Abschalten beim Schiessen

  • Hallo,


    ich komme igentlich ganz gut voran im Training und bin einigermassen zufrieden.
    ( LG, 30 Schuss aufgelegt,Altersklasse)


    Gestern ist es dann aber wieder passiert.
    Ich habe erst Schussbild geschossen, danach noch mal ein paar Schuss Probe und habe dann meine Wertung geschossen.
    Plötzlich kamen die Vereinskameradeb an und fingen an den Nachbarständen an zu bohren und Schrauben auszutauschen.


    Mal abgesehen davon dass ich dieses unportlich und unkameradschaftlich finde und es auch schon desöfteren bemängelt habe, hatte ich mir vorgenommen trotz dieser widrigen Bedingungen weiter zu schiessen. Aber ich habe es dann nach der zehnten 9 doch abgebrochen.


    Was macht man in solchen Situationen um sich ruhig zu bekommen?


    Ich hatte mich zwar mental im Griff und konnte mich auch konzentrieren, aber hatte da Gefühl dass meine Sehnen ,Muskeln und Knochen aus Gummi waren.


    Für einen guten Tipp wäre ich sehr dankbar.


    Gruss
    Thomas

  • Hallo thomas,


    Ich finde es auch unsportlich, wenn man vermeidbar stört. Ich meine das bei Buli-Kämpfen Haligali
    ist, daran sind die Schützen dort gewöhnt und die Wissen wie Sie damit umgehen
    müssen, die trainieren das.


    Für uns Hobbyschützen schaut das anders aus. Ich sage mir auch immer, geht
    schon, nicht darauf konzentrieren sondern schön weiter schießen.


    Das Problem ist, das du unbewusst mit dem Kopf noch bei der Störung bist,
    gerade wenn diese, wie in deinem Falle, vermutlich nicht nur eine Minute gedauert
    hat.


    Ich Denke das kriegt man nur mit mentalem Training hin. Man muss sich so auf
    seinen Zielvorgang konzentrieren können, das neben einem auch ein Rad umfallen
    könnte.


    Ich atme da immer ganz bewusst und auch tief ein und aus, schließe meine Augen
    und versuche mich 100% auf meinen Ablauf zu konzentrieren. Gehe den Ablauf auch
    mental 1-2x komplett durch und dann versuche ich meinen Ablauf, meine
    Körperspannungen etc. zu konzentrieren und versuche weiter zu schießen. Oft ist
    dann die „Störung“ auch wieder vorbei und ich kann ungestört weiter schießen.


    Wenn du mal in das Kursangebot einer VHS in deiner Nähe schaust, ist da meist auch was bzgl. mentalem
    Training zu finden. Auch wenn es manchen lächerlich erscheinen mag, das kann
    was bringen, wenn du dir das mal anhörst.

  • @Dejoo
    Ich hatte sogar schon mal überlegt, wegen dieser Störungen das Schiessen an den Nagel zu hängen.
    Nach 2 monatiger Pause bin ich dann doch aber wieder angefangen.


    Besser als je zuvor (bis gestern).


    Califax
    Normalerweise bin ich im Flow, nur bei solch derarigen Störungen nicht.


    Leider bin ich für esotherische Psychspielchen nicht empfänglich, mache bei sowas immer zu.


    Gruss
    Thomas

  • Ich denke mal die Antwort steht hier oben schon...


    Abgesehen, dass das von deinen Vereinskameraden echt eine Frechheit ist....


    Aber schau dir die Buli an, und eben, die Trainieren das. Wir hatten im Jugendtraining mitunter trainingseinheiten wo unser Trainer mit absicht auf einmal den Radio angestellt hat oder sonst was... und du musstest aber innerhalb von 10 sekunden schiessen.


    Auch finde ich es ganz gut wenn man eben sichtblenden (soweit erlaubt) unter das stirnband tut.


    Wenn ich schiesse kann ich mittlerweile voll abschalten. Eben, man muss diesen Flow bekommen. Was um dich herum ist, muss dir scheissegal sein. Du darfst nicht mal merken ob wer rein kommt oder geht. Du musst dich so konzentrieren und die Konzentration so hoch halten, dass es nur im deinen Schuss und den nächsten Schuss geht. Alles andere is unwichtig.


    Das kann man trainieren. Ist letztendlich Konzentrationssache.

    Servus, habe die Ehre..
    Kloaner_Schütz


    Mein Gewehr: FWB 601
    Gehmann Iris/Gehmann Klarsicht-Ringkorn verstellbar/Visirlinienerhöhung (FWB)/Laufgewichte (FWB)/MEC III Contact Kappe/TEC-HRO Touch Abzug/TEC-HRO Schaftgewicht


    Meine Vereine:
    1. SG Immergrün Unterföhring (Bayern) 2. Sportschützen UBS Zürich (Schweiz) 3. SSG Wallisellen (Schweiz)

  • @Dejoo
    Leider bin ich für esotherische Psychspielchen nicht empfänglich, mache bei sowas immer zu.


    Das ist KEINE Esotherik, sondern angewandte Psychologie.

    Jeden Tag ´ne grüne Tat: Verbieten, was ein andrer mag!

    "Das Scheibenbild zeigt zum Schützen." (DSB Sportordnung 0.4.1.1)

  • Hallo,


    also ich persönlich hab bei meiner Schießausrüstung am Stand immer 2 Ohrenstöpsel mit dabei, wenn es mir zu Laut wird packe ich die Demonstrativ aus und steck sie mir in die Ohren. Zum einen hat man dann seine Ruhe und wenn die Vereinskameraden kein Brett vor dem Kopf haben bemerken sie, dass sie stören! 8|


    Gruß


    Grüni

  • Ich schieße immer mit Ohrenstöpsel.


    Das ich wegen anderen Schützen zum Schießen aufhören würde, ist schon ein entscheidender Punkt. Da würde ich mich lieber nach einem anderen Verein umsehen. Ich hatte bisher zwei längere Pausen. Einmal wegen meiner Kinder (die Pause von 5 Jahren beende ich heute !) und einmal wegen wirklicher Unlust.


    Lass dir dein Hobby, an dem du Spaß hast, von niemanden verderben. Als allerletzten Ausweg wirklich nach einem anderen Verein schauen.

  • also ich persönlich hab bei meiner Schießausrüstung am Stand immer 2 Ohrenstöpsel mit dabei, wenn es mir zu Laut wird packe ich die Demonstrativ aus und steck sie mir in die Ohren.

    die stecken bei mir "demonstrativ" von Anfang an im Ohr....

    Nicht alle seine Fähigkeiten und Kräfte soll man sogleich und bei jeder Gelegenheit anwenden. - Baltasar Gracián

  • Plötzlich kamen die Vereinskameradeb an und fingen an den Nachbarständen an zu bohren und Schrauben auszutauschen.


    Mal abgesehen davon dass ich dieses unportlich und unkameradschaftlich finde und es auch schon desöfteren bemängelt habe, ....

    Auf die Idee den Kameraden anzubieten die Arbeit nach dem Training selbst zu erledigen bist Du noch nicht gekommen?

  • Hi,


    ja ich habe es mittlerweile verdaut. Das nächstemal schiesse ich extra durch.
    Auch wenn ich dann 20 Ringe weniger habe. Worst Case Training eben,


    Ohrstöpsel habe ich auch immer dabei, aber die dämpfen ja nur.


    Ich versuche schon meine Trainingsmöglichkeiten zu optimieren (z.B. früher anzufangen) aber das geht nicht immer.
    Und zuhause habe ich mal gerade 7 m.
    Das reicht zumindestens für Trockentraining.


    Gruss
    Thomas

  • Ich kann mich meinen Vorredner nur anschließen.


    Ich versuche mich bestmöglich "physikalisch" von der Umwelt abzugrenzen, d.h. ich benutze Ohrstöpsel, Blenden und Cap. Habe zum Beispiel an meiner Schießbrille rechts und links noch Blenden angebracht. Somit verhindere ich, dass ich durch rechts bzw. links von mir stehen Personen visuell gestört werde.


    Sollte ich doch mal aus meiner Konzentration geworfen werden, konzentriere ich mich immer darauf, was ich zu tun habe. Gehe meinen Ablauf mental durch. Mache vielleicht auch unterm Wettkampf einen Trockenanschlag und prüfe nochmals genau meinen inneren Anschlag. Spannungen etc im Körper müssen weg. Wenn ich das alles durch habe bin ich wieder voll in meinem "Flow" Zustand und kann weiter schießen. Das alles sind aber Sachen, die man Trainieren muss. Schaff dir im Training mal einen gezielten Störfaktor. Geh nach 15 Schuss direkt vom Stand weg und bau ihn dir wieder neu auf.. Alles eine Sache des Training.. :)

  • Ich würde auch darauf bauen, genau diese Situation als Chance zum Training zu verwenden. Hier lernst du richtig was, auch wenn das Ergebnis im Training dann nicht passt (was eigentlich ja eh egal sein sollte, was zählt ist der Wettkampf), kann es dir im Wettkampf viel bringen. Ist ja nicht so, dass an jedem Schießstand klinische Ruhe wäre (was meiner Meinung nach auch ziemlich fad wäre).


    Dass deine Kollegen während dem Training am Schießstand arbeiten finde ich ehrlich gesagt nicht weiter schlimm. Das ist immer noch besser, wie wenn die Stände nicht in Schuss gehalten werden, meiner Meinung nach.