Olympia, wer darf warum nicht mitmachen.

  • Danke für diesen Hinweis, lieber Leachimsachet. Ich sage es einmal bewusst zynisch, aber in der Sache überaus zutreffend-präzise, und zwar aus der Sicht des Anwalts und aufgrund meiner Erfahrung mit bürokratischen Prozessen.

    Das was in Gefängnissen und im Krankenhaus der "Sozialdienst" macht (und insbesondere in den Justizvollzugsanstalten hat der Sozialdienst ziemlich viel Arbeit, ziemlich undankbare Arbeit, und macht trotzdem, sehr resilient, eine ganze Menge), macht also im Leistungssport der jeweilige Olympiastützpunkt, dem man zugewiesen ist. Okay.
    Ich kann als Außenstehender nicht beurteilen, wie gut und wie eingehend diese Betreuung ist und wie praktisch und wie hilfreich die entsprechenden Ratschläge und Begleitungen sind, was der Olympiastützpunkt da arrangieren kann, und was nicht.

    Ich würde ja die Hoffnung äußern, dass sich in den letzten 20 Jahren oder jedenfalls in den letzten 10 Jahren da doch einiges verbessert haben würde und die Athleten inzwischen besser betreut würden. Aber da bist du ja der Fachmann, und könntest uns etwas erzählen. Soweit es die Versorgung durch Bundeswehr, Bundespolizei oder Landespolizeien betrifft, und das ist ja nicht nur in Deutschland so, sondern ebenfalls In Italien, hat Mandant auch danach zumindest "einen" Beruf (in Uniform). Ob es jeweils der private Idealberuf ist, weiß ich nicht.

    Dem Vernehmen nach sollen auch nicht alle damit ganz glücklich gewesen sein, beispielsweise nicht Munki, soweit ich weiß, die für ihr neues Vaterland ja sportlich ziemlich viel gegeben hat. Sie wirkte auf mich eher etwas bitter-distanziert im Rückblick, aber das kannst du sicherlich auch besser einschätzen als ich.

    Carcano

  • Carcano die Athleten Deutschland haben in diesem Thread auch nichts verloren.

    Gegründet wurden Sie, damit Athleten mehr Mitspracherechte in den einzelnen Verbänden und den Strukturen haben. Wobei z.B. das Potentialanalysesystem PoTAS auch in dem Punkt Verbände bewertet, ob der Athletensprecher im Verband in zentralen Gremien sitzt und Stimmrecht hat. So sitzt der Verein Athleten Deutschland auch in einigen Projekten, die sich rund um das Thema Athlet dreht (beim DOSB, BMI etc.). Somit kurz zusammengefasst - Athleten Deutschland ist der Lobbyist für alle Athleten/innen.

    Die Deutsche Sporthilfe ist ein reiner Finazier. Die Stiftung schüttet Gelder an Athleten/innen nach bestimmten Förderkriterien aus. Nicht mehr und nicht weniger.


    Gerade die berufliche Absicherung ist eine zentrale Aufgabe der sich der DOSB schon viel länger angenommen hat. So gibt es an den OSP´s in der Regel mehrere Laufbahnberater, bei denen jeder Bundeskader auch zum Auftaktgespräch hin muss. Hierüber kann dann der berufliche Weg geplant / unterstützt werden, oder auch über den Laufbahnberater Organisatorisches zwischen Athlet und Schule geklärt werden ... etc.

    Hier hat weder der Verein Athleten Deutschland noch die Stiftung Deutsche Sporthilfe Aktien daran. Viele Verbände unterstützen auch mit zentralen Personen die berufliche Beratung. Wenn ich die Homepage des DSB richtig interpretiere ist das Fr. Aslanidis.


    Dass der Verein Athleten Deutschland vieles für Athleten erreicht hat oder nicht würde ich nach meinen beruflichen Erfahrungen nicht uneingeschränkt gelten lassen. Der Druck dass Athleten mehr berücksichtigt werden müssen ist über PoTAS etc. viel eher zu steuern (denn sonst fließt weniger Geld) als dass ein Lobbyist bitte bitte sagt.... was nicht den Einsatz und den Zweck der Athleten Deutschland mindern soll.

    Ebenfalls die Präventionsaspekte (psychisch, sexuell etc.) das war lange vor Athleten Deutschland im DOSB ein großes Thema - ich konnte es teilweise hier am Stützpunkt nicht mehr hören. Denn wenn wir ein Thema behandeln dann aber richtig und 24/7 in Dauerschleife. Es wurde eine Zeitlang ruhiger um das Thema bis zu den öffentlichkeitswirksamen Ereignissen, wo dann auch Athleten Deutschland (da eben jetzt da) eingebunden war. Aber wie gesagt, das Thema und die hohe Ansiedlung dieses Themas (z.B. Einsicht Erweitertes Führungszeugnis bei DOSB Lizenzen etc.) war schon lange vorher vorhersehbar.


    Um den Schulterschluss mit dem Thema zu suchen - der Verein Athleten Deutschland wird zu 100% vom BMI getragen (eventuell ein paar Sponsorengelder, die wären mir aber nicht bekannt). Sollte jetzt das "Nationalgedöns" wegfallen und quasi Nationenfreie Wettkämpfe stattfinden, dann wäre auch die Förderung der Athleten Deutschland - wie auch der Sporthilfe sehr schnell ad acta gelegt.

  • Danke für diesen Hinweis, lieber Leachimsachet. Ich sage es einmal bewusst zynisch, aber in der Sache überaus zutreffend-präzise, und zwar aus der Sicht des Anwalts und aufgrund meiner Erfahrung mit bürokratischen Prozessen.

    Das was in Gefängnissen und im Krankenhaus der "Sozialdienst" macht (und insbesondere in den Justizvollzugsanstalten hat der Sozialdienst ziemlich viel Arbeit, ziemlich undankbare Arbeit, und macht trotzdem, sehr resilient, eine ganze Menge), macht also im Leistungssport der jeweilige Olympiastützpunkt, dem man zugewiesen ist. Okay.
    Ich kann als Außenstehender nicht beurteilen, wie gut und wie eingehend diese Betreuung ist und wie praktisch und wie hilfreich die entsprechenden Ratschläge und Begleitungen sind, was der Olympiastützpunkt da arrangieren kann, und was nicht.

    Ich würde ja die Hoffnung äußern, dass sich in den letzten 20 Jahren oder jedenfalls in den letzten 10 Jahren da doch einiges verbessert haben würde und die Athleten inzwischen besser betreut würden. Aber da bist du ja der Fachmann, und könntest uns etwas erzählen. Soweit es die Versorgung durch Bundeswehr, Bundespolizei oder Landespolizeien betrifft, und das ist ja nicht nur in Deutschland so, sondern ebenfalls In Italien, hat Mandant auch danach zumindest "einen" Beruf (in Uniform). Ob es jeweils der private Idealberuf ist, weiß ich nicht.

    Dem Vernehmen nach sollen auch nicht alle damit ganz glücklich gewesen sein, beispielsweise nicht Munki, soweit ich weiß, die für ihr neues Vaterland ja sportlich ziemlich viel gegeben hat. Sie wirkte auf mich eher etwas bitter-distanziert im Rückblick, aber das kannst du sicherlich auch besser einschätzen als ich.

    Carcano

    Die OSP machen da inzwischen sehr viel und vermitteln auch. Für manche Programme, zB Studienplätze für Spitzensportler an der HS Ansbach, benötigt man einen schriftlichen Nachweis über die Beratung des OSP. Die Berufsberatung findet glaub ich inzwischen zu Beginn der Kader-Karriere statt, was ja auch Sinn ergibt.

    Munki war in der Sportfördergruppe mit entsprechendem Zeitvertrag wie alle anderen. Die meisten scheiden dann aus, sobald sie die Kriterien nicht mehr erfüllen. Mir fallen da spontan Sebastian Moises und Bernd Schott. Wenige werden dann mit einer sportlichen Verwendung übernommen, zB Rudi Krenn und Jörg Dietrich. Noch weniger werden in nicht sportlicher Verwendung in einer normalen Laufbahn übernommen, zB Sonja Pfeilschifter.

  • Leachimsachet

    Ja - wie oben geschrieben ist das Gespräch beim Laufbahnberater ein Pflichttermin für jeden Kaderneuling - egal wie alt, ob Schüler oder oder... jede/r muss hin.

    Als Ergänzung für alle anderen. Die Kriterien zur Beibehaltung des Sportförderplatzes bei der Bundeswehr ist schlicht eines - Zugehörigkeit zur Nationalmannschaft. Ist die nicht mehr gegeben heißt es Abschied nehmen. Es sei denn man hat eine weitere Verwendung innerhalb der Truppe - die zum einen als Trainer sein kann oder in wenigen Fällen (ich meine Monika Karsch hat auch das Glück) eine Planstelle als Berufssoldat zu bekommen.

    Die Laufbahnberater können hier je nachdem (auch da gibt es solche und solche) wie gut vernetzt sie sind schon viel machen. Meist gibt es gute Kontakte zu Firmen (die manchmal auch im Sponsorenpool des/der OSP´s sind) zu öffentlichen Arbeitgebern die Stellen für Spitzensportler bereithalten mit Freistellungen etc (neben der Bundeswehr vor allem die Länderpolizeistellen, teilweise Feuerwehr, teilweise öffentlicher Dienst etc.). Kontakte zu Schulen und Uni´s sind fast schon selbstredend, so dass auch hier der Athlet begleitet werden kann (Freistellungen, Klausurtermine etc...).

  • Auch wenn das "Nationalgedöns" noch nicht definiert wurde und ich mich wiederhole und es andere auch geschrieben haben.

    Eine Entkoppelung von "Nation" und Sport wäre der vielfache Tod einer großen Anzahl an Sportverbänden / Sportarten in Deutschland.

    Nicht immer so übertreiben, sicher würde mancher Verband schrumpfen und Sport würde in manchen Sparten wieder eine elitäre Veranstaltung.

    Und für die, die jetzt gleich wieder reflexartig rufen - wir brauchen den Spitzensport nicht, nur den Breitensport.

    Das bedingt sich leider gegenseitig. Ohne Spitzensportler keine Idole, denen die Jugend folgen kann. Wer betreibt die Trainerausbildungen? Wer macht die Schulungsunterlagen - oft kommen die (top-down) vom Bundesverband. DIe Bundestrainer etc. machen das ja nicht in Ihrer Freizeit. Die Webseminare des DSB der jeweiligen Bundestrainer, die machen das auch in ihrer Arbeitszeit etc etc.... also auch hier die Entwicklung des Breitensports wäre massiv gefährdet.

    Ein mehr auf die Erhaltung der Gesundheit ausgerichteter Breitensport wäre ja vielen zu vermitteln.

    Es müsste dann halt vieles anders organisiert werden und mancher anspruchsvoller Spotler müsste sich hat wieder mehr selbst um seine Belange kümmern.

    Braucht es die Idole wirklich im eigenen Land? Jedes Jahr fallen Skifahrer aus GB, Niederlande, Belgien....bei uns ein, alles ohne eigene Vorbilder.

    Unter diesen Aspekten, sollten wir froh sein, dass der Staat den Sport fördert. Sonst verabschiedet sich Deutschland vermutlich in eine Sportwelt die aus Fußball (bisschen Wintersport) und ab und an mal ein wenig Basketball und Handball besteht. Und das wäre fatal.

    Das steht ja überhaupt nicht zur Diskussion.

    Als Ergänzung für alle anderen. Die Kriterien zur Beibehaltung des Sportförderplatzes bei der Bundeswehr ist schlicht eines - Zugehörigkeit zur Nationalmannschaft. Ist die nicht mehr gegeben heißt es Abschied nehmen.

    Ist es nicht mehr so daß die Sportler dann bis zum Ablauf ihrer Dienstzeit regulären Dienst in der Truppe leisten (können).

  • Carcano

    Einmal editiert, zuletzt von Carcano (29. September 2025 um 20:00)

  • Hansaxel

    Ich schreibe ja nicht davon dass der Sport stirbt... aber schau dir doch mal an, mit welchen Summen Verbände gefördert werden.

    Ich hatte ja bereits den Link zur Förderung des BMI - aus den Ländern kommen da teilweise auch nochmal 6-7stellige Beträge zusammen - meist mit dem Satzungsgemäßen Zweck der Sportverbände gekoppelt - nämlich dem Betrieb des Sportes unter Zielsetzung des Leistungssportes.

    Wenn dieses Geld wegbricht (oder stark eingeschränkt wird) - der DSB hat 1,4 Millionen Mitglieder... ok was macht ein Verband mit paar Tausend oder wenigen Hunderttausend Mitglieder - die Verbände brauchen ja Personal (Verwaltung, Sportbetrieb, ...) müssen die Wettbewerbe organisieren etc. kostet alles Geld. Liegenschaften, Sportstätten....

    Wie viele Bobbahnen kann sich der Bob. und Schlittenverband denn leisten mit knapp 7000 Mitglieder - selbst mit potenten Sponsoren.

    Kann sich der Deutsche Fechterbund mit knapp 22.000 Mitglieder eine Geschäftsstelle leisten wie im Moment?

    https://www.fechten.org/verband/geschaeftsstelle

    Das sind nahezu alles BMI geförderte Stellen im Spitzensporthaushaltsplan.

    Der Verband wäre quasi Handlungsunfähig - oder wir stellen komplett auf Ehrenamt oder auf Mitgliedsbeiträge im 4 bis 5stelligen BEreich pro Mitglied um.

    Die großen (da gehört der DSB wohl dazu) werden es irgendwie schaffen, aber viele Verbände werden das nicht packen.


    Und ja Gesundheitssport ist wichtig! Das ist aber ne andere Nummer - die meisten Verbände haben den Gesundheitssport nicht so sehr inne. Da wäre vor allem der Deutsche Turnerbund zu nennen, die hier einiges machen. Ansonsten sind wir hier eher im Bereich Präventionsparagraph 20 SGB 5 und bei den Krankenkassen.


    - Bzgl. Bundeswehr - Sportler in der Sportfördergruppe haben keine feste Dienstzeit (wie z.B. ein Zeitsoldat mit einer festgelegten DZ). Jedes Jahr kann der Verband die ihm zugeteilten Plätze rein theoretisch neu besetzen. Wenn der Sportler keinen Bundeskaderstatus mehr hat oder der Verband ihm den Platz wegnimmt ist er raus. Einzig (je nach Dauer der Zugehörigkeit) bekommt der Sportler noch den BFD.

  • Carcano

    Du hast den Vergleich gezogen, dass Athleten Deutschland mehr für die Athleten erreicht hat als die Sporthilfe. Und ja auch du hast vom Lobbyverein etc gesprochen.

    Worauf ich hinauswollte, dass der Vergleich hinkt - mindestens zweibeinig. Denn beide Institutionen haben ihre Aufgabe und können so nicht Verglichen werden.

    Ich arbeite täglich mit Bundeskadern und höre mir ihre Belange an.

    Du schreibst von deinen Erfahrungen mit Athleten Deutschland und was sie tolles bewirkt haben - ich wollte mich im vorigen Posting bewusst nicht stark wertend ausdrücken.

    Aber das entspricht nicht meiner erlebten Rückmeldung der Athleten - aber ich bin gespannt -

    Du kannst ja sicher ein paar der Dinge aufzählen, die der Verein Athleten Deutschland für die Athleten durchbekommen hat.

    Bin gespannt auf deine Rückmeldung.

  • Nationalgedöns, wer jetzt eine eng umrissene Definition erwartet, den muss ich enttäuschen. Für mich ist das immer der Fall wenn irgendwas, ob sportlicher, wirtschaftlicher und wissenschaftlicher Erfolg als Beleg für die die Größe, Überlegenheit oder Besonderheit eines Landes herhalten muss. Für mich ist die Bildschlagzeile „Wir sind Pabst“ ein Beleg für diesen Unsinn. Es fühlten sich gewiss nicht alle von diesem Pabst vertreten.

    Warum wird der Gedanke, bei Olympia die Nationalitäten in den Hintergrund zu schieben gleich mit dem Verlust von finanziellen Mitteln in Verbindung gebracht? Sicher, Olympia ist ein Pfund mit dem man wuchern kann. Aber doch nicht der einzige Grund für Zuschüsse. Sonst wäre die Liste von Lechimsachet deutlich kürzer.


    Die Ausgangsfrage war ja, wer darf, warum bei Olympia nicht dabei sein. Ich bin nach wie vor der Überzeugung, Länder die andere überfallen haben bei Olympia nichts zu suchen. Dies stellt die nationale Politik über den Sport.

    Durchaus berechtigt ist die Sichtweise, die Sportler haben keinen großartigen Einfluss, sind aber am Ende die Leidtragenden.

    Daher mein Gedanke, warum stellt man den Sport nicht in den Vordergrund? Warum wird unter Nationalflaggen marschiert? Den Einmarsch der Nationen könnte man auch durch einen Einmarsch der jeweiligen Verbände ersetzen. Damit wäre es einfacher Sportler vor Verfehlungen ihrer Heimatländer zu schützen. Es wären eben die Reiter oder die Leichtathleten, die auftreten würden. Zugegeben, der Gedanke hätte an der Börse maximal spekulativen Wert.

    Die schlechtesten Schützen haben die besten Ausreden.:sobbing: ^^

  • Hallo jomei

    Der Verlust der finanziellen Mittel ist kein Gedanke - es ist gelebte praktische Welt in der Sportförderung.

    Warum sollte ein Land jemanden fördern, der dann im Wettkampf nichts mit ihm zu tun hat.

    Und ich habe das Beispiel schon gepostet - einer von mehreren Töpfen: https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/dow…icationFile&v=3

    Olympische Sportarten mit meist Millionensummen, selbst vorübergehende Olympische Sportarten 0,00 Euro.


    Und um mal Carcano aufzugreifen, klar schauen wir am Ende gerne auf den Medaillenspiegel. Sonst wäre er nicht so omnipräsent während den Olympischen Spielen und anderen Veranstaltungen. Würde in Deutschland noch jemand Notiz davon nehmen wenn in einer Randsportart Medaillen von deutschen Sportlern gewonnen werden, wenn dadurch nicht der Blick auf den Medaillenspiegel geschieht - oh schau 2 goldene mehr - jetzt sind wir auf Platz xy.

  • Hansaxel

    Ich schreibe ja nicht davon dass der Sport stirbt... aber schau dir doch mal an, mit welchen Summen Verbände gefördert werden.

    Ich auch nicht, es müsste sich nur vieles ändern.

    Ich hatte ja bereits den Link zur Förderung des BMI - aus den Ländern kommen da teilweise auch nochmal 6-7stellige Beträge zusammen - meist mit dem Satzungsgemäßen Zweck der Sportverbände gekoppelt - nämlich dem Betrieb des Sportes unter Zielsetzung des Leistungssportes.

    Wobei vieles doppelt genutzt weden kann oder sogar muß. Natürlich wird der Sport stärker gefördert als es auf den ersten Blick erscheint.

    Wenn dieses Geld wegbricht (oder stark eingeschränkt wird) - der DSB hat 1,4 Millionen Mitglieder... ok was macht ein Verband mit paar Tausend oder wenigen Hunderttausend Mitglieder - die Verbände brauchen ja Personal (Verwaltung, Sportbetrieb, ...) müssen die Wettbewerbe organisieren etc. kostet alles Geld. Liegenschaften, Sportstätten...

    Ein Teil könnte wegfallen, anderes muß halt den neuen Zielen entsprechend sinnvoller eingesetzt werden.

    Einige Verbände würden es nicht schaffen, über Sinn und Zweck kann man mit Sportlern diskutieren, hier nicht, ist auch nicht erforderlich.

    Und ja Gesundheitssport ist wichtig! Das ist aber ne andere Nummer -

    Da gibt es ja keine Medaillen.

    - Bzgl. Bundeswehr - Sportler in der Sportfördergruppe haben keine feste Dienstzeit (wie z.B. ein Zeitsoldat mit einer festgelegten DZ). Jedes Jahr kann der Verband die ihm zugeteilten Plätze rein theoretisch neu besetzen.

    Dann wird das von der BW vielleicht zu positiv dargestellt.

    Daher mein Gedanke, warum stellt man den Sport nicht in den Vordergrund? Warum wird unter Nationalflaggen marschiert? Den Einmarsch der Nationen könnte man auch durch einen Einmarsch der jeweiligen Verbände ersetzen. Damit wäre es einfacher Sportler vor Verfehlungen ihrer Heimatländer zu schützen. Es wären eben die Reiter oder die Leichtathleten, die auftreten würden. Zugegeben, der Gedanke hätte an der Börse maximal spekulativen Wert.

    Daß damit eine staatliche Förderung wegfällt oder sogar unerwünscht ist mit den Folgen, haben wir ja in den obigen Beiträgen sehen können.

  • Elysium

    Die Problematik ist mir bewusst. S. Schlusssatz.

    Sportklettern hat einige Jahre Zuschüsse bekommen, das ist beim DAV zu Hause, der DAV wurde mit Sicherheit weiter unterstützt. Die großen Verbände und die mit guter Lobbyarbeit werden weiter Zuschüsse bekommen. Die kleineren Verbände könnten sich schwerer tun.

    Den Medallienspiegel würde es höchstwahrscheinlich weiterhin geben, der wird dann eben in einer Sportredaktion erstellt.

    Die schlechtesten Schützen haben die besten Ausreden.:sobbing: ^^

    Einmal editiert, zuletzt von jomei (30. September 2025 um 12:36)

  • Daß damit eine staatliche Förderung wegfällt oder sogar unerwünscht ist mit den Folgen, haben wir ja in den obigen Beiträgen sehen können.

    Da gibt es aber keinerlei Automatismus. Wenn es politisch gewollt ist, kann und wird alles Mögliche finanziell unterstützt.

    Die schlechtesten Schützen haben die besten Ausreden.:sobbing: ^^

    Einmal editiert, zuletzt von jomei (30. September 2025 um 12:37)



  • Sportklettern hat einige Jahre Zuschüsse bekommen, das ist beim DAV zu Hause, der DAV wurde mit Sicherheit weiter unterstützt.

    Nicht gerade das beste Beispiel, der DAV ist wesentlich mehr als nur Sportverband, der konnte länger ohne DOSB bestehen als der dort Mitglied ist und könnte auch ohne die Sportförderung weiter bestehen.

    Sportler des DAV sind auch heute in der Sportförderung der BW und Polizei.

    Die großen Verbände und die mit guter Lobbyarbeit werden weiter Zuschüsse bekommen. Die kleineren Verbände könnten sich schwerer tun.

    Für den Breitensport sicher.


    Den Medallienspiegel würde es höchstwahrscheinlich weiterhin geben, der wird dann eben in einer Sportredaktion erstellt.

    Wie heute auch schon.

  • Ich meine, das wurde hier schon mindestens drei Mal geschrieben/gefragt. Eine Antwort hat jomei immer noch nicht geliefert.

    Da kann ich keine Antwort geben, die Forderung wurde nicht von mir aufgestellt.

    Bleiben wir doch, wie schon geschrieben auf der Basis Förderng wie aktuell durch Steuergelder.

    Die schlechtesten Schützen haben die besten Ausreden.:sobbing: ^^

  • Nicht gerade das beste Beispiel, der DAV ist wesentlich mehr als nur Sportverband, der konnte länger ohne DOSB bestehen als der dort Mitglied ist und könnte auch ohne die Sportförderung weiter bestehen.

    Sportler des DAV sind auch heute in der Sportförderung der BW und Polizei.

    Für den Breitensport sicher.

    Wie heute auch schon.

    Der DAV zeigt ja, wie viele andere Verbände auch, dass die Förderung nicht alleine an Olympia hängt.

    Warum verengst du das auf den Breitensport?

    Also bleiben doch die, denen eine nationale Komponente wichtig ist, versorgt.

    Die schlechtesten Schützen haben die besten Ausreden.:sobbing: ^^

  • Warum sollte ein Land jemanden fördern, der dann im Wettkampf nichts mit ihm zu tun hat.

    Die Antwort ist "ja". Und einfach. Aber die Exekutiven und die Politiker tun sich da sehr schwer, das anzuerkennen.

    Sport ist erstens - von Verfassungs wegen - Staatsziel, das für die ausgesprochen, die es formalisiert haben wollen. In fast allen oder allen Landesverfassungen. Indirekt ist er auch grundrechtlich geschützt, was uns aber nur zur alten Trennung von Abwehrgrundrechten und Teilhabegrundrechten führt.
    In der politischen Diskussion ist die Berufung auf ein Staatsziel und einen daraus abgeleiteten Förderungs- und Teilhabeanspruch schon seit 2006 (grundlegendes Positionspapier des DOSB) weiterhin im Gespräch, und die SPD hatte auch schon einmal einen entsprechenden Verfassungsänderungsentwurf eingebracht (2018 glaube ich), das unterfiel dann aber der Diskontinuität. Die Große Koalition jetzt sollte das eigentlich hinbekommen können, aber ich fürchte, es fehlt der Wille.

    https://www.sportplatzwelt.de/news/85435/75-…taatsziel-sport

    https://fis.dshs-koeln.de/de/publication…ie-konstitution

    Und zweitens Daseinsvorsorge. Das betrifft die Breitensportförderung und - auch und gerade im Breitensport - die Bereitstellung eines gewissen institutionellen und realen Unterbaus, insbesondere Trainervorsorge und Sportanlagenförderung. Dass es im Schießsport keinerlei Sportanlagen-Generalplan gibt (Raumplanung, so wie Regionalpläne; wohin dann auch der oben schon einmal angesprochene Gesichtspunkt postolympischer "legacy" gehört), ist eine der vielen Dummheiten in Deutschland und ein großes Versäumnis des DSB.
    Tirol wäre ein Gegenbeispiel, aber das ist dort seit mehreren Jahrhunderten verfassungsrechtlich geheiligt (und stützt sich letztlich aufs Landlibell 1511).

    Drittens ist davon der Spitzensport zu trennen, und es gibt ganze Sportverbände, die ohne massive Förderung aus öffentlichen Mitteln schlichtweg nicht bestehen könnten, allenfalls auf Jugendgruppen- und Pfadfinderniveau (der Bob-und Schlittensport käme da etwa in den Sinn). Im Bereich des Spitzensports gibt es dann natürlich eine gewisse Raumplanung, durch die staatliche Unterstützung und den Ausbau von Olympiastützpunkten und Leistungszentren, deren Betriebsmittel ja auch zum überwiegenden Teil nicht von den Verbänden kommen, und noch viel weniger von Sponsoren.

    Wenn wir etwa im Schießsport nun an die Landesleistungszentren denken, dann gibt es da eine sehr weite Spanne von „gar nicht schlecht und immer noch recht modern und ordentlich ausgestattet", über "naja, ziemlich veraltet, da müsste man wirklich mal wieder investieren" bis hin zu "marode und verrottet". Olympiastützpunkte und in geringerem Maße auch Landesleistungszentren haben dann natürlich auch einen personalen Unterbau. Und eine (halb)öffentliche Mitnutzung gibt es da auch oft in gewissem Umfang, aber das wird von den Verbänden und vor allem von den Trainern ja eher mit scheelem Blick und geschürzten Lippen gesehen. Man möchte da nicht dauernd die hoi polloi sehen müssen.

    Carcano

  • Ich weiß nicht ob das nicht viel zu weit führt.... und ob es überhaupt jemand interessiert...

    Carcano

    Die Antwort ist eben nicht so einfach und vermutlich auch nein. Und nein Sport ist im Grundgesetz nicht als Staatsziel verankert - zumindest nicht auf Bundesebene. In vielen Bundesländern schon aber wie? In Baden Württemberg (da kommst du ja glaube ich her) steht drinn:

    (1) Der Staat, die Gemeinden und die Gemeindeverbände fördern den
    ehrenamtlichen Einsatz für das Gemeinwohl, das kulturelle Leben
    und den Sport unter Wahrung der Autonomie der Träger.

    Und wer kennt sie nicht, die Trainer, Betreuer etc. die ehrenamtlich viele Wochen im Jahr durch die Welt von Weltcup zu EM - WM - Olympia reisen und dafür 20 Wochen ehrenamtlichen unbezahlten Urlaub nehmen. Spitzensport ist also nicht enthalten - und um den geht es #Olympia und starten unter der Nationalflagge.

    Die Förderung in Deutschland ist nun mal so, dass wenn du von mir was haben willst, dann startest du für mich und unter meiner Namensnennung. Und das auch nur wenn es mir als Geldgeber wichtig ist. Das ist keine Überlegung sondern die Ist-Situation.

    Nicht-Olympische Verbände werden kaum bis gar nicht gefördert, oder wenn du bei z.B. der Hessischen Polizei eine Dienststelle hast, startest du für einen Hessischen Verein und hast gefälligst das Polizeiabzeichen von Hessen auf deiner Bekleidung aufgenäht etc. etc.

    Was die Länder ansonsten Fördern ist der Breitensport auf vielen Ebenen. Mittel für Sportstätten (Sportstättenzuschuss etc.) Übungsleiterzuschüsse für Trainer etc....

    Auch hier Bsp Baden-Württemberg

    https://km.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/reda…portplan_BF.pdf

    Knapp 105 Millionen im Jahr 2026 - davon 42 Millionen für den Vereinssport und davon 25 Millionen Zuschüsse im Trainerbereich - z.B. die Übungsleiterpauschale. Für den Leistungssport ca. 20 Millionen - die das Land Baden-Württemberg dann entweder einsparen kann oder wo anders im Sport unterbringt. Aber auch hier gilt - wenn du von einem Land gefördert wirst - bei euch das LLZ in Pforzheim, dann steht hinter deinem Namen in München bei der DM: WT, BD oder SB und nicht z.B. BY - sonst fliegst du aus der Förderung in Pforzheim raus.

    Du monierst dass es keinen staatlich gelenkten Sportstättenbau gibt - nun da müssten wir die von die erwähnten Regularien ändern. Der Sport und die Vereine haben Versammlungsfreiheit und die Autonomie des Sports ist wiederum fest verankert.

    Also können sich Vereine niederlassen "wo sie wollen".

    Für öffentliche Sportstätten (Schwimmbäder etc.) gibt es sehr wohl Pläne wo wie viel gebraucht wird etc. Dass diese Pläne aufgrund finanzieller Engpässe einiger Länder nicht immer erfüllt werden ist was anderes. Am Sport ist eben leider sehr schnell gespart.

    Und ich möchte den Aufschrei sehen, wenn der DSB hier Regionen vorschreiben möchte wo und in welcher Größe Schützenhäuser zu bauen sind.

    Im Spitzenbereich wiederholst du ja meine Postion - viele Verbände werden ohne die staatliche Förderung zugrunde gehen - du widersprichst dir aber zu dem obigen Punkt. Wenn also der Staat die Sportler, auch wenn sie nicht für Deutschland starten, finanzieren muss (deine Einlassung) dann muss der Staat auch die Unterstützungsleistungen weiterbezahlen (Trainer, Trainingsstätten, - sprich die Verbände und andere Institutionen wie OSP, IAT, FES....) wo soll sonst der Spitzensport herkommen? Also würde diese Gefahr nach deiner Überlegung nach gar nicht bestehen.

    Und ich mache ein simples Beispiel: Sportler A trainiert bei dir im Verein. Der Verein bezahlt im die Munition, unterstützt ihn mit Fahrgeld, einem Trainer, den der Verein bezahlt etc etc. und am Ende bei der Deutschen Meisterschaft sagt der Sportler ach weißt was ich schieß doch nicht für dich. Sondern ich starte als neutraler Starter. Ich wäre sehr gespannt ob dein Verein im Jahr darauf diesen Sportler noch fördern würde.


    Im übrigen bin ich immer noch gespannt auf deine Punkte bzgl. Verbesserungen in der Realität durch den Verein Athleten Deutschland.

  • Ich finde es sehr putzig, wie Elysium zum erneuten Male so halbverstanden nachplappert, tlw. wörtlich, was ich gerade vor ihm geschrieben hatte. Beachtlich.
    So was erlebt man ja auch im Unterricht: die Schüler(innen), die eher wenig wissen und nie zuhören, aber dann, wenn sie im Unterricht durch eine auf sie gezielte Frage des Lehrers gestört und aufgeweckt werden, mit beleidigt-blasierter "natürlich-weiß-ich-das"-Miene die ungefähren letzten 6 Sekunden dessen, was der Lehrer (oder ein anderer Schüler) zuvor sprach, blechern reproduzieren. Der Rest in der Klasse grinst.

    Der Rest ist albernes goal post shifting und (teilweise krasse) Verdrehung dessen, was zuvor argumentiert worden war. Womit wir schon wieder im Unterrichtsbeispiel wären, komisch.

    Carcano