Ich will deinen langen Thread von oben nicht Zitatweise Aufstückeln und auch hier nicht alles ansprechen, was ansprechenswert wäre, aber hier nicht hingehört, aber zu 2-3 Dingen will ich doch was sagen:
1) In vielen Verbänden, so auch im RSB, ist nicht das einzelne Mitglied gegenüber dem Verband Beitragspflichtig sondern der Verein. Somit hat das einzelne Mitglied auch kein Klagerecht gegen den Verband, ob der Beitragsanteil für eine Zweitmitgliedschaft im Verband gerechtfertigt ist oder nicht. Da wäre ein Verbandsgericht relativ schnell mit fertig. Du müsstest also deinen Zweitverein ermutigen, dagegen zu klagen.
2) Wenn es um den Sinn von Beiträgen für die Zweitmitgliedschaft geht, dann ist dieser ganz klar darin zu sehen, dass der LV ja nicht nur den Beitragsanteil, der abzuführen ist, bekommt sondern den Gesamtbeitrag für seinen Verband/Person. D.h., er generiert zusätzliche Einnahmen, wie es oben auch schon mal beim HSV erwähnt wurde. Und daher hat er auch ein Interesse, diesen Zweitbeitrag zu erheben. Wenn es darum geht, theoretisch mögliche Massenzweitmitgliedschaften nicht zu missbrauchen, ist die Stimmengewichtung bei der stimmberechtigten Delegiertenversammlung so aufgeteilt, dass es Mitgliederanzahlbezogene Stimmenanzahl pro Verein gibt, die aber mit 1:200 (pro 200 Mitglieder eine Stimme) sehr grob ist und sich somit aufgrund der Verpflichtung, für alle Mitglieder (auch Zweitmitglieder) Beitragspflichtig zu sein, sich nicht zum "kapern" eignet..
Im RSB, und da widerspreche ich AndreasJ , müssen die Vereine für ALLE Mitglieder des Vereins, egal ob Erst- oder Zweitmitglieder oder auch passive oder Ehren-Mitglieder, einen einheitlichen Beitrag bezahlen. Das ist in der Satzung so festgelegt. Lediglich Mehrspartenverein brauchen nur für die Schießsportsparte zu bezahlen.
Und dann als letztes noch die Antwort für Königstiger zu seiner Ausgangsfrage: Bei uns im Verein haben wir keine Unterteilung in Erst- und Zweitmitgliedschaften (eben weil wir für Zweitmitglieder genauso an den Verband bezahlen müssen wie für die Erstmitglieder), aber wir haben die Möglichkeit, von der wir bzw. die Schützen auch öfter Gebrauch machen, mittels eines Antrags den Beitrag abzusenken, wenn Schützen quasi ausschließlich bei Meisterschaften oder Ligawettkämpfen in unseren Mannschaften mitschießen und ansonsten so gut wie nicht bei uns trainieren, oft auch, weil sie weiter weg wohnen. Es gibt dann noch die wirkliche passive Mitgliedschaft, die aber bedeutet, dass man keinerlei Bescheinigungen/Befürwortungen oder Bedürfnisbestätigungen bekommt. Aber auch für diese passiven Mitglieder werden Beiträge an den Verband abgeführt. Und bzgl. Carcano 's Begründung, warum Zweitmitglieder keinen Beitrag bezahlen sollten, weil sie den Stand ja meist weniger benutzen: Wenn ich immer danach differenzieren würde, wie oft der Stand von wem benutzt wird, dann habe ich viel zu differenzieren. Wir leben in einer Gesellschaft, die in vielen Punkten vom Solidarprinzip lebt. Da wird nicht minutiös aufgerechnet!
Und das ist, dann auch als letzter Punkt, auch der Grund, warum der Beitrag (sowohl der Vereins- wie auch der Verbands- und DSB-Beitrag) nicht so hoch ist, wie ihn der eine oder andere vielleicht als gerechtfertigt ansehen würde und auch bezahlen würde: Es zahlen ihn nicht nur Sportler, für die das weniger eine Herausforderung wäre, sondern auch viele, die selber nicht oder nicht mehr schießen. Beim RSB sind geschätzt 1/3 der Mitglieder aktive Schützen (die auch an Meisterschaften/Wettbewerben) teilnehmen. Der Rest schießt, wenn überhaupt nur zu Hause oder ist inaktiv. Wenn man für diese Leute den Beitrag zu hoch ansetzt, sind sie weg. Da hat niemand, auch der DSB nicht, was von. Und beim DSB wird das Verhältnis nicht viel anders aussehen, ähnlich bei den Westfalen und den Norddeutschen. Die Unterteilung aktiv/passiv, wie bei den Westfalen von Murmelchen beschrieben, birgt die Problematik der "Schummelei". Auch damit haben die Westfalen ja Erfahrung. ![]()
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