Beiträge von Murmelchen

    Hallo Freunde,

    wie oberflächlich und gedankenlos unsere Medien so ein Thema angehen, konnte man aber auch wieder sehr schön sehen. Am Anfang wurde doch tatsächlich von einer Wolther, nicht Walther, Pistole Modell "Long Rifle" gesprochen. Einer gibt den Mist vor und alle blöken es nach. Wie lange dauert es denn im Zeitalter des Internets, herauszufinden, dass Walther keine Firma aus dem englischen Sprachraum ist. Eine Pistole mit der Bezeichnung "Langes Gewehr" ist noch schräger. Dafür braucht man auch keine Waffenkenntnisse, minimale Kenntnisse der englischen Sprache sollten da doch reichen, oder etwa nicht.

    Man kann das ja jetzt alles als Spitzfindigkeit abtun, nur liegt doch hier die Vermutung nahe, dass Medien, die so schludrig recherchieren, es auch manchmal mit der Wahrheit nicht allzu genau nehmen. Kann es sein, dass die ihre Zuschauer generell für dumm halten? So nach dem Motto, das merkt doch keiner, und die, die es merken, zählen nicht.


    Noch eine kuriose Sache: Es geistert zur Zeit ein angebliches Photo von der Tatwaffe durch die Medien. Ich meine hier das Photo der Walther GSP vor blauem Hintergrund mit der zusätzlichen Abzugseinheit. Dieses Photo soll wohl von der Polizei in Lörrach veröffentlicht worden sein, stammt aber nach Hinweisen aus anderen Foren ganz eindeutig von einer Verkaufsanzeige eines Händlers aus dem Internet. Es wurde also schlicht geklaut. Gebt mal einfach "Walther GSP" in Google ein und unter Bilder Seite 10 findet ihr das besagte Photo.

    Auch hier also wieder Ungenauigkeiten und Manipulation. Auch dieses könnte man als Lappalie abtun, aber es stellt sich doch auch hier die berechtigte Frage, wie es um den Wahrheitsgehalt generell bestimmt ist, wenn schon bei solchen Sachen getrickst und manipuliert wird, scheinbar nicht nur von den Medien, sondern auch von den Behörden.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Jep. Siehe DM München. Siehe Winnenden. Siehe Lörrach...kopfschüttel.
    immer schön die Augen vor der Wahrheit verschließen. Auch eine Art durchs Leben zu gehen...


    Lieber Asterix,

    ich kann Dich ja irgendwie verstehen. Auch mir geht das ganze Thema mittlerweile ziemlich auf den Keks, bei aller Tragik. Ich hätte auch gerne eine Lösung, mit der man das Problem aus der Welt schaffen könnte. Nur glaube ich, Du hast dich mittlerweile ziemlich in deine fixe Idee verrannt. Wenn in München bei der DM mit jährlich über 5000 Startern, die alle mit ihren Schusswaffen hantieren, in fast 40 Jahren nur ein tödlicher Unfall passiert ist und nach meinem Kenntnisstand war das bisher der einzige, dann spricht das doch eindeutig für unsere Sorgfalt und nicht dagegen.

    In unserem Land leben 80 000 000 Menschen. Wenn wir jetzt davon ausgehen, dass 99,9999 % dieser Menschen nie auf die fatale Idee kommen würden, "Amok" zu laufen, dann bleiben immer noch 80 Menschen übrig. Das läuft doch ganz klar unter allgemeines Lebensrisiko. Die Wahrscheinlichkeit, durch andere Bereiche des Lebens zu Schaden zu kommen, ist doch viel, viel größer. Der Prozentsatz der Menschen mit absoluter Matschbirne ist doch schon um Zehnerpotenzen höher.

    Genau diese Tatsache ignorierst Du und nicht nur Du. Aber schaffen wir ruhig den privaten Waffenbesitz und damit auch unseren Sport ab. Ich weiß, dass das nicht deine Absicht ist, aber genau darauf läuft es hinaus. Erst dann werden die ganzen Gutmenschen kapieren, dass es gar nicht an den legalen Waffen gelegen hat, weil eben auch dann noch weiterhin schreckliche Gewalttaten passieren werden, nur eben mit anderen Mitteln. Aber das konnte man ja natürlich nicht vorher wissen. ;(

    Wenn Du jegliches Risiko ausschließen willst, dann musst Du aus ganz Deutschland eine riesige Gummizelle machen, inklusive automatischer Fütterung. Aber selbst dann wird wahrscheinlich jemand solange mit dem Kopf gegen die Gummiwand rennen, bis er doch ernsthaften Schaden davon trägt. Man möge mir hier meinen Sarkasmus verzeihen.

    dingo,

    dein differenziertes Bild würde noch runder, wenn Du dich auch direkt über die Firma Armatix informieren würdest, nicht nur über deren (angedachte) Produkte.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Bitte berücksichtigt, dass die Frau bei ihrer Verzweiflungstat nicht nur die Schusswaffe eingesetzt hat. Sie hat zu dem Tatmittel gegriffen, das ihr gerade zur Verfügung stand. Aber sie hätte diese Tat sicher auch ohne die verfügbare Waffe begangen, nur dann eben mit anderen Tatmitteln.

    Es ist einfach nicht richtig, davon auszugehen, dass ohne die Verfügbarkeit legaler Waffen solche Taten nicht begangen würden. Die vorhandenen Waffen sind nie die Ursache, sondern immer ein austauschbares Tatmittel.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo Asterix,

    wenn man den Menschen permanent und suggestiv einredet, dass sie ein Problem haben, dann zeigt das bei den meisten auch irgendwann Wirkung. Der legale Waffenbesitz stellt in Deutschland aber nur ein minimales Risiko dar. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand durch die Waffe eines Sportschützen zu Schaden kommt, ist äußerst gering. Viele andere Bereiche unseres Lebens, die für uns ganz alltäglich sind, stellen ein vielfach größeres Risiko dar. Das ist eine Tatsache, an der auch die tragischen Einzelfälle der letzten Jahre nichts geändert haben. Diese Tatsache wird aber bei den Diskussionen immer komplett ignoriert. Leider wird auch jeder Einzelfall von einer kleinen Minderheit unser Gesellschaft und von Teilen der Presse benutzt, um nahezu gebetsmühlenartig ideologisch und weltanschaulich geprägte Forderungen zu stellen. Dabei wird fast immer die Wahrheit gebeugt oder ausgeblendet.

    Vor diesem Hintergrund glaube ich, Du möchtest, ähnlich wie ein weiterer Schütze hier in diesem Forum, eine Art Opfergabe leisten, um die selbsternannten bösen "Götter" zu beruhigen, um dann wieder deine Ruhe zu haben. Dazu möchtest Du auf ein System von einer Firma zurück greifen, deren Alternativprodukt, ein Blockiersystem, vor laufender Kamera im ZDF innerhalb von 7 Sekunden mittels handelsüblichem Werkzeug geknackt wurde. ;(

    Jedes elektronische System ist manipulierbar. Bedingt durch das Prinzip einer Feuerwaffe ist es sogar sehr leicht, die entsprechende Elektronik zu umgehen oder auszuschalten. Im einfachsten Fall geschieht dieses durch den Austausch kompletter Baugruppen. Eine hunderprozentige Sicherheit gibt es nicht. Aber durch diese vermeintliche Sicherheit neigen einige Menschen dazu, mit dem Gegenstand auch leichtfertiger umzugehen. Es kann ja angeblich nichts mehr passieren, es ist ja jetzt alles so sicher. Das meine ich mit menschlicher Psyche und Risikokompensation. Ich bin sogar der festen Überzeugung, dass durch solche Systeme das Unfallrisiko ansteigen wird. Der Schießsport ist aber auch heute schon sicher. Es gibt so gut wie nie Unfälle. Bei den Versicherungen taucht der Schießsport erst gar nicht in der Liste der Sportunfälle auf.

    Du sagst, dass die Maßnahmen auch dann sinnvoll sind, wenn damit auch nur ein Menschenleben gerettet werden könnte. Aber wäre es denn dann nicht viel sinnvoller, sich erstmal auf solche Bereiche zu konzentrieren, bei denen wirklich ein großes Risiko besteht und wo täglich viele Menschen sterben. Der Straßenverkehr fordert jährlich ca. 4500 Menschenleben. Untersuchungen haben ergeben, dass jährlich durch mangelnde Hygiene ca. 40 000 Menschen in den Krankenhäusern sterben. Das heißt, heute sterben wieder statistisch 12 Menschen durch den Straßenverkehr und die ungeheuer große Zahl von 120 Menden nur durch mangelnde Hygiene in unseren Krankenhäusern. Dahinter verbergen sich auch immer sehr tragische Schicksale. Aber finden diese Toten auch nur ansatzweise ihre Würdigung in der Presse? Es scheint do so zu sein, dass diese Fälle kaum jemanden wirklich interessieren und einfach so hingenommen werden.

    Wenn man den gerade geschilderten Sachverhalt betrachtet, dann stellt sich aber doch sofort die Frage, worum geht es den selbsternannten Menschenrettern denn wirklich und warum konzentrieren diese sich alle ausgerechnet auf einen Bereich, wo das Risiko doch eh schon minimal ist. Durch einfache Maßnahmen im Hygienebereich könnten leicht Tausende von Menschenleben gerettet werden. Wer die Abschaffung des Schießsports fordert, muss sich auch fragen lassen, warum er nicht auch die Abschaffung des Individualverkehrs fordert. Das Resultat wäre doch ungleich effektiver.

    Vor diesem Hintergrund halte ich es auch für ziemlich daneben, wenn wir Sportschützen auch noch selbst Vorschläge für Verschärfungen machen und damit selbst die langfristige Zerstörung des Schießsports fördern.


    Wenn in diesem Land nur noch Entscheidungen aufgrund von Emotionen und Ideologien getroffen werden und Fakten permanent ausgeblendet werden, dann sehe ich schwarz für unsere Zukunft, nicht nur für den Schießsport.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo LDS,

    deine Vorschläge sind schon deshalb nicht zielführend, weil es in unserer Gesellschaft Kräfte gibt, die aus ideologischen Gründen und bar jeder Sachkenntnis ein totales Verbot sämtlicher legaler Schusswaffen fordern und auch den Schießsport abgeschafft sehen wollen. Wenn sie dieses Ziel nicht direkt erreichen können, dann eben über weitere Restriktionen, die dazu führen, dass der Schießsport nicht mehr praktikabel ist und sich deshalb immer mehr Schützen abwenden oder aufgeben. In diese Kerbe zielen leider auch deine Vorschläge.

    Nochmal die Frage: Glaubst Du wirklich, dass durch deine Vorschläge die auch jetzt schon sehr seltenen, aber immer tragischen Einzeltaten sicher verhindert werden können?

    Warum empfindest Du mich als dreist, wie Du mir ja mitgeteilt hast, wenn nicht nur ich Dich hier frage, ob Du denn auch konkret von diesen Vorschlägen oder Forderungen betroffen wärst. Nochmal konkret, besitzt Du selbst auch genehmigungspflichtige Schusswaffen oder bestreitest Du selbst halbwegs ernsthaft Disziplinen, in denen genehmigungspflichtige Schusswaffen eingesetzt werden? Werden in eurem Verein solche Disziplinen geschossen?

    Ich stelle diese Frage hier nicht grundlos. Es ist nämlich immer recht leicht, Vorschläge zu machen, von denen man selbst nicht betroffen ist.


    Mit bestem Schützngruß

    Frank

    Einer wollte in die Tasche mit der Hose und Jacke und zeugs schauen ...


    Das war bestimmt ein Schießklamotten-Fetischist. Was es nicht alles so gibt. :thumbup:

    Hatte eine Tasche und bei den Reißverschlüssen ein Schloss drin. Was im übrigen glaube ich alle geahbt haben die am Montag so unterwegs waren.


    Da haben die vielen Menschen auf dem Fest ja nochmal echt Schwein gehabt. Was da ohne die Schlösschen alles hätte passieren können. Gar nicht auszudenken. :P


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo Freunde,

    es sind verschiedene teilweise recht obskure Modelle angedacht worden, z. Bsp. Chipkarten zum Schutz der Treiber bei der Jagd. :pinch: Aber wir brauchen uns hier erst gar nicht über diese Möglichkeiten auszutauschen, denn eins ist sicher, auch diese Systemen können das immer vorhandene, aber minimale Risiko des Missbrauchs legaler Schusswaffen nicht verhindern. Diese Systeme würden nur ihre legalen Besitzer noch weiter gängeln und dienen unter dem Mäntelchen der Sicherheit dem Kasse machen. Sozusagen eine tolle Geschäftsidee, bei der man den Gesetzgeber aber zwingend braucht.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo Freunde,

    mir wird von all dem Drehen, Schieben und Kippen hier ja schon ganz schwindlig. An einigen Stellen ist mir wirklich nicht mehr so ganz klar, was der entsprechende Beitragsteller mit seinen Ausführungen denn genau sagen will und was nicht. Kann natürlich auch an mir liegen. Aber wäre es dem einen oder anderen Schreiber hier nicht doch möglich, die Beiträge etwas konzentrierter so zu verfassen, dass auch etwas eindeutiger wird, was wirklich gemeint ist und was nicht. Es gibt so einen alten Lehrspruch, der besagt, dass man nur das auch richtig verstanden hat, was man auch verständlich zu Papier bringen kann.

    Aber falls es euch tröstet, ich habe heute eine Verlängerungsschnur geflickt und hab mich dann hinterher auch schwer gewundert, warum ich denn auf einmal zwei Stecker an der Leitung habe. :whistling:


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo Howard1274,

    beachte aber, dass Du es im Falle einer möglichen Kontrolle auch mit recht ahnungslosen Kontrolleuren zu tun haben kannst, eventuell auch mit solchen, die ihre Unwissenheit durch besonders forsches Auftreten versuchen zu kompensieren und die dann möglicherweise auch Forderungen bei Dir erfüllt sehen möchten, die laut Gesetz so gar nicht vorgeschrieben sind. Stichwort Verankerung.

    Daher macht es Sinn, wenn Du dich eingehend mit den entsprechenden Paragraphen und der Verordnung bezüglich Aufbewahrung vertraut machst und so im Falle eines Falles auch entsprechend souverän reagieren kannst. Wie ich sehe, liegen Dir das WaffG und die Verordnung ja schon vor. Für alle anderen Mitleser: Das WaffG und die Verordnung ist ganz leicht im Internet zu finden. Ist zwar stellenweise echt schwere Kost, aber die Aufbewahrungvorschriften sind wenigstens noch recht eindeutig. Leider gibt es aber auch dabei schon die wildesten Fehlinterpretationen.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo LDS,

    die mediale Aufbereitung von Taten, bei denen Schusswaffen eingesetzt wurden, insbesondere dann, wenn es sich um (ursprünglich) legale Schusswaffen aus dem Besitz von Sportschützen handelte, hat dazu geführt, dass sich viele Bürger mittlerweile ein stark verzerrtes Bild von der Wirklichkeit gemacht haben. Du als Sportschütze solltest aber doch die Realität besser kennen.

    Schusswaffen spielen in unserem Land entgegen der veröffentlichten Meinung und Wahrnehmung nur eine untergeordnete Rolle bei Gewalttaten. Der Gebrauch von Schusswaffen ist seid Jahren rückläufig. Wenn aber doch Schusswaffen verwendet werden, dann sind es zu 97 % illegal besessene Schusswaffen. Der Prozentsatz der legal besessenen Schusswaffen bei Gewaltverbrechen ist also verschwindend gering. Das sind Fakten. Diese Fakten werden jedes Jahr durch die nur zum Teil öffentlichen Statistiken des BKA belegt. Umfangreiche Studien kommen zu dem gleichen Ergebnis. Daran haben auch die tragischen Einzeltaten der letzten zehn Jahre nichts geändert, so bedauerlich diese Taten auch waren.

    Wenn in einer freiheitlichen Gemeinschaft weitreichende Verbote erlassen werden sollen, die für die Gruppe der Betroffenen erhebliche Einschnitte in ihrer Selbstbestimmtheit bedeuten und mit denen ihnen auch ein Teil ihrer Lebensqualität genommen würde, dann ist die Frage nach der Verhältnismäßigkeit und noch viel wichtiger nach den Nutzen berechtigt.

    Die einseitige Fokussierung auf die Tatwerkzeuge ist dumm und gefährlich, weil damit nur scheinbare Lösungen angeboten, die wirklichen Ursachen (der Täter, der diesen fatalen Entschluss fasst und die Tat dann oft lange plant) aber ausgeblendet werden und daher auch weitere Taten zu erwarten sind, wenn dann auch mit anderen Tatmitteln. Es sollte alles getan werden, damit zukünftig solche Taten verhindert werden. Es macht aber keinen Sinn, wenn man sich nur einseitig gerade auf den Bereich konzentriert, der weder die Ursache ist noch ein wirkliches Problem darstellt.


    Vor diesem Hintergrund frage ich mich, welchen Sinn machen deine zum Teil überhaupt nicht durchdachten Vorschläge und Forderungen nach Verschärfungen? Glaubst Du wirklich, dass damit weitere Taten verhindert werden können? Kann es sein, dass Du hier Forderungen aufstellst, von denen Du bei Umsetzung gar nicht betroffen wärst? Kennst Du wirklich die Realität in den Vereinen?


    Warum fordert niemand auch nur eine ansatzweise Mäßigung der Presse bei der Berichterstattung solcher Taten. Der Nutzen wäre ungleich größer. Es gibt übrings die abgesprochene Mäßigung im Zusammenhang mit Suiziden und sie ist dort, wo konsequent angewandt auch erfolgreich.

    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo dingo,

    wir weichen zwar jetzt stark vom Thema ab, aber heute war auch ein riesiger Schützenaufmarsch der Gemeinschaft der Historischen Schützenbruderschaften in der niedersächsischen Stadt Vechta. Der WDR hat auch ganz passabel mit einer fast zweistündigen Sendung live über dieses Ereignis berichtet. Zum Schützenfest in Neuss gibt es auch jedes Jahr eine längere Live-Sendung. In Brilon fand zudem noch am diesem Wochenende das Bundesschützenfest des Sauerländer Schützenbundes mit sicher wieder gut 10 000 Teilnehmern statt. Auch das wird in der Presse immer sehr wohlwollend bedacht.

    Hält die aber leider auch nicht davon ab, bei nächster Gelegenheit wieder zu hetzen. Die sind halt sehr geschmeidig.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Frauen bekommen es irgendwie besser hin die hüfte gerade nach vorne zu schieben, ich find das völlig unangenehm.


    Äh, Frauen bekommen es besser hin, die Hüfte seitlich zu verschieben, aber nicht nach vorne. Jetzt mit vorne und seitlich bezogen auf den menschlichen Körper, nicht auf das Ziel. Wir haben das noch vor kurzem mal beim Training diskutiert. Als mein Freund das dann praktisch vormachte, erhielt er auch prompt einige Lacher von den anwesenden Mädels. 8)

    Ich habe übrings geschrieben, dass man die Hüfte auf das Ziel ausrichten soll. Damit war aber nicht unbedingt das extreme (seitliche) Herausschieben der Hüfte gemeint. Damit tue ich mich auch schwer. Aber wir sehen hier ja schon, es ist gar nicht so einfach, nur durch schriftlichen Austausch das doch recht komplexe Thema immer allgemein verständlich und eindeutig rüber zu bringen.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank


    PS: Ich lese hier gerade, Stuxnet-Wurm kann Industrieanlagen steuern, bis auf SPS-Ebene. Das wird irgendwann noch ganz böse enden.

    Hallo dingo,

    deine Sichtweise in Bezug auf den Vorwurf der fahrlässigen Tötung ist in unserer Gesellschaft mittlerweile weit verbreitet. Aber in § 222 StGB steht "Wer durch Fahrlässigkeit den Tod eines Menschen verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft". Da steht aus gutem Grund "verursacht" und nicht etwa "möglich macht" oder so etwas. War die fehlerhafte Handlung des Vaters wirklich die Ursache für den Tod der Menschen? Dass auch das Gericht "Bauchschmerzen" mit dieser Sichtweise hat, erkennt man daran, dass diese Anklage bisher noch gar keine Zulassung fand. Verhandelt wird gegen einen Verstoß gegen das Waffengesetz, also in diesem Fall eine Ordnungswidrigkeit nach dem damaligen WaffG. Ordnungswidrigkeiten werden aber normalerweise nicht vor einen Landgericht verhandelt. Da braucht es auch keine zig geladene Zeugen. Der Verstoß steht doch wohl fest, oder etwa doch nicht? Also doch kein ganz normaler Prozess?

    Aber wenn wir mal annehmen, dass es hier so etwas wie eine Mitschuld geben könnte, zumindest im moralischen Bereich, dann frage ich mich, warum denn dann nicht zumindest auch die Medien mitangeklagt werden. Hat der Täter denn nicht möglicherweise erst durch die maßlose mediale Aufbereitung vorangegangener Taten Anregungen für seine Tat bekommen bzw. ist erst überhaupt auf diese wahnsinnige Idee gebracht worden? Der Werther-Effekt ist in der Wissenschaft schon lange bekannt und auch unbestritten. Trotzdem habe ich in den Medien in Bezug auf diesen Punkt noch nicht einmal auch nur eine gewisse Nachdenklichkeit vernommen. Aber es ist doch auch nicht so einfach von der Hand zu weisen, dass, wen es diese von Sensationslust, Gier und Profit getriebene Berichterstattung so nicht gegeben hätte, die Taten möglicherweise auch so nicht geschehen wären.

    Der Vater ist nach meiner Auffassung schon genug bestraft. Der gehört nicht mehr vor so einen Prozess. Aber wenn doch, dann sollten auch andere mitangeklagt werden. Kleine Anmerkung: Mir ist schon klar, dass es nach unserem Rechtssystem nicht so ohne weiteres möglich ist, die Medien für solche Taten mitverantwortlich zu machen.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    PS: Gerade läuft unsere Medienmaschinerie wieder an. Wieder ein sogenannter Amok-Lauf. Der Erfinder dieser total verquerten Wortschöpfung für diese Taten sollte die Birne des Jahrhunderts verliehen bekommen. Meinetwegen auch posthum.

    Zur Frage mit dem Beschuss einer fremden Scheibe. Auf 50m ist der Winkelunterschied zur Nachbarscheibe normalerweise aber so gering, dass man da nur anhand des Einschusslochs nichts erkennen kann. Wenn keine Mikrofone angebracht sind und der Fehlschuss nicht auch anhand des Zeitprotokolls erkannt werden kann, dann wird es meiner Meinung nach schwierig.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Versteht mich bitte nicht falsch. Sonja ist (nicht nur) für mich die erfolgreichste Schützin der letzten zehn, fünfzehn Jahre, auch wenn speziell bei Olympia das Schicksal bisher etwas mit ihr gehadert hat. Sie ist auch eine sympatische Botschafterin für unseren Sport. Nur beim Pokern dürfte sie allerdings regelmäßig verlieren. ;)

    Aber ihr doch schon sehr extremer Anschlag ist mit Sicherheit nicht zur Nachahmung für jedermann geeignet.


    wegi82

    Das mit gar nicht erst auf die Hüfte kommen, ist verbreiteter, als man denkt. Außer beim Homo Shooticus macht diese Fähigkeit ja auch keinen großen Sinn. :D Trotzdem meine ich, dass die Ausrichtung der Hüfte auf das Ziel eine gute Ausgangsbasis für den Anschlag ist. Alles andere führt immer zu irgendwie schiefen Geschichten, die dann wieder kompensiert werden müssen. Aber wie schon gesagt, ist nur ne Meinung und kein Allheilmittel. Es gibt sicher viele "schöne" Beispiele, die zeigen, dass es auch anders geht.

    Ach ja, die Sache mit dem Verborgenen. Vielleicht sollten wir die Bekleidungsvorschriften radikal ändern und die der Beach-Volleyball Spieler(innen) übernehmen. Man könnte dann natürlich auch viel besser trainieren. :thumbup:


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo wegi82,

    ich kenne mich mit eurem Waffengesetz nicht gut genug aus, um hier eine vernünftige Bewertung abgeben zu können. Aber unterm Strich steht ihr in Österreich wohl noch etwas besser da als wir hier in der BRD. Unser Gesetz ist ja mittlerweile stellenweise so vermurkst, dass man es oft gar nicht mehr richtig praktikabel anwenden kann. Aber immer drohen heftige Sanktionen schon bei Fehlinterpretationen.

    Die Sache mit dem "Ermächtigungsgesetz" nach § 16a kann aber noch böse Folgen haben. Wir haben das bei uns auch drin. Ob eure Spezis da wohl abgeschrieben haben? 8) Es gibt hier ja auch schon mindestens eine Firma, die da ein tolles Geschäftsmodell wittert und wohl auch aktiv darauf hin arbeitet.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    So ganz habe ich jetzt auch nicht verstanden, was uns das "Lueftgewehr" damit sagen will. Aber das kann natürlich auch an mir liegen. :whistling:


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo wegi82,

    das mit der Fußstellung habe ich doch glatt überlesen. Villeicht meint der Helmut das ja genau anders herum. Oder er schlägt links an. Wenn man als Rechtshändler den linken Fuß auf Linie zum Ziel hinter den rechten Fuß stellt, wird der Anschlag normalerweise zu offen. Wenn das dann mit der Hüfte kompensiert wird, dann endet das schnell im Chaos. Aber andererseits habe ich auch schon gute Schützen so schießen sehen. War in grauer Vorzeit wohl verbreiteter. Da wurde dann aber auch der Stützarm mehr Richtung Bauch angesetzt.

    Die leichte Verschränkung, die Du ansprichst, kenne ich eher vom Oberkörper her, also oberhalb der Hüfte und dazu entgegengesetzt die minimale Fußstellung mit dem versetzten hinteren rechten Fuß. Also quasi eine leichte Verriegelung von unten nach oben mit der Hüfte in der Mitte. Denn durch die Hüfte wird ja auch immer die Position des Stützarms festgelegt und damit die Ausrichtung zu Ziel.


    Na ja, man kann aber generell sagen, dass es den Anschlag so nicht gibt. Wenn man mal bei einer internationalen Meisterschaft oder der DM in München an der Feuerlinie vorbei spaziert, dann kann man da teilweise sehr starke Abweichungen in den Anschlägen feststellen. Natürlich stellt sich dann auch die Frage, ob die Schützen da manchmal wirklich wegen ihrer Anschläge treffen, oder nicht eher trotz ihrer Anschläge. Jedenfalls sollte man alle Maßnahmen, die man so trifft, auch mal auf ihre Sinnhaftigkeit untersuchen (lassen).

    Ich vertrete ehr die Meinung, dass Anschläge, die mit möglichst wenig Verrenkungen und Verdrehungen auskommen, eigentlich die besseren Anschläge sind. Daher würde ich auch so einen extremen Anschlag, wie ihn Sonja Pfeilschifter praktiziert, als nicht unbedingt ideal ansehen. Nur gibt ihr der Erfolg natürlich recht.

    So ein Austausch, wie wir ihn hier betreiben, ist ja nicht schlecht. Aber generell sind die Tipps ja so teilweise nur bedingt hilfreich, weil einfach keine visuelle Rückmeldung vorhanden ist.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo Helmut,

    was Du beschreibst, sind aber schon die Korrekturen für größere Abweichungen. Wenn man schon sauber auf der Scheibe steht, aber eben noch leicht versetzt zum Zentrum, genügen schon viel feinere Korrekturen. Bei seitlichen Abweichungen kann dann auch schon das minimale Verdrehen (und dann wieder konsequent Entspannen) der rechten Fußspitze (bei Rechtshändlern) zum Erfolg führen. Eine zu tiefe Position ist immer problematisch. Hier sollte der Vorgang konsequent abgebrochen werden und der Anschlag noch einmal neu aufgebaut werden. Wenn man dann nämlich anfängt, das Gewehr irgendwie hoch zu drücken, hat man im Prinzip schon verloren.

    Eine etwas zu hohe Position wird von den Schützen unterschiedlich gehandelt. Manche kommen ja bewusst von oben ins Ziel, da sich bei diesen Schützen die Mündung durch Entspannung noch etwas absenkt. Bei mir ist das aber nicht der Fall. Ich behelfe mich da, indem ich die Stützhand nochmal etwas anspanne und wieder entspanne. Das reicht dann normalerweise. Ich lege das Gewehr aber auch zwischen Daumen und dem Rest der Hand. Da geht das. Bei einem Faustanschlag wohl etwas weniger gut. Ein böser Fehler ist aber ein viel zu hoher Anschlag, den der Schütze dann korrigiert, indem er (teilweise unbewusst) seine Rücklage etwas aufgibt und sich dann wundert, dass er/sie auf einmal zu tief steht. Kommt in der Praxis gar nicht so selten vor.

    Auf jeden Fall sollte man vermeiden, durch zusätzliche Korrekturspannungen die Mündung ins Ziel zu bekommen. Die Schwankungen werden dann unweigerlich größer und die saubere Schussabgabe wird erschwert.


    10cm Abweichung sind bei der Scheibenhöhe für LG schon ziemlich grenzwertig. Aber es gibt leider noch diese älteren Stände, wo die Scheiben bei 1,5m hängen. Eigentlich sind diese Stände dann ja nicht mehr für reguläre Wettkämpfe zulässig. Aber wie das halt so ist.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank