(Aus-)Rollen der Munition bei Diabolos und Zimmerstutzen

  • Hallo ,


    diesen angeregten Gedankenaustausch finde ich gut. Es sind interessante Anregungen und Meinungen dabei. Für mich ist der Hinweis auf Dr. Klauss Wiegandhilfreich. Sportschiessen Mehr Wissen-Besser Treffen ist aber recht neu auf dem Markt? Habe bisher von diesem Autoren noch nie etwas gehört. Dass das rollen der Diabolos in seinem Buch angesprochen wird war mir bisher unbekannt . Ich finde, das Buch ist zu einem akzeptablen Preis zu erwerben.


    Schöne Grüße von der Nordsee wünscht


    Claus-Dieter



  • Das Buch ist meines Wissens nach seit 2008 oder 2009 auf dem Markt. Er erwähnt diese Methode auf einer Seite und erklärt sie kurz. Kann das Buch jedem nur empfehlen. Der Autor erklärte mir in einem persönlichen Gespräch, dass sie zu Zeiten der DDR diese Methode als die am besten geignetste befunden haben, um Luftgewehrmunition auf Fabrikationsfehler zu untersuchen. Vielen wird das Kugelrollen vom Zimmerstutzenschießen her bekannt sein. Dort wird sie häufig angewendet.

  • Wenn ich blöd fragen darf:


    Was macht man beim Rollen der Munition, und was bringt es? Ich hab hier jetzt das erste mal davon gehört (gelesen) und mich würde es doch interessieren.


    vielen Dank schonmal

  • Servus,


    also ich kenne das mit dem Munitionsausrollen der Kugeln vom Zimmerstutzen! Da schaut man ob die Kugeln gerade z,B auf einer Glasscheibe (angewinkelt) rollt! Wenn die Kugel einen Bogen macht ist ein kleiner grad daran oder Sie ist Eiförmig (hat beim Transport) eine abbekommen. Sowas machen aber auch nur die absoluten Zitterstutzen Chracks!


    Es gibt auch Schützen die Messen jede Kugel mit einer grammwaage nach! Kann man machen, muss man aber nicht unbedingt!


    Gruß

    Der PC rechnet mit allem, nur nicht mit seinem Besitzer
    Atomkraft, ja bitte!

  • Und wie sieht das Ausrollen dann bei LG Diabolos aus??

    "Holzhacken ist deshalb so beliebt, weil man bei dieser Tätigkeit den Erfolg sofort sieht." Albert Einstein

  • Wünsche allen einen schönen Abend,



    Da die Diabolos selbst bei genauester Fertigung Toleranzen im Gewicht haben, oder wie auch an anderer Stelle beschrieben, in der Dose durch den Transport Dellen oder Verformungen haben, verändert sich dadurch die Flugbahn. Treffpunktabweichungen sind die folge.



    das Ausrollen der LG-Kugeln geht folgendermaßen:


    Du benötigst einen rechteckigen Spiegel mit einer senkrechten Umrandung. ( Der Rand und die Spiegelfläche sollten einen rechten Winkel bilden. Die Größe des Spiegel sollte 150x200 mm betragen. 200X250mm währe besser. Unter die kurze Seite klebst Du eine Leiste von 15 mm Stärke, so dass der Spiegel ein Gefälle bekommt.



    Auf den Rand der rechte Seite des Spiegels malst Du mit einem -edding- mittig ein Feld von ca. 15mm als Anhaltspunkt für die Sortierung. Jetzt entscheidet die Länge der Rollstrecke für die Qualität.


    Nun nimmst Du ein Diabolo und legst es in der oberen linken Ecke des Spiegels, am Rahmen an. Durch die Form rollt es in einem Bogen nach unten und dann durch die Trägheit wieder aufwärts. Nun kannst Du die Spreu vom Weizen trennen, denn die Diabolos rollen nicht alle mit dem gleichen Radius. Einige machen einen kurzen Bogen und bleiben über deiner Markierung. Diese kommen in eine Dose mit dem Buchstaben H (wie hoch). Sind fürs Training.


    Die in die Mitte rollen sind für das Training oder die Leistungskontrolle. Kommen in eine Dose mit dem Buchstaben M (wie Mitte) . Die Diabolos, die nach unten rollen, also einen weiten Weg machen, sind die „Guten“. Sie kommen in die Dose mit dem *** na, Du weißt schon? Mit dem W natürlich. (wie Wettkampf).


    Im Prinzip ist es wie das Auswuchten bei Autoreifen. Wenn etwas nicht rund ist, fängt es an zu Eiern. Und bei den Diabolos muss ich die mit Unwucht aussortieren.


    Es ist mühselig, aber ich bin auch davon überzeugt, dass es die Qualität der Diabolos verbessert. Die Schusslöcher bei jeweils 10 Schuss sind kleiner.


    Über die QIANG YUAN AIR GUN PELLETS, so die genaue Bezeichnung, berichte ich zum Wochenende. Habe Sie getestet und tolle Erfahrungen gemacht.



    Schöne Grüße von der Nordsee sendet



    Claus-Dieter

  • Vielen Dank für die Info. Ist mir völlig neu gewesen, daß man dies bei LG Diabolos auch anwendet. Beim Zimmerstutzen war mir das bekannt. Kugeln ausrollen, extrem hauchdünnen Ölfilm drauf, nur mit Pinzette laden (kein Scherz!!!) und dann 260 schießen :thumbsup:
    Wieder ein bissl gemein von mir, ich weiß. Der Großteil, welcher dies anwendet, kann aber über ein besseres Schußbild berichten.

    "Holzhacken ist deshalb so beliebt, weil man bei dieser Tätigkeit den Erfolg sofort sieht." Albert Einstein

  • Moin, Moin


    ich habe hier vom "ausrollen" das erste mal gehöhrt und es gleich mal mit meiner LG Mun selber ausgetestet. Ich muss dazu sagen ich habe beim Kauf meine Styer gleich vom Händler einen Mun-Test machen lassen. Eine Losserie von HN Final Match HS war die beste für meinen Lauf. Bei 10 Schuß ist das Loch kleiner 4,5mm (ein Diabolo fällt nicht durch). Die Dosen sind von aussen nicht beschädigt!


    Ich hatte ca. 200 getestet (aus einer neuen Dose) Und ich war doch sehr überrascht! Davon waren ca.60 die einen kleinen Bogen machten, 120 die im mittleren Bereich lagen und 20 die einen grossen Bogen machten. Zu dem waren auch "Eier" dabei, die Geräusche wie bei einer Unwucht machten! Und das bei getesteter Mun. Zum Vergleich hatte ich noch eine alte Wald&Wiesen Mun auf dem Spiegel rollen lassen. Die sind alle langsamer gerollt und hatten einen noch kleineren Radius.


    Spielt das wirklich eine so große Rolle? ?(


    deswegen mal eine Verständnis Frage: das die Diabolos einen unterschiedlichen Radius rollen hängt doch dann davon ab wie groß das Verhältnis des Kopf Durchmesser zum Rumpf ist (es wurde ja gesagt.... kleiner Radius=kleiner Kopf/großer Rumpf= SCHLECHT. großer Radius=großer Kopf/kleiner Rumpf= GUT). Somit würde ja dann die Flugbahn eines Diabolo auch zwangsläufig von dem Kopfdurchmesseres ab hängen. Aber......rein vom logischen her...... kleiner Kopf= weniger Wiederstand = gut weil schneller? großer Kopf= großer Wiederstand = schlecht weil größer ?


    Ausserdem ist der Lauf bei jedem LG so eng, das das Diabolo rein gedruckt werden muss weil es hinten am Rumpf ja dicker ist als am Kopf.


    und nun nochmal die Frage, spielt das wirklich eine Rolle


    ?( ?( ?(

    Mut steht am Anfang des
    Handelns, Glück am Ende.

  • Habe jetzt einmal diese Diskussion aus dem Munitionsthread um die chinesische Wundermunition separiert, da sie nichts mit der Qiang Yuan zu tun hat.

    Mit bestem Schützengruß aus Niederbayern

    dingo

  • Ich hol das Thema mal wieder hoch...


    Ich bin auch gerade am Diabolos ausrollen.
    Kann es sein, dass der größere Radius eher von den größeren Fliehkräften in der Kurve bei einer guten ("runderen") und somit schneller rollenden Kugel kommst anstatt von Toleranzen des Kopf- bzw. Trichterdurchmessers???


    Gibt es zu dem Thema noch mehr Meinungen?


    Finde das schon wichtig. Man verbringt mit dem Training ja schon einige Zeit. Da kommt es auf das bisschen Ausrollen auch nicht mehr drauf an und man sollte nicht unnötig Ringe wegen schlechter Munition verschenken. Auch wenn es nur ein Ring wäre. Unabhängig von der Leitung des Schützen. Der fehlt bei einem guten Schützen mit 39x Ringen genauso wie bei einem mit nur 360 Ringen...

  • hallo!


    ich will dich ja nicht entmutigen, aber ich habe auf diesem thread hin im sommer mal 8 stunden lang eine ganze dose diabolos ausgerollt,in 3 qualitäten aussortiert und anschliessend im schraubstock getestet. ergebnis: unterschiede maximal im niedrigen 100tel-bereich. offensichtlich scheint der herstellungsprozess, also qualität der werkzeuge, bleizusammensetzung etc. wesentlich grösseren einfluss auf das ergebnis zu haben. mein fazit: innerhalb des entsprechenden loses so gut wie keine unterschiede, von los zu los möglicherweise gewaltige (das schlechteste, was ich je getestet habe, waren h&n econ mit unglaublichen 18mm als top-ergebnis). wie's bei rundkugeln aussieht weiss ich allerdings auch nicht.

  • Hallo Floloh,


    ich denke, Du bist bei Deinem Test von
    teilweise verkehrten Voraussetzungen ausgegangen.
    Das mit 8 Stunden ist realistisch, denn es werden ja einige, auch längere Pausen gemacht.
    Wegen der nachlassenden Konzentration. Auch Deine weitere Aufzählung der Kriterien: Herstellungsprozess........
    Aber wie kommst Du zu dem
    Testergebnis im niedrigen 100/tel Bereich. Mit einem Premium-Diabolo
    bei einem Test mit 10er Gruppen habe ich schon im 1/10 tel Bereich
    messbare Unterschiede bis hin zum mm Bereich.


    Bei dem Ausrollen geht es um die Gleichmäßigkeit (daher die Einteilung in drei Felder).
    Und dient letztendlich lediglich dem Zweck, eventuell eine 9,9 zu vermeiden.


    Alles andere liegt unter dem Einfluss der Qualität des Diabolo, dem Lauf und der Technik des Schützen.
    Weitere Aufzählungen sind eher nebensächlich.


    Denn um zu 100% eine 100er Serie zu schießen, muss ich bei jedem Schuss mindestens auf der 10,2 abkommen.


    Ich meine, dieser Test ist für Schützen gedacht, die eine 9 bis ins letzte Detail hinterfragen,
    um den Fehler abzustellen, oder für Schützen, die Freude am Schieß-Sport haben und auf der Grundlage Ihrer Möglichkeiten das
    bestmögliche Ergebnis erzielen wollen. Und denen wünsche ich viel Freude dabei.

  • und die kaufen dann auch vermutlich diese plastikarmbänder mit dem hologramm-aufkleber...
    getestet hab ich übrigens auschliesslich 10er-gruppen über disag, und die jeweiligen umkreise hatten eben unterschiede im 100tel bereich, wobei sich die radien beim ausrollen doch deutlich unterschieden.
    und mal mathematisch betrachtet: 2x geschossdurchmesser + den durchmesser der 10 als "reserve" müsste eigtl. ausreichen um konstant 100 zu schiessen, d.h. wenn du beim testen umschlossene schussbilder von max. 9 mm hast (die muni würde sowieso keiner kaufen, da zu schlecht). bleibt nur noch die eigene technik als fehlerquelle...falls du's anders siehst, google mal e-scatt-files, da klärt sich die frage nach der 9 relativ schnell

  • @Floloh,


    zu deinem ersten Satz: Auf diesem Niveau möchte ich mich nicht unterhalten.


    Die Diskussion sollte zudem realitätsnah sein, damit Schützen, die dieses Forum besuchen,
    einen positiven Nutzen erhalten.


    Es geht in diesem Thema darum, den Streukreis auf das Minimum zu reduzieren.


    Zu Deiner mathematischen Berechnung,
    die ist nicht neu und beschreibt den Haltebereich, um theoretisch eine 10,0 zu treffen.
    Bei dem angeführten Beispiel von den 9 mm beträgt der Streukreis 4,5 mm, erzeugt von Lauf und Munition.
    Das bedeutet, ich muss jedes Mal auf der 10,9 abkommen.


    Bei einem Trefferkreis der Munition von 7 mm = 2,5mm Streuung ist der Haltebereich für die sichere Zehn ab 10,45 erreicht.
    Also, je kleiner der Trefferkreis ist, um so mehr kann ich "Wackeln"


    Weitere Informationen findest Du in dem Buch von MEC "GEWEHR TRAINING 2008, Seite 42-43.
    Es ist sicher aufschlussreicher wie dein Google-Tipp.

  • Zum Thema Niveau: werde mich bessern und zukünftig Ironie als solche kennzeichnen.
    ansonsten: Suum cuique!
    da wir ja offensichtlich verschiedene Ansätze vertreten, machts vermutlich keinen Sinn, sich hier an glaubensfragen abzuarbeiten, wobei letztendlich jede/r prinzipiell das gleiche Ziel hat. Allerdings bezweifle ich nach wie vor, dass ein Mangel bei den eigenen fertigkeiten durch die munitionsauswahl kaschiert werden kann...

  • Der Ausrolltest wird ausführlich im Buch Sportschießen von Klaus Wiegand beschrieben, der das vor der Olympiade in Moskau mit der Munition der DDR-Kaderschützen gemacht hat, um bessere Resultate zu erzielen. Habe es selbst ausprobiert und war von den Ergebnissen verblüfft. Ich hatte damals eine Glasscheibe mit völlig ebener Oberfläche und hatte an die Unterseite ein Blatt Karopapier geklebt, bei dem ich die einzelnen Linien beschriftet und den Startpunkt markiert hatte, damit alles immer gleich und nachvollziehbar abläuft. Die Diabolos, die nicht von alleine losgerollt oder gehüpft sind, habe ich gleich auf die Seite, da sie irgendeinen Macken haben. Ich habe dann die, die am weitesten gerollt sind in eine Styroporbox von RWS, die die am zweitweitesten sind, usw.


    Ich hab das damals mit meiner ausgetesteten R10 gemacht, die ein sehr gutes Schussbild hatte. Die einzelnen "Test-Boxen" vom Ausrollen haben in der Schießmaschine dann sehr unterschiedliche Schussbilder ergeben, die z.T. völlig unbrauchbar waren.

  • was nach aussage von diversen ehemaligen ddr-kaderschützen vor allem deshalb sinn gemacht hat, da die vorhandenen qualitäten offenbar jenseits von gut und böse waren. jetzt müsste man halt klären, wann das ausrollen wirklich sinn ergibt. wie von mir oben beschrieben, bei der von mir getesten dose jsb gabs praktisch keinen unterschied. allerdings werden hier auch die diabolos durch schaumstoff in ihrer bewegngsfreiheit in der dose beschränkt, so dass beim transport nicht viel passieren kann. insofern erschliesst sich mir auch nicht, warum viele ihre sorgsam ausgetestete munition in der runddose durch die gegend "schütteln". weitere aspekt wären auch der alterungsprozess oder die reinheit bzw. die gefügebestandteile.

    Edited once, last by Floloh ().

  • Zu den möglichen Differenzen die in der äußeren Form der Geschosse auftreten können kommt hinzu, dass die Geschosse auch - sehr gering aber tatsächlich - in der Oberfläche unterschiedlich einseitig verdichtet sein können. Gering unterschiedliche Gewichtsverteilung führt dann auch zu einem etwas veränderten Rollweg.
    Ganz allgemein, alle Geschosse weisen unabhängig vom Kopfmaß dasselbe Gewicht auf, dies wird bei der Herstellung durch ein höhere Verdichtung erreicht.

    Stammschießen?
    Ich bin dabei!

  • hm... ich hab mir auch die Mühe gemacht meine ungeöffnete KT Imperial Match auszurollen, und was soll ich sagen, auch da gab es deutlich unterschiedliche
    bei dem Rollverhalten bzw. Rollstrecke der einzelnen Diabolos.
    Die besten natürlich gleich in die Box sortiert und im Wettkampf geschossen.
    OK ich schieß Luftpistole, und da spielt das Ausrollen eher eine untergeordnete Rolle, aber ... ich hab den Punkt gemacht, fast mein altes Niveau erreicht, und wenn´s
    nur was für den Kopf gebracht hat, hat es sich gelohnt.....


    Ach ja, hab die QIANG YUAN AIR GUN PELLETS eines Schützenkammeraden auch über die Glasscheibe rollen lassen, die Arbeit hätte ich mir aber sparen, da gab es
    praktisch keine unterschiede im Rollverhalten/Rollstrecke....


    Gruß Walter