Vorderschaftverstärkung LG - World Cup Sydney

  • Hallo Freunde,


    auf dem Video LG Damen vom Weltcup 2011 in Sydney kann man so ab 16:50 sehen, dass die Schützin Darya Tyhkova ihre Vorderschaftverstärkung unter dem Walther Anatomic schräg stehen hat, und zwar so, dass der vordere Bereich tiefer steht als der hintere. Meiner Auffassung nach ist das zumindest nach DSB-Sportordnung so nicht zulässig. Ich würde darin auch eine (kleine) Vorteilsnahme sehen wollen. Andersherum wäre es es wohl zulässig, also hinten tiefer als vorne, so wie halt die alten Schäfte, aber eben nicht vorne tiefer.


    Liege ich hier mit meiner Auffassung falsch, oder ist den Kampfrichtern da in Sydney etwas entgangen? Habe jetzt diesbezüglich noch nicht in das Rule Book der ISSF geschaut.



    Mit bestem Schützengruß


    Frank

  • Also ich seh da keine unzulässige verwendung der Vorderschaftverstärkung.


    Nach DSB Sportordnung darf der tiefste Punkt des Vorderschaftes 90mm von der Laufachse entfernt sein.
    WO dieser Punkt jetzt ist/ein muß wird nicht gesagt.


    Regel 1.0.3.6.3.1


    p.s. Ih verschieb das mal ins Ausrüstungsforum, da passt er besser rein

  • Hallo Erzwo,


    ich bin mir selbst nicht sicher, was hier noch gültig ist und was nicht. Ich finde es so jedenfalls nicht eindeutig.


    Die jeweiligen Abbildungen in den Sportordnungen suggerieren, dass der tiefste Punkt hinten zu sein hat. Das schließt Parallelität nicht aus.


    Allerdings darf der Vorderschaft innerhalb der Maximalmaße verändert werden. Eine Handstütze, ein Handstopp und orthopädische Formen sind nicht erlaubt. Den Unterschied Handstütze zu Vorderschaftverstärkung hatten wir im Forum ja schon mal und konnten das nicht schlüssig klären.


    Aber nehmen wir mal folgende Überlegung an. Jemand gestaltet die Vorderschaftverstärkung im Rahmen der Maximalmaße in Form einer Stufe, so dass nach vorne eine Art Anschlag entsteht. ___|---


    Da würden doch wohl viele sagen, dass ist so nicht erlaubt. Das wäre ja dann eine Art Handstopp. Das Schrägstellen der Vorderschaftverstärkung, so dass der tiefste Punkt vorne ist, erzeugt aber, zumindest ansatzweise, einen ähnlichen Effekt.



    Wie gesagt, ich finde die ganze Sache bezüglich der Vorderschaftverstärkung und die Abgrenzung zur Handstütze nicht eindeutig. Das sollte dringend mal etwas verdeutlicht werden. Ich finde selbst das seitliche Schrägstellen (Drehen) der Vorderschaftverstärkung (Verkantungsausgleich), wie oft praktiziert, etwas fragwürdig. Nicht wegen dem möglichen Vorteil, sondern weil es nicht eindeutig aus den Sportordnungen hervorgeht. Man beachte dabei, dass ja das seitliche Schrägstellen der Schaftkappe noch nicht einmal erlaubt ist. Da erscheint doch eine weitgehende Freizügigkeit in Bezug auf die Vorderschaftverstärkung etwas fragwürdig.



    Das Problem ist doch, dass Kontrolleure und Kampfrichter bei den Meisterschaften, beginnend mit der Kreisschaft, entscheiden müssen, was zulässig ist und was nicht. Im Sinne der Schützen sollten daher die Regeln so klar wie möglich formuliert sein. Sonst sind doch Fehlentscheidungen und Willkür vorprogrammiert.



    Ach ja, dass Hersteller an ihren Gewehren Verstellmöglichkeiten bieten, heißt ja noch lange nicht, dass diese auch alle so im Rahmen der Sportordnung zulässig sind. Im Prinzip ist es doch so, dass irgendwann die neuen Schäfte mit ihren vielen Möglichkeiten auf den Markt kamen und in den Sportordnungen wurde darauf zum Teil bis heute nicht adäquat reagiert.



    Mit bestem Schützengruß


    Frank

  • Das ist zumindest in seiner Allgemeinheit so sicher nicht richtig. Siehe 0.1.3 SpO.


    Eine Stufe oder Kante, wie von mir beschrieben, wird mit Sicherheit zu Beanstandungen führen.



    Mit bestem Schützengruß


    Frank