Geschichtlicher Hintergrund: Warum sind die deutschen Sportschützen nicht führende Nation?

  • Moin, eine passendere Überschrift ist mir nicht eingefallen, ich hoffe, sie wird nicht falsch verstanden. Finde es weiterhin "faszinierend befremdlich", dass es recht wenige Medien (egal ob moderne wie Youtube oder klassische Zeitschriften/ Bücher) zum Thema Luftwaffensport gibt - aber entdecke hier im Forum immer wieder, dass viele vo euch interessante Quelldokumente hochladen - oder durch 30, 40, 50 jährige Sportverbundenheit ganz viel Geschichtswissen haben.
    Habe bei den vergangenen Gewittertagen so ziemlich jede Meisterschaft auf Youtube geguckt, die in den letzten Jahren dort eingestellt wurde.

    Insgesamt fällt auf: Irgendwie scheinen ja Luftwaffen etwas extrem "Deutsches" zu sein.
    Walther: Deutsch
    Anschütz: Deutsch
    Feinwerkbau: Deutsch
    Tesro: Deutsch
    MEC: Deutsch
    Centra: Deutsch
    Tec-Hro: Deutsch
    Gehmann: Deutsch
    Steyr: Österreich (nah dran...)

    ok: Pardini (Italien), soll ja auch sehr gut sein - habe ich aber bei keinem aktuellen Spitzenschützen gesehen

    Anbauteile/ Zubehör: Hier und da erblickt man bei den Spitzenschützen, Männlein wie Weiblein, (Gewehrbereich) offenbar bei Schaftbacken und Gewichten mal was "Selbstgebautes" - aber ansonsten konzentriert sich alles auf diese Anbieter. Selbst die Inder und Chinesen schießen rein-deutsch. (Faszinierend: Stars wie Lihao Sheng sogar in absoluter Serienausstattung, manchmal sogar mit der Auslieferungs-Plastik "Fest-Iris").
    Man könnte fast sagen, Ausrüstungstechnisch ist der (Luft?)Schießsport eine absolute deutsche Domäne.

    Man sollte ja glauben, dass bei einer derart starken Tradition (Schützenvereine: Weltkulturerbe...?) die deutschen Schützen auch überproportional stark in Finals vertreten sind - aber selbst die kleine Schweiz scheint hier die Nase vorne zu haben. Und dass die Chinesen bei der Präsenz und Dominanz noch nicht ihre eigenen Waffen (nach...-)bauen, ist schon fast ein Wunder.

    Kann mich jemand (ohne die üblichen Schimpfkanonaden auf Verbände etc., aber gerne Sachinfo) aufklären, wieso das eigentlich so ist? Mangelnde Nachwuchsarbeit scheint es ja nicht zu sein, Schützenvereine gibt es ja unglaublich viele, gerade im ländlichen auch mit ganz starker Jugendarbeit, ernähren wir deutschen uns so schlecht, dass wir zwar die besten Waffen bauen, üben wie die Weltmeister uns dann aber komplett den Rang ablaufen lassen?

    Feinwerkbau 900w Mesh hybrid (Walnuss)
    Centra Spy BR + Centra Sight 3.0 Filter Optik + DoubleFit-Schaftbacke + tech HRO touch point + DuplexVario + QY Pellets

  • Zur Zeiten der UdSSR zählten die Sportwissenschaftler, Trainer und Schützen aus diesem Land zur Spitze des Schießsports. Ein wesentlicher Grund dafür war die staatliche Förderung des Schießsports (und auch anderer Sportarten), um das internationale Prestige zu verbessern. Etwas Ännliches spielt sich derzeit in China und Indien ab. Die Sportförderung in D ist dagegen vergleichsweise bescheiden. Der Schießsport steht dazu unter unter einem gewissen gesellschaftlichen Vorbehalt.

    Die jungen Menschen haben in D vergleichsweise mehr Möglichkeiten sich zu entfalten und ein gutes Einkommen außerhalb des Sports zu erhalten. Eine Karriere allein auf dem Schießsport aufzubauen ist sehr riskant und nicht erfolgsversprechend. Der reine Amateurbereich ist aber in D recht gut entwickelt. Dank der guten Kaufkraft ist der heimische Markt für LP-/LG-Sportausrüstungen relativ groß. Ähnlich sieht es aber auch in Österreich, Italien und der Schweiz aus.

    Die Leistungen der deutschen Kaderschützen lassen sich trotzdem sehen. Zuletzt haben die deutschen LP-Pistoleros in dem ISSF-World Cup in München eine gute Figur abgegeben. Im LG-Gewehrbereich sieht es zur Zeit leider nicht so gut aus.

    Eine ausgewogene Förderung des Amateur-und des Hochleistungsbereichs im Schießsport sollte m.M. in D angestrebt werden.

  • ...d.h., die Spitzenschützen aus Indien/China können komplett vom Sport leben. (?)
    Haben wir letztlich als Sportsoldaten nicht ähnliche Möglichkeiten auch hier - oder gehört Schießsport nicht zu den Möglichkeiten, die die Bundeswehr speziell unterstützt?
    Ich meine, auch die Bundespolizei hat spezielle Sportprogramme für Spitzenathleten?

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  • Man sollte ja glauben, dass bei einer derart starken Tradition (Schützenvereine: Weltkulturerbe...?) die deutschen Schützen auch überproportional stark in Finals vertreten sind - aber selbst die kleine Schweiz scheint hier die Nase vorne zu haben. Und dass die Chinesen bei der Präsenz und Dominanz noch nicht ihre eigenen Waffen (nach...-)bauen, ist schon fast ein Wunder.

    Glaube, Meinung.... scheinen Basis für eine sachliche Diskussion zu sein.

    Wo ist der Zusammenhang zwischen dem Kulturerbe und Leistungssport?

    Um welchen Zeitraum geht es überhaupt?

    Mit einer wie die Schweiz seit Generationen siegreichen Armee als Sponsor wäre es bei uns sicher auch besser.

    Wer hätte den Chinesen vor einer Generation zugetraut Autos oder Computer zu bauen? Das kommt vielleicht noch.

    Warum soll man für Schützen die in der Masse mit einfacherem Gerät arbeiten können Spitzenwaffen bauen, die sie dann nicht zahlen wollen oder können.

  • ich vertrete hier weder Glaube noch Meinung - ich möchte Eindrücke, Erfahrungen, Quellen kennenlernen, um mir eben solche bilden zu können. Geht auch weniger ums "Kulturerbe", sondern finde es nur interessant und möchte gerne dazu lernen. Ich denke, dass in China aktuell wie in allen Sportarten, jeder von klein auf extrem gefördert wird, der in -egal welcher Sportart- ggf. ein Ausnahmetalent hat und damit bei internationalen Wettbewerben den Fokus auf China richtet.
    Ist Schießsport an sich in China ein Sport mit hohem öffentlichen Interesse, so dass sich hier ggf. frei von gezielter staatlicher Sportförderung eine "professionelle" Basis gebildet hat? In Indien scheint Schießsport in wohlhabenden Kreisen eher kulturell noch ein gewisses Erbe zu haben?
    Würden bei hohem gesellschaftlichem Interesse nicht in anderen Ländern auch Hersteller von Waffen oder Zubehör auf den Markt drängen? Das "große Geschäft" (firmentechnisch), scheint es nur in Deutschland zu sein und ein paar wenige Betriebe, mit gar nicht sooo vielen Mitarbeitern, den Sportmittelbedarf des gesamten Planeten zu decken?
    Diese Diskrepanz finde ich schlicht interessant - möchte hier weder hitzige Diskussionen hervorrufen (ist ja teilweise strange, mit welcher "Vehemenz, teils "persönlich angefriffen" einzelne hier schreiben, ist doch ein freiwilliges Forum, wo die meisten schlicht Austausch zum Hobby suchen) noch "Glaubenskriege" vom Zaun brechen. Nur ein bisschen Background bekommen, von alten Hasen, die die Geschichte vielleicht noch selber erlebt haben. Wie sah es z.B. in den 70ern und 80ern aus, bevor China auf den "Sportmarkt" drängte (auch in anderen Disziplinen)- war das denn mal eine "Deutsche Domäne", die eine derartige Vormachtstellung Ausrüstungstechnisch begründete?

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  • Ich denke, dass in China aktuell wie in allen Sportarten, jeder von klein auf extrem gefördert wird, der in -egal welcher Sportart- ggf. ein Ausnahmetalent hat und damit bei internationalen Wettbewerben den Fokus auf China richtet.

    Schon geht's weiter.

    Die Biographien mancher chinesischen Sportler lassen vermuten dass Talente bei vorhandener Leistungsbereitschaft besser gefördert werden als Schützen bei uns.

    Als um 1990 mal ein Trainer bei uns sagte daß die Leute nach der Arbeit 2 Stunden zu Training fuhren ernten er nur verwundertes staunen.

    Ist Schießen in China wirklich so eine besondere Sportart?

    Bei uns gibt's lustigere Sachen als Leisungssport.


    Würden bei hohem gesellschaftlichem Interesse nicht in anderen Ländern auch Hersteller von Waffen oder Zubehör auf den Markt drängen? Das "große Geschäft" (firmentechnisch), scheint es nur in Deutschland zu sein und ein paar wenige Betriebe, mit gar nicht sooo vielen Mitarbeitern, den Sportmittelbedarf des gesamten Planeten zu decken?

    Der Sporler nimmt wenn es ihm nicht vorgesetzt wird das geeignetste bezahlbare verfügbare Material und schaut nicht auf die Herkunft.

    USA ist Autoland, sind die etwa berühmt für besonders gute Alltagsautos oder erfolgreiche Wettbewerbsfahrzeuge?

  • USA ist Autoland, sind die etwa berühmt für besonders gute Alltagsautos oder erfolgreiche Wettbewerbsfahrzeuge?

    "Wettbewerbsfahrzeuge" Le Mans: 1966, 67, 68, 69 Ford GT40, vorher 1960, Chevrolet Corvette C1

    trainieren, nicht heulen...
    FWB P85
    FWB P8x
    Tesro RS100
    CZ75 Sport II
    Walther GSP 500
    S&W 686-3
    Peters Stahl Multical .45

  • Was willst Du jetzt damit sagen?

    Du hattest behauptet, die USA seien nicht berühmt für erfolgreiche Wettbewerbsfahrzeuge.

    Aktuell vielleicht nicht in Europa, für deren spezielle Rennen dort gibt es dann noch ein paar

    trainieren, nicht heulen...
    FWB P85
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    Tesro RS100
    CZ75 Sport II
    Walther GSP 500
    S&W 686-3
    Peters Stahl Multical .45

  • Du hattest behauptet, die USA seien nicht berühmt für erfolgreiche Wettbewerbsfahrzeuge.

    War die Corvette nicht achter?

    3 x gewonnen vor 60 Jahren ist berühmt, was ist dann mit GB, Italien oder Deutschland (ohne DDR)?

  • Junge Leute wollen nicht. Sie sind zufrieden, so wie sie sind. Sie kommen nicht ernsthaft zum Schießen.
    (ich habe sogar die Schule geschwänzt. Ich bin zum Training gegangen, wann immer ich konnte).

    Jetzt ist es einmal pro Woche, und sie finden jedes Mal eine Ausrede, nicht zum Training zu kommen.
    Es ist nicht ernst gemeint. Sie kommen nur zum Schießen.
    Die Kinder haben kein Interesse. Sie kommunizieren nicht miteinander, sie sind keine Freunde. Ihre Eltern haben sie gebracht und wieder abgeholt. Ein kleiner Bus, der sie von zu Hause abholt, würde die Situation ändern.

  • Meint ihr nicht das es eher daran liegen könnte das unser Sport und damit auch die Sportler bei den meisten "Hundepfui" sind, so nach dem Motto: " Hunden und Schützen ist das Betreten des Rasen verboten - es sei denn die Sportler müssen zwecks Huldigung des "Fürsten" durch zeigen ihrer Siegestrophäe diesen betreten". Schon in den 70er Jahren war der Bezirksmeister LG weniger Wert als die "erfolgreiche" Teilnahme am Kreisvergleich einer anderen Sportart.

  • ...d.h., die Spitzenschützen aus Indien/China können komplett vom Sport leben. (?)
    Haben wir letztlich als Sportsoldaten nicht ähnliche Möglichkeiten auch hier - oder gehört Schießsport nicht zu den Möglichkeiten, die die Bundeswehr speziell unterstützt?
    Ich meine, auch die Bundespolizei hat spezielle Sportprogramme für Spitzenathleten?

    Die Plätze bei Bundeswehr, Polizei und Zoll sind sehr begrenzt und jeweils mit Zeitverträgen versehen. Erreichst du die vorgegebenen Ziele nicht, bist du nach Ende der Saison arbeitslos. Deshalb zwingen die Olympiastützpunkte die Kaderathleten schon früh ein Studium zu absolvieren.

    Aber das ist vom Ende her gedacht. Bis du in den Genuss der Vollförderung als Berufssportler kommst, gehst du in Vorkasse. Bezirks- und Landeskader sind weitestgehend ohne nennenswerte Förderung. Spritgeld, bisschen Munition und mit viel Glück ein wenig Geld durch lokale Stiftungen. Sponsoring nur durch Mäzenen und Familie. Nationalmannschaft bringt im Nachwuchsbereich auch fast nichts, außer man wird noch extra von Sepp-Herberger- oder DFB-Stiftung gesponsert. Die Deutsche Sporthilfe fördert nicht zwangsläufig alle Kadermitglieder.

    Wenn du es dann an die Internationale Spitze geschafft hast, dann kommst du in den Genuss einer relativ guten Förderung durch Bundeswehr/Polizei/Zoll.

    Und das ist dad Paradox: als Amateur in die Weltspitze kommen, um dann Jahresverträge zu bekommen.

    Und das machen andere Nationen einfach besser. Da werden die Athleten schon auf dem Weg zur Spitze unterstützt und erhalten für die Zeit danach auch eine gewisse Absicherung. Das fehlt hier.

  • Und das machen andere Nationen einfach besser. Da werden die Athleten schon auf dem Weg zur Spitze unterstützt und erhalten für die Zeit danach auch eine gewisse Absicherung. Das fehlt hier.

    Das scheint Naturgesetz zu sein. In den USA bekommen sie sogar Lebensmittelmarken schrieb Carcano mal zu dem Thema.

    Die Plätze bei Bundeswehr, Polizei und Zoll sind sehr begrenzt und jeweils mit Zeitverträgen versehen. Erreichst du die vorgegebenen Ziele nicht, bist du nach Ende der Saison arbeitslos.


    Ist es nicht so daß der Ex Sportler dann seine restliche Dienstzeit als Soldat wie jeder andere ableistet und bei Polizei und Zoll in das normale Dienstverhältnis übernommen wird.

    Werdet Golfprofi, da gibt's viel Geld bis ins hohe Alter mit wenig Verletzungsrisiko im Vergleich zu anderen ertragreichen Sportarten.

  • Die Plätze bei Bundeswehr, Polizei und Zoll sind sehr begrenzt und jeweils mit Zeitverträgen versehen. Erreichst du die vorgegebenen Ziele nicht, bist du nach Ende der Saison arbeitslos. Deshalb zwingen die Olympiastützpunkte die Kaderathleten schon früh ein Studium zu absolvieren.

    Als meine Tochter (damals C-Bundeskader Pistole) bei der Bunten Wehr mal nett nachfragte, ob es einen Weg gäbe, ein Medizinstudium (Militärmedizin, wie ihr Opa) mit einem Platz im Sportkader zu verbinden, wurde sie wieder weggeschickt. Ein Glück. das hat sie vor vielem Übel bewahrt, sie schreibt jetzt gerade ihre Doktorarbeit und wird in persönlicher Freiheit (als Beamte verpflichtet man sich, Dinge zu tun, die man sonst nicht unbedingt tun würde) sicher nicht schlechtes Geld verdienen.

    Zitat

    Und das ist das Paradox: als Amateur in die Weltspitze kommen, um dann Jahresverträge zu bekommen.

    Genau das ist das Problem. Da ist nichts mit "work-live-balance"!

    Es ist schlichtweg nicht für Deutsche attraktiv, sich den Spitzensport anzutun. In anderen Ländern ist das aber ein ein reelles Ticket, um aus der Gosse in den vermeintlichen Himmel (Olymp) aufzusteigen.

    Zitat

    ...d.h., die Spitzenschützen aus Indien/China können komplett vom Sport leben. (?)
    Haben wir letztlich als Sportsoldaten nicht ähnliche Möglichkeiten auch hier - oder gehört Schießsport nicht zu den Möglichkeiten, die die Bundeswehr speziell unterstützt?

    Um ganz oben mitsporteln zu können (in egal, welcher Disziplin, die nicht absolut exotisch ist), muss man Vollzeit für den Sport arbeiten, trainieren, Mentaltraining, Gymnastik, Elastik ... - die DDR-Spitzensportler haben zwar alle irgendeinen Beruf gelernt, aber was sie wirklich als Ausbildung hatten, war Sport, Sport, Sport und dann nochmal Sport. 7/24. Ich habe mich lange mit einem DDR-Olympia-Silbermedaillengewinner darüber unterhalten. Die haben am Tag 8x 50 min geschossen und die 10min Pause lagen sie am EKG. Er sagte, man schießt dann nur noch in Trance. Dafür durften sie dann in den Westen reisen und bekamen hin und wieder als Prämie eine elektrische Brotschneidemaschine o.ä. geschenkt. Dafür lohnte sich das harte Training!

    Jeden Tag ´ne grüne Tat: Verbieten, was ein andrer mag!

    "Das Scheibenbild zeigt zum Schützen." (DSB Sportordnung 0.4.1.1)

  • Genau das ist das Problem. Da ist nichts mit "work-live-balance"!

    Es ist schlichtweg nicht für Deutsche attraktiv, sich den Spitzensport anzutun. In anderen Ländern ist das aber ein ein reelles Ticket, um aus der Gosse in den vermeintlichen Himmel (Olymp) aufzusteigen.

    In anderen Foren träumt Waffenbesitzer ja schon lange davon daß wir soweit kommen (so tief sinken sonst versteht Schütze es nicht) daß auch bei uns der sportliche Erfolg wieder eine Möglichkeit zu Aufstieg darstellt.

    Um ganz oben mitsporteln zu können (in egal, welcher Disziplin, die nicht absolut exotisch ist), muss man Vollzeit für den Sport arbeiten, trainieren, Mentaltraining, Gymnastik, Elastik ... - die DDR-Spitzensportler haben zwar alle irgendeinen Beruf gelernt, aber was sie wirklich als Ausbildung hatten, war Sport, Sport, Sport und dann nochmal Sport. 7/24. Ich habe mich lange mit einem DDR-Olympia-Silbermedaillengewinner darüber unterhalten. Die haben am Tag 8x 50 min geschossen und die 10min Pause lagen sie am EKG. Er sagte, man schießt dann nur noch in Trance. Dafür durften sie dann in den Westen reisen und bekamen hin und wieder als Prämie eine elektrische Brotschneidemaschine o.ä. geschenkt. Dafür lohnte sich das harte Training.

    Im Westen musste der Sportler arbeiten und sich den BMW selbst kaufen.

    Was war attraktiver?

  • ...ich glaube (ja, ich erlaube mir weiterhin Dinge, die von vorne herein keine rein subjektive Wahrheit enthalten können Dinge zu DENKEN oder zu GLAUBEN), von seinem Sport "leben zu können" ist in westlichen Ländern nur in wenigen "Massensportarten" durch Zuschauerlust=Werbesummen wirklich möglich. Auch Sportförderung über gewisse Programme sichert ja nicht dein ganzes Dasein, so lange man nicht, was in jungen Jahren oft möglich ist, bei Mami und Papi bleibt, sondern fängt allenfalls erhöhte Ausgaben für Ausrüstung, Reisen etc. ab und senkt im besten Falle die Anzahl von Job-Stunden, um mehr Training zu erhalten.

    Natürlich ist es im Kern so, dass sozialistische Regime immer einen Vorteil haben, wenn begabte Kinder von früh auf gar keine Alternative haben und dann halt trainiert, trainiert, trainiert wird. In der freiheitlich-demokratischen Kultur wird sich dies so nicht verankern lassen. Ich sehe es auch nicht so, dass heute gar keine Jugendlichen mehr Lust auf Leistung haben. Es ist in einer gesamten "Freizeitkultur" natürlich schwerer geworden, sich da loszureißen und als junger Mensch den Trainingsplan einzuhalten, wenn die anderen feiern, aber es gibt schon auch immer wieder junge Menschen mit starkem Willen und die Sicht von uns "Alten" "wir waren früher ganz anders" hat immer so ein Geschmäckle (und nein, bitte keine neue Grundsatzdiskussion...)

    Wie ich ganz am Anfang geschrieben habe, wollte ich diesen Thread auch nicht starten, um hier Glaubenskriege zu starten oder für einzelne ein offenbar blutdrucksteigerndes Minenfeld zu legen (sind wir Schützen nicht alle eher "grund-entspannt"?) sondern bin an der HISTORIE interessiert. Lieben Dank hier z.B. an die Tabellen von Hansaxel, das fand ich sehr spannend und hatte es selber noch nicht gefunden. Auch spannend: Reichen ja bis in die Anfänge von Olympia zurück. Offenbar war das auch früher trotz des nahezu "Herstellermonopols" sporttechnisch nie so ein klares "Deutsches Ding", wie z.B. Rudern, Reiten oder Fechten, wo es ja Jahrzehnte gab, wo die Treppchen fast nur deutsch besetzt waren.

    Hat noch jemand solche interessanten Quellen der Vergangenheit, spannend fände ich auch, zumindest für die letzten 20-30 Jahre, mal ne Liste zu finden, mit welchen Waffen in welcher Ausstatttung geschossen wurde und inwieweit das die Ringzahl verändert hat.

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