Du scheinst es nicht zu verstehen. Weder im DSB noch in einem anderen deutschen Schießsportverband ist das Bewegungsschießen erlaubt. Es ist per Gesetz in Deutschland verboten aus der Bewegung heraus sportlich zu schießen. In anderen Ländern sieht es anders aus, da mag es gesetzlich erlaubt sein, in Deutschland nicht. Und es macht sehr wohl einen Unterschied, ob der Schütze stehen bleibt oder aus der Bewegung heraus schießt. Es ist nämlich eine Frage der Suggestion in der Öffentlichkeit.
Das weiß ich, und doch ist es nicht maßgeblich was man in Deutschland gut findet oder erlaubt, Suggestion trifft es eigentlich ganz gut, man könnte auch Augenwischerei sagen, denn letzendlich ist es egal ob ein Ziel oder eine Person aus der Bewegung oder aus dem Stillstand beschossen wird, aus der Bewegung dürfte sogar die Trefferquote deutlich niedriger ausfallen.
Ich stimme Dir darin zu, dass man die Jugend für die eigenen Disziplinen begeistern muss und das auch langanhaltend, kann mir aber beim besten Willen nicht vorstellen, dass kein einziger Jugendlicher in Eurem Verein mal die Frage gestellt hat, in Bezug auf Feuerwaffen, sorry.
Hm, also ich bin jetzt seit 10 Jahren Jugendtrainer, nein, KK oder GK wollte bisher niemand ausprobieren, wenn jemand im kritischen Alter von 15 bis 18 Jahren aufhört oder zumindest drüber nachdenkt, dann nicht weil unsere Disziplinen ihm keinen Spaß mehr machen, sondern weil sich einfach die Interessen bzw. Bedingungen stark verändern.
Bogen schießen ist auch eine sehr schöne Disziplin, die genauso wie das Lichtgewehr als Einstieg für Jugendliche oder Kinder unter 12 Jahren in das Sportschießen verwendet werden kann. Jeder Schützenverein kann das anbieten, auch wenn man keine eigene Wiese zur Verfügung hat.
Bogenschießen ist wirklich sehr interessant - und deswegen eine ernstzunehmende Konkurrenz - aber es hat mit unseren Disziplinen halt wenig bis nichts zu tun, das bedeutet wir haben dafür weder den Platz (wobei man da evtl. noch eine Lösung finden könnte) noch die Ausrüstung oder die Trainer und dann überlassen wir das lieber spezialisierten Bogensportvereinen. Klar, das könnte man durchaus als weitere Disziplin anbieten, wir haben schon jetzt kaum die Zeit neben Luftgewehr noch Luftpistole zu trainieren, aber vielleicht später irgendwann.
Gerhard, es gibt im DSB (bisher) keine Lichtpunktdisziplin und es gibt auch weder Wettkämpfe noch Meisterschaften im DSB! Warum behautest Du trotzdem immer wieder das Gegenteil?
Falsch, nur weil diese Disziplinen keiner Sportordnung bzw. Genehmigung bedürfen, heißt das nicht, dass es diese oder jene Disziplin nicht gibt oder es sich um keine „richtige“ Disziplin handeln würde, wer sowas behauptet der gefährdet die Vereins- bzw. Verbandsautonomie und unterstützt die merkwürdige Argumentation vieler Schießsportgegner. Eine solche Einschränkung gibt's in keiner der anderen Sportarten! Und nochmal falsch, Wettkämpfe und Meisterschaften gibt's teilweise schon längere Zeit, wir schießen heuer beispielsweise Gaumeisterschaft und Bezirksmeisterschaft mit Lichtpunktgewehren.
Auch wird dieses Lichtpunktdinges natürlich nicht vom DSB als Ersatz vermarktet. Aber schon diese von der DSJ herausgegebene mit massiven Fehlern und Falschaussagen versehene und wie von der Industrie kreierte Werbebroschüre, in der interessanterweise hauptsächlich Jugendliche und Erwachsene statt der wirklichen Zielgruppe Kinder abgebildet sind, spricht subtil eine verräterische Sprache.
Naja, der DSB sieht das durchaus viel offener, es ist ja auch nicht so, dass man Luftgewehr nur bis 14 Jahre, Kleinkaliber nur bis 18 Jahre und ab dann nur noch Großkaliber schießen dürfte, das sind jeweils ganz eigene Disziplinen. Aber wenn man sich halt die Broschüre mal genauer anschaut erkennt man Unterschiede, dass Anschütz („Spaß, Sport & Events“) und Walther („für Kinder, Jugendliche und Erwachsene“) jede Altersgruppe ansprechen und Disag („Professionelles Laserschießen für Kinder“), Feinwerkbau („Ideal für den Schützennachwuchs bis zwölf Jahre“) und Hämmerli („Das Ideale Einstiegsgewehr für Kinder in den Luftgewehr-Schießsport“) vor allem die Kinder adressieren und sich das auch jeweils in den Bilderwelten wiederspiegelt.
frank17 hat die mehr als berechtigte Frage gestellt, warum der Einsatz dieser Lichtpunktdinger, wenn schon wirklich nötig, dann nicht auch immer ganz eindeutig mit dem Hinweis als aufgezwungene Notlösung in Bezug auf die bestehenden Altersgrenzen verkauft wird. Eine Antwort darauf hat er bisher noch nicht bekommen und sorry, Lippenbekenntnisse hier im Forum bringen nicht viel, wenn das vor Ort und auch gegenüber der Presse und auch Politikern immer ganz anders rüberkommt. Woher hat denn wohl der Herr Grindel seine Kenntnisse? Aus den Fingern gesogen?
Ich denke das vermittelt - natürlich positiv formuliert - auch durchaus die angesprochene Lichtpunktbroschüre, es heißt dort einleitend „Dazu müssen wir zunächst das Angebot der Industrie annehmen und breitensportlich mit unseren Schülern im Alter von acht bis zehn Jahren Lichtgewehr und Lichtpistole zum Einsatz bringen. Darauf aufbauend kann das leistungsorientierte Präzisionsschießen mit dem Luftgewehr oder der Luftpistole, ab etwa zehn Jahren mit Sondergenehmigung angefangen werden. Die Deutsche SchützenJugend macht mit diesem Programm deutlich, dass alles daran gesetzt werden soll zu zeigen, dass jeder junge Mensch im Deutschen Schützenbund herzlich willkommen ist. Jeder, ob Breiten- oder Leistungssportler, wird seinen Platz in einem der 15.000 Schützenvereine des Deutschen Schützenbundes finden. Wir müssen deutlich machen, dass alle Jugendlichen in unseren Vereinen hervorragend betreut und altersgerecht geschult werden.“ Klar, dass man eine Werbebroschüre nicht damit einleitet wie schlecht und gemein doch alles sei.
Nun zeige mir mal eine Publikation aus der letzten Zeit in der mit der 'Faszination Feuerwaffen' in gleicher Weise wie für Bogensport und Leuchten geworben wird. Hinzukommt meine Wahrnehmung, daß die Feuerwaffendisziplinen beim DSB scheichend, heimlich und mit kleinen Nadelstichen, aber kontinuierlich abgebaut werden.
Also wenn's sowas nicht gibt, dann wird's doch höchste Zeit, nur ist die DSJ (Schützenjugend!) eher nicht der richtige Ansprechpartner, aber ich denke ihre tolle Arbeit könnte man zumindest als Anregung verwenden.