Steyr LP 50, RF, Comp. HP. - Wissenswertes und Laber Thread

  • Gold als Diabolo wäre ungeachtet der kosten dennoch ungeeignet.

    Bismut (Bi) – vom Gewicht her nahe an Blei. Dichte: 9,78 g/cm³ also ~86 % von Blei. Leider spröde bzw. kristallin

    Allein daher ungeeignet, aber interessant als Legierungsbestandteil

    Eine Zinn-Bismut-Legierungen Wäre mMn. eine gute Alternative Näher am Blei Gewicht als Gold.

    Dichte: ca. 8,5–9,5 g/cm³ Die Härte ist weicher als Bismut ; härter als Blei aber noch formbar

    Jedoch schwerer herzustellen. Und ein höherer Laufverschleiß wäre möglich

    Technisch aber der beste bleifreie Ersatz, wenn man es ernst meint, mMn.

    bdw. Bismut ist ja jetzt schon in einigen Blei Diabolos enthalten.


    Gold wäre vom Gewicht her sogar „besser als Blei“, aber als Diabolo-Material praktisch völlig unbrauchbar/unsinnig.

    Die Dichte von Gold hat ca. 19,3 g/cm³ (Blei 11,34).

    Ein Diabolo mit gleicher Form wäre ~70% schwerer. Das killt dir i.d.R. die Ballistik im Luftgewehr (extrem niedrige V0, sehr viel Drop).

    Auch bei Härte und Verformung muss man Abstriche machen. Reines Gold ist zwar relativ weich, aber zäh und schmierig und neigt zum Kleben auf Stahl.

    Jetzt denkt bestimmt einer Blei klebt auch im Lauf.

    Deswegen möchte ich kurz den Unterschied erklären. Beim Abschuss passiert ja folgendes.

    Der Diabolo-Kelch wird in die Züge gepresst. An Mikrorauheiten im Lauf entsteht Bleischmieren Es bildet sich ein gleichmäßiger Bleifilm und dieser Film ist erwünscht.

    Er wirkt wie eine Gleitbeschichtung, sorgt für konstante Reibung und stabilisiert die Präzision.

    Deshalb schießen viele Gewehre nach ein paar Bleischüssen besser als „blank“.

    Gold verhält sich etwas anders. Obwohl reines Gold weich ist, hat es andere tribologische Eigenschaften.

    Gold ist zäh, adhäsivind neigt stark zu Kaltverschweißen auf Stahl.

    Es bildet daher keinen stabilen Schmierfilm.

    Es wird ehr schlierig und ungleichmäßig anhaften

    Statt gleichmäßigem Ablagerung bekommst du punktuelle Anhaftungen die dann wechselnde Reibung verursachen. was eine instabile V0 zufolge hat. Eventuell auch eine schlechtere Stabilisierung

    Kurz :

    Blei schmiert, aber kontrolliert.

    Gold schmiert nicht, es haftet

  • Dann hat vielleicht auch das ewige Jammern ein Ende.

    Selbst die Jäger haben den Verzicht auf Blei weitgehend geschafft.

    Beim Sport haben wir im Bereich Luftdruck eigentlich nur noch noch geschlossene Stände. Die Geschosse lassen sich ohne Probleme wieder einsammeln. Auch bei den scharfen Waffen geht es immer mehr in die Richtung, die Geschosse möglichst restlos einzusammeln.

    Insoweit haben wir nicht den großen Druck, Blei wird nicht breitflächig verteilt.

    Alte Freistände haben sowieso das Problem der Altlasten. Metallisches Blei wird zudem nicht so schnell aufgenommen wie viele Bleiverbindungen. Grundsätzlich sehe ich keine Notwendigkeit Bleigeschosse zu verbieten.

    Hier haben wir eher eine dem Mainstream geschuldete Empfindlichkeit.

    Falls es doch kommt, wird die Industrie einen adäquaten Ersatz finden. Vermutlich zu exorbitanten Preisen.

    Die schlechtesten Schützen haben die besten Ausreden.:sobbing: ^^