• Es gibt viele Vereine, die gerade so überleben, weil bisherige Vorstände das Geld mit beiden Händen aus dem Fenster geworfen haben. [...] Auch wir haben für die Jugend das Material im Verein, auch wenn es altes Material ist (FWB 300 und eine FWB Mod. 85, aber leider defekt). Ich kann mir aber vorstellen, dass es vielen Vereinen so geht.

    Respekt. Freihändiges Geldausgeben kontra dreißigjähriger Investitionsstau.

    Gerhard Seemüller

    „Great minds discuss ideas;
    average minds discuss events;
    small minds discuss people.“

  • Gestern war Vatertag, wa, in Österreich etwa auch? Würde zumindest einiges hier erklären.

    Nö das haben wir uns von euch noch nicht abgeschaut aber das ist auch gut so! Erklärt aber auch nicht deine Reaktion.

    warum die Österreicher so wenige richtige Sportschützen haben wenn sie doch die optimalen Bedingungen haben.

    erklär mir mal den Begriff "richtige Sportschützen" dann kann ich dir zu dem Thema sicher antworten.
    Wie ich schonmal in einem anderen Thread geschrieben habe darfst du Kärnten nicht als österreichischen Standard werten.

    Nicht alle seine Fähigkeiten und Kräfte soll man sogleich und bei jeder Gelegenheit anwenden. - Baltasar Gracián

  • Aber viele haben gesagt, dass wir recht hohe Mitgliedbeiträge (€ 52,- im Jahr zzgl. € 52,- im Jahr Standgebühr) haben. Nun, selbst bei diesen hohen Beiträgen, gehen wir mit nur einem ganz knappen Plus im Jahr raus, dank der hohen Nebenkosten und wir haben nur einmal die Woche geöffnet, in den warmen Monaten.

    Hallo,
    habe ich das richtig gelesen, Vereinsbeitrag im Jahr pro Mitglied 52,00 € und die gleich Summe noch einmal Standgebühr oder auch pro Mitglied im Jahr! Wenn es pro Jahr beides ist, sind es 4,30 € Vereinsbeitrag im Monat und die gleiche Summe Standgebühr. Wir haben einen Staffelbeitrag, Jugendliche 5,00€, Arbeitslose und Studenten 7,00€ Einzelbeitrag 13,50 € Ehepaar 21,50 € und Familie 28,00 €, dazu 2000,00 € Standmiete.Das mit 60 Mitglieder. Wir haben von Feinwerk die neueren LG's die 700 hunderter drei neue Lupis und sechs Anschütz KK Gewehre. Wir haben zwei Lichtpunktanlagen,dann komme ich zu den dickbäuchigen und rot Näsigen, wenn die nicht hie und da mal einen einen Schein dazu geben würden, der aber nur unseren Sportschützen zu gute kommt, gebe ich zu wäre es auch knapp.
    Was ich mit dieser Aufzählung sagen will, ist die Vereine müssen mal von ihren kleinen Beiträgen runter kommen, das ist ein Witz. Wenn ich höre zwiischen 30,00 und 70,00€ Jahresbeitrag unser Sport kostet Geld wie jeder andere auch. Fast alle Eltern meiner Schützlinge sagen mir was seit ihr billig in euren Beiträgen. In den Sportvereinen zahlen Jugendliche 15,00 €, Erwachsene 25,00 €.
    Kogge

  • Respekt. Freihändiges Geldausgeben kontra dreißigjähriger Investitionsstau.

    Das passiert dann, wenn zwei Tage vor dem eigentlichen Tag an dem geöffnet ist, die veraltete Ölheizung bollern lässt, damit man es beim Würfeln und Karten spielen, und nichts anderes haben die gemacht, außer saufen, schön kuschelig warm haben.
    Die Ölgheizung ist mittlerweile ausser Betrieb und so konnten die laufenden Kosten drastisch gesenkt werden. Mühsam ernährt sich da das Eichhörnchen.

    @ Kogge,

    eine Beitragserhöhung wurde bislang abgelehnt, da man die Befürchtung hat, da mit die passiven Mitglieder zu verlieren.
    Es gibt Vereine, die kommen locker mit € 36,- im Jahr hin. Frag mal lanfaer oder turrican. Das geht schon, wenn die Rahmenbedingungen passen, wie ein Schießstand im Bürgerhaus.
    Wenn die Betriebskosten niedrig sind, kann man den Beitrag gering halten. Sind die Betriebskosten aber hoch, dann geht das nicht mehr auf.

  • Zitat von »Karl« warum die Österreicher so wenige richtige Sportschützen haben wenn sie doch die optimalen Bedingungen haben. erklär mir mal den Begriff "richtige Sportschützen" dann kann ich dir zu dem Thema sicher antworten.
    Wie ich schonmal in einem anderen Thread geschrieben habe darfst du Kärnten nicht als österreichischen Standard werten.

    Ich verstehe darunter den Sportler der das Schiessen geregelt und organisiert betreibt und nicht den "österr. Klassiker" wo der Vater dann einfach ein KK oder LG kauft und mit dem Sohne zum fröhlichen Schiessen in den Steinbruch zieht, was erfahrungsgemäß recht bald fad wird, oft schon vor Verbrauch der ersten Schachteln Munition.

    Mag sein, dass Kärnten nicht der Standard ist, nur ist Vorarlberg und Salzburg auch nicht besser (eigene Erfahrung) und Wien schlimmer als Vorarlberg (so österr. Foren). Nur bleibt dann nicht mehr viel übrig wo es besser als in den besseren Gegenden bei uns z. B. Bayern sein kann.


    Karl

  • Es gibt Vereine, die kommen locker mit € 36,- im Jahr hin


    Hallo,

    ich möchte keinen Vereinzu nahe treten, jeder kann seine Beiträge nehmen wie er möchte. Wir haben ja auch viele Vereine in unserem Landkreis, ich glaube so um die 70 Vereine im Bezirk, die auch diese niederigen Beiträge nehmen. Man muss aber auch eins bedenken, was gibt es auf dem Dorf, Schützen, Feuerwehr, Sportverein, alle sind doch miteinander durch ihre Mitglieder verpflochten. Denn fast jeder ist in allen drei Vereinen Mitglied. Fast jeder Schützenverein hat seinen eigenen Stand, ist was defekt, wird ein großer Landwirt oder mehrere es schon richten. Wird Material gebraucht läuft es ähnlich, dass haben wir in der Stadt nicht mit 13 Vereinen. Aber was wir alle haben sind die Verbandsabgaben vom Kreis bis zum DSB bei uns noch der LSB Bremen. Daher denke ich sind die vorher genannten Summen kaum denkbar einen Verein zu unterhalten. Vor allem wenn ich Jugend fördern möchte und Sportschießen betreibe, wir stellen unsere Jugend wenn es irgendwie möglich ist alles zur Verfügung.

    Kogge

  • Auch wir haben für die Jugend das Material im Verein, auch wenn es altes Material ist (FWB 300 und eine FWB Mod. 85, aber leider defekt).

    Ich kann mir aber vorstellen, dass es vielen Vereinen so geht.

    Sorry - aber ein FWB 300 ist veraltet. Wenn man so etwas Jugendlichen zur Verfügung stellt, läuft etwas grundsätzlich falsch. Eine gebrauchtes FWB 600/601 oder Anschütz 2001/2002 im Schichtholzschaft bekommt man für Euro 300,00 bis Euro 400,00. Das sollte ein Verein bereit sein, für seine Jugend auszugeben.

    Ich habe alle alten Gurken unseres Vereines über egun gut verkaufen können und habe dann Gewehre im Preisrahmen für Euro 350,00 bis Euro 400,00 kaufen können. Dann haben wir zwei neue Jugendgewehre gekauft sowie zwei neue Erwachsenengewehre.

    Ach ja - unser Jahresbeitrag beläuft sich auf Euro 30,00 bei Erwachsenen und Euro 16,00 bei Jugendlichen. Standgebühr pro Schiessabend Euro 1,00 bei Erwachsenen und bei Jugendlichen Euro 0,50.

  • Das das FWB 300 veraltet ist, das wissen wir selber.

    Wenn Du meine Beiträge gelesen hättest, wäre Dir auch der Grund aufgefallen, warum wir noch keine neueren haben.

  • Hallo Geronimo,

    Da macht der DSB mal eine große Kampagne und dann ist' wieder nicht erwünscht. Und jetzt sagt nicht das müsse erst noch groß im Fernsehen beworben werden um überhaupt eine Wirkung zu entfalten, lokale Medien gibt's flächendeckend und wenn in euren noch nichts davon zu lesen ist, dann solltet ihr das schnellstens ändern.


    Wo willst Du denn anhand meines Hinweises, der auf deine Äußerung mit dem Off Topic und deiner Anmerkung, es gebe außer bei den Schülerklassen wohl keinen Rückgang, dafür lägen schließlich 'Erfahrungen' vor, folgte, herauslesen, ich sei gegen die DSB-Kampagne?

    Seit wann werden mir hier denn neben der fast immer unzutreffenden Lagerzuordnung, an die ich mich ja schon fast gewöhnt habe, neuerdings auch noch so nie getroffene Aussagen angedichtet?

    Du erkennst den Widerspruch? Altersklasse ansprechen und Jugendarbeit aufgeben, das fordern einige ernsthaft, und wundern sich anschließend, dass die Schützenklasse ausstirbt und Jugendliche fernbleiben? Rentnerclubs als Zukunftspersektive eines Sportvereins?


    Wo willst Du denn anhand meiner Aussagen den Widerspruch erkennen wollen? Dein der Frage folgender Satz erklärt den vermeintlichen Widerspruch jedenfalls nicht, denn es besteht in Wirklichkeit gar kein unmittelbarer Zusammenhang zwischen der Jugendarbeit und der fehlenden Generation der 20 bis 40-jährigen in den Vereinen. Auch wenn das nicht jeder auf Anhieb versteht oder verstehen will.

    Etwas einfacher ausgedrückt, Du kannst Jugendarbeit machen, soviel Du willst, das nützt gar nichts, wenn diese Jugendlichen dann die Vereine ab 20 oder 25 oder sogar schon viel eher wieder verlassen. Es wurden hier im Forum schon realistische Zahlen genannt über die sehr geringe Effektivität in Bezug auf die 'Ausbeute' der Jugendarbeit. Das war auch früher schon so und auch früher gab es in den Vereinen immer auch viele Seiteneinsteiger. Zudem, wer soll in den Vereinen, wo es zum Teil schon gar keine Mittelklasse mehr gibt, denn die Jugendarbeit machen?

    Also, wer angesichts der gegeben Situation in vielen Vereinen und sogar ganzen Regionen immer noch meint, man müsse doch nur gute Jugendarbeit leisten und schon würden sich die Probleme lösen, der verkennt das Problem.

    Eine Aussage, wie sie von Carcano kann, wonach es sogar angesichts der bedrohlichen Aussichten sinnvoll sein könnte, kurzfristig die Jugendarbeit zugunsten anderer in der gegebenen Situation effektiver erscheinender Maßnahmen der Mitgliedergewinnung zu vernachlässigen oder sogar kurzfristig auszusetzen, kann ich daher auch nachvollziehen.

    Abgesehen davon, manchen Vereinen bleibt auch gar nicht anderes über, wollen sie überleben.


    Bevor jetzt wieder das große Geheule des völligen Unverständnisses losbricht, das obige heißt doch nicht, dass alle Vereine ihre ja oft durchaus erfolgreiche Jugendarbeit einstellen sollen. Es geht um die kurzfristige Verbesserung von Problemen, wie sie mittlerweile in vielen Vereinen in vielen Regionen in Deutschland vorherrschen.

    Es nützt jedenfalls den Vereinen gar nichts, welche jetzt hauptsächlich aus Angehörigen der Alters- und Seniorenklasse bestehen, wenn man ihnen fast schon zynisch sagt, ja macht doch Jugendarbeit, dann wird alles wieder gut, oder ihnen sogar nur aufs Butterbrot schmiert, sie seien ja selbst schuld, da sie ja in der Vergangenheit keine Jugendarbeit gemacht hätten. Letzteres stimmt auch zudem oft gar nicht. In vielen Vereinen ist der Bereich der Schützenklasse irgendwann in den letzten Jahren weggebrochen, obwohl diese eine gute Jugendarbeit geleistet haben.

    Was wäre denn so schlimm daran, wenn insbesondere die Vereine, welche eher breitensportlich aufgestellt sind, sich stärker um neue Mitglieder so ab 25, 30 und im Hinblick auf Auflage auch noch deutlich älter konzentrieren würden. Selbst im Leistungsbereich ist es im Schießsport nicht zwingend nötig, schon mit 12 oder noch eher anzufangen. Es gibt genug Gegenbeispiele. Ich gehe sogar soweit zu behaupten, das sich selbst mit 30 oder älter noch jemand bis in die Bundesliga hocharbeiten kann.

    So, eigentlich wäre das jetzt ein Punkt, von dem aus wir versuchen könnten, möglichst konstruktiv weiterzumachen. Befürchte aber ... .


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

  • Sorry, aber ich habe das Gefühl ihr dreht das immer so, wie es euch gerade am besten passt.

    Gerhard Seemüller

    „Great minds discuss ideas;
    average minds discuss events;
    small minds discuss people.“

  • Ich glaube die Negativbeispiele von verstaubtem Rentnerverein bis antiquierte Museumswaffen haben wir jetzt alle durch, jenskerkhoff, hast du eine Idee, warum bei euch die Jugend so massiv schwächelt? Eine mögliche Übergangslösung wären beispielsweise selbst organisierte Freundschaftskämpfe.

    Gerhard Seemüller

    „Great minds discuss ideas;
    average minds discuss events;
    small minds discuss people.“

  • Viele beschweren sich über die mangelnde Jugendarbeit in den anderen Vereinen, keiner hat Lust/Zeit eine Jugendmannschaft aufzustellen und zu betreuen.
    Andererseits haben manche Vereine hier in der Gegend eine Jugendmannschaft, jedoch keine Schülermannschaft. Bei den Vereinen liegt es dann ja wohl eher an mangelnder "Nachwuchsbeschaffung".
    In meinem Verein hatten wir vor ca. 4 Jahren großen zulauf auf unsere Lichtpunktanlagen, da bin ich auch dazu gekommen und musste, obwohl wir 2 solche Anlagen haben, manchmal bis zu einer Stunde warten, bis ich endlich schießen konnte. Jetzt haben wir nur noch 3 Schützen, die auf der Anlage schießen, und einer von denen schießt mit behördlicher Erlaubnis Luftgewehr. Neue Schüler gibt es auch noch sehr wenige, obwohl wir Lupi anbieten, die jedoch keiner benutzt, jährlich eine Freizeit über ein langes Wochenende machen, Schwimmen gehen, Kegeln, in Freizeitparks fahren, ... halt alles was schon an Verbesserungsvorschlägen gesagt wurde. Ich werde außerdem auch oft angesprochen, ob es nicht langweilig sei, 2 mal in der Woche 40 Schuss zu trainieren und dabei die ganze Zeit nur auf einem Fleck zu stehen. Also liegt es warscheinlich doch eher an der mangelndem Interesse oder, wenn manche es doch mal ausprobiert haben am Mangelndem Durchhaltevermögen der meistens Jugendlichen, dass es so wenig Jugend/Schülermannschaften hier in der Gegend gibt.

    Meine Mannschaft schießt jetzt die nächste Saison auf Kreisebene als Schülermannschaft und auf Bezirksebene als Schützenmannschaft. An Herausforderungen wird es uns also nächste Saison wenigstens nicht mangeln, ist aber trotzdem schade, sich - zumindest nicht auf Bezirksebene - mit Gleichaltrigen messen zu können und die Chance dort Gleichatrige kennen zu lernen wird wohl auch eher gering sein.

    lg

  • Ich rede jetzt mal nur für mich und wie es in meinem Verein ist.
    Bevor ich vor 1 1/2 Jahren in den Verein eingetreten bin, gab es dort keinen einzigen jugendlichen Schützen seit einigen Jahren. Warum und weshalb liegt höchstwahrscheinlich an einem Grund:

    Es gab keinen geeigneten Trainer/Betreuer der sich nachhaltig um die Jugendarbeit bemühen wollte

    Und da es keine Jugendlichen gab, gab es keine Veranlassung in die Ausrüstung für die Jugend zu investieren. Man hatte ja funktionierende Luftgewehre und eine funktionierende Luftpistole (die dann seinen Geist aufgegeben hatte). Das ist acuh irgendwo verständlich, denn eine ausreichende Anzahl Luftgewehre, selbst wenn sie gebraucht sind, zu kaufen, sind kein Pappenstiel und die erforderlichen Gelder schüttelt man nicht einfach so aus dem Ärmel.

    Als meine beiden Jungs dann ins Schießfähige Alter gekommen sind, habe ich sie mitgenommen und von damals gewählten Jugendleiter trainieren lassen.
    Nach wenigen Wochen, kam dann ein Kumpel meiner Buben auch mal mit und schon hatte der Verein 3 Jugendliche.
    Von den Ferienspielen blieb dann ein halbes Jahr später auch ein Jugendlicher hängen, der zwei weitere Kumpels mitgebracht hatte und so sind wir nun bei 6 Jugendlichen. Nicht viel, aber immerhin.
    Aber der damals gewählte Jugendleiter ist seiner Aufgabe nicht nachgekommen und kam nicht mehr. Hat sich beim Training nur neben hingestellt und hat die Kids "ballern" lassen, anstelle sie anzuleiten.
    Sämtliche Gespträche haben versagt und so hat er sein Amt niedergelegt und ich wurde komissarischer Jugendleiter und bin es noch immer und ich mache, was ich kann, um die Kids anzuleiten und zu trainieren.

    Dabei sehe und höre ich aber Dinge, die sich mit einem Passus von Jenskerkhoff decken:

    Zitat

    Ich werde außerdem auch oft angesprochen, ob es nicht langweilig sei, 2 mal in der Woche 40 Schuss zu trainieren und dabei die ganze Zeit nur auf einem Fleck zu stehen.

    Wir leben in einer Zeit, ohne das jetzt auf alle Jugendlichen pauschalisieren zu wollen, in denen die Kids mit PS3, X-Box und PX Spielen groß werden. Sie bekommen mit Elterlicher Erlaubnis Spiele wie Call of Duty, Rainbow Six, etc. und zocken diese. Das gab es zu meiner Zeit nicht. Und so sehen sie eher, wie in den Spielen geschossen wird, eben nicht Statisch ohen seine Position zu verändern, sondern mehr dynamisch. Sie kommen dann in einen Schützenverein und sollen sich dann eine Stunde hinstellen (übertrieben gesagt) und ohne eine Miene zu verziehen 40 Schuss abgeben. Das ist für viele total langweilig und so bleiben viele dann weg.
    Hinzu kommt, dass aufgrund der Zockerein, viele Kinder zu reinen Bewegnungslegastenikern geworden sind. Sie sind nicht wie ich es in meiner Kindheit war, nur draußen und bewegen sich, kicken auf dem Bolzplatz oder gehen in den Wald eine Festung bauen, sie hocken zu Hause und lassen ihre Muskeln verkümmern. Sind teilweise körperlich gar nicht in der Lage, ein Luftgewehr lange genug im Anschlag zu halten oder geschweige denn mit ausgestrecktem Arm eine Luftpistole auch nur halbwegs ruhig zu halten.

    Ich habe das riesen Glück, dass das auch meine eigenen Kinder nicht zutrifft. Sie Zocken zwar auch an der PS3, spielen aber auch Fußball, sind viel draußen und bewegen sich. Sie sind für ihr alter kräftig genug, das Luftgewehr, und das FWB 300 ist wirklich nicht gerade ein Leichtgewicht, im Anschlag zu halten, zu zielen und den schuß abzugeben.
    Bei den anderen merke ich schon, dass es sehr grenzwertig ist und da wird auch ein leichteres, moderneres Luftgewehr nichts viel Unterschied machen.

    Ich hatte in einem anderen Beitrag, vor längerer Zeit schon gesagt, dass mana uch mal andere Wege gehen sollte. Einen dieser wege kann es sein, mehr in den dynamischen Bereich einzutauchen und z.B. auch wenn es keine reinrassigen Matchlupis sind, z.B. mit den CO2 Pistolen/Revolvern etwas Bewegung ins Spiel zu bringen. Man kann hier z.B. mit einer Duelltrainingsanlage die GK/KK Zeitserie simulieren.
    Das ist nun nur ein Beispiel, nicht mehr und nicht weniger. Aber wie gesagt, die Jugend von heute ist meist auf mehr Action aus und wenn sie sehen, oder es probieren, dass man ein Training absovieren soll, bei dem man zwei mal die Woche 40 Schuss abgeben soll, ohne sich nennenswert zu bewegen, dann ist das weit weg von Action und wohl aus vieler Sicht schlichtweg langweilig.
    Auch wenn einige hier vollkommen anderer Meinung sind, und die Meinung vertreten, dass LuPi und LG Schießen total aufregend sind und zwischendurch auf Herzchen oder Luftballons, die auf Zielscheiben abgebildet sind zu schießen für die Kids total aufregend ist, naja, ich glaube da muss man sich nicht wundern, wenn die Kids sukzessive ausbleiben oder weggehen.

    Wir können nicht von unseren Beweggründen oder Meinungen ausgehen, sondern wir müssen uns in die Kids hineinversetzen und versuchen herauszufinden was sie wollen. Vieleicht wollen viele Kinder/Jugendliche auch nicht das Schießen als Wettkampf betreiben, sondern einfach nur aus Spaß an der Freude und zur Entspannung und Konzentrationsförderung.
    Ich selber habe auch die ganze Zeit nur statisch GK geschossen und seit letzten Jahr auch KK. Habe aber in Philippsburg auch beim Mehrdistanzschießen etwas Blut geleckt, weil es etwas Schwung und Abwechslung reinbringt. Man muss seinen kompletten Haltepunkt auf die verringerte Distanz verändern, mehrfach, ggf. auf zwei verschiedene Scheiben schießen, etc.
    Das bring ordentlich Abwechslung in das ganze rein und macht riesen Spaß. Und es kann auch auf Luftdruck runtergebrochen werden, mit Mehrschüssigen LuPis.

    Auch kann man mal Fieldtarget mit den Kids ausprobieren, etc.

    Aber, um eine Änderung in das Thema hineinzubringen, muss man auch gewillt sein, etwas generell ändern zu wollen uncd vor allem bereit sein, andere Ideen und Vorschläge zuzulassen. Und genau da scheitert es eben in vielen Vereinen!

    Ein Verein in meiner Gegend hat das gemacht. Sie sind beim Bogenschießen weg von FITA und hin zu 3D Bogenschießen. Also Bogenschießen auf Gummietiere, die im Wald verteilt sind.
    Da muss man sich Gedanken machen, wie ich das Ziel, welches in einem Dickicht sein kann, oder in einem Netz hängt am besten vom Pflock aus treffen kann. Das ist körperliche Ertüchtigung vom feinisten und macht enorm Spaß und muss seinen Kopf benutzen und man bewegt sich viel.

  • Etwas einfacher ausgedrückt, Du kannst Jugendarbeit machen, soviel Du willst, das nützt gar nichts, wenn diese Jugendlichen dann die Vereine ab 20 oder 25 oder sogar schon viel eher wieder verlassen. Es wurden hier im Forum schon realistische Zahlen genannt über die sehr geringe Effektivität in Bezug auf die 'Ausbeute' der Jugendarbeit. Das war auch früher schon so und auch früher gab es in den Vereinen immer auch viele Seiteneinsteiger. Zudem, wer soll in den Vereinen, wo es zum Teil schon gar keine Mittelklasse mehr gibt, denn die Jugendarbeit machen?

    Soll da heißen, dass Jugendarbeit sinnlos ist, weil die Kids mit Anfang eh wieder aufhören (reine Verständnisfrage und keine Unterstellung)? Lieber habe ich die Hütte einige Jahre lang voll, als immer leer. Zum Thema wer die Jugendarbeit machen soll: In einem anderen Thread wurde die Diplomarbeit von Uwe Knapp zitiert, der hier ein sinnvolles Modell vorgestellt hat, das eine Mischung aus bezahlten Honorartrainer und Nachhilfelehrer für Schulprobleme ist. Ich denke, dass du mit deiner Aussage das Kernproblem erkannt hast:

    Die bisherigen Strukturen, die auf ehrenamtlicher Tätigkeit beruhen geraten ins Schwanken! Vielleicht müssen wir uns davon langsam lösen und unseren Trainern und Übungsleitern Geld für ihre Arbeit zahlen, und damit meine ich nicht den symbolischen Betrag der Übungsleiterpauschale.


    Eine Medienkampagne halte ich für sehr sinnvoll, über die Finanzierung lässt sich noch streiten. Was mit aber gefällt ist die bundesweite Aktion im Oktober, weil sie dem Schießsport regional bekannte Gesichter zuweist und dadurch im vornherein die Angst und Vorurteile vor Schützen nimmt.

    @ Murmelchen:
    Du hast etwas von Anscheinsparagraphen geschrieben. Was genau meinst du damit im Bezug auf die Benutzung von Lichtgewehren in zugelassenen Schießständen?

  • Sehe ich auch so, jemand der hier von aussterben redet fehlt jeglicher Bezug zur Realität.


    Dann dürfte ja deiner Sichtweise nach auch der DSB inzwischen jeden Bezug zur Realität verloren haben.

    http://www.dsb.de/aktuelles/meld…in-Deutschland/

    Zitate aus den Bericht:

    Bedroht von einer allgemein festzustellenden linearen Tendenz, Mitglieder zu verlieren,
    müssen sich die Organisationen verändern und sich neuen Gegebenheiten anpassen und anschließen.

    Die im Mittel moderaten Problemwerte dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen,
    dass es eine nicht zu vernachlässigende Anzahl an Vereinen gibt, die mindestens
    ein existenzielles Problem hat. Dies sind bundesweit 44,5 % aller Schützenvereine
    bzw. insgesamt etwa 6.700 von 15.101 Schützenvereinen in Deutschland. Dieser
    Anteil an Vereinen hat sich zwischen 2007 und 2009 höchstsignifikant mehr als
    verdoppelt. Dies liegt im Wesentlichen daran, dass sich einzelne Problemlagen
    verschärft haben. Hierbei stellt insbesondere die Anzahl an Gesetzen,
    Verordnungen und Vorschriften für fast jeden vierten Schützenverein ein
    existenzielles Problem dar. Für knapp 11 % der Vereine stellt die Bindung und
    Gewinnung von Mitgliedern und für rund 9 % die Bindung und Gewinnung von
    jugendlichen Leistungssportlern sowie von ehrenamtlichen Funktionsträgern ein
    existenzielles Problem dar (vgl. Abb. 4).

    Was ist eigentlich so schwer daran zu kapieren, dass man für eine umfassende Beurteilung der Lage nicht nur von Zustand vor der eigenen Haustüre ausgehen darf. Es gibt im Schützenwesen keine einheitlichen Strukturen, welche man auf Gesamtdeutschland beziehen könnte. Was in vielen Teilen Bayerns* noch Ordnung ist und zu funktionieren scheint, das ist in vielen anderen Regionen schon lange nicht mehr in Ordnung. Auch in bekannten Schützenregionen wie Westfalen und Teilen des Rheinlands gibt es seit Jahren einen massiven Rückgang der aktiven Sportschützen, vornehmlich aus dem eher breitensportlich orientierten Bereich, auch wenn der Trend Auflage diesen Rückgang im Moment noch etwas kaschiert. Und auch dort muss man noch weiter differenzieren. Was für das Sauerland gilt, hat für weite Teile des Ruhrpotts noch nie gegolten, und umgekehrt.



    Mit bestem Schützengruß

    Frank


    * Wer jetzt meint, die Situation in weiten Teilen Bayerns sei dort wohl hauptsächlich der guten Arbeit dort geschuldet, der sollte auch damit etwas vorsichtig sein. Es könne auch sein, dass sich bestimmte gesellschaftliche Tendenzen in Bayern noch etwas langsamer entwickeln bzw. zeitversetzter durchschlagen.

  • Aber zeigen nicht gerade die Anmerkungen von jenskerkhoff und Dan More ein völlig anderes deutlich positiveres Bild? Dort wo sich Vereine, selbst nach langer Inaktivität, bemühen sich erneut für Jugendliche zu öffnen, da kommen sehr schnell wieder lebendige Jugendgruppen zusammen. Dafür braucht's allerdings Jugendleiter die sich a) langfristig dafür engagieren, b) sich trotzdem selbst zurücknehmen, Jugendarbeit ist niemals ein Einzelkampf, und Jugendlichen bereits Verantwortung übertragen und c) für geeignete Ausrüstung und ausreichende Finanzierung bei Vereinsvorstandschaft und Mitgliederversammlung werben und sorgen. Dan More, vielleicht ganz konkret, du beklagst hier beispielsweise, dass Jugendliche mit Vereinsgewehren wie eurem antiken FWB 300 (mit ungünstigem Schwerpunkt und kraftzehrendem Spannsystem) teilweise nicht klarkommen, also warum ändert ihr das nicht endlich und beschafft euch zeitgemäße Ausrüstung - wer beispielsweise das von dir geforderte Werbefilmchen der Schützenverbände anschauen und dann im Verein auf solche Antiquitäten treffen würde, wäre zurecht sehr enttäuscht - und leistet kindgerechtes Training das gezielt noch fehlende Aspekte wie Kraft, Ausdauer, Konzentration aufbaut und trainiert? Es gibt keine zwei gleichen Schützen.

    Gerhard Seemüller

    „Great minds discuss ideas;
    average minds discuss events;
    small minds discuss people.“

  • Jugendarbeit ruhend zu stellen ist der total falsche Ansatz! Dan More liefert hier aber auch das beste Beispiel.
    Ebenso würde mich interessieren mit welcher Zeitspanne "kurzfristig" in Hinblick des Aussetzens der Jugendarbeit zu verstehen ist.

    Es muss nicht jeder junge Schütze ein Spitzensportler werden. Es reicht auch wenn man die Schützen in den jungen Jahren an der langen Leine lässt. Vielleicht interessiert es sie mal später wieder mehr. Solche Leute kommen auch in späteren Jahren sicher zu Preisschießen und nehmen dort auch vermutlich wen mit (eventuell auch ihre Kinder).


    OT @Karl

    Mag sein, dass Kärnten nicht der Standard ist, nur ist Vorarlberg und Salzburg auch nicht besser (eigene Erfahrung) und Wien schlimmer als Vorarlberg (so österr. Foren). Nur bleibt dann nicht mehr viel übrig wo es besser als in den besseren Gegenden bei uns z. B. Bayern sein kann.

    wie du auf diese Annahme kommst bzw. wie lang deine Erfahrungen schon her sind. Vielleicht könntest du bitte die Foren benennen.

    Vorarlberg hat und hatte immer Schützen welche in der Weltspitze zugegen waren
    In Salzburg wurden die letzten paar Jahre Leistungszentren (Zell am See) errichtet. In Rif gibt es sogar ein Leistungszentrum in Hand der Universität.
    Wien ist hier sicher wieder ganz eigen. ist halt einfach eine Stadt. Wien ist anders...

    Um richtiger Schütze zu sein braucht es aber auch nicht in jedem Kaff einen Schützenverein. Kannst mir gerne per PM antworten.

    Nicht alle seine Fähigkeiten und Kräfte soll man sogleich und bei jeder Gelegenheit anwenden. - Baltasar Gracián

  • Jugendarbeit einzustellen oder auch nur einzuschränken hielte ich für fatal.

    Jedoch kenne auch ich nahezu ausschließlich Vereine, in denen die Altersgruppe 18-45 nahezu nicht bis gar nicht existent ist. Diese Situation nicht wahrzunehmen oder nicht auf sie zu reagieren, halte ich daher für noch fataler. Hier hatte ich schon mal kurz über mutmaßliche Ursachen und Prognosen geschrieben. Für äußerst wichtig halte ich daher Maßnahmen, die innerhalb der genannten Altersgruppe zur Gewinnung neuer oder auch Rückgewinnung ehemaliger Schützen führen. Auch ich hatte ausbildungs- und berufsbedingt eine Auszeit von rd. 15 Jahren. Wir müssen mit unseren Vereinen interessant genug sein und/oder werden, dass jemand kommt und dauerhaft wiederkommt. Dazu bedarf es eines Angebots, dass über das Bereitstellen von Material deutlich hinausgeht.

    Zitat von MichaelB

    Die bisherigen Strukturen, die auf ehrenamtlicher Tätigkeit beruhen geraten ins Schwanken! Vielleicht müssen wir uns davon langsam lösen und unseren Trainern und Übungsleitern Geld für ihre Arbeit zahlen, und damit meine ich nicht den symbolischen Betrag der Übungsleiterpauschale.


    Das alleine hilft m.E. nicht. Es gilt zunächst die Mentalität "brauchen wir nicht" aus der Welt zu schaffen. Ich kenne mehrere Personen, die so etwas ohne Bezahlung machen oder machen würden. Wenn der jeweilige Verein den Bedarf nicht sieht, läuft Bereitschaft und Engagement allerdings ins Leere. Und der Verein ggf. in 10 Jahren in die Auflösung ...

    Bezogen auf das Ausgangsposting ist mein Geschreibe natürlich OT, sorry dafür.

    Jede Schießsport-Disziplin hat ihre Existenzberechtigung. Zusammenhalt ist wichtig - über die Grenzen von Disziplinen und Verbänden hinweg.