Waffenbesitzbedürfnis eines Sportschützen, Urteil des VGH Baden-Württemberg

  • Wobei alle vier genannten Kaliber irgendwie doch mit dem Militär zusammenhängen könnten.

    Nach der Logik kann man alles weg argumentieren. Wenn's ein Loch in ein Stück Papier stanzt, macht's auch ein Loch in einen Menschen und der Unterschied z.B. zwischen 9x19mm und 9x21mm ist eher akademisch als praktisch.

  • Nach der Logik kann man alles weg argumentieren. Wenn's ein Loch in ein Stück Papier stanzt, macht's auch ein Loch in einen Menschen und der Unterschied z.B. zwischen 9x19mm und 9x21mm ist eher akademisch als praktisch.

    Habe ich das etwa bestritten?

  • Ne, aber ich finde die Versteifung auf "Krieg-XYZ" und die daraus resultierende Argumentation einfach lächerlich.

    Diejenigen, welche das Schiessen bzw. den Waffenbesitz insgesamt verbieten wollen, interessiert es nicht, ob du jetzt eine .223 oder eine .224 besitzt. Die haben ein Problem damit, dass du überhaupt was besitzt.

    Übrigens werden zum Beispiel die Britischen Kadetten mit .22LR ausgebildet und die Britische Armee führt das Kaliber offiziell als Ordonnanz. Soviel zu Militärmunition.

  • Freunde,

    es gab mal eine Zeit, noch gar nicht so lange her, da war für die meisten Mitmenschen der Unterschied einer Schusswaffe als Kriegsgerät oder als Mordwaffe und dessen Verwendung als absolut friedliches Sportgerät noch völlig klar und 'nur' weil Menschen auch Schusswaffen einsetzen, um zu meucheln oder Gewalt auszuüben, hat kaum jemand damals das Sportschießen weder als olympischen Wettkampfsport noch als damals noch in fast jedem Dorf ausgeübten Breitensport in Frage gestellt.

    Warum ist das heutzutage so anders? Am Sachverhalt an sich hat sich ja nichts geändert. Im Gegenteil, mit Schusswaffen wird heutzutage sogar deutlich weniger gemeuchelt. Gehirnwäsche, wie Califax schon schrieb, allgemeine Verblödung und geistige Tieferlegung? Oder ist da doch etwas im Essen, wie einige ja vermuten?


    Mit bestem Schützengruß

    Murmelchen

  • Warum ist das heutzutage so anders?

    Weil die eine Seite Propaganda verbreiten darf, wie sie will, und der anderen Seite bei zu heftiger Gegenwehr die Zuverlässigkeit entzogen wird.

    Es waren nicht die Schützen, welche mit dem "Babykiller assault rifle 9000" Nonsens angefangen haben, sagen wir's mal so.

  • Ne, aber ich finde die Versteifung auf "Krieg-XYZ" und die daraus resultierende Argumentation einfach lächerlich.

    Lächerlich ist das leider nicht, da wird - in der Regel - schon eine Strategie mit befolgt.

    So richtig traurig wird es allerdings, wenn sich das auch vermeintliche oder noch schlimmer, sogar unvermeidliche Sportschützen zu eigen machen. Zumal sie es ja nun wirklich besser wissen sollten.


    Mit bestem Schützengruß

    Murmelchen

  • Lächerlich ist das leider nicht, da wird - in der Regel - schon eine Strategie mit befolgt.


    So richtig traurig wird es allerdings, wenn sich das auch vermeintliche oder noch schlimmer, sogar unvermeidliche Sportschützen zu eigen machen. Zumal sie es ja nun wirklich besser wissen sollten.

    Vielleicht hätte ich mich präziser ausdrücken sollen.

    Auf der Seite der Antis ist es ein bewusster Versuch, die Schützen in einen Topf mit Krieg,Tod, Zerstörung usw. zu werfen und so eine emotionale Reaktion bei der Leserschaft auszulösen.

    Von Seiten der Schützen ist es lächerlich, weil es zeigt, dass sie die Propaganda der Gegenseite gefressen haben.

  • Hallo Samson,

    keine Frage, ich bin da voll bei Dir, vermutlich sogar auch eine schweigende Mehrheit. ;)

    Nur weiß man bei den ganzen Wunderkerzen hier ja nie so genau, was (wer) da wirklich drin ist.


    Mit bestem Schützengruß

    Murmelchen

  • Wobei alle vier genannten Kaliber irgendwie doch mit dem Militär zusammenhängen könnten.

    Sport hat seine Ursprünge im Kriegshandwerk. Im Sport werden (bzw. wurden schon immer) Fähigkeiten und Fertigkeiten eingeübt und zwecks Vergleichbarkeit (Wettkampf) ritualisiert, die man als Krieger gut brauchen kann: Laufen, Fechten, (Speer) werfen, ... ja sogar Schach (nämlich Strategie und Taktik). Schießen ist da ganz eng dabei. Nach 1990 brauchte ich eine ganze Weile mental, bis ich die Scheibe "beschossen" und nicht mehr "bekämpft" habe.

    Wer also mittels Framing versucht, den Schießsport komplett reinwaschen zu wollen von allem bösen Kriegsgeruch, z.B. mit der penetranten Verwendung des Begriffs "Sportgerät" anstelle Waffen, der ist im Inneren seines Herzens unehrlich. Unsere Sportgeräte SIND Waffen. Sie können verletzen und töten und dafür wurden sie originär entwickelt. Das macht auch einen gewissen Teil des Reizes aus, nämlich etwas zu beherrschen, was nicht jeder (gut) kann. Die Disziplin "Ordonnanzgewehr" beispielsweise lebt alleine von altem Kriegsgerät.

    Wer also versucht, bestimmte ihm nicht genehme Waffen vom Sport ausschließen zu wollen, sägt immer weiter am eigenen Ast, bis am Ende wirklich nur noch Zielpunktleuchten übrigbleibt, natürlich nur mit Quietschneonbunten Orthopädieerzeugnissen. Denn auch Blasrohre sind Mordinstrumente - und natürlich auch rassistische kulturelle Aneignung!

    Jeden Tag ´ne grüne Tat: Verbieten, was ein andrer mag!

    "Das Scheibenbild zeigt zum Schützen." (DSB Sportordnung 0.4.1.1)

  • Sport hat seine Ursprünge im Kriegshandwerk. Im Sport werden (bzw. wurden schon immer) Fähigkeiten und Fertigkeiten eingeübt und zwecks Vergleichbarkeit (Wettkampf) ritualisiert, die man als Krieger gut brauchen kann: Laufen, Fechten, (Speer) werfen, ... ja sogar Schach (nämlich Strategie und Taktik). Schießen ist da ganz eng dabei.

    Das darf wie Du oben siehst hier nur nicht jeder schreiben.

  • Ich argumentiere dagegen.

    Wir sind vom Ursprung her Jäger und Sammler.

    Die Menschen, die Kriege führen, haben die Jagdwaffen missbraucht.

    Für den Krieg wurden diese dann verändert. Ich sage bewusst verändert.

    Jagdwaffen und Kriegswaffen wurden dann parallel weiter entwickelt.

    Die Zwecke sind unterschiedlich.

    Die meisten Sportwaffen stammen von den Jagdwaffen ab und wurden für den Sport optimiert.

    Linksschütze
    P8X
    GSP Atlanta
    FWB 800 Wood Basic
    Anschütz 8002
    Anschütz1903

  • So schafft sich jeder seine eigene Realität und wundert sich dass man dann nicht mehr ernst genommen wird.

  • Argumente !!! Substanz !!!

    Wahrnehmung ist subjektiv, das merken wir wenn wir die Standpunkte von Russland und der Ukraine vergleichen.

    In der Wissenschaft gibt es allerdings Erkenntnisse, die von den meisten Menschen akzeptiert werden.

    Wir müssen also das Thema Waffen wissenschaftlich bearbeiten.

    Linksschütze
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    Anschütz1903

  • Argumente !!! Substanz !!!

    Wahrnehmung ist subjektiv, das merken wir wenn wir die Standpunkte von Russland und der Ukraine vergleichen.

    In der Wissenschaft gibt es allerdings Erkenntnisse, die von den meisten Menschen akzeptiert werden.

    Wir müssen also das Thema Waffen wissenschaftlich bearbeiten.

    Oha, dann sollten wir Herrn Prof. Dr. Karl Lauterbach aber von der Diskussion als Wissenschaftler

    a) von der SPD,

    b)Lobbyist für einen anderen Wirtschaftszweig und

    c) am Ende droht immer der Tod,

    ausklammern.

  • Wir müssen also das Thema Waffen wissenschaftlich bearbeiten.

    Nicht gleich so hochtrabende Forderungen stellen, oder willst Du nur eine weitere Diskussion abwürgen?

    Die Menschen, die Kriege führen, haben die Jagdwaffen missbraucht.

    Das ist wohl etwas allgemein ausgedrückt.

    So wie alle Soldaten sind...... (ausdrücklich nicht meine Meinung)

    Ja, es wurden auch Jagdwaffen in Kriegen für Straftaten verwendet also missbraucht.

    Dass Jäger wie noch früher Ritter mit ihrem eigenen Gerät eingezogen wurden, kann man wohl nur aus heutiger Sichtweise als Missbrauch bezeichnen.

    Da es hier um Feuerwaffen gehen dürfte:

    Es ist doch so dass die ersten Feuer Waffen eben nicht für die Jagd geeignet waren und militärisch genutzt wurden.

    Die ersten brauchbaren Vorderlader waren bei den Jägern noch verpönt.

    Lange Zeit mögen tatsächlich fürs Militär geeignete Waffen und Jagdwaffen recht ähnlich gewesen sein, wobei der Jäger der etwas auf sich hielt seltener mit der Ordonanzwaffe jagte.

    Jagdwaffen und Kriegswaffen wurden dann parallel weiter entwickelt.

    Dieser doch überschaubare Zeitraum ist schon lange vorbei.

    Wenn Du die hier so geschätzten HA oder KW meinst, so wurden die ja erst attraktiv nachdem sie militärisch eingeführt waren.

    Dass diese Waffen dann für den Sport weiterentwickelt wurden liegt nun mal daran dass sich Jagd- und Militärwaffen in verschiedene Richtungen entwickelt haben.

  • Ich argumentiere dagegen.

    Wir sind vom Ursprung her Jäger und Sammler.

    Der deutsche Begriff "Waffe" stammt vom althochdeutschen "wāfan" ab, was so viel wie Schwert oder Rüstzeug bedeutet und ist mit einer ganzen Wortfamilie verwandt, zu der auch "Wapp(n)en" gehört (eine Unterscheidung der beiden Begriffe erfolgte erst im 16. Jahrhundert), sowie eine Reihe ählicher Begriffe in verwandten, modernen Sprachen. Unter Anderem auch das englische "weapon".

    Abgesehen davon ist dieses "Argument" von Jägern und Sammlern eine Reise ins historische Absurdistan.

    Die Menschen, die Kriege führen, haben die Jagdwaffen missbraucht.

    Für den Krieg wurden diese dann verändert. Ich sage bewusst verändert.

    Dafür müsstest du erst einmal zwei Dinge etablieren:

    Erstens, dass diese Menschen, von denen du sprichst, einen Unterschied zwischen Waffen als Kriegsgerät und Waffen als Fleischliefergerät gemacht haben. Zweitens, dass die Waffe als "Sportgerät" ihren Ursprung in der ersten Gruppe hatte, nicht in der Zweiten.

    Zufällig weiss ich, dass Letzteres zum Beispiel bei den Englischen Bogenschützen historisch belegt ist (13.-14. Jahrhundert) und es hierbei explizit um die Bereitstellung von Bogenschützen für das Englische Heer ging. Weitere Beispiele aus historischer Hand sind zum Beispiel die US-Kolonien und ihre Milizen oder, in der modernen Zeit, das schweizerische Ordonnanz-Schiesswesen. Wir haben das *explizit* eingeführt, um im Fall einer Mobilmachung den Ausbildungsaufwand zu verringern.

    Wir können aber gerne weiter zurück in die Geschichte gehen - die Gladiatoren-Wettkämpfe der römischen Antike oder die Olympischen Spiele der griechischen Klassik zum Beispiel. Was waren denn dort die Disziplinen? Faustkampf, Ringkampf, eine griechische Version von "MMA", Diskuswerfen, Speerwerfen, Weitsprung, Stadionlauf, Waffenlauf (hoplitodromos)... Alles explizit auf die Jagd ausgelegte Sportarten. :distracted:

    Anhand der historischen Beispiele erscheint es lächerlich, dort einen Bezug zur Jagd herstellen zu wollen. Wenn deine Hypothese korrekt wäre, müsste es in verschiedenen Kulturen zu verschiedenen Zeiten ähnliche Aktivitäten zur Förderung der jagdlichen Kompetenz gegeben haben. Gab es aber nicht, während diejenigen in Verbindung zu kriegerischen Handlungen nicht nur in praktisch jeder Kultur auftraten - sondern oft so stark verankert waren, dass "der Krieger" eine eigene soziale Gruppe war, oft mit eigenen Regeln und Privilegien.

    Jagdwaffen und Kriegswaffen wurden dann parallel weiter entwickelt.

    Die Zwecke sind unterschiedlich.

    Im Gegenteil, die Zwecke sind absolut identisch. Schütze -> Kugel -> Ziel bekommt ein Loch verpasst. Die unterschiedlichen Umstände haben zu einer unterschiedlichen Gewichtung verschiedener Merkmale geführt, richtig, aber fundamental gibt es keinen Unterschied. Erklär mir doch bitte den Unterschied zwischen einer präzisen Jagdwaffe, einer Longrange-Matchwaffe und einem Scharfschützengewehr der Armee. Ich sehe das nämlich so, dass der Unterschied hauptsächlich darin besteht, wer dahinter liegt und worauf geschossen wird.

    Mit dem, was man heute als Jagdwaffe verschreit, wurden früher mal Weltkriege ausgetragen - und das meine ich jetzt wortwörtlich, das Mauser System 98 wird zum Beispiel immer noch produziert, der Schaft ist mittlerweile einfach etwas schöner verziert.

    Die meisten Sportwaffen stammen von den Jagdwaffen ab und wurden für den Sport optimiert.

    Das ist so umfassend und objektiv falsch dass es sich schlicht nicht lohnt, darauf einzugehen.

  • Ich weiss nicht, warum ich meinen obigen Beitrag nicht mehr erweitern kann (ich habe anscheinend die benötigten Zugriffsrechte nicht... Ok?), aber dann eben so.

    Argumente !!! Substanz !!!

    Wahrnehmung ist subjektiv, das merken wir wenn wir die Standpunkte von Russland und der Ukraine vergleichen.

    In der Wissenschaft gibt es allerdings Erkenntnisse, die von den meisten Menschen akzeptiert werden.

    Wir müssen also das Thema Waffen wissenschaftlich bearbeiten.

    Richtig, in der Wissenschaft gibt es Erkenntnisse, welche allgemein akzeptiert werden. Der Grund für diese allgemeine Akzeptanz ist die überwältigende Übermacht an Evidenzbasierter Forschung, welche diese Erkenntnisse untermauern.

    Was du hier hingegen postuliert hast, ist das genaue Gegenteil davon. Nicht nur entbehrt dein Kommentar jeglicher Evidenz (was eigentlisch schon ausreichend Basis dafür ist, das Postulat in den Rundordner zu legen), sondern er steht einer mehrere tausend Jahre und hunderter Völker/Gesellschaften umfassenden Menschheitschronik entgegen.

    Also, in den Worten von Thomas Sowell: You've made your claim, now show me the evidence.