Gewichtheberschuhe?

  • Die Sportordnung verpflichtet die Sportschützen in den Wettkämpfen Schuhe zu tragen. Sie beinhaltet Vorschriften, welche die zugelassenen Schuhe erfüllen müssen. Daß die Schuhe bei Wettbewerben im Pistolenschießen, die unter den Sportordnungen der ISSF, ESC und DSB durchgeführt werden, vorwiegend im Stehen genutzt werden und nur ein wenig im Gehen, ist folgerichtig.

    Daß die Schießschuhe passen sollen, bequem sein sollen und einen guten Stand ermöglichen sollen, sind naheliegende Kriterien, welche an die angebotenen Erzeugnisse der Industrie gestellt werden. Letztendlich geht es dabei in erster Linie um die Stabilität des Schützen. Was aber aus meiner Sicht ebenso in die Bertrachtung einbezogen werden sollte, sind die Balance und das Gleichgewichtsempfinden des Schützen. Der Mensch kann die normalen Schwankungen des Körpers am besten ausgleichen, wenn er barfuß auf dem Fußboden steht. Je mehr Material sich zwischen den Füßen und Fußboden befindet. d.h. je dicker die Schuhsohle ist und je mehr Wölbung sowie Neigung sie aufweist, um so schwieriger wird es für den aufrecht stehenden Pistolenschützen zu balanzieren.

  • Was aber aus meiner Sicht ebenso in die Bertrachtung einbezogen werden sollte, sind die Balance und das Gleichgewichtsempfinden des Schützen. Der Mensch kann die normalen Schwankungen des Körpers am besten ausgleichen, wenn er barfuß auf dem Fußboden steht. Je mehr Material sich zwischen den Füßen und Fußboden befindet. d.h. je dicker die Schuhsohle ist und je mehr Wölbung sowie Neigung sie aufweist, um so schwieriger wird es für den aufrecht stehenden Pistolenschützen zu balanzieren.

    Dann sollten doch 'Barfußschuhe' besser geeignet sein, als die starren Schießschuhe.

    trainieren, nicht heulen...
    FWB P85
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    Tesro RS100
    CZ75 Sport II
    Walther GSP 500
    S&W 686-3
    Peters Stahl Multical .45

  • Für der der es gewohnt ist vielleicht.

    In den 90iger Jahren waren die Messplattformen in den Leistungszentren sehr gefragt.
    Aus dieser Zeit stammen auch noch Erkenntnisse was ein Schuh haben sollte und was möglich ist innerhalb des erlaubten.
    Die Formen der Sohlen, der Fußbetten und der Neigung stammen noch zum Teil sicher aus der Zeit. Da dürfte noch die eine oder andere Erkenntnis dazu gekommen sein.
    Barfuß würde heißen der Schuh müsste plan sein wie ne Spanplatte, das kann schon deshalb nicht stimmen weil Fußabdrücke im Sand nie so plan sind.
    Orthopädische Schuheinlagen wären dementsprechend ne platte Sohle.
    No. Limits

    Steyr EVO/E
    Match Gun MG2E / MG5E
    Felix Team 45 ACP
    SIG 210/6 Full Race Gun, Oschatz

    Ich habe Ecken und Kanten nur eine Null hat keine!

  • Ein wirklicher Barfußgeher wird aber mit orthopädischen Sohlen Probleme haben weil die Belastungen im Schuh völlig anders sind.

    Gelegentlich werden halt nicht vorhandene Probleme gesucht und gelöst.

  • Ich sehe hier den imaginären Zeigefinger 😁 In der gestrigen Finale Männer LuPi in München hatte zumindest der Tscheche Gewichtheberschuhe von Adidas an. Von den letzten 4 hatten 2 keine Schießbrille - ein NoGo aus deutscher Sicht.

    Oder wie unser Landestrainer mal sagte, er wundert sich was so ein Schütze in der Kreisklasse alles an Ausrüstung braucht. Damals war das Aufgelegt noch nicht erfunden, das hätte der vermutlich nicht mehr verstanden.

  • Wenn der Mensch barfüssig am leichtesten seine Körpeschwankungen ausgleichen kann, so bedeutet es nicht zwangsläufig, daß die im Wettkampf zu tragende Schießschuhe platt wie eine Tischlerplatte sein müssen. Daraus ergeben sich allerdings Folgerungen, wie ein Schießschuh für Pistolenschützen optimal beschaffen sein sollte. Es wäre interessant zu erfahren, was die oben erwähnten Untersuchungen in den 90-er Jahren für Ergebnisse zu dieser Frage erbracht haben.

    Eine Antwort auf die gestellte Frage könnte ein ausgebildeter und erfahrener Schuhmacher geben. Ich vermute, daß er zu einem Maßschuh raten würde, da ein Konfektionsschuh die gestellten Anforderungen wegen der unterschiedliche individuellen Gegebenheiten der Schützen nicht optimal erfüllen kann. (Diese Antwort bekommen wir regelmäßig auch im Zusammenhang mit dem Pistolengriff zu hören.) Der Pistolenschuh muß eine formstabile Brandohle aus einem speziellen Sohlenmaterial (am besten grubengegerbtes Leder) haben, unter die zunächst eine Zwischensohle und dann eine dünne Gummisohle geklebt wird, um eine Rutschfestgkeit zu erreichen. Der Schuhschaft sollte aus einem relativ festen Material bestehen, um dem Fuß eine guten Halt zu geben. Das Innenmaterial des Schaftes (am besten speziell gegerbtes Kalbsleder) sollte feuchtigkeitsausgleichend und antibakteriell sein. Der Sohle und der Schaft sollten an die Fußform und den Fußumfang angepaßt werden. Zwischen dem Schaft und der Brandsohle sollte eine (relativ dünne) Korkschicht eingebaut werden, welche durch Druck und Körperwärme beim Gebrauch an den Fuß angepaßt wird. Der Absatz bzw. die Sohlenneigung sollte bei Männern etwa 2-3 cm betragen, bei Frauen 3-4 cm - aufgrund evolutionsbedingt anderen orthopädischen Gegebenheiten. Die Herstellung eines solchen Maßschuhes würde je nach dem verwendeten Material zwischen 1.000 - 1.500 Euro kosten. (Kosten eines orthopädischen Maßschuhs: Als Zwischenschritt wird bei der Herstellung ein individueller Leisten nach Maß angefertigt, an den die Sohle und der Schaft angepaßt werden.)

    Ich nehme an, daß die wenigsten Pistolenschützen sich einen solch teueren Maßschuh leisten wollten. Die im Handel angebotenen Schießschuhmodelle - auch wenn sie im Vergleich zu den üblichen Sportschuhen teurer sind - zumeist die gestellten Anforderungen im Rahmen der Konfektion. (Wenn ich die speziellen Sportschuhe für Pistolenschützen mit manch anderen Sportschuhen vergleiche, so kommt mir der Spruch eines Berliner Maßschuhmachers in den Sinn, der die Erzeugnisse der Branche in (echte) Schuhe und (lediglich) Fußbekleidung einteilte.)

  • Eine Antwort auf die gestellte Frage könnte ein ausgebildeter und erfahrener Schuhmacher geben.

    Warum das, bisher konnte im Forum zu jeder Frage jemand gefunden werden der es besser meinen glauben oder denken kann.

  • Warum das


    Na ja mir ist nicht bekannt ob Spitzenschützen Maßschuhe tragen.

    Alpine Skifahrer tun das, dort ist das schon lange eine Basic.

    Da muss ja eine Industrie auch drauf ausgerichtet sein. Beim Schießsport ist so etwas eher nicht zu finden da hier nicht das große Geld dahinter steht.

    Insofern war mein Tipp schon Zielführend, schlichtweg die einzelnen Modelle der Hersteller testen da die unterschiedliche Wege gehen. Mit etwas Gefühl und Sachverstand kommt man so auch zum Ziel.

    Und man benötigt dazu keine Ausbildung zum Orthopädie Schuhmacher.

    Steyr EVO/E
    Match Gun MG2E / MG5E
    Felix Team 45 ACP
    SIG 210/6 Full Race Gun, Oschatz

    Ich habe Ecken und Kanten nur eine Null hat keine!

  • Das ist wahr! Aber hoffentlich Wissen zumindest die Hersteller, was sie tun.

    Auf den Videos zu den Pistolenwettbewerbe der ESC-Europameisterschaft 2024 in Osijek ist zu sehen, daß etliche der Schützen Schießschuhe von Sauer tragen. Sauer gewinnt offensichtlich bei Spitzenschützen zunehmend an Akzeptanz. Einige wenige bevorzugen die Schießschuhe von Corami. Adddas ist mit verschiedenen Modellen auch vertreten. Dieses Bild bieten auch die Videos des ISSF-World Cups 2024 in München.

    Ich habe lange Zeit Sportschuhe von Emil Brütting im Training getragen. Er war ein begnadeter Orthopädieschuhmacher, der Spitzenläufer seiner Zeit mit Schuhen versorgte. Aber auch an der besten Qualität nagt der Zahn der Zeit. Als Ersatz habe ich mir ein aktuelles Modell dieser Marke, den Roadrunner angeschafft: nicht schlecht, aber nicht mehr die alte Qualität. Der Easy Top von Sauer, den ich bei RB-Shooting angepaßt habe, hat mir wegen der starken Polsterung mit künstlichen Materialien und des starken Geruchs nicht gefallen. Stattdessen habe ich die Schießschuhe von RBS-Equipment genommen, die wenig Polsterung aufweisen, dafür aber trotz des erstaunlich niedrigen Preises weitgehend aus Leder bestehen. Sie sichern einen stabilen Stand. Allerdings sind sie bei mir bisher wegen der langen Corona-Ausgangssperre nur selten zum Einsatz in Wettkämpfen gekommen.

  • Das ist wahr! Aber hoffentlich Wissen zumindest die Hersteller, was sie tun.

    Dass die Hersteller das wissen bezweifle ich nicht, beim Kunden habe ich manchmal Zweifel.

    Wenn sich der Kunde dann die bequemen Einlagen kauft, braucht es auch keinen besonderen Schuh. Aber der Kreisklasseschütze ist toll ausgestattet.


    Ich habe lange Zeit Sportschuhe von Emil Brütting im Training getragen. Er war ein begnadeter Orthopädieschuhmacher, der Spitzenläufer seiner Zeit mit Schuhen versorgte.

    Die würden mir auch mal von einem Läufer (Orthopäden) zu lauen empfohlen, die waren oft günstig, weil keine bekannte Marke, warum die aber besonders zu schießen taugen sollten, muss man sich erstmal vorstellen können.

  • Selbsverständlich mußte es für ein Paar heißen. Kein Schuhmacher und kein Schuhgeschäft nennt den Preis für einen einzelnen Schuh, sondern üblicherweise für ein Paar.

    Die früheren Schuhe von Emil Brüting waren von selten guter Qualität. Das Innefutter war aus Kalbsleder, das aufgeprägte Fußbett ebenfalls lederbezogen. Hier war keine Schuheinlage vonnöten. Die heutigen Modelle des Unternehmens, Astroturfer und Roadrunner, beistzen nicht diese Qualitäten. Eine Schuheinlage wäre hier aber auch fehl am Platz. Ich habe beide, benutze sie aber nicht zum Laufen. Dazu habe ich Laufschuhe von Asics, die von der Materialqualität und der Formstabilität trotz des beachtlich hohen Preises der ironisch gemeinten Bezeichnung "Fußbekleidung" schon sehr nahekommen. Da die genannten EB-Modelle aber durch ihre stabile Form den Fuß gut umschließen und eine flache Sohle aufweisen, ziehe ich sie gern zum Training an. Die richtigen Schießschuhe müßte ich bei jedem Gang zur Scheibe und beim Aufenthalt im Vereinslokal ausziehen.