Die Schützen auf der internationalen Bühne habe ich bisher als ziemlich leidensfähig wahrgenommen. Die Finalregeln sind in der Ära von Lissin als ISSF-Präsident so schnell und häufig geändert worden, dass sich Sportler und Trainer teilweise abgewöhnt hatten, sie nachzuvollziehen und sich vorzubereiten. Nach Antritt von Rossi wurden die Finalregeln wieder zurückgedreht.
Nicht wäre für die ISSF schlimmer, als aus dem olympischen Programm zu fliegen. Dem wird nahezu alles andere untergeordnet. Teilweise wohl auf Anforderung des IOC (habe ich aber keine Belege) teilweise aus Voraussicht, macht man sich in der ISSF stets Gedanken, wie man mit den Finals dem IOC und den bei den Spielen daran hängenden TV-Übertragungen gefallen kann. Die Regelung mit den Hits bei den 25m-Disziplinen gibt es nun schon eine ganze Weile. Ich müsste schon echt überlegen, wie das vorher war. Die Hits sind eine Vereinfachung für den Zuschauer. Von virtuellen Treffern würde ich nicht reden. Hit ist Hit, wenn die vorgegebene Grenze überschritten ist. Man könnte dafür auch eine Klappscheibenanlage mit entsprechend kleinen Scheiben aufbauen. Ist aber Unsinn bei 25m und braucht man auch nicht. In den 25m-Disziplinen gibt es ja die Scheiben schon, da braucht man nichts anderes. Klappt aber im Biathlon wunderbar.
Die Shoot-Offs sind tatsächlich immer wieder mal ein Thema, weil sie das Zeitfenster für die Finalübertragung schwierig zu berechnen machen.
Bei Flinte gibt es keine Shoot-Offs mehr im Finale. Da scheidet bei Gleichstand der Sportler mit dem niedrigeren Vorkampfergebnis aus. Ist aber auch nicht ohne bei Flinte, weil so viele in der Quali das gleiche Ergebnis haben. Da gibt es oft Shoot-Offs schon für den Finaleingang und wenn die Finalisten im Vorkampf das gleiche Ergebnis hatten, wird die Reihenfolge bereits vorab in einer Art Shoot-Off ermittelt.
Ist aber bisher nach meiner Wahrnehmung für 25m nicht ernsthaft diskutiert worden. Das ständig an den Finalformaten gefeilt wird, sieht man auch an den Tests, die oft bei Welt-Cup-Finals ausprobiert werden. Da werden auch die Teilnehmer und ihre Einschätzung gebeten.
Was kommen soll ist die Aufstockung des Finals für Schnellfeuerpistole auf 8 Teilnehmer. Da gab es schonmal einen Versuch mit zwei Gruppen, wo jeweils 2 Schützen weiterkommen. Damit das bei 25m Sportpistole einen gewissen Gleichklang gab, hat man dort auch schonmal ein Finale mit 2 Gruppen gehabt, obwohl es platzmäßig nicht nötig war. Das war sinnbefreit und auch bei den Sportlerinnen nicht sonderlich beliebt.
Auch wenn ich an keinem einzigen Final persönlich anwesend gewesen bin, so darf ich doch eine subjektive Meinung zu den Regeln der Finals äußern. Gegenteilige Meinungen nehme ich mit Interesse zur Kenntnis.
Ich kenne die Shoot Offs nur aus den Aufzeichnungen der ISSF-Finals.
Da kann ich nur anraten, mal live vor Ort dabei zu sein. Das ist was anderes als sich den Livestream anzuschauen. Nächste Gelegenheit ist der Weltcup in Hochbrück vom 10.-14.Juni 2025. Wenn man möchte, kommt da durchaus mit Trainern und auch Sportlern ins Gespräch. Das ist das Schöne an unserem Sport, da kann man sehr nah dabei sein.