Visierlinie verlängern

  • Servus Meisterschützen,


    Hab mir neulich ein neues LG gegönnt (Walther LG300 Anatomic) und hab mittlerweile alles soweit auf mich eingestellt. Bis auf die Lauflänge. Die kann man bei meiner "Flinte" verlängern. Hab andere gesehen die haben den Lauf lang und andere haben ihn kurz. So, nur wo liegt da der Unterschied? Was spielt das für eine Rolle?


    Gruß Christian

    "Holzhacken ist deshalb so beliebt, weil man bei dieser Tätigkeit den Erfolg sofort sieht." Albert Einstein

  • Die Balance wird sich aufjedenfall ändern, wenn Du die Lauflänge änderst.

  • Du musst auf jeden Fall die Gesamtlänge deines Gewehres beachten. Gem. Sportordnung darf die nur ne bestimmte Länge betragen.


    Wenn dein Lauf länger ist, ist somit dein Korntunnel auch näher am Ziel.


    Wie gesagt musst du auf die Balance achten, da es sich an sich schlimmer auswirkt wenn du den Schuss "verreist".


    Andreas

    Mannschaftseuropameister LG 2011 Brescia
    3. Platz Europameisterschaft LG 2011 Brescia (692,6)
    5. Europäische Polizeieuropameisterschaft LG 2011 Vingsted


    Nationalkader Mitglied

  • Moin,


    im Zusammenhang mit der Balance hätte ich eine Frage:


    Ist das so, wie ich es in Erinnerung habe und mein Gewehr eingestellt habe, nämlich, dass an dem Punkt, wo das Gewehr auf der Hand ruht, der Schwerpunkt sein sollte? Also der Punkt, an dem das Gewehr ausbalanciert sein sollte?




    Gruß,


    Mitch

    Wir suchen hier mit Müh und Fleiß, den Schützen, der keine Ausrede weiß.

  • Hallo Mitch,


    ich kann Dir nicht sagen, wo der ideale Schwerpunkt ist, da ich mich damit nicht auskenne (schieße nur liegend).


    Fakt ist, je länger der Lauf ist, desto weiter vorne befindet sich das Gewicht (d.h. das Gewehr wird kopflastig). Um diese Kopflastigkeit zu kompensieren musst Du, der Theorie nach, hinten (also am Schaft) wieder Gewicht anbringen. Im Prinzip kannst Du dir das wie eine Wippe vorstellen, die man durch verschieben des Auflagepunktes bzw. (in unserem Fall) mit Gewicht, ausbalancieren muss.
    Wenn das Gewehr kopflastig sein soll, dann muss mehr Gewicht vorne sein, als hinten (also hinten einfach weniger Gewicht anbringen, als vorne dazu kommt (vorhanden ist)).
    Willst Du das Gewehr eher "hecklastig", dann muss hinten mehr Gewicht sein. Wenn das Gewicht vorne und hinten gleich ist, dann ist es ausbalanciert und somit neutral.


    Ich würde das Gewehrgewicht erstmal neutral verteilen und dann das Gewicht durch die verschiedene Platzierung von Zusatzgewichten auf meine Bedürfnisse abstimmen.

  • Tjaaa,


    da habe ich mittlerweile so viel Geld für mein Gewehr ausgegeben, aber die Tube hab' ich immer irgendwie vernachlässigt. Wird jetzt aber nachgeholt :-)



    Grund für die Vernachlässigung war, dass ich (Kinder, bitte nicht nachmachen) meine Schüsse schon immer 'reinziehe in die 10.


    In der Mitte stehen, abziehen und nachhalten krieg ich einfach nicht hin... eine Verlängerung des Visierweges wär da wohl eher kontraproduktiv.



    Die Tube scheint mir jetzt aber doch sinnvoll.


    Im übrigen habe ich den Schwerpunkt der Waffe mal wieder kontrolliert. Er liegt leider ca. 10- 12 cm vor meiner Stützhand und somit definitiv zu kopflastig...




    MFG

    Wir suchen hier mit Müh und Fleiß, den Schützen, der keine Ausrede weiß.

  • Hallo Freunde,


    hier noch ein paar kleine Ergänzungen aus meiner Sicht. Mit der Tube kann, wie das ja auch in der Info von MEC beschrieben wird, die Visierlänge eingestellt werden. Eine längere Visierlänge (bei LG die maximale Länge laut Sportordnung beachten) verbessert die Zielgenauigkeit, führt aber auch dazu, dass man seine Schwankungen auch deutlicher wahrnimmt. Im Anschlag Stehend kann eine zu lange Visierlinie daher sogar kontraproduktiv sein, da so die Gefahr besteht, aufgrund der wahrgenommenen Schwankungen ruppiger und unsauberer auszulösen. Am besten ist es daher, hier mal ausgiebig zu testen. Ideal ist immer die Einstellung, wo der Schütze am besten seine Trefferlage vorhersagen kann.


    Zum Thema Balance: Neben dem Schwerpunkt spielt auch die Verteilung der Massen, also das, was der Physiker als Massenträgheitmomente bezeichnet, eine wichtige Rolle. Eine Verlagerung oder Konzentration der Massen zu bzw. an den Enden eines Gegenstandes führt dazu, dass dieser träger auf äußere Einflüsse reagiert. Mehr Masse an der Mündung eines Gewehrs führt daher auch zu einer trägeren Mündung. Dabei wird die Waffe bei gegebener Stütze natürlich auch kopflastiger. Da dieser Effekt normalerweise nicht erwünscht ist (Gravitation), muss das Gewehr dann auch (unter Berücksichtigung des maximal zulässigen Gesamtgewichtes) im hinteren Bereich mit Gewichten ausgeglichen werden.


    Zur Lage des Schwerpunktes: Würde das Gewehr nur mit der Stützhand gehalten (gestützt) werden, dann müsste der Schwerpunkt genau über dem Stützpunkt liegen. Da das Gewehr aber auch durch die Schulter und mit Abstrichen auch durch die Abzugshand zusätzlich fixiert wird, kann der Schwerpunkt etwas nach vorne verlagert werden, ohne dass das negative Auswirkungen in Bezug auf die Kopflastigkeit hat, die Mündung aber doch noch etwas träger wird. Hier muss aber jeder Schütze selbst experimentieren, wo seine Waffe ihm am ruhigsten erscheint und womit er am besten klarkommt.


    Wer allerdings zur Zockerei neigt, so wie Mitch das beschreibt, für den kann eine zu träge Mündung sogar kontraproduktiv sein. Auch bei, ich bezeichne es mal als "multiple" Nullstellungen, führt eine träge Mündung eher dazu, dass man zwar immer recht ruhig steht, aber leider oft auch ein bisschen neben dem Ziel und dann dort nur schlecht wegkommt. Das führt dann leicht zu einer noch ruppigeren Technik mit dem Resultat, dass man regelmäßig die Schüsse auf die andere Seite der Zehn in die Neun oder schlimmer "kickt".


    Fazit: Längere Visierline und trägere Mündung können Vorteile bringen, aber sollten auch immer kritisch im Hinblick auf die eigene Technik und deren Unzulänglichkeiten betrachtet werden.



    Mit bestem Schützengruß


    Frank

  • Vielen Dank für die Beiträge.


    Ich hab mich jetzt dafür entschieden die Visierlinie nicht "auszufahren", da mein Ziehlverhalten eh nicht besonders ruhig ist. Würde ich die Visierlinie verlängern, könnte sich das zusätzlich negativ darauf auswirken.

    "Holzhacken ist deshalb so beliebt, weil man bei dieser Tätigkeit den Erfolg sofort sieht." Albert Einstein

  • Moin Moin,
    Zu der Länge der Visierline hab ich nochmal ne Frage:


    und zwar ist die Länge beim Luftgewehr genau vorgeschrieben? habe in der Sportordnung nämlich nur gefunden, dass das System nicht länger als 850 mm sein darf und der korntunnel nicht über die Mündung ragen darf. Die Länge der Visierlinie ( Abstand diopter bis Korntunnel) kann damit ja aber länger als die 850 mm sein. Ist das so richtig?


    mfg

  • Moin Moin,
    Zu der Länge der Visierline hab ich nochmal ne Frage:


    und zwar ist die Länge beim Luftgewehr genau vorgeschrieben? habe in der Sportordnung nämlich nur gefunden, dass das System nicht länger als 850 mm sein darf und der korntunnel nicht über die Mündung ragen darf. Die Länge der Visierlinie ( Abstand diopter bis Korntunnel) kann damit ja aber länger als die 850 mm sein. Ist das so richtig?


    mfg


    Jo! Theoretisch kannst du den Diopter mittig auf die Schaftbacke packen - sofern handwerlich geschickt - nur ein Frage: wie zielst du dann noch? Oder genauer: wie bekommst du Deine Augen samt Kopf HINTER das Diopter? ?(


    Gruß Asterix

    LP Steyr 10e


    in memoriam:
    LG Steyr 110 connect Version tuned by MEC/Centra/TEC HRO
    KK Anschütz 1913 tuned by s.o.


    Rekorde:
    LP: 367


    in memoriam:
    LG: 395/591
    ZF: 281
    100m: 292
    EM: 589
    3x40: 1141
    3x20: 563

  • Bei den Auflageschützen ist ein weit hinten positionierter Diopter gar nicht so unüblich.



    Mit bestem Schützengruß


    Frank