Hallo Asterix,
wenn man den Menschen permanent und suggestiv einredet, dass sie ein Problem haben, dann zeigt das bei den meisten auch irgendwann Wirkung. Der legale Waffenbesitz stellt in Deutschland aber nur ein minimales Risiko dar. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand durch die Waffe eines Sportschützen zu Schaden kommt, ist äußerst gering. Viele andere Bereiche unseres Lebens, die für uns ganz alltäglich sind, stellen ein vielfach größeres Risiko dar. Das ist eine Tatsache, an der auch die tragischen Einzelfälle der letzten Jahre nichts geändert haben. Diese Tatsache wird aber bei den Diskussionen immer komplett ignoriert. Leider wird auch jeder Einzelfall von einer kleinen Minderheit unser Gesellschaft und von Teilen der Presse benutzt, um nahezu gebetsmühlenartig ideologisch und weltanschaulich geprägte Forderungen zu stellen. Dabei wird fast immer die Wahrheit gebeugt oder ausgeblendet.
Vor diesem Hintergrund glaube ich, Du möchtest, ähnlich wie ein weiterer Schütze hier in diesem Forum, eine Art Opfergabe leisten, um die selbsternannten bösen "Götter" zu beruhigen, um dann wieder deine Ruhe zu haben. Dazu möchtest Du auf ein System von einer Firma zurück greifen, deren Alternativprodukt, ein Blockiersystem, vor laufender Kamera im ZDF innerhalb von 7 Sekunden mittels handelsüblichem Werkzeug geknackt wurde. 
Jedes elektronische System ist manipulierbar. Bedingt durch das Prinzip einer Feuerwaffe ist es sogar sehr leicht, die entsprechende Elektronik zu umgehen oder auszuschalten. Im einfachsten Fall geschieht dieses durch den Austausch kompletter Baugruppen. Eine hunderprozentige Sicherheit gibt es nicht. Aber durch diese vermeintliche Sicherheit neigen einige Menschen dazu, mit dem Gegenstand auch leichtfertiger umzugehen. Es kann ja angeblich nichts mehr passieren, es ist ja jetzt alles so sicher. Das meine ich mit menschlicher Psyche und Risikokompensation. Ich bin sogar der festen Überzeugung, dass durch solche Systeme das Unfallrisiko ansteigen wird. Der Schießsport ist aber auch heute schon sicher. Es gibt so gut wie nie Unfälle. Bei den Versicherungen taucht der Schießsport erst gar nicht in der Liste der Sportunfälle auf.
Du sagst, dass die Maßnahmen auch dann sinnvoll sind, wenn damit auch nur ein Menschenleben gerettet werden könnte. Aber wäre es denn dann nicht viel sinnvoller, sich erstmal auf solche Bereiche zu konzentrieren, bei denen wirklich ein großes Risiko besteht und wo täglich viele Menschen sterben. Der Straßenverkehr fordert jährlich ca. 4500 Menschenleben. Untersuchungen haben ergeben, dass jährlich durch mangelnde Hygiene ca. 40 000 Menschen in den Krankenhäusern sterben. Das heißt, heute sterben wieder statistisch 12 Menschen durch den Straßenverkehr und die ungeheuer große Zahl von 120 Menden nur durch mangelnde Hygiene in unseren Krankenhäusern. Dahinter verbergen sich auch immer sehr tragische Schicksale. Aber finden diese Toten auch nur ansatzweise ihre Würdigung in der Presse? Es scheint do so zu sein, dass diese Fälle kaum jemanden wirklich interessieren und einfach so hingenommen werden.
Wenn man den gerade geschilderten Sachverhalt betrachtet, dann stellt sich aber doch sofort die Frage, worum geht es den selbsternannten Menschenrettern denn wirklich und warum konzentrieren diese sich alle ausgerechnet auf einen Bereich, wo das Risiko doch eh schon minimal ist. Durch einfache Maßnahmen im Hygienebereich könnten leicht Tausende von Menschenleben gerettet werden. Wer die Abschaffung des Schießsports fordert, muss sich auch fragen lassen, warum er nicht auch die Abschaffung des Individualverkehrs fordert. Das Resultat wäre doch ungleich effektiver.
Vor diesem Hintergrund halte ich es auch für ziemlich daneben, wenn wir Sportschützen auch noch selbst Vorschläge für Verschärfungen machen und damit selbst die langfristige Zerstörung des Schießsports fördern.
Wenn in diesem Land nur noch Entscheidungen aufgrund von Emotionen und Ideologien getroffen werden und Fakten permanent ausgeblendet werden, dann sehe ich schwarz für unsere Zukunft, nicht nur für den Schießsport.
Mit bestem Schützengruß
Frank