Gürtel Pistolenschießen

  • Hi zusammen,

    ich bin recht neu im Pistolenthema und bin noch am Überlegen, was ich mit meiner linken Hand mache.

    Als ich noch gelegentlich ne Lupi in der Hand hatte, war das meisten als ich ne Jeans und nen Gürtel anhatte. Da hab ich die Hand immer im Gürtel eingehängt.

    Nachdem ich das Pistolenschießen jetzt Vollzeit mache habe ich bei den Klamotten auf Jogginghose umgestellt. Hier finde ich es schwierig die linke Hand im Bund einzuhängen, deshalb ist die Hand jetzt in die Hosentasche gewandert.

    Allerdings hat´s mir mit der Hand vorne am Bund irgendwie besser getaugt und ich bin jetzt auf der Suche nach nem Gürtel, damit ich das mit der Hand vorne nochmal probieren kann.

    An diejenigen, die auch in Joggignhose mit extra Gürtel schießen, was habt ihr hier im Einsatz? Muss ja nicht Schieß spezifische sein. Kann auch ruhige irgendwas vom großen A sein.

    Grüße
    Oli

  • Allerdings hat´s mir mit der Hand vorne am Bund irgendwie besser getaugt

    Da hast du wohl wahr ...

    habe ich bei den Klamotten auf Jogginghose umgestellt

    „Wer Jogginghosen trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.“ (Karl Lagerfeld) - und offensichtlich auch über das gute Schießergebnis.

    Die Gewehrschützen tragen Exoskelette, in denen sie kaum laufen können, aber dem sportlichen Pistolenschützen ist eine Jeans nicht sportlich genug (oder den Trainern oder Kampfrichtern).

    Ich dagegen sage: Eine Hose aus festem, nicht elastischem Stoff, gehalten von einem festen ledernen Gürtel, ist der beste Garant, dass die Nichtschießhand keinen Blödsinn treibt.

    Jetzt können die "echten Trainer" und "echten Sportschützen" über mich herfallen und weinen, dass "sportliche Kleidung" (= etwas anders aussehende Jogginghose) doch dem positiven Ansehen der Sportschützen zuträglicher wäre. Wunschtraum! Gerade korpulentere Sportler sehen in engen Stretchhosen aus wie die "Wurscht in der Pelle".

    Wenn man aber aus bestimmten Gründen Vereinskleidung tragen muss, und dazu gehört meist die elastische Sporthose, dann kauft man sich einen ordentlichen Ledergürtel, den man einfach um den Bauch schnallt und an dem man seine Nichtschießhand festmacht. Der Nachteil ist natürlich, dass dieser freie Gürtel nicht in den Schlaufen der Hose gehalten und somit vor dem Verrutschen bewahrt wird. Also sorge dafür, dass der Gürtel durch Reibung nicht zu locker auf der Wurtstpelle sitzt. Machen meine Jungschützen auch so.

    Was das für ein Gürtel ist, ist egal. Leder, nicht zu dünn, nicht zu schmal, passend für den eigenen Umfang. Man kann auch in ein preiswertes Modefachgeschäft gehen und dort mal an der Gürteltheke schauen, was die so haben, bevor man bei Genossen Xi bestellt.

    Jeden Tag ´ne grüne Tat: Verbieten, was ein andrer mag!

    "Das Scheibenbild zeigt zum Schützen." (DSB Sportordnung 0.4.1.1)

    Einmal editiert, zuletzt von Califax (13. September 2025 um 23:08)

  • Wenn jemand der Meinung ist Jogginghosen beim Schießen tragen zu müssen, warum nimmt derjenige nicht 15 Euro in die Hand, sucht sich einen Schneider und läßt sich Schlaufen annähen, in die er seinen Gürtel einfädeln kann?

    Und noch eine Verständnisfrage von mir...

    Wie ist das mit der Jogginghose? Macht die ein paar Ringe mehr aus? Sind Jogginghosen cool, weil sie auch die Weltelite trägt? Oder ist das so ein Identitätsding?

    "The pure and simple truth is rarely pure and never simple"

  • Da hast du wohl wahr ...

    „Wer Jogginghosen trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.“ (Karl Lagerfeld) - und offensichtlich auch über das gute Schießergebnis.

    Wenn Schütze nicht nur bei den Hosen an die Ratschläge halten würde.

    Gerade korpulentere Sportler sehen in engen Stretchhosen aus wie die "Wurscht in der Pelle".

    Die oft getragenen (Fetzen) Jeans sind aber auch keine ästhetische Alternative.

    Sind Jogginghosen cool, weil sie auch die Weltelite trägt? Oder ist das so ein Identitätsding?

    In vielen Berufen, Organisationen, bei Sportlern ist es tatsächlich so das man auch als Zeichen der Zugehörigkeit einheitliche Kleidung trägt.

  • Wenn jemand der Meinung ist Jogginghosen beim Schießen tragen zu müssen

    Bei DSB-Wettkämpfen sind die sogar erwünscht. Bei Ranglisten herrscht "Blue-Jeans-Verbot", da laufen fast alle in Sporthosen rum. Hier ein Bild von Pistolenschützeninnen auf der kürzlich vergangenen DM. Man sieht, dass alle vier junge Damen Sporthosen tragen, und auch die Lösungen für die freie Hand. Die beiden in der Mitte tragen einen Gurt, das ist die übliche Lösung in den Kadern. Die linke weiß nicht so recht, wohin mit der Hand, die rechte steckt sie in die Hosentasche.

  • Da brauchts keine Gürtelschlaufen oder so......

    Die braucht es nicht, sind aber sehr angenehm. Bei Auflage sind die Regeln auch an Meisterschaften bei uns nicht so strikt. Trage immer dasselbe Modell Jeans - ohne Löcher. Habe drei Stück davon.

  • ich halte es wie herr Krempel

    Das ist doch mal was, Schießen mit Stil, im Dreiteiler mit Hut.

    Ganz früher war es bei uns im Verein Usus, dass im Schützenanzug zum Vereinsabend gegangen wurde, der wurde auch zum Schießen getragen. Also in der Zeit vor Erfindung der Schießjacken.

    Die schlechtesten Schützen haben die besten Ausreden.:sobbing: ^^

  • also danke mal für den konstruktiven Input

    Califax ja da ist was dran an deinen Ausführungen

    Backtotheroot da brauch ich glaub nicht mal 15€ in die Hand nehmen, da könnte ich meine Frau lieb fragen

    ich hab mir´s halt so angewöhnt, dass ich mir einen Satz Sportklamotten gekauft hab, den auf die Seite hab und die dann auch nur zum Schießen nehme. So hab ich zumindest immer dasselbe an. der Gedanke dabei war immer ein identisches Gefühl in den Klamotten zu haben und nicht immer irgendwie anders, je nachdem was morgens aus dem Schrank geholt wurde.

    Califax ja das ging auch mit ner Jeans, ich werds vielleicht mal probieren, ob ich nen Unterschied merke

    Grüße
    Oli

  • Die ISSF schreibt eben Sportkleidung vor und verbietet Arbeitskleidung (= blue Jeans) sowie militärische Kleidung (=Tarnfleck).

    Beim Tennis und Golf tragen auch die Wohlgenährten Sporthosen, da scheint es nicht zu stören.

  • Die ISSF schreibt eben Sportkleidung vor und verbietet Arbeitskleidung (= blue Jeans) sowie militärische Kleidung (=Tarnfleck).

    Beim Tennis und Golf tragen auch die Wohlgenährten Sporthosen, da scheint es nicht zu stören.

    Nur gut, dass die wenigsten Sportschützen streng nach diesen ISSF Regeln schießen (müssen).

    Wie viel Golfspieler hast du schon in Jogginghosen aufm Grün gesehen? Und beim Tennis aufm Ascheplatz bei 40° wär eine lange Jeans tatsächlich hinderlich. So schön, wenn man Äpfel mit Birnen vergleichen will, gell?!?

    Beim statischen Sportschießen (Kurzwaffe) bringt die Jogginghose keinerlei Vorteile. Der einzige Grund ist der, dass die Befürworter den optischen Eindruck einer sportlichen Betätigung und keinen Milizcharakter vermitteln wollen.

    "The pure and simple truth is rarely pure and never simple"

  • Nur gut, dass die wenigsten Sportschützen streng nach diesen ISSF Regeln schießen (müssen).

    Wie viel Golfspieler hast du schon in Jogginghosen aufm Grün gesehen? Und beim Tennis aufm Ascheplatz bei 40° wär eine lange Jeans tatsächlich hinderlich. So schön, wenn man Äpfel mit Birnen vergleichen will, gell?!?

    Beim statischen Sportschießen (Kurzwaffe) bringt die Jogginghose keinerlei Vorteile. Der einzige Grund ist der, dass die Befürworter den optischen Eindruck einer sportlichen Betätigung und keinen Milizcharakter vermitteln wollen.

    Und was genau ist nun an dem Milizcharakter gut?

  • Beim statischen Sportschießen (Kurzwaffe) bringt die Jogginghose keinerlei Vorteile. Der einzige Grund ist der, dass die Befürworter den optischen Eindruck einer sportlichen Betätigung und keinen Milizcharakter vermitteln wollen.

    Auch beim statischen Gewehrschießen. Aber die haben ja häufig steife Schießkleidung ("Exoskelett")

    Welche Kleidung bei welcher Sportart sinnvoll ist und sich am Ende bis heute durchgesetzt hat, hängt von vielen Faktoren ab:

    - behindert oder begünstigt die Kleidung die bei der sportlichen Betätigung üblichen Bewegungen?
    - was sind die aktuellen gesellschaftlichen Sichtweisen auf Mode?
    - was will der Sportler mit seiner Kleidung erreichen oder den Zuschauern zeigen?
    (Coolness, Individualität vs. Zugehörigkeit zum Team) oder ist ihm das egal, wenn´s nur praktisch ist?
    - was sind die Regularien der Verbände für die jeweilige Sportausübung? Oder des eigenen Vereins?

    Wenn vor 100 Jahren ein gesetzter und absolut seriöser Mann seine Schüsse im Dreireiher mit Melone abgab, die Nichtschusshand nonchalant hinter dem Rücken geparkt, dann war das ein Statement: "Ich bin ein Gentlemen und treibe Gentlemen-Sport!" - dito bei Offizieren in Uniform.

    Für statische Gewehrschützen hat sich - historisch entwickelt - die feste Schießjacke plus Schießhose plus Schießschuhe (über den Knöchel gehend) herauskristallisiert. Eine sehr, sehr spezielle Kleidung, die nur exakt für diesen Sport entwickelt und weiterentwickelt worden ist. --> also stets die Aura des "Sportlichen" mit sich herumträgt.

    Bei den Pistolenschützen ist jedoch ALLES verboten, was irgendwie stützt. Jetzt sollen wir sogar von den sauteuren Original-Werksgriffen der Fa. Walther die nicht einzeln zu erwerbenden Handballenauflagen zersägen (Wertverlust bis zu 200 Euro pro Stück!), damit wir weiter mit Kindern und Jugendlichen bei der DM starten dürfen - das Handgelenk wäre gestützt worden. Sogar Uhren oder Freundschaftsbänder, an der Schusshand getragen, sind Pistolenschützen beim DSB verboten. (Ich weiß: Regeln sind Regeln und als solche zu beachten und auf keinen Fall zu hinterfragen, denn das zerstört die Demokratie und den Sport und sowieso)

    Die ISSF schreibt eben Sportkleidung vor und verbietet Arbeitskleidung (= blue Jeans) sowie militärische Kleidung (=Tarnfleck).

    Und das ist eben so, wenn man sich diesem Reglement unterwirft. Regeln sind Regeln.

    "Tarnfleck" verbieten wir auch - auch im Lichttraining. Denn unsere jungen Sportler sollen sich daran gewöhnen, dass, was in der Schule erlaubt ist, noch lange nicht auf dem Schießstand goutiert wird. OK, kann ich verstehen. Außenwirkung ist wirklich sehr viel wert.

    Zurück zum DSB-konformen einhändigen Pistolenschießen: Wenn jemand mit einer festen und trotzdem sportordnungskonformen Hose mit Ösen für einen Gürtel und mit Gürtel startet, hat er einen (erlaubten) Vorteil.

    Nimmt er - aus welchen Gründen auch immer - eine Stretchhose, dann entweder ein paar Ösen von Mutti annähen lassen und dann Gürtel oder, wenn Mutti nicht nähen kann, Gürtel einfach so um den Bauch zum Einhängen des Daumens der Nichtschusshand. Hand nach hinten oder als Winkel an der Hüfte ist überholte Old-School.

    Jeden Tag ´ne grüne Tat: Verbieten, was ein andrer mag!

    "Das Scheibenbild zeigt zum Schützen." (DSB Sportordnung 0.4.1.1)

  • Und was genau ist nun an dem Milizcharakter gut?

    Gar nichts.

    Aber frag mal Volodymir, der läuft fast immer im Contractor-Look rum, selbst im Oral Office. Hups ... beim letzten Mal doch nicht mehr, da unzweifelhaft unpassend. Man kann lernen.


    Es ist für unser Außenbild einfach unpassend, wenn jemand mit Tarnklamotten (wirkt auf unbedarften Zuschauer ggf. militärisch) sich als Sportschütze zeigt. Die woke beeinflusste Bevölkerung reagiert da sehr emotional. Wir haben beispielsweise beim Besuch des Kletterwaldes der nächsten Großstadt mitbekommen, dass die Lehrkräfte dieser Großstadt bereits in heller Aufregung sind, weil wir, ein Kleinstadtverein, zwei Wochen vorher in den Grundschulen unserer Kleinstadt vorstellig geworden sind und Werbung gemacht haben. Da können wir Machos in Einstrich-Keinstrich oder Blättertarn einfach nicht gebrauchen.

    Jeden Tag ´ne grüne Tat: Verbieten, was ein andrer mag!

    "Das Scheibenbild zeigt zum Schützen." (DSB Sportordnung 0.4.1.1)

  • Die ISSF schreibt eben Sportkleidung vor und verbietet Arbeitskleidung (= blue Jeans) sowie militärische Kleidung (=Tarnfleck).

    Also sind "Sporthosen" ja auch verboten oder tragen Berufssportler und andere Personen die im sportlichen Umfeld arbeiten keine Sportbekleidung auf ihrer Arbeit? Jeans waren mal Arbeitshosen und militärische Kleidung wurde auch mal nur beim Militär getragen aber mittlerweile sind beide in der Mode angekommen und werden auch als "gute" oder "sportliche" Kleidung getragen.

  • ich wollte hier jetzt keine allgemeine Diskussion über Sportklamotten lostreten, inzwischen sind wir von der ursprünglichen Frage doch recht weit entfernt

    ich werd mir irgendwo irgendeinen Gürtel herholen und damit rumexperimenteiren

    das nächste mal überleg ich doch lieber 2-3x, bevor ich ne Frage reinstelle, auch wenn ich noch recht viele hab

  • Also sind "Sporthosen" ja auch verboten oder tragen Berufssportler und andere Personen die im sportlichen Umfeld arbeiten keine Sportbekleidung auf ihrer Arbeit? Jeans waren mal Arbeitshosen und militärische Kleidung wurde auch mal nur beim Militär getragen aber mittlerweile sind beide in der Mode angekommen und werden auch als "gute" oder "sportliche" Kleidung getragen.

    Schützen können halt noch die dünnsten Bretter bohren.