Welches Ordonnanzgewehr

  • Hallo zusammen,

    Ich spiele mit dem Gedanken mir ein Ordonnanz Gewehr zu kaufen. am Liebsten einen Schwedenmauser.

    Da ich in dem Bereich komplett neu bin ist meine frage, worauf muss ich achten bzw. gibt es eine alternative zum Schwedenmauser.

    ach so ich will auch gerne im DSB die beiden Disziplinen schießen. :relieved:

  • Endlich Mal wieder ein interessantes Thema.

    Es gibt die Disziplin 1.58 als O offen und G geschlossen.
    offene Visierung ist klassisch Kimme und Korn
    geschlossene Visierung bedeutet ein Loch wie im Diopter statt der Kimme.

    Die Schedenmauser gilt als ausgezeichnete Wahl, ein Schützenbruder hat sie und ist sehr zufrieden.
    Er schießt damit G geschlossene Visierung.

    Ich weiß nicht, ob man damit offene Visierung schießen kann.

    Da müsstest Du dann zwischen den Disziplinen umbauen.

    Linksschütze
    P8X
    GSP Atlanta
    FWB 800 Wood Basic
    Anschütz 8002
    Anschütz1903

  • wenn dann nur eine Disziplin. Vorzugsweise offen. weil das für mich Komplett was neues ist. Mit Kimme und Korn zuschießen.

    Es ist richtig das auf 100m geschossen wird? je 20 schuss liegend und 20 schuss stehend?

  • Ja! 100m , je 20 Schuss liegend und stehend.

    danke :)

    bei Egun sind immer viele Gewehre drin. wobei muss ich beim Kauf achten? sind die Standard Visierungen für 100m geeignet ? braucht man ein original Zertifikat das das Gewehr Original liegt?

  • 1. Für die Auswahl eines "Ordonnanzgewehrs" zu schießsportlichen Zwecken sind eine ganze Reihe von Faktoren maßgeblich. Daher können Hinweise und Empfehlungen eigentlich nur im Hinblick auf konkrete Disziplinen in konkreten Verbänden gegeben werden.

    Für Disziplinen, die lediglich die Abgabe von 20 Schuss verlangen, gilt anderes, als für Disziplinen, bei denen 40 Schuss geschossen würden, wie etwa beim DSB-Wettkampf 1.58 in seinen beiden Varianten "offene Visierung" und "geschlossene Visierung" (man kann natürlich mit unterschiedlichen Waffen in beiden Disziplinen antreten), und auch bei der "g"-Disziplin sind Wettkampfdiopter und entsprechende Wettkampf-Lochkimmeneinsätze (z.B. Parker-Hale für die Enfield No. 4) oft nicht zulässig. Wenn einem das erst auf der Landesmeisterschaft gesagt wird, ist es schlecht...

    2. Denn auch die Temperaturstabilität aller Waffen, insbesondere hitzebedingte Treffpunktverlagerungen der Schußgruppe oder das Aufsteigen heißer Luft in der Visierlinie (Mirage) ist bei den jeweiligen Waffen durchaus verschieden, und gerade die schwedischen m/96- (und m/38)-Gewehre werfen für die Schützen im Stehend-Teil des Wettkampf nicht selten deutliche Probleme auf, welche bei Waffen mit einem langen Handschutz, (beispielsweise das schweizerische G 11 und der schweizerische K 31), aber auch bei den langen Mosin-Nagants nicht in gleicher Weise so auftreten.

    3. Bei vielen Ordonnanzwaffen beginnt die Visierung erst bei 300 m. Das ist ein bekanntes Problem, typisch auch für das an sich vorzuziehende und zudem minimal präzisere schweizerische Gewehr G 11 (zu der Schussgruppengröße der beiden Waffen auf weite Entfernungen, von 300m Meter aufwärts, hat es sehr umfangreiche Untersuchungsreihen der schweizerischen Schießschule Walensee gegeben). Deshalb lassen in solchen Fällen die Sporthandbücher der Verbände oft die Verwendung eines höheren Austausch-Korns für das Schießen auf 100 m zu. Die Form des Korns muss aber dann imer noch der ordonnanzmäßigen Ausführung entsprechen. Das wird öfters missachtet, gute Kampfrichter wissen das aber und achten unter Umständen darauf.

    4. Die Zulässigkeit wiedergeladener Munition, insbesondere die etwaige Zulässigkeit von Schwachladungen und Bleigeschossen, kann ebenfalls je nach Verband und Disziplin sehr unterschiedlich ausgestaltet sein. Einer der Gründe für die Beliebtheit der Schweden-Mauser (neben dem etwas geringeren Rückstoß schon an sich) waren derartige handgearbeitete Schwachladungen mit verkupferten oder sonst beschichteten Bleigeschossen und einer geringen Ladung schnellen Pulvers. Das hat zu wiederholten Unfällen (Waffensprengungen ) und auch zu Todesfällen geführt. Seit sich das herumgesprochen hat, ist die einseitige Dominanz der Schweden-Mausergewehre im DSB deutlich zurückgegangen.

    5. Für das Trainingsschießen oder für das Spaßschießen kann die Verfügbarkeit preisgünstiger ehemals militärischer Munition von Bedeutung sein. Die alten Vorräte von schwedischen m/41-Patronen 6,5 x 55 sind inzwischen praktisch alle aufgebraucht und abverkauft. Und das, obwohl der m/94-Karabiner immer noch (und zwar mit scharfer Munition) von der berittenen schwedischen Leibgarde geführt wird. Vorräte von schweizerischer Munition 7,5 × 55 sind dagegen immer noch gut erhältlich, und das wird vielleicht noch ein paar Jahre so dauern, im Hinblick auf vorhandene Maschinengewehre. Im Kaliber 7,62 x 54 R stammte der letzte Posten sehr guter (!) und auch absolut wettkampffähiger Militärmunition des russischen Herstellers 188 aus den 1980er Jahren, und es wird mehrheitlich angenommen, dass es sich dabei um echte russische Scharfschützen-Munition 7N1 handelte. Diese Munition ist aktuell aber auch nicht oder nicht mehr auf dem Markt verfügbar.

    Carcano

  • Danke für deine Aufklärung.

    Welches Gewehr würdest du für die DSB Disziplin vorschlagen? will nur mit offener Visierung schießen. Das soll einfach, ich will nicht sagen Spass Disziplin sein sondern mal Abwechslung. Mein Hauptaugenmerk soll beim KK/GK Liegend bleiben.

  • Da würde ich Dir die Schmidt-Rubin K31 empfehlen.

    Die Munition 7,5 x 55 swiss ist gut erhältlich, wie von Carcano bestätigt.
    Carcano ist ein sehr erfahrener Schütze, lies Dir seinen Beitrag gut durch.

    Ich schieße die K31, habe mir Munition von Sellier&Bellot zugelegt und bin bei der Landesmeisterschaft in meiner Alterklasse 3. geworden.
    Da geht mehr mit Training und ich muss das Korn etwas schieben.
    Bei liegend darf man den Original Riemen verwenden und es ist Schießkleidung erlaubt,
    das verbessert das Treffebild bei Freihand.

    Sammle die Hülsen und lade selbst, beachte den Mindestimpuls und nutze die Erfahrung der alten Hasen.

    Linksschütze
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    Anschütz1903

  • Mein Hauptaugenmerk soll beim KK/GK Liegend bleiben.

    Die Liste B (pedantisch würde man sagen: die Listen B) der 20 Landesschützenverbände im DSB weisen fast durchweg Disziplinen für Ordonnanzgewehr 100 m liegend freihändig auf (z.B. BSB in Nordbaden auch jede Menge anderer Unterdisziplinen, von denen aber außer 100 m liegend freihändig kaum etwas geschossen wird), wenige auch für Ordonnanzgewehr 300 m oder gar Dreistellungskampf.
    https://www.bva.bund.de/SharedDocs/Dow…icationFile&v=3

    Dafür ist der K31 eine durchaus geeignete Waffe. Schweizerische Militärmunition ist i.d.R. die richtige und beste Wahl. Den Rückstoß spürt man ebenso wie beim Mosin-Nagant, aber Schießjacke darf ja getragen werden.

    Carcano

  • Da würde ich Dir die Schmidt-Rubin K31 empfehlen.

    Die Munition 7,5 x 55 swiss ist gut erhältlich, wie von Carcano bestätigt.
    Carcano ist ein sehr erfahrener Schütze, lies Dir seinen Beitrag gut durch.

    Ich schieße die K31, habe mir Munition von Sellier&Bellot zugelegt und bin bei der Landesmeisterschaft in meiner Alterklasse 3. geworden.
    Da geht mehr mit Training und ich muss das Korn etwas schieben.
    Bei liegend darf man den Original Riemen verwenden und es ist Schießkleidung erlaubt,
    das verbessert das Treffebild bei Freihand.

    Sammle die Hülsen und lade selbst, beachte den Mindestimpuls und nutze die Erfahrung der alten Hasen.

    Schmidt-Rubin K31 7,5 x 55 Swiss - eGun

    hiermit könnte ich direkt auf einer KM starten bzw. würde für 100m passen?

  • Hat einen deutschen Beschuss, den Original Mündungsschutz, sieht gut aus.

    Da kann man mitbieten. Das Korn passt für 100 m.

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    Anschütz1903

  • Schmidt-Rubin K31 7,5 x 55 Swiss - eGun

    hiermit könnte ich direkt auf einer KM starten bzw. würde für 100m passen?

    Kenner würden sich vielleicht über die Bezeichnung Schmidt-Rubin beschweren, aber das Gewehr ist toll, der Abzug erst, schiesse selbst eins. Wenn es dafür eine Auswahl an modernen Schäften geben würde, würde ich es zu einem Midrange Gewehr aufrüsten.

  • Die Vorgängermodelle kamen von Schmidt-Rubin.

    Das K31 wurde in der Eidgenössischen Waffenfabrik in Bern hergestellt, ist das so korrekt?

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  • [betreffend einen schweizerischen K31]

    hiermit könnte ich direkt auf einer KM starten bzw. würde für 100m passen?

    Wie ich sehe, hast Du jetzt schon einmal ein Gebot abgegeben. Dann werden wir mal sehen, wohin der Preis innerhalb der noch verbleibenden 19 Tage geht.

    Auf deine Frage würde ich aber gerne dennoch noch inhaltlich antworten, weil sie auch für andere Schützen und Schützinnen interessant sein kann, die selbst überlegen, vielleicht einmal ins Ordonnanzgewehr einzusteigen.

    1. Diese konkret angebotene gebrauchte Waffe hat etwas, was bei schweizerischen Gewehren, zumal im deutschen Südwesten, keineswegs selbstverständlich ist, nämlich einen deutschen Beschuss.
    Hierbei uns im Südwesten gibt es viele dieser Waffen, und viele sind irgendwann einmal in der Vergangenheit aus der Schweiz mitgebracht worden, aber für das deutsche sportliche Schießen (für die Jagd ebenso) wären sie nur mit einem CIP-anerkannten Beschuss zugelassen. Die Schweiz hat bekanntlich keinen staatlichen Beschuss, und die interne Beschussprobe der Fabriken wird von der CIP nicht anerkannt.
    Es ist auch kein großer Aufwand und kein Hexenwerk, eine Waffe beschießen zu lassen, aber das kostet eben dann noch einmal einen oberen zweistelligen oder niedrigen dreistelligen Betrag (im einzelnen abhängig davon, wie hoch die Versandkosten zu Buche schlagen).
    In Ulm etwa kostet die Beschussgebühr für eine Zentralfeuerbüchse ggw. 50,- €, aber das ist stark degressiv, wenn mehrere Waffen gleichzeitig beschossen werden. Daher kann es sich sehr lohnen, sich mit ein Büchsenmacher zusammenzutun, der mehrere Waffen anliefert.
    Wenn es natürlich möglich ist, dies mit einer netten Reise zu kombinieren und mit einem Beschussamt einen ganz bestimmten Termin abzustimmen (die Beschussämter sind keineswegs verpflichtet dazu, auf einen solchen Sonderwunsch einzugehen), dann spart man sich wenigstens den Versandkostenanteil, der höher sein kann als die eigentlichen Beschusskosten.

    2. Soweit es den DSB betrifft, musst du auf das Abzugsgewicht aufpassen. Die schweizerischen Waffen liegen oft unter dem Mindestgewicht von 1,5 kp, welches der DSB für die Disziplin 1.58 - versteckt in der Gewehrtabelle auf S. 18 ! - vorschreibt (und je nach der Bestimmung der Liste B kann dieses Gewicht auch für die jeweiligen Disziplinen des Landesverbandes gelten). Aus diesem Grund gibt es bei anderen Verbänden ausdrücklich Sondervorschriften der Sportordnung, wonach bei schweizerischen Waffen 1,3 kp ausreichen. Aber selbst diese werden öfters nicht gehalten. Ein eigenes Herummurkeln und Umarbeitungsversuche an den Abzügen ist aus meiner Sicht eher nicht sinnvoll.

    3. Das beim K 31 bereits vorhandene 100-Meter-Dienstkorn ist natürlich vorteilhaft, gegenüber dem G 11 und dem K 11 (beginnt bei 300 m).

    4. Wie ich oben schon schrieb, sind die Präzisionsvorteile auf 100 m marginal. Das G 11 hat einen etwas geringeren Rückschluss als der K 31, was einleuchtet. Andererseits wirst du vermutlich ohnehin eine Schießjacke tragen, und dann fällt es nicht mehr nennenswert ins Gewicht. Die Länge des Gewehrs kann im stehenden Anschlag aber manchem etwas schwer fallen, das musst du bedenken, zumal dann zu den 40 Schuss noch der Endkampf hinzukommt, der ebenfalls im stehenden Anschlag geschossen wird.

    5. Dass die schweizerischen Visieraufsätze (Feinvisiere) für das außerdienstliche Gewehrschießen dort erlaubt, aber in Deutschland nicht zugelassen sind, weißt Du ja. Insoweit liegt eine sachwidrige und sinnwidrige Ungleichbehandlung gegenüber den Schweden-Mausern vor. Ob dieser alte Zopf jetzt irgendwann einmal in der nach-Furnier-Ära abgeschnitten wird, weiß ich nicht, ich würde es aber stark hoffen.

    6. Nach dem Wortlaut der DSB-Sportordnung wären inzwischen ausgesprochene schwache Ladungen nicht mehr zugelassen. Die Norm ist aber so unbestimmt formuliert, dass bei Ladungen, die einigermaßen normal aussehen und normal klingen, ein Kampfrichter kaum eine Munitionsüberprüfung vornehmen würde. Ob das aber auch bei den Deutschen Meisterschaften gilt, weiß ich nicht.

    Gut Schuss,

    Carcano

  • Im Augenblick steht die eGun-Auktion nun bei einem EVP von 151,- €, also durchaus in einem Bereich, in dem man in der südwestdeutschen Region einen K31 schon bei einen kleineren Händler finden kann.

    Und *weit* über dem zumeist niedrigen schweizerischen Preis beim Kauf von privat.

    Carcano

  • Die Auktion mag für den einen oder anderen hier recht instruktiv gewesen sein.

    Sie zeigt nämlich, wie für eine ganz normale und häufige Waffe, die dauernd und immer wieder so angeboten wird, Leute sich in der Unvernunft einer "bidding frenzy" zu absurden Höhen emporsteigern. Am Ende wurden es dann stolze 401,- €. 🤪🤑

    Na ja, selber schuld. *achselzuck*

    Carcano