Seilzuganlage spinnt... 😱

  • Hallo ihr Meisterschützen/-innen 😉

    Vorab ich bin mir nicht so sicher ob das Thema hier richtig ist ...

    Aber in die anderen Foren passt es meiner Meinung so gar nicht, also ab ins "Zubehör"

    Unser Verein betreibt einen KK Stand (25/50m) mit 4 Seilzug Anlagen der Firma Johannsen vom Typ KK65 Baujahr um 1989.

    Leider "spinnt" eine der Anlagen seit einiger Zeit massiv rum. Sprich der Scheibenwagen fährt ungebremst an die Entpunkte, bei Einstellung auf 25m sogar völlig bis auf die 50m. Früher tratt dieser Fehler sehr sporadisch auf (vor allem bei sehr hohen bzw. niedrigen Temperaturen) er hat sich mittlerweile aber leider manifestiert. 😭

    Die Anlage wir über je eine Steuerplatine und 4 Relais betrieben. Die Ursache war mit etwas experimentieren und teile tauschen relativ schnell gefunden, eine der Platinen ist wahrscheinlich das Problem, da der Fehler mit ihr "wandert" und die anderen Anlagen problemlos laufen.

    Die betroffene Platine wurde von uns auch schon eingeschickt und vom Hersteller überprüft, ist lt. seiner Aussage okay. Sie konnte dort aber auch nur "durchgemessen" werden. Ein Test unter realen Bedingungen ist nicht möglich, da es durch das Alter der Anlage keine Testanlage oder ähnliches mehr gibt. Da uns für eine Umrüstung auf ein neueres System aktuell das Geld fehlt wollen ir eine versuchen es zu richten. Dazu hier meine Frage:

    Kennt diesen Fehler evtl. Jemand und kann uns bei der Beseitigung unterstützen???

    Oder hat vielleicht noch jemand Ersatzteile da/über?

    Wir sind für jede Hilfe sehr dankbar!

  • An den Beiden Trimmpotis (Längliche Bauteile Rechts über dem IC) stellt man die Schnellauf und Kriechzeiten ein.
    Wenn die jetzt zu Lange läuft muss man dort die Zeit erstmal Weit zurück stellen und dann langsam wieder hochdrehen bis die Schnelllaufzeit wieder so passt das der Wagen noch etwa 1-1,5 Sekunden im Kriechgang auf Anschlag läuft.

  • Es kann sein, dass die Potis korrodiert sind und somit nicht die richtigen Werte angeben. Dazu würde passen dass der Fehler zunächst sporadisch auftrat. Wir haben eine 50 m Anlage bei der auf einer Platine eine Relais verbaut ist (Bipolar) das es nicht mehr gibt. Würde die Anlage nur in eine Richtung laufen wäre es das Relais das nicht mehr schaltet (ist der Richtungsspeicher). Da aber nur die Zeiten nicht funktionieren sind es in der Regel Bauteile wie Elektrolytkondensatoren und Potis die Müll machen. Diverse Logik IC können auch mal streiken, allerdings sind die meisten davon gut erhältlich. Hab grad geschaut, das RHL 2-24v wird nicht mehr gebaut und ist nur durch viel suchen erhältlich. Aber das wird es nicht sein. Wenn ihr die Platine kreuz getauscht habt können es auch nicht die Steuerrelais sein.

    Temperaturfehler sind oft kalte Lötstellen wobei die gemessenen Teile nicht auffällig sind. es ist ja die Lötstelle. Dioden oder IC haben gern auch mal Temperaturfehler. Könnte man mit Kältespray im Betrieb checken. Elkos sind nicht viele drin. Der Tantalelko schaut gut aus.

    Konsequent alle Lötstellen entlöten und neu verlöten wäre eine Maßnahme. Nur Nachlöten muss nicht den Erfolg bringen, da man oft die Grundqualität der Lötstelle nicht erkennen kann. Trimmpotis mal tauschen oder mit einem Auffrischungsmittel behandeln. Kontaktspray könnte den Poti langfristig auflösen !

    Wenn ihr niemanden habt um die Lötstellen zu bearbeiten gerne melden. Irgendwo habe ich auch noch nen Originalschaltplan von Johannsen im Verein vergraben. Allerdings ist unsere Schaltung wohl etwas anders, da nur 50 m


    Matze

  • Das Problem ist das sie teilweise normal läuft zum Beispiel auf 25 m und dann fährt sie auf die vollen Geschwindigkeit auf die 50 Meter durch...

    Sonntag lief die Anlage auf 25m problemlos, heute angemacht gestartet und sie ist komplett durchgeschossen....

    Nach 2x Notaus lief sie wieder ganz normal!

  • Wie reagiert die Platine wenn sie verdreht oder gebogen wird..? Was vorstellbar ist wenn die Stromversorgung spinnt. Bei zu wenig Spannung oder Strom spinnen einige Bauteile gern. Beim verdrehen öffnen sich eventuelle kalte Lötstellen und es zeigt sich ein Fehler oder keiner. Bei mehrfachem ein oder ausschalten reparieren sich einige Fehler auf zeit durch Temperatur oder Spannungsspitzen.

    Woher kommst du..?

  • Also mal ein kleines Update zur obigen Platine:

    Shooterboy hat mir das Teil zugesendet und ich habe folgende Bauteile geprüft:

    1) Elkos waren von den Werten her unauffällig.

    2) Potis erst ausgemessen (auf eingestellten Wert) und dann nach Auslöten mit einem Zeigerinstrument getestet. Funktion ohne irgendwelche Auffälligkeiten. Das einzig auffällige war, dass ein Poti am Anschlag stand (völlig untypisch). Potis wieder eingelötet.

    3) ich habe sämtliche Durchkontaktierungen neu gelötet und alle Widerstände und Kontakte in dem Regelkreis nachgelötet. Einige Stellen sahen nach schlechter lötstelle aus, aber nur bei sehr genauem Hinsehen.

    4) Das Relais war offensichtlich OK da es ja keine Richtung bevorzugte. (ist nicht mehr erhältlich)

    Bauteile waren auch keine defekt, das einzige Auffällige war der Poti am Anschlag. Das erklärt auch das "digitale" Verhalten dass die Platine manchmal funktionierte und manchmal nicht, je nachdem wann die kalte Lötstelle aktiv war.


    Wie shooterboy mir erklärte hat die Platine wohl auf 25 m sofort funktioniert und auf 50 m erst sauber nachdem das Poti neu eingeregelt war.

    Eine finale Info ob alles nun gut ist oder nicht habe ich noch nicht, allerdings habe ich den Eindruck dass es funktioniert.

  • Ein spätes Update:

    Die Platine lief bis Ende Herbst super leider fing das "Fehlverhalten" mit dem Beginn des Winters wieder an und mal sehen wie es jetzt weiter geht...

    Sollte jemand so eine oder eine ähnliche Platine überh haben bitte gerne melden!!!

  • Hey habe jetz heraus gefunde wie die Anlagen an Sich heißen...

    Hersteller ist die Firma Johannsen

    und es Ist eine KK 36 ( KK T-M 36) bzw. KK65!

    Wie gesagt sollten irgendwo entsprechende Teil über sein und nicht mehr benötigt werden bitte gerne Melden.

  • Wie gesagt sollten irgendwo entsprechende Teil über sein und nicht mehr benötigt werden bitte gerne Melden.

    Habt ihr mal Überlegt die alten Steuerungen durch eine neue Industrie Steuerung von WAGO oder Siemens zu ersetzen?
    Oder eventuell auch den einfachen Weg mit Standard Relais, Schützen und Zeitrelais?

    Also was, das auch über Jahre Lieferbar ist und wo man auf Standard Komponenten und Standard Software zurückgreifen kann.
    Die von den Anlagenherstellern gefertigten Paltinen sind meist kein Industrie Standard, sind anfällig gegen Feuchtigkeit und die Bauteile sind auch nicht die Besten. So haben fast alle Vereine irgendwann Probleme mit den Platinen, zumindest mit denen der anlagen die Draußen montiert sind.

  • Die Anlage ist eine für 25 und 50 m und hat an sich "nur" eine kalte Lötstelle. Kritisch an den alten Johansen Platinen ist nur ein Relais dass als Speicher fungiert für die Richtung. Dieses Relais ist nicht mehr verfügbar. Da müsste man sich also ein Ersatz basteln, was aber auch machbar ist. Alle anderen Teile sind Standard Teile die man an fast jeder Gießkanne bekommt. Das Angebot von Johansen ist eine neue Steuerung für 1000 Euro ein zu bauen......Je nach Verein ein kleines Sümmchen das wirklich nicht weiter ins Gewicht fällt. Da findet sich immer ein edler Spender..........

    Als an unserer 50 m Anlage was defekt war hat mir Johansen gesagt dass sie nix mehr reparieren, wir sollten gefälligst eine neue Steuerung kaufen. Nachdem sie mir den Schaltplan geschickt hatten konnte ich den Fehler lokalisieren (Relais) und habe nach langem suchen noch eines gefunden. Die Anlage läuft jetzt für einen Kostenaufwand von 7,50 schon seit 12 Jahren fehlerfrei. Warum also damals 600 Euro ausgeben für eine Elektronik, die man heutzutage wegen Programmierung etc. nicht mal reparieren kann ??

  • Soderle ein kleines Update zu der Platine.

    In 4 stündiger Arbeit habe ich den großen Steckverbinder ausgelötet, sämtliche Durchkontaktierungen abgesaugt und mit Draht neu verlötet. Den Steckverbinder wieder rein und dann noch einmal sämtliche Lötstellen abgesaugt und neu verlötet. Es waren zwar viel Ansätze zu kalten Lötstellen, aber nicht eine hat mich wirklich überzeugt. Durchpiepsen der Leiterbahnen war total unauffällig und zu guter letzt habe ich doch noch die IC Fassungen nachgelötet obwohl alles toll aussah.

    Heute noch einmal 2 h investiert und die Potis noch einmal überprüft. Völlig unauffällig. Kein Kratzen....nix.

    Poti wieder rein und abschliessende optische Prüfung auf vergessene Lötstellen oder Pfusch meinerseits. Da lachte mich plötzlich unter einer IC Fassung ein Draht an. Oki,... also doch gepfuscht und nen Schnipsel vergessen. Aber Pustekuchen. Draht war fest. Genauwer hingeschaut und festgestellt dass jemand seitlich an der Fassung rumgelötet hat, was man zwar vielleicht schon mal macht wenn die Platinenoberseite nicht genug Lötzinn zieht und man den Kontakt sicher stellen möchte, aber man vermeidet derartige Rumbraterei möglichst. Ich habe mich dann entschieden die Fassung auszulöten und mir das genauer an zu schaun.



    So war das Teil original hergestellt worden.



    Das war die Platinenseite nach dem Auslöten.

    Ein hundsgemeiner Fehler der so richtig schön versteckt war.

    Alles gesäubert, sauber verlötet und nun liegt alles Verpackt und fertig für den Versand bereit. Das Durchpiepsen des Kontaktes war übrigens nur digital möglich. Mal war Durchgang, mal nicht. Nach dem wieder einsetzen ist der Kontakt einwandfrei. Das IC ist ein Schmitt Trigger, der zum hin und herschalten zwischen 25 und 50 m genutzt wird. Passt zum Fehlerbild, dass die Entfernungen nicht sauber umgeschaltet werden konnten. Nun bin ich gespannt ob das Teil wieder einwandfrei funktioniert. Denke ich aber schon. Schon beim letzten mal hatte ich die Lötstellen der IC nachgelötet, daher wohl das kurzzeitige Funktionieren. Ich hatte es aber auf andere Bauteile geschoben. So einen Produktionsfehler hatte ich nicht wirklich auf dem Schirm.


    Matze