Sportgewehre KK und GK Behebung einfacher Fehlerquellen und Beurteilung als Tabelle

  • Hallo zusammen,


    beim Thema Laufschwingungen und Systembettung mit K2 Kunststoff geht ein wichtiges Thema wirklich unter, das Anziehen der Systemschrauben bei den verschiedenen Schafttypen (Holz - ALU) und die Beurteilung möglicher Fehlerquellen im Vorhinein.

    Ich bin der Meinung es gibt eine Menge Unterschiede und auch in den verschiedenen Baujahren der Hersteller und der Schafttypen gibt es beachtenswerte Hinweise einen Lauf mit System richtig zusammen zu bringen, also zu verschrauben. Ich habe hier nur exemplarisch einige Hersteller herausgenommen. Kein Anspruch auf Vollständigkeit.

    Meine Erfahrungen beziehen sich auf Walther, Hämmerli und Anschütz Sportgewehre KK und auf GK Systeme von Keppeler.

    a) Walther Gewehre Modelle UIT bis
    GX1 (Mitte der 80er Jahre), Keppeler 506 (Walther UIT Systemhülse)

    b) Walther KK500

    c) Anschütz 54er Systeme bis heute (1813,1913,2013)

    d) Keppeler eckiges Stahlsystem

    Ich habe versucht dies in einer Tabelle dazustellen, in der oberen Spalten sind die Rahmenbedingungen und in den Reihen darunter die Aktionen bzw. betreffende Zustände mit Aktion dargestellt. Daraus ergibt sich dann, ob ein System (Lauf) auch richtig gut schießen kann, denn an dieser Behandlung / Vorgehensweise liegt es oft, ob ein Sportgewehr auch wirklich gut trifft. Stimmen diese Dinge nicht, also ergibt sich keine stringente Korrelation dann ist etwas falsch. Also kann man diese Tabelle als Ursachenforschung benutzen natürlich gerne ergänzen und hier wieder teilen.


    Zu den Holzschäften und Aluschäften mit Widerlager die hier genannt sind oder auch nicht.

    2 Schrauben Befestigung :

    Zusammenbau sollte immer so sein, daß die Systemschrauben zuerst ganz leicht angezogen werden, sodaß das System fixiert ist und kein Anzugsmoment anliegt. Dann das Sportgerät mit dem Schaft vorne anheben, sodaß der Lauf nach oben zeigt .... etwa 45° . Das erleichtert das 'andocken' des Systems an das Widerlager. Schauen Sie dann auch ob der Lauf mittig im Schaft liegt. Es kann durchaus vorkommen das die Lauffräsung nicht richtig ist, also nicht den Lauf in die Mitte zwängen. Wenn Sie sich überzeugt haben, daß der Lauf mittig ist (meistens), den Zeigefinger zwischen Lauf und Vorderschaft legen und die Systemschrauben leicht anziehen. Bei der ersten Schraube kann es sein, daß der Lauf sich etwas bewegt, allerdings darf dann bei der 2ten Schraube der Lauf sich nur leicht und dann nicht mehr bewegen. Sollte diese der Fall sein ist die Bettung nicht mehr gut. Das System wird dann 'verbogen', der Verschluss wird kratzig und die Qualität des Schussbildes ist dann schlecht.

    4 Schrauben oder mehr Befestigung :

    Zusammenbau sollte immer so sein, daß die Systemschrauben zuerst ganz leicht angezogen werden, sodaß das System fixiert ist und kein Anzugsmoment anliegt. Dann das Sportgerät mit dem Schaft vorne anheben, sodaß der Lauf nach oben zeigt .... etwa 45° . Das erleichtert das 'andocken' des Systems an das Widerlager. Schauen Sie dann auch ob der Lauf mittig im Schaft liegt. Es kann durchaus vorkommen das die Lauffräsung nicht richtig ist, also nicht den Lauf in die Mitte zwängen. Wenn Sie sich überzeugt haben, daß der Lauf mittig ist (meistens), den Zeigefinger zwischen Lauf und Vorderschaft legen und die Systemschrauben über Kreuz leicht anziehen. Die 4 Schrauben leicht anziehen und prüfen ob sich am Lauf etwas bewegt, also Vorderschaft zu Lauf. Sollte sich hier bereits Bewegung bemerkbar machen den Bettungsbereich prüfen auf Verschmutzung oder Fremdkörper. Sollte diese frei sein, dann könnte die Bettung nicht mehr gut sein, oder bei Holz oder ALU die Stärke der vorhandenen Bettungsfläche nicht ausreichend dick sein. Hier könnte dann eine Bettung zusätzlich Stabilität bieten evtl. sogar mit einbringen einer festen ALU-Platte.

    Zu den Holzschäften und Aluschäften ohne Widerlager die hier nicht genannt sind . Es ist zu beachten, das das System nicht an die Wandung des Schaftes anliegt. Ich meine die 4eckigen Systeme.

    Wenn das System anliegt beeinflusst dies in einem gewissen Maß die Treffergenaugikeit, weil das System mit Lauf nicht frei 'schwingen' kann und es zusätzliche Resonanzen aus dem Schaft sich auch auf das Schussbild auswirken können. Mehr kann ich nicht dazu sagen, aber ich habe es erlebt, nachlässig zusammengebautes KK500 mit anliegender linken Seite an Schaft schoss grottenschlecht. Neu Ausrichten des Systems, alles wieder in Ordnung.

    Auch Militärgewehre wie K98 oder M98 haben verschiedene Charakteristika, die ich hier nicht behandeln kann. Vielleicht macht das ja noch JAG, er hat glaube ich darin jede Mange Erfahrung.


    Im Anschluss meine Tabelle mit allerhand Erklärungen und Maßnahmen. Wie gesagt einer alleine kann etwas vergessen, oder auch falsch ausdrücken oder die Angaben sind ungenau oder falsch. Jedenfalls ist es ein Versuch für uns Gewehrschützen eine Einschätzung zu möglichen Ursachen zu finden und diese evtl. abzuschaffen oder zu korrigieren. Viel Spass dabei.


    VG Oldgunner

  • Kleine Berichtigung

    a) Walther Gewehre Modelle UIT bis
    GX1 (Mitte der 80er Jahre), Keppeler 506 (Walther UIT Systemhülse)

    Es muss heißen

    Hämmerli 506 anstelle Keppeler 506


    VG Oldgunner

    VG Oldgunner

  • Hallo OldGunner,


    vielen Dank, für diese sehr umfangreiche Ausführung über das richtige Einlegen des Systems in den Schaft bzw. deren Fehlersuche u.-vermeidung. Sicherlich ist nicht jeder so technisch versiert oder setzt sich mit diesem Thema (eigentlich Problematik) auseinander und macht beim Zusammenbau unbemerkt Fehler.


    VG JAG

  • Hallo zusammen,

    1. Teil : habe hier ein paar Bedienungsanleitungen zusammen getragen. Von Anschütz bis Grünig&Elmiger. Vielleicht hat der eine oder andere ja auch noch eine Möglichkeit an Bedienungsanleitungen zu kommen. Wäre toll !

  • Hallo zusammen,

    Teil 3:

    Habe noch andere Bedienungsanleitungen, die ich aber wg. der Größe nicht hochladen kann. Einfach melden (PN) , dann maile ich diese Euch zu


    - Walther UIT KKM- KK Match vor 1970

    - MEC Arms G600 Schaft Modellkatalog


    VG Oldgunner

  • Hallo zusammen,

    und noch ein Teil von Walther jetzt auch mit den Modellen vor 1970 .... Anleitung von ca. 1964

  • Hallo Oldgunner,


    es ist schade dass dieser interessante u. wichtige Beitrag so wenig Resonanz findet, ist doch der fehlerfreie Einbau und spannungsfreie Sitz des System für die Präzision essentiell.


    Zum Anstoß versuche ich mal die eine od. andere Ausführung hervorzuheben und meine Betrachtungsweise bzw. Maßnahme mitzuteilen.

    Es kann durchaus vorkommen das die Lauffräsung nicht richtig ist, also nicht den Lauf in die Mitte zwängen.

    Das kommt gar nicht so selten vor, bei Holschäfte kann es Verzug sein, da ich es auch schon mehrmals bei Aluschäfte gesehen habe, liegt es eher an einer fehlerhaften Bearbeitung. Werden z.B. bei einem Anschützschaft 1907/13 die Befestigungsbohrungen (Lochabstand 85mm) für das System um 0,2mm schräg (nicht fluchtend) zur Laufbettausfräsung gesetzt, ist der Lauf 1mm versetzt am Ende des Vorderschaftes.

    Hier muss an den Bohrungen und am Laufbett nachgearbeitet werden


    Es ist zu beachten, das das System nicht an die Wandung des Schaftes anliegt...
    ...wenn das System anliegt beeinflusst dies in einem gewissen Maß die Treffergenaugikeit, weil das System mit Lauf nicht frei 'schwingen' kann

    kann das System mit dem Lauf frei schwingen?


    ich denke nicht, ist doch die Systemunterseite mit dem Schaft über 2 od. mehreren Schrauben über das Anzugsmoment verbunden.

    Das System muss festverbunden aber spannungsfrei im Schaft verbaut sein.

    Manche Puristen vekleben sogar das System mit dem Schaft um einen abs. festen, spannungfreien Sitz zu Garantieren.


    VG JAG

  • Hi JAG,

    danke für Deine Ausführungen. Lass mich ein wenig päzisieren und die Ergänzungen finde ich großartig.

    ...wenn das System anliegt beeinflusst dies in einem gewissen Maß die Treffergenaugikeit, weil das System mit Lauf nicht frei 'schwingen' kann"

    nun, das war etwas zu allgemein geschrieben. Da war ich nachlässig. Sorry.

    Ja, der Lauf muss frei schwingen, das Systemgehäuse sollte frei sein, solange der Lauf nicht so schwer ist, daß Systemschrauben alleine das System (mit Lauf) halten können. Ich selbst bin ja absoluter Laie und habe keine techn. Ausbildung, also wenn ich mich nicht richtig ausdrücke, dann entschuldige ich mich hier.

    Bei den Benchrestern ist genau so vorgegangen worden, man konnte die big bore Läufe nicht mehr gut in einem System verbinden, ohne den Bettungsbereich entsprechend anzupassen. Auch im Benchrest gibt es Voraussetzungen für die Waffen, an die man sich halten muss. Schrauben sind schwer, Schäfte kann man nicht nach belieben verstärken, etc etc .. Ich will nicht weiter ins Detail gehen ... da hat man dann angefangen das zu verkleben.

    Ich sehe auch oft bei Bettungen in den USA bei KK, das die ersten cm unter dem Lauf auch gebettet sind. Ist mir bei Doan Trevor aufgefallen, hier schon mehrmals erwähnt. Er baut Schäfte und tuned Systeme die höchste Preis bei nationalen und internationalen Wettbewerben erringen. Er hat für das Walther KK500 schon mehrmals Schäfte gebaut und auch dikumentiert. Einfach mal schauen auf : https://doantrevor.com/ . Ich bin froh, daß er das so dokumentiert.


    Warum habe ich den obigen Satz so geschrieben, oder warum sollte ein Systemgehäuse nicht an die Wandung kommen/anliegen ?

    a) bei runden Systemen und runder Bettung liegt das Systemgehäuse geschraubt an der tiefsten Stelle, richtig ? Warum ist das so, ganz einfach was rund ist geht immer an die Stelle wo sie als letztes gehalten werden kann. Ist z.b. die Bettung enger, so wird die Bettung nicht an die tiefste mögliche Stelle kommen können, sondern etwas darüber, weil das Systemgehäuse dort gehalten wird, an einem kleinen Teil, siehe Bild

    machen

    Die Beststrebung eines runden Systems ist immer die Bestrebung zur Symmetrie. Auch noch zu beachten, die lange aber schmale Auflage, die einen EInfluss auf das Systemgehäuse minimiert, entgegen den eckigen Systemgehäusen die ein x-fach erhöhtes Risko haben der Einflussnahme, Seiten und Boden in der ganzen Fläche.

    Ich bin ein großer Freund von Symmetrie, denn dadurch vermindere ich Chaos, also unvorhersehbare Bedingungen und Ergebnisse. Sei es bezogen auf die Achsgeometrie oder die Symmetrie durch die Schallerzeugung im System und Lauf, oder im Schaft. Solange der Schall 90° zur Laufachse erzeugt wird, solange herrscht "Symmetrie" und diese ist wichtig um die Laufschwingungen/Resonanzen, die auf das Geschoss sich auswirken, so klein als möglich zu halten. Stösst ein Systemgehäuse einseitig an den Schaft (liegt fest an) ergibt sich ein Winkel der ist größer/kleiner als 90 °, somit nicht innerhalb der Symmetrie, sondern im Chaos das unvorhersehbare Ergebnisse erzeugt. So meine Meinung dazu. Ich würde hier noch mehr schreiben, aber das sprengt den Rahmen und ich denke das will nicht jeder wissen. Wie gesagt ich bin Laie, lese aber sehr viel über diese Themen und versuche manches im Zusammenhang zu sehen.

    b) eckige Systemgehäuse ... das ist nicht so einfach, zuerst der Boden ... sollte der Schaft im Bereich des Bodens nicht gut ausgearbeitet sein, dann liegt der flache Boden des Systemgehäuses nur 'punktuell' auf und bekommt 'Stress' aufgrund verschiedener Drücke am/im Systemgehäuse. Abhilfe hier präventiv eine dünne nachgibige Schicht aus Fasern oder Verbundstoff. Das löst/kompensiert aber nicht die verschiedenen Drücke auf das Systemgehäuse.

    Lösung des Problems ist hier die Bettung des Systemgehäuses in Weicon/Devcon Kunstharz, somit ist wenn nur der Boden gegossen wurde alles soweit ohne Stress für das Systemgehäuse.

    Verbaut man aber Läufe größer als .. ich sage einmal 30mm ... dann bekommt man schon Probleme mit einem 2-Schrauben Systemgehäuse. Man möchte ja nicht mehr Schrauben einbauen, somit würde man den Systemboden des Gehäuses und den Bettungsbereich im Schaft 'weicher' (instabil) machen.

    Lösung hier, Systemgehäuse komplett eingießen mit Weicon/Devcon Kunstharz mit den Systemschrauben. Somit verstärkt man sogar noch den Bereich im Schaft und hat ein stressfreies Systemgehäuse. In den USA hat man damit keinen Stress, die bauen ja auch mehrmals im Jahr die Läufe aus, u.U. sogar noch unter 1000 Runden je nach Kaliber etc etc.

    Ich weiss, das beim KK500 in den ersten Prototypen nicht alle Schrauben vorhanden waren. Ich bin mir nicht sicher, ich denke es war die 5te Schraube mit dem runden Widerlager, erst danach war die Schussleistung also die Konzentrizität in Ordnung.

    Aber da ich ja ein Fan von Symmetrie bin, diese Symmetrie versuche ich abzubilden, in allem was ich an Schäften umarbeite oder erstelle. Was mich umtreibt ist die Tatsache, das ist auch ein wichtiger Punkt, der aber wohl oftmals gar nicht erwähnt wird oder gedacht wird, es ist die Symmetrie der Geschosse in Bezug auf die Verteilung des Metalles im Geschoss. Was meine ich damit ? Ganz einfach, wie beim Autoreifen, es gibt ja im Reifen oder Felge eine Unwucht aufgrund von Fliehkräften, diese Fliehkräfte werden durch hinzufügen von Gewichten reduziert. Wie jeder weiß, meisten treten beim Auto im Bereich von 80-110 km/h diese Kräfte zu Tage. Bei Turbinen werden Löcher gebohrt um diese Fliehkräfte einzudämmen (auszuwuchten)

    Was ist denn mit dieser Symmetrie, wenn die Symmetrieachse beim Geschoss durch Resonnanzen/Schall durch anderen Schall der Quer kommt beeinflusst wird und noch besser, wenn das Geschoss beim Gießvorgang vom Volumen ok ist, aber es eine "Unwucht" gibt in der Geschossmasse z.B. durch Einschlüsse kleinster Luftmengen ( porös?? ) aber nicht sichtbar ? Werden die Geschosse auf solch einen Rundlauf der Masse geprüft. Ich denke nein.

    Das nur am Rande und weil ich das selbst nicht beeinflussen kann, mache ich da auch nicht mehr. Ich teste die Munition die für meine Konfig am Besten ist und fertig. Allerdings denke ich das mit der Unwucht wg. Fliehkraft sollte man diskutieren, ich denke daran hat selten jemand gedacht. Oder QHdR :)


    VG Oldgunner

  • Hallo OldGunner,

    sehr schöne Erklärung, ebenso informativ.


    Problematik "Runde Systeme"

    a) bei runden Systemen und runder Bettung liegt das Systemgehäuse geschraubt an der tiefsten Stelle, richtig ?

    ist richtig wenn der Systemdurchmesser kleiner als das Systembett ist.


    Ist z.b. die Bettung enger, so wird die Bettung nicht an die tiefste mögliche Stelle kommen können, sondern etwas darüber, weil das Systemgehäuse dort gehalten wird, an einem kleinen Teil,

    ist richtig wenn der Systemdurchmesser größer als das Systembett ist.

    Beides ist aber eine ungenügende Bettung, wobei das engere Systembett noch schlechter ist.


    Der Grund ist: Es liegt bei beiden Ausführungen eine Lineare Anlage vor, bei ersterer Eine, bei letzterer zwei. Aber auch nur wenn Systemgehäuse und Systembett in ihrer Form identisch sind.

    Ansonsten gibt es auf dieser Linie nur Punktuelle Anlagen..


    Und hiermit wird von mir wieder auf die präzisionsfördernde Systembettung verwiesen. Wie schon mehrfach erwähnt, stelle ich nur mit dieser Methode einen Formschluss zwischen System und Bett her.

    VG JAG

  • Hallo Miteinander,


      OldGunner, in deiner Excel-Tabelle hast du in mühevoller Arbeit unter anderem das Anzugsmoment verschiedener Modelle angegeben. Die Anzugskraft liegt bei ~3-5 Nm, ein relativ niedriger Wert, warum?


    Ich bin der Meinung das ein Verzug des System verhindert werden soll. Je nach Ausführung des System unterscheiden sich auch die Biegewerte, deshalb auch die verschiedenen Anzugswerte. Die Hersteller sichern mit diesem niedrigen Wert ein festhalten des Verschlussgehäuse im Schaft ohne dies zu verspannen. Da sie sich selbst nicht trauen, werden Rückstoßlager eingebaut.


    Für die Systeme werden hochwertige Stähle (Vergütungsstahl) verwendet, die sicherlich höhere Anzugsmomente vertragen, warum also dieser relativ kleine Wert?


    Jetzt kommen wir wieder zu dem eigentlichen Problem, der der mangelnden Systembettung.

    Auch ein hochfestes System wird sich durch fehlerhafte Lagerung am Ladefenster biegen.


    Ein sauber gebettetes Verschlussgehäuse, formschlüssig mit dem Schaft verbunden, kann locker mit dem doppelten Anzugswert verschraubt werden ohne dass sich dieses verzieht.


    Wie heißt es so schön, wie man sich bettet so liegt man.


    VG JAG

  • Hallo JAG,

    zu deinen Beitrag #9 in punkto Resonanz möchte ich anmerken, dass es ein sehr spezielles Thema ist. Andererseits, was ist im Sport nicht speziell?

    Wenn ich mir nun die aktiven Forenmitglieder anschaue und die Pistolenschützen ausklammer, so bleibt keine so große Anzahl derer, die auch noch etwas zu diesem Thema beitragen können.

    Ich habe auch nur gelesen und dabei das eine oder andere an Information für mich abgespeichert.

    OldGunner hat sehr viel Arbeit investiert, da könnte doch bei einigen Schützen auch die eine oder andere Frage anstehen!?

    Alleine die Pflege der Holzschäfte mit Öl. Habe gerade geschaut, wird bei B. extra empfohlen. Was außen gut ist, kann innen nicht schaden, oder doch?


    VG Claus-Dieter

  • Hallo Miteinander,

    dododogge, du hast völlig Recht, es ist ein spezielles Thema und sicherlich ist es schwierig einen Beitrag zu leisten.

    Aber auch Fragen tragen zu einem Thema bei, dieses Forum lebt doch davon. Außerdem gibt es keine dumme Fragen, höchstens dumme Antworten.

    Alleine die Pflege der Holzschäfte mit Öl. Habe gerade geschaut, wird bei B. extra empfohlen. Was außen gut ist, kann innen nicht schaden, oder doch?

    Schäfte auch Sportschäfte können in Holz einfach toll aussehen, aber Holz ist ein zeitloses Naturprodukt, welches von physikalischen Grundgesetzen wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit maßhaltig beeinflusst wird. Ich bin da voll bei dir, Holzschäfte müssen regelmäßig und mit den richtigen Mitteln außen und innen gepflegt werden.

    Nur mal als Anreiz, wäre die richtige Pflege des Holzes nicht einen extra Beitrag wert?


    VG JAG

  • Hallo zusammen,

    ja das ist ein spezielles Thema und ich denke manche stehen auf dem Standpunkt " don't touch/change a running system" .

    JAG, danke für Deine Ergänzungen, die decken sich mit meinen Erfahrungen.

    , in deiner Excel-Tabelle hast du in mühevoller Arbeit unter anderem das Anzugsmoment verschiedener Modelle angegeben. Die Anzugskraft liegt bei ~3-5 Nm, ein relativ niedriger Wert, warum?

    Ja, das war eigentlich der Auslöser für die Tabelle, ich war es einfach Leid immer in den Bedienungsanleitungen zu schauen was/wieviel keine Ahnung NM Anzugsmoment für ALU/Holz-Schäfte nun richtig ist. Das war der Anfang, das habe ich so langsam entwickelt und nebenbei auch alle ANleitungen die ich

    irgenwie bekommen konnte als PDF gesichert. Denn es ist ja klar, oft wird aufgeräumt und dann ist es online nicht mehr möglich das sich anzusehen. Habe vor einiger Zeit mühsam mir Bedienungsanleitungen für Walter Sportgewehre (um 1962) besorgt, fast druckfrisch.

    Aber es gibt kaum Informationen darüber, wieviel NM für diese alte Schäfte anzuwenden sind. Handfest ? Sollte man einmal im Internet nachschauen. Ich mache es so ... schraube mit einem Inbus (Gehmann Knarre) oder Kreuzschlitz je nach Schraubenkopf im letzten Durchgang die Schraube so fest wie auf der Knarre steht, oder mit dem Schraubenziehr so fest (handfest), das ich im Handgelenkt/Handmitte einen stärkeren Druck empfinde. Das ist für mich handfest, wer allerdings der Schraubenzieher umklammert wie einen Meisel und fest dreht, na dann ist der Kopf ab. Allerdings bei den meisten Systemschrauben wird das nicht passieren. Es geht ja auch darum das System im Schaft möglichst fest und neutral zu befestigen."Möglich fest" heiß nicht 'anknallen bis der Arzt kommt'.


    Übrigens für das KK500 gibt es keine Angaben. Die habe ich mir über Walther Sport selbst besorgt. Die sagten mir 3,5 für die 4 Schrauben und die 5te Schraube (selbstzentrierend, konisch) auch mit 3,5NM kann aber auch bis 4 NM angezogen werden.


    3NM für die alten KKM,UIT, KKJ und und und KK-Match, GX1 sind schon das höchste der Gefühle und wenn man das betten will, und das empfehle ich dringend, dann muss man 2 Durchgänge machen. Einmal das Gewehr von unten (auf den Kopf drehen) und dann ganz normal die Systemhülse betten.

    Das kann aber niemand der keine Kennnisse hat vom Aufbau des Walther Systems hat. Die alten Walther sind zwar ziemlich steif in der Systemhülse, aber man darf hier das Anziehen nicht übertreiben. So wie in der Tabelle steht, nach und nach anziehen und darauf achten, daß sich der Lauf am Vorderschaft nicht bis gar nicht bewegt. Ich würde sogar empfehlen etwas über "Handfest" Ist das der Fall, Bettung und Umbau der Systemlagerung nebst Schrauben und den aufmontierten Systemschrauben am Abzug. Das ist alles nicht horizontal konstruiert, die erste Schraube ist kürzer, die 2te länger und die Stahlsäulen auch nicht. Dann gibt es noch ein Stahlplättchen unter dem Abzugsbügel, denn da geht die (sollte die Säule) Säule drauf stehen..... Ganz schön blöd und wenn man da die Reihenfolge nicht beachtet, dann schießt das Ding wie eine Gießkanne. Das kann man alles mit einer 2-Seitigen Bettung beheben und natürlich die Säulen (8-Kant) müssen erstetzt werden durch passende. Oder auch ganz weggelassen werden (2te Sytemschraube)... Jetzt schreibe ich schon wieder so viel, manno ! Aber das ist noch nicht alles, aber vielleicht mach ich einen Bericht über die Bettung meines Walther GX1 links von 1976, das schießt schon gut und hat von Hause aus eine Streifenbettung, die aber schon etwas gelitten hat. Material unbekannt, das muss raus.


    @Claus-Dieter, hm .... innen wenig Schaftöl, wenn Du das meinst ... wenn der Schaft trocken steht, 1 x in 2 Jahren reicht. Systembett würde ich auslassen.

    Wenn Du andere Produkte für Waffenpflege meinst die auch für das Holz benutzt werden können .... manche kann man auch für den Lauf nehmen, innen.

    Würde ich aber nicht machen ...


    VG Oldgunner

    VG Oldgunner

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  • Hallo zusammen,

    habe einmal ein Bild von der Abzugeinheit der Walther UIT,KKM, KK-Match(GX1) gemacht. Betrifft Sportwaffen so zwischen ? 1965 bis 1985 ? .

    In der Zeichnung habe ich einige Umrandungen und Pfeile gemacht, die erkennen lassen um welches Problem es sich handelt. Die Pfeile zeigen auf den Luftspalt zwischen dem 'Schaft und Abzugsbügel" und dem Systemgehäuse. Auch ist die Zwischenplatte (rot) zu sehen, ob die ein bischen Stabilität bringt wage ich zu bezweifeln. Durch das es die Luftspalte gibt bei beiden Systemschrauben ist die Anzugskraft nicht gut zu dosieren und man verzieht ungewollt das Systemgehäuse. Das äußert sich meist dadurch, daß der Verschluss kratzt. Aber nicht verwechseln mit dem Spannen des Abzuges durch die Schlagbolzenklinke und dann am Aufreiten auf die Hülsenzunge vor dem Lauf. Das sind so 2 leichte 'Bremsen' bei diesen Modellen und bedeutet eigentlich nichts. Aber wenn etwas kratzt, dann ist meist die Systemhülse nicht mehr plan (gerade).

    Hier nun das Bild, das erklärt vieles.

    VG Oldgunner

  • Hallo zusammen,

    habe noch aus 2012 mit freundlicher Genehmigung von F.Hediger (ehem. Direktor Hämmerli Lenzburg) einige Seiten von dem Match Stutzer 506 KK und GK 300m hier angefügt. Ist interessant, denn es gibt kaum bis keine Informationen dazu.. höchstens für den GK 300m Stutzer. $ Kurs 1965 cirka 3,99 DM und

    100 Schweizer Franken cirka 92,31 DM

    VG Oldgunner

  • Hallo zusammen,


    auch noch eine Suhler M150 Bedieungsanleitung "gefunden", leider steht da auch nicht drin wie hoch das ANzugsmoment für die Systemschrauben ist.

    Da aber die Systemhülse in etwa in den Dimensionen der runden Anschütz KK ist, würde ich 4-4,5 NM annehmen. Alles ohne Gewähr und ohne das Innenleben (Bettungsbereich) der M150 zu kennen.