Hallo Kogge,
ja da bin ich ganz deiner Meinung. Danke noch mal an Wilhelm.
Die Überalterung und der vielleicht auch dadurch entstehende Mangel an neuen Ideen kann ich auch bei uns feststellen.
Glücklicherweise sind wir durch unvorhergesehene ganz plötzliche Rücktritte einiger "Bremser" gezwungen wordem einen komplett neuen Vorstand herbeizuzaubern
Und das hat nach viel Theater auch geklappt.
Dieser Vostand ist im Schnitt 20 Jahre jünger als der vorheringe und voll mit Ideen und Tatendrang.
Unser großes Problem ist die Arbeitsintensität, die z.B. ein neues Konzept für unser Schützenfest mit sich bringt.
Der allgemeine Vereinsalltag ist für Beruftätige mit Familie kaum zu bewältigen (vom eigenen Training will ich da gar nicht erst reden), deshalb ist es in der Regel so, dass die, die sich für ein Ehrenamt zur Verfügung stellen, meistens weit über 60 sind.
Ich bin in unserem Verein Jugenleiterin und Tochter des Sportwarts (also mache ich da auch noch viel) und mein Stellvertreter ist 65. Es war sehr schwer, einen zu finden, der sich zutraut, mit "schrecklichen" Jugendlichen zu arbeiten - warum auch immer. Da hörte ich sowas wie: "das sind heutzutage alles verzogene Gören und wenn man was sagt, hat man die Eltern auf dem Hals!" und aus den eigenen Reihen (der zurückgetretene Sportwart ließ dieses verlauten) hörte ich:"der Verein steckt der Jugend alles in den A.... und ausserdem klauen die mir meine Munition!"
Wenn Jugendliche sowas nur im Ansatz mitkriegen, ist es kein Wunder, dass sie sich neben solchen Leuten nicht engagieren wollen.
Ich bin 37 und +-20Jahre vor/hinter mir ist total Ebbe.
Und die Wenigen, die was machen wollen, machen dann irgendwie Alles (muss ja gemacht werden, wir sehen das als eine Art Verpflichtung), bis es wirklich zu viel wird, weil entweder Familie, Beruf oder Gesundheit das nicht mehr mitmacht.
Solche Amokläufe mit Schusswaffen sind also sicher nicht der einzige Grund, warum die Jugend sooft wegbleibt oder gar nicht erst kommt.
Wohnt man in einem Dorf, ist spätestens nach Beendigung der Schule Schluss, weil die berufliche Zukunft oftmals nur andernorts zu finden ist.
Und zu den Amokläufen sei noch eins gesagt:
Ich habe unter meinem festen Stamm von 15 Jugendlichen nur 3 aus Schützenfamilien. Die anderen Eltern hatten vom Schießsport in der Form noch nie was gehört (was ist freihand und so). Da kam bisher keine einzige Fragen, ob die Kinder durch die Handhabung mit einer Waffe (Sportgerät hin oder her) irgendwie negativ beeinflusst werden. Da ist es an dem Jugendleiter, die Eltern aufzuklären und für eine gute Kommunikation untereinander zu Sorgen.
Und wenn die Eltern mal zu einem Training eingeladen werden und sehen, mit wie viel Sorgfalt und Bewusstsein für Sicherheit ihr Kinder mit dem Gewehr umgehen, stellen sich bei denen Fragen nach Winnenden gar nicht mehr.
So ist mein Eindruck.
Wir geben nicht auf, Eltern und andere Mitbürgen aufzuklären und "Stammstischproganda" und miese Stimmungsmachen wird es wohl immer geben.
So, das wars erst mal von mir.
Freue mich auf weitere Reaktionen.
Liebe Grüße, Sylvia