es wurde wohl auch ein neuer Kurzzeitrekord aufgestellt. ;)

    Und die Ausgangsfrage dieses Threads wurde dort ebenso kurz wie eindeutig beantwortet, nämlich auf S. 4 f. des Geschäftsberichts, mit "JA":

    Altersgruppe 0-14 Jahre: Rückgang um 10,36 %
    Altersgruppe 15-18 Jahre: Rückgang um 5,53 %
    Altersgruppe 19-26 Jahre; Rückgang um 1,68 %

    Und in Prozentzahlen bezogen auf alle (100 %) der Mitglieder:
    0-14: 2 %
    15-18: 5 %
    19-26: 8 %
    27-40: 13 %
    41-60: 41 %
    61 + : 31 %

    Diese Zahl ist nicht die einzige, wir haben ja 20 Landesverbände. Aber sie ist näherungsweise repräsentativ für einen DSB-Durchschnitt. Und, wie der anwesende Schweizer Gastpräsident (beide Basel) nicht zu erwähnen versäumte, zeigt sich die gleiche Problematik auch in der Schweiz.
    Während in einigen westdeutschen LVs der Rückgang in der Tat noch weniger steil ist, stellt er sich z.B. in allen neuen Bundesländern noch wesentlich schlimmer dar.

    Carcano

    hier ein Dokument in dem klar wird was Ralf Schumann angerichtet hat


    Er hat überhaupt nichts angerichtet; das Pamphlet wäre auch nicht ein Haar anders ausgefallen, wenn Schumann den Mund gehalten hätte (wobei wir auch immer noch nicht wissen, was er _wirklich_ [und im Zusammenhang] gesagt hat - und was davon vermutlich verzerrend weggekürzt worden ist).
    Das Aktionsbündnis hat genau den gleichen Sermon losgelassen, den sie seit 2009 auf der Platte haben.

    Carcano


    Nur als Hinweis, hier ist noch der direkte Link zum Nachfolgebericht 2011, wo sich der vielfache Rückgangstrend verschärft fortsetzt:
    Bestandserhebung_2011.pdf
    Und die vorangehenden Statistiken der letzten Jahre sind hier zu finden: Der Deutsche Olympische Sportbund : Statistiken

    Zwei allgemeinere Erkenntnisse hieraus sind wichtig:

    1. "Jugendarbeit" im Sport ist in Deutschland allgemein im D[O]SB eine ziemlich junge Sache, und beginnt erst so in den 1970ern. Für den Schießsport gilt dies in besonderem Maße, was auch zusätzliche historische und soziale Gründe hat.

    2. Für Kinder zwischen 7-14 Jahren ist die temporäre Mitgliedschaft in einem Sportverein (in jeder beliebigen Art Sportverein!) ein typisches und elternveranlasstes Durchgangsstadium. Das geht ab 15 deutlich zurück. Überall, sportartübergreifend. Bei uns im Schießsport bildet sich diese Erscheinung leicht zeitversetzt im JuniorInnenbereich besonders krass ab.

    * * *
    Und ich ergänze noch aus einem anderen Thread ( Allgemein Änderung der Alterseinteilung Juniorenklasse - Wettkämpfe - Meisterschützen ), weil es gerade hier so gut hineinpasst:


    Man/frau hat es damals sicher gut gemeint.
    In der Praxis sieht es aber inzwischen - ich weiß nicht, wie es früher war - wohl eher so aus, dass man die ganz ganz wenigen noch verbleibenden Junioren (den Sprung von der Jugend- in die Juniorenklasse machen ja die wenigsten) mit mehr verfügbaren Meistertiteln bei der Stange halten möchte. ;)

    Carcano

    In diesem Thread sind von allen (!) Seiten gute Einwürfe und Anmerkungen gekommen (von einigen freilich mehr), er hat sich also schon sehr gelohnt.
    Auch psychopathologisch ist er von Interesse: wie hier teilweise einfach die Realität ignoriert und mit beeindruckender Dreistigkeit bestritten wird. Und die Außenwelt (jenseits des eigenen Kopfes oder des eigenen Vereins) existiert nicht.

    Wie es ASE gestern in Waffen-Online sehr treffend charakterisierte:
    "Darauf angesprochen antworten wir, dass der Rosa Elefant in unserem Schrank sagt, die Realität lüge."

    (*Seufz*) :pinch:

    Carcano

    So war's jedoch nicht gemeint. Der eine oder andere Verein leistet zwar solide Jugendarbeit aber dafür gibt's im Erwachsenenbereich noch ziemlich großes Verbesserungspotential. Sowohl als auch wäre der richtige Weg.


    Du hast mich ja vorhin sanft daran gemahnt, Deinen Originalwortlaut im Sinn zu behalten. Also zitiere ich ihn mal, samt dem Posting auf welches Du damals am 4. August 2011 geantwortet hattest:

    Ich sehe da vor allem ein Defizit im Erwachsenenbereich, im Kinder- und Jugendbereich wird meistens ein strukturiertes Training und geeignete Ausrüstung angeboten, aber erwachsene Neueinsteiger finden in vielen Vereinen keinen Trainer.

    Quelle: Zukunft Sportschiessen -Wir sind auf dem Weg- - Seite 2 - Smalltalk - Meisterschützen

    Es ist nun ganz richtig, dass wir auch in Zukunft beides brauchen werden. Wir müssen beide ansprechen. Bloß wird es immer weniger Jugend geben, und immer mehr erwachsene Interessenten. Und zwar Erstinteressenten, nicht nur Wiedereinsteiger. Und auf eben diese Entwicklung müssen sich Vereine einstellen, sonst murkeln sie an der Realität vorbei und gehen unter. Und das klare Bewusstsein für diese Entwicklung fehlt noch vielfach, und hier im Forum besonders stark.

    Carcano

    Weshalb? Wir sollten sie eigentlich mit 10 bis 12 Jahren ansprechen, ggf. sogar viel früher, und geeignete Rahmenbedingungen schaffen sie langfristig für Schießsport und Vereinsleben zu begeistern.


    Nicht weshalb sondern deshalb.
    Du hast selbst schon einmal in einem Thread darauf hingewiesen, dass die (dünnen) Strukturen noch auf etwas ausgelegt sind, das immer weniger existiert, und dass es überall viel zu wenig Training / Betreuung für erwachsene neue Schützen gibt.
    Und die werden die Regel sein, Jugend die Ausnahme.

    Sekundär ist es übrigens auch eine beliebte Fehl- (und Wahn-)vorstellung, dass sich im Schießsport der spätere spitzensportliche Nachwuchs aus Kindern rekrutiere, die zwischen 8 und 14 in den Verein gekommen wären. Überhaupt nicht ! Stimmt nicht einmal in anderen Sportarten.
    Aber da gebe ich weiter an die Sportwissenschaft, die diesen Aspekt - auch jenseits der vielen sich aufdrängenden Gegenbeispiele - grundlegender analysiert hat.

    Carcano

    Hallo,
    hier wurde doch die einfache, simple Frage gestellt, stirbt die Jugend aus!


    Die Jugend teilweise (statt "alteingesessener einheimischer" Jugend werden wir Migranten in den Vereinen haben, wenn wir nur wollen - ist auch okay), der "Nachwuchs" nicht.
    Nur der Nachwuchs der Vereine wird in der Breite hauptsächlich ein anderer sein, nämlich neue Mitglieder mit Eintrittsalter zwischen 35 und 75.

    Carcano

    Letztlich: die Konzentrationstendenzen im Schießsport sind jetzt schon zu beobachten. Von den zur Zeit gerade noch bestehenden Vereinen mag's in 10 Jahren ein Viertel nicht mehr, oder nicht mehr als selbständige Einheiten geben.


    Ob das gut ist oder schlecht, ist eine Bewertungsfrage. Ich halte es zumindest für problematisch, aber es ist wie es ist. Kopf in den Sand stecken hilft nicht.
    Ich zitiere Murmelchen vom 3. August 2011, 23:22 Uhr:

    Zitat

    Mir macht daher auch mehr der gemeine Breitensport vor Ort Sorgen, welcher eben auch den gemütlichen Rundenwettkampf auf Kreisebene beinhaltet, wo auch jemand mit 320 Ringen seine Freude haben kann. Eine zu starke Orientierung an den Leistungsbereich führt unweigerlich auch zu einer immer stärkeren Konzentration auf weniger Vereine und dort bleibt dann auch erfahrungsgemäß oft nur noch wenig Platz für den Breitensport. Und genau in diesem Bereich direkt an der Basis fehlen uns heute oft die Leute, die den ganzen Laden dann am Laufen halten, wie ich ja oben schon erläutert hatte.

    Quelle: Zukunft Sportschiessen -Wir sind auf dem Weg- - Seite 2 - Smalltalk - Meisterschützen

    Carcano

    Update. Leider kann man hier nur in einem sehr schmalen Zeitfenster editieren. Das führt dazu, dass jemand, der/die nach einem Posting nicht schon gleich wieder das Denken einstellt, dieses nicht adäquat anreichern und überarbeiten kann, sondern follow-up um follow-up schreiben muss. Sei's drum.

    Also: es läuft doch so manches auf unteren Verbandsebenen. Bayern und Hessen (Lanfear, hallo! :) ) hatte ich schon erwähnt. Manchmal sind ausgesprochen interessante Informationen allerdings so gut vergraben und versteckt, dass selbst die Wünschelrute nicht mehr hilft. Umso mehr freue ích mich über einen gerade am Telefon erhaltenen Hinweis:

    Parallel zu dem als "flächendeckend" und als "alle anderen Systeme ablösend / ablösen sollend" konzipierten und vermarkteten württembergischen System der Talentzentren, die sich auf dem Papier ja sehr gut und attraktiv ausnehmen, gibt es weiterhin autonome Alternativen. Hier ist eine solche, nämlich aus dem württembergischen Schützenbezirk Schwarzwald-Hohenzollern (klar ist der Kunstname landesgeschichtlich albern, aber so heißt er nun einmal).
    Tief vergraben im Berichtsheft 2011 des Bezirksvorstandes findet sich ein interessanter Abschnitt über einen "Bezirkskader" (der vier Kreise umfasst) und dessen Ausbildungs- und Trainingserfolge (S. 12-17)
    Berichtsheft2011ocr.pdf
    Es ist allerdings ein reiner (!) Gewehrkader, aus welchen Gründen auch immer. Und das Bezirkskadersichtungsschießen setzt sich sehr bewusst und pointiert vom WSV-Sichtungsschießen ab (S. 18-20). Aber Konkurrenz kann ja durchaus gur sein. Gerade im Sport. Und sie kann (und sollte) beleben; so dass schließlich "tausend Blumen blühen" (Mao).

    Carcano