Heiko, wenn du auch Kinder unter 14 Jahren bei Luftdruck und Jugendliche unter 16 Jahren bei Kleinkaliber trainierst, ist dafür die Eignung zur Obhut von Kindern und Jugendlichen notwendig. Mit welcher Ausbildung man die bei euch erwerben kann, müsstest du vielleicht mal nachfragen (ist regional unterschiedlich). Vereinsübungsleiter oder Jugendbasislizenz wären sicherlich völlig ausreichend.
[...] und manche Landesverbände lieber den alten und für die Basisarbeit wenig nutzbaren geistlosen Trott des "Titelabhakens" von Standaufsicht, Schießportleiter, JuBaLi, C-Trainer jahrein, jahraus wiederholen. (Ein positives Gegenbeispiel sind zum Beispiel die interessanten und sehr ansprechenden Fortbildungsangebote des BSSB.)
Inwiefern? Wir haben Schießleiter, Vereinsübungsleiter sowie Übungsleiter J und Übungsleiter F. In einigen Gauen wird allerdings statt Vereinsübungsleiter die Jugendbasislizenz angeboten. Die beiden Übungsleiter J und F sind ansich zwei Seiten einer Medaille. Einmal die jugendarbeitorientierte Ausbildung und einmal die leistungsorientierte Ausbildung.
Die neuen DOSB-Bezeichnungen werden parallel mitgeführt, so heißt der Übungsleiter J jetzt Lizenzierter Jugendleiter und der Übungsleiter F jetzt Trainer C Leistungssport (1. Lizenzstufe C2). Es wurde außerdem der Zwischenschritt Trainer C Breitensport geschaffen und mit dem Übungsleiter J / Lizenzierter Jugendleiter auf der 1. Lizenzstufe C1 platziert. Die bisherigen Übungsleiter F wurden somit befördert oder anders herum gesehen die bisherigen Übungsleiter J degradiert.
(Die nächste darauf aufbauende Stufe für sportlich etwas anspruchsvollere und leistungsorientiertere Vereine, aber immer noch eine breitensportliche Institution, ist dann der "Initiateur de Tir"; er liegt so zwischen D- und C-Trainer, wobei es den D-Trainer oder Vereinsübungsleiter aber nur in manchen Landesverbänden im DSB gibt, nicht als ein übergreifendes DSB-einheitliches Konzept).
Ein solcher Zwischenschritt wäre sicherlich sehr sinnvoll. Ich finde das ganze System ein bisschen sehr theoretisch. Der übliche Ausbildungsweg ist Schieß- und Standaufsicht (Schießleiter oder wie auch immer genannt) und dann der Schießsportleiter (Vereinsübungsleiter oder Jugendbasislizenz). Was lernt man dabei? Schieß- und Standaufsicht ist eine kurze Einführung in Rechte und Pflichten als Aufsicht. Wir haben abwechselnd einen langatmigen Text vorgelesen.
Vereinsübungsleiter ist bereits etwas interessanter: Da geht's um solche Dinge wie Aufsichtspflicht, Lehrmethoden und Gruppendynamik. Eine wichtige Grundlage. Die zwei Stunden beim Schießen waren allerdings eher sinnlos. Da hat halt jeder vor sich hin geschossen und bekam ein paar Tipps.
Der absolute Oberhammer war dann die Ausbildung zum Übungsleiter J. 150 Unterrichtsstunden mit nochmal sehr vertieften Informationen (Aufsichtspflicht, Gruppenführung, Organisation, Physiologie, Prävention, Waffenrecht, ...) sowie Schießsport (Luftgewehr und Luftpistole) und Breitensport (Bewegungssportarten) in Theorie und Praxis und abschließend eine schriftliche und praktische Prüfung (Lehrprobe). Nur kommt auf diese Stufe nur einer von hundert Jugendtrainern.