Die Software gibt auch den Teiler an, das bedeutet die Anlage müsste auf den 1/100 mm genau messen.
Leider nein. Das bedeutet nur, dass die Anlage eine Auflösung von 1/100 mm bzw. 1 Teiler bietet. Nur anhand der Auflösung kann aber keine Aussage über die Genauigkeit bzw. Ungenauigkeit der Messung getroffen werden.
Es gibt eh nur sehr wenige Aussagen der Hersteller zur tatsächlichen Genauigkeit der Messung und auf Grund der Art der Messung gibt es auch kein wirklich funktionierendes und allgemein anerkanntes Verfahren, wonach man die Anlagen kalibrieren könnte, also deren Genauigkeit bzw. Einhaltung bestimmter Messtoleranzen überprüfen und notfalls nachjustieren könnte.
Die ISSF verfügt zwar über ein Verfahren, wonach die Anlagen für ihre Eignung bei ISSF-Wettkämpfen 'geprüft' werden und gegebenenfalls zertifiziert werden, nur ist das ganze Verfahren nicht wirklich offen noch werden Aussagen über die tatsächliche Genauigkeit getroffen.
Man kann zwar mit Hilfe von Kontrollscheiben feststellen, dass durch die Messung ein Mindestmaß an Genauigkeit gegeben ist, bzw, eingehalten wird, aber leider eben angesichts von 1/10 Wertungen - bei LG 0,25 mm - der dünne Strich bei den technischen Zeichnungen - nur sehr grob. Bessere Möglichkeiten, die Anlagen zu prüfen, gibt es nicht und so müssen wir wohl auch weiter den Herstellern vertrauen, dass die Anlagen eben auch ausreichend genau messen und diese Genauigkeit auch über die ganze Nutzzeit der Anlage halten.
Angesichts der Bedeutung der Messungen - die Anlagen entscheiden schließlich bis hin zum Olympia-Sieg - empfinde ich die Situation so schon etwas unbefriedigend und ich wundere mich auch oft auch ein bisschen ob des oft blinden Vertrauens in solche Geräte bzw. deren tatsächliche Genauigkeit.
Mit bestem Schützengruß
Murmelchen