Das schnelle "Vollstrecken" am Abzug bei Erreichen des Halteraums kenne ich auch bei anderen Schnellfeuerschützen. Entscheidend für die Zeit, die zwischen Erreichen Halteraum und Auslösen des Schusses liegt, ist nach meiner Erfahrung die Fähigkeit, die Visierung zuverlässig abschätzen zu können. Wenn es passt, darf der Restdruck erhöht werden, bis der Schuss fällt. Wie lange das dauert, hängt auch von den individuellen Fähigkeiten des Schützen ab. Wer gut antiziperen kann, dass er im Halteraum passend ankommt, kann sicherlich noch etwas schneller die Restdruckverstärkung einleiten. Bei Nichtschnellfeuerschützen sollte die Zeit im Halteraum nicht unter 1s liegen. Je besser die Annäherungsqualität, desto weniger Zeit brauche ich für die Visierkontrolle und Restdruckverstärkung.
Trainingsmethodisch geht es nach meinem Dafürhalten eher unspektakulär zu. Die Schützen mit denen ich arbeite und die zu schnell auslösen, haben oft keine Vorstellung wie schnell sie in Wirklichkeit sind. Da fühlt sich selbst eine Zehntelsekunde mehr Stehzeit im Halteraum nach einer Ewigkeit an. Als Trainer kann ich meist ganz gut sehen, wie lange jemand im Halteraum steht, bevor der Schuss fällt. Ist aber anstrengend und mit wird mit zunehmend langsamerer Annäherung schwieriger.
Ich würde das Thema daher mit Scattunterstützung erarbeiten. Da kann man anhand der Zielwegs die Stehzeit im Halteraum und die Annäherungsgeschwindigkeit gut erkennen. Die Rückmeldung über Scatt erfolgt visuell und kann auch zeitlich gut bestimmt werden.
So kann man sich eine zeitlich Anpassung des Schussrhythmus gut erarbeiten.
In einem zweiten Schritt gilt es dann den individuell optimalen Schussrhythmus zu erschließen. Wie oben ausgeführt, glaube ich dass das bei den Sportler unterschiedlich ausgeprägt ist. Langsamkeit um der Langsamkeit willen, bringt nichts. Ich brauche das Timing bei dem ich meine Fähigkeiten optimal ausspielen kann.
Ich würde bei Doppelatmung bleiben. Erste Automatisierungseffekte würde ich nach ca. 1.000 Schuss Training erwarten.