Das hier ist / war der Hauptthread mit dem meisten und substantiellsten Inhalt. Er lohnt auch heute wieder eine Beschäftigung. Das zweite Schlagwort neben dem "Tag / Wochenende de Schützenvereine" (etwa für die Forumssuche nach Beiträgen) wäre "Ziel im Visier".
Während an der ersten Aktion im Jahre 2012 noch um die 4400 Vereine teilgenommen hatten, waren es beim dritten Mal 2014 nur noch entweder 296 oder 315. Wieviele es 2013 waren, weiß ich nicht - hat jemand diese Zahl? Ich sah irgendwo mal 1200 ? Danke für jede Information hierzu.
Das ist ein katastrophaler Einbruch, aber den diskutieren wir schon anderswo.
Ich will noch etwas Anderes an diesen Thread anfügen. Die Aktion als solche war ja in ihrer Grundkonzeption keineswegs ein Novum, sondern schon probiert und bewährt (auch wenn das in den Präsentationen 2012 verschwiegen oder zumindest dezent heruntergespielt wurde). Das ist auch überhaupt nichts Schlechtes, im Gegenteil: was woanders praktiziert wurde, kann man ja aufgreifen und übernehmen.
1. Das Ur-Vorbild war die große bundesweite "Vereins-Kampagne" des Deutschen OIympischen Sportbundes im Zeitraum 1987-1994, damals unter dem Obertitel „Gemeinsam aktiv – Im Verein ist Sport am schönsten“; das war damals der fünfte und letzte große Zyklus der 1970 begonnenen und damit (bis 1994) immerhin 24 Jahre währenden Trimm-Dich-Aktionen.
Verena Mörath (freie Journalistin) hat das 2005 in einer Studie schön untersucht und dargestellt. Die Studie ist hier zu lesen:
http://www.trimmy.de/fileadmin/fm-d…DSB_i05-302.pdf
Die Vereinskampagne ist auf den Bildschirmseiten 60-64 (Textseiten 61-65) beschrieben und analysiert. Zitat daraus:
"Tatsächlich gab es aber nicht einen klaren Startpunkt mit einem genau vordefinierten Endziel, sondern die Trimm-Aktionen wurden von Mal zu Mal, von Zyklus zu Zyklus entwickelt."
2. Einzelne Fachverbände haben diese letzte große bundesweite Vereinskampagne später aufgegriffen und für sich umgesetzt. Zitat von Gabriele Fraytag (Führungsakademie des DOSB):
"Der Deutsche Tennisbund hat schon vor dem DSB eine ähnliche Aktion gestartet und im April zum sechsten Mal seinen Aktionstag „Deutschland spielt Tennis“ wiederholt. Auch andere Verbände haben ähnliche Dinge gemacht. Die Reiter etwa veranstalteten einen „Tag der offenen Stalltür“."
Also, ein "Tag des Schießsports" ist eine gute Idee. Man sollte es aber nicht primär und im ersten Ansatz als Vereinsschlumpferei verkaufen. Weil mit dem Begriff "Schützenverein" 70 % der Bevölkerung nun einmal herkömmlich Leute in grünen Jacken und Hüten (gelegentlich auch roten Nasen) assoziieren, mit einem Trachtenumzug und Schützenfest, und Schwule und Muslime dürfen da nicht Schützenkönig werden, wie die BILD-Zeitung gerade mal wieder berichtet hat - nee, geschenkt.
Carcano