Pistole Auflageschießen, Immer leichtes Abdriften nach Links

  • Servus, wer kann helfen

    Wennich mit der LP Auflage im Ziel bin und auf den Druckpunkt gehe, driftet die Waffe leicht nach links ab. Wenn ich locker lasse, passt es wieder.
    Ich habe schon alle möglichen Verstellungen am Griff und der Auflage gemacht. Nichts hat geholfen.

    Wenn ich dann trotzdem schieße, gibt es oft gewaltige Fehlschüsse.

    Wer hat Vorschlag für dieses Problem?

  • Vor dem Schuss.

    Primär: Nicht passender Griff. Zu lockeres Greifen. Falsche Züngeleinstellung, zu weit vorne. Falsche Ausrichtung Unterarm, Handgabel, Griff, Pistole.

    Sekundär: Zu wenig Haftung zwischen Auflageplatte und Auflageständer. Evtl. Gewicht erhöhen. Breite Auflage mit schmalen Kufen verwenden. Auflagepunkt (vor-, zurück) optimieren.

    Pistole richtig einsetzen, immer gleich ausgerichtet in die Handgabel drücken, fest Zugreifen. Anschlag nahezu spannungsfrei halten, ausrichten (Feinkorrektur) dass Visierung passt.

  • ich hatte ein ähnliches Problem und habe es inzwischen im Griff.

    Dazu habe ich mit dem Abzugszüngel gespielt und es nach links oder nach rechts geschwenkt.

    Meine These war, dass ich bei geraden Züngel beim Abziehen eine seitliche Kraft auf die LP ausübe und daher seitlich verziehe. Inzwischen schaut mein Züngel nach links raus und die Welt ist bei mir in Ordnung.

  • Ich nehme mal an, dass du Rechtsschütze bist.

    Wenn dem so ist, verändert sich offensichtlich der Druck, den du auf die Pistole ausübst, wenn du den Abzugvorgang einleitest. Das darf nicht sein. Beim Auslösen bewegt sich der Zeigefinger völlig autonom. Das musst du trainieren. Zuerst ausschliesslich trocken.

    Investiere viel in das saubere Einrichten deiner Stellung und kontrolliere den "Inneren Anschlag".

    Wenn du mehr wissen willst, melde dich per PN.

  • Wie stehst Du zur Scheibe? Wenn Du ziemlich frontal zur Scheibe stehst, kann es gut sein, dass Du einen anderen Griffwinkel brauchst. Ähnlich Kreuzdiminanz.

  • Beim Auslösen des Schusses soll - so heißt es - der Finger krumm gemacht werden. Das bedeutet, daß der Unterstützungspunkt bzw. der Gegenpool für den ausgeübten Druck nicht genau parallel zur Seelenachse des Laufs hinter dem Abzug liegt, sondern etwas versetzt in Richtung des Knöchels des Abzugsfingers, dem Drehpunkt im Kräfteparallelogramm. Nachzulesen in: Bruno Brukner, Technik und Schießlehre, Melsungen 1983.

    Dieses Argument könnte eine mögliche Erklärung für das geschilderte Phänomen sein. Die Auswirkung hängt aber noch von den sonstigen, bereits erwähnten Faktoren ab.

  • Ich gehe mal davon aus da Du eine moderne LP mit Absorber schiesst.
    Diese LPs machen keine Bewegung im Moment der Schussabgabe, ich würde jetzt mal ohne es gesehen zu haben annehmen das Du im entscheidenden Moment erstmal nicht die Konzentration auf der Visierung hast.
    Wenn dem so wäre würdest Du die Bewegung die hier diese Ausreißer verursacht sehen. Ein Topschütze hat das Augenmerk mit darauf und friert das Abkommen das im Moment der Schussabgabe steht, ein.
    Im Übrigen es wird nicht abgezogen, der Druck wird Gramm für Gramm aufgebaut bis der Schuss überraschen bricht. (Ein Auslösen mit Finger krumm machen, geht immer mit bewusster Bewegung und Kraftaufwand einher. Genau das verursacht Ausreißer.)
    Daraus ergibt sich eine vermeintliche Trefferlage die dann im Nachgang überprüft und abgeglichen wird. Nun ist erstmal ersichtlich wie oft geling das und wie genau gelingt das. Daraus wiederum sollten Ablauffehler erkennbar werden…….

    Es können sporadisch auftretende Auslöse Fehler sein, es könnte auch an einem mechanischen Abzugsverlauf liegen der nicht unbedingt zum Schießstiel und oder der Disziplin des Schützen passt, es kann ein nicht optimal eingestelltes Züngel sein.
    In jedem Fall ist Analyse angesagt, mit Ferndiagnose aber nicht möglich.
    Beginnen tut es wie oben angeführt mit der Wahrnehmung. In diesem sensiblen Bereich ist das die Grundlage. Ohne Wahrnehmung kein erkennen.
    Wenn es noch Luft nach oben hat im Ergebnis, kannst davon ausgehen das die besseren Schützen ihren Vorsprung hier holen, mit der passenden Wahrnehmung und der Optimierung in dieser entscheidenden Phase.

    No.limits

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    Ich habe Ecken und Kanten nur eine Null hat keine!

  • Was wirklich geholfen hat, kann ich leider auch nicht nachvollziehen

    Hallo Hans,

    Ich habe es mir eine Weile überlegt ob ich überhaupt Antworten soll auf Deinen Post.

    Ich sehe das jetzt im Nachgang mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

    Du hast eine ziemlich dicke Chance verpasst, mir geht es jetzt nicht darum Dich bloß zu stellen oder ähnliches. Nein es geht um den Lerneffekt.
    Schön ist erstmal das es gut geworden ist, aber das wahrnehmen und daran arbeiten und ein bewusstes abstellen des Fehlers wäre nicht nur aktuell sondern auch fürs Weiterkommen und spätere weitere Fehleranalyse wichtig gewesen. Das bewusste wahrnehmen!
    Vieles in unserem Sport hängt an einem strukturellen Vorgehen und den Erkenntnissen daraus ab. Das abstellen von Fehlern, erarbeiten von Techniken der weitere Leistungsaufbau resultiert auf diesen Erkenntnissen.
    Die Erkenntnisse und das Bewusstsein etwas verstanden und verbessert zu haben ist das eine, es stärkt einem auch das Selbstbewusstsein und nimmt Hemmungen macht auch neugierig nimmt etwas Angst für den nächsten Angriff, es stärkt einen, bringt Sicherheit.
    Das andere sind die direkten besseren/ höheren Ringzahlen, direkt erlebbar.
    Die sind messbar, es ist nach wie vor so das diese sich ergeben ausschließlich aus ,,wissen und tun,, dafür steht jeder selbst.

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  • Was wirklich geholfen hat, kann ich leider auch nicht nachvollziehen

    Da stimmt nur ein einziges Wort nicht! "auch" müsste "noch" heissen. Wenn du weiter konsequent an dir arbeitest wird es dir gelingen, zu sehen, was tatsächlich hilft., In sich hineinspüren und merken, wo der Hase im Pfeffer liegt, ist eine Kunst, die auch fortgeschrittene Schützen nicht alle beherrschen, insbesondere, wenn sie resultatfixiert sind.

  • Ja mach das!

    Die Tips sind ja gewaltig über Dich herein gebrochen,

    Was ich nicht angesprochen habe das aber vermutlich hier zu diesem Endstand geführt hat, man bastelt nicht wenn man ein solches Problem hat an drei vier vermeintlichen Lösungswegen gleichzeitig rum. Dann kann es so kommen wie es gekommen ist🤷🏼‍♂️😇

    Man nimmt sich ein Segment vor schaut was sich wie verändert, und analysiert das. Oft bekommt man ja gleich ein Ergebnis.
    Allerdings sollte man das dann auch hinterfragen soviel Disziplin muss sein, ob eine Änderung durch einen Eingriff in einen sehr angestammten Ablauf nicht zwangsläufig erstmal ein Rückschritt sein könnte und erst in der zweiten Konsequenz wenn man die Änderung etwas vertieft und verfestigt hat einen vielleicht deutlich weiterbringt.

    No.limts

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