Beiträge von Murmelchen

    Es liegt mir fern, Patricks Eindrücke und Bewertungen in Frage zu stellen. Aber so ein bisschen habe ich doch den Eindruck, dass Patrick sich hier etwas zu sehr von den (großen) Zahlen beeindrucken lässt. Bei den vier Großen der Branche (Zeiss, Leica, Swarovski und Kowa) ist bei max. 88mm Objektivdurchmesser Schluss und auch die Vergrößerungen gehen nicht über 60. Aber mit solchen Gläsern kann man auch noch auf 300m die Schusslöcher erkennen, zumindest bei halbwegs normalen Bedingungen. Weder von der Vergrößerung noch vom Durchmesser eines Glases kann man auf die Abbildungsqualität oder das Auflösevermögen schließen. Richtig ist, dass eine große Vergrößerung mehr Licht schluckt und daher auch ein größerer Objektivdurchmesser sinnvoll ist. Auch ist richtig, dass man für bestimmte Aufgaben eine Mindestvergrößerung haben muss, damit man überhaupt etwas sieht. Aber das ist auch schon alles. Die Vergrößerungszahl sagt aus, um welchen Faktor ein Objekt vergrößert wird, bzw. um welchen Faktor es näher erscheint. 50er Vergrößerung bedeutet also auf 50m, dass man die Scheibe wie auf 1m sieht und auf 100m wie auf 2m. Aber weder ein großer Objektivdurchmesser noch eine große Vergrößerung garantieren auch ein scharfes Bild mit hohem Auflösevermögen. Im Gegenteil, gerade bei sehr hohen Vergrößerungen wird die Sache technisch immer schwieriger und damit nimmt dann auch das Risiko zu, das sich das zu beobachtende Objekt nicht mehr scharf und auflösungsreich darstellen lässt.

    Mag gut sein, dass Patrick mit dem, was ihm das Glas bietet, sehr zufrieden ist und damit auch gut klar kommt. Da aber das Sehen letztendlich immer eine subjektive Angelegenheit bleibt, würde ich trotz der Empfehlung jedem erstmal zu einem direkten Vergleichstest raten.

    Hier mein Tipp insbesondere für dingo. In der Nähe von München in Putzbrunn gibt es mit Teleskop-Express eine Firma, welche sich auf Teleskope und Spektive spezialisiert hat. Neben den bekannten Marken bieten die mit dem TS 20-60 x 80mm ein Glas an, dass zwar mit 160.- EUR schon deutlich über dem Preis von Patricks Glas liegt, aber wovon ich schon mehrfach gehört habe, dass es für 100m noch ganz brauchbar sein soll. Vielleicht besteht ja auch die Möglichkeit, sich das von Patrick empfohlene Glas zeitgleich zur Ansicht schicken zu lassen und dann diese Gläser mal direkt bei unterschiedlichen Bedingungen zu testen. Wer ganz schmerzfrei ist, kann sich ja auch noch zusätzlich ein ein Glas der Spitzenfirmen für den direkten Vergleich ordern.

    Die Piepmatz-Freunde empfehlen hier für den Einstieg zwei Gläser von Olivon und Eschenbach, aber die liegen schon wieder in einem deutlich höheren Preisrahmen. Außerdem unterscheiden sich die Auswahlkriterien von Naturbeobachtern und Sportschützen doch etwas.

    Wenn man da möglicherweise nach einem guten Glas für die Scheibenbeobachtung fragt, kann auch so etwas dabei herauskommen:

    Zitat

    Ähm... du beobachtest Einschusslöcher in Scheiben? Wozu tust du das? Vielleicht ist die Frage blöd, aber ich hab noch nie gehört, dass das jemand macht und keinen Schimmer, worum es geht. Frau Amsel (Sabine) im bird net Forum


    Klar ist die Frage blöd, aber wir sind ja immer höflich und daher sagen wir das auch nicht. ;)


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo dingo,

    Da fällt mir gerade ein:
    Mein erstes Spektiv hatte 20x50, also eine 20fache Vergrößerung bei 50mm Objektivurchmesser. Dieses Spektiv war perfekt für die 25m - helles Bild und gute Vergrößerung. Bei den 50m sieht es da anders aus - die Helligkeit war akzeptabel bis gut (bei starkem Sonnenschein), bei Regen wurde es jedoch schon sehr dunkel. Das Hauptproblem war aber die zu kleine Vergrößerung von nur 20fach, da man die Löcher kaum erahnen konnte, und das Auge zu sehr anstrengen musste.


    Patrick beschreibt hier einen ähnlichen Sachverhalt wie ich, nur eben nicht auf das Verhältnis 50m zu 100m bezogen, sondern eben 25m zu 50m. Meiner Meinung zieht er aber in Bezug auf die Vergrößerung hier etwas andere Schlüsse. Es ist meiner Meinung nach nicht die fehlende Vergrößerung, die sein altes Glas auf 50m nur noch bedingt brauchbar macht, sondern die fehlende Abbildungsqualität. Bei einer Vergrößerung von 20 erscheint die Scheibe dem Beobachter wie in Wirklichkeit auf 2,5m. Natürlich ist das schon ein Unterschied gegenüber den 1,25m bei Vergrößerung 40. Aber auch auf 2,5m kann ich noch die Schüsse sauber erkennen, zumindest wenn mein Brillenglas geputzt ist. ;) Einen großen Matsch kann ich natürlich auch eher erkennen als einen kleinen Matsch. Aber das ist dann doch für eine optimale Bewertung der Schüsse nur bedingt hilfreich. Außerdem macht es gerade bei den Probeschüssen z. Bsp. auf 100m, wo man möglicherweise erst noch die Visierung korrigieren muss, keinen richtigen Spaß, wenn man die Schüsse mehr vermutet, als das man sie wirklich sieht.

    Genauso ist es auch beim Vergleich 50m zu 100m. Auch hier kann ein Glas auf 50m noch sehr brauchbar sein, aber auf 100m schon an seine Grenzen kommen. Wenn ein Glas mit einer Vergrößerung von 40 hier am Ende ist, dann wird es durch das Einschrauben einer 60er Vergrößerung garantiert nicht besser. Nur die die matschigen Flecken werden dann etwas größer. Ob man bei der Scheibenbeobachtung damit leben kann, muss jeder für sich entscheiden. Aber richtig schön ist das nicht. Daher auch mein Tipp mit dem direkten Vergleichstest.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo Freunde,

    nach meinen Erfahrungen besteht zwischen der Scheibenbeobachtung auf 50m und auf 100m schon ein deutlicher Unterschied. Auf 50m gehen eigentlich die meisten Gläser ganz gut, wobei es aber auch schon ein Unterschied ist, ob man den Schuss (nur) erkennen kann, oder aber bei zumindest der Mehrzahl der Schüsse halbwegs sicher sagen kann, ob es noch eine Zehn oder schon eine Neun ist. Natürlich muss man so nicht gleich die komplette Auswertung übernehmen, aber es ist doch ganz schön, wenn man nicht immer nur schätzen braucht.

    Die Zusammenhänge hat Patrick schon ganz gut erklärt, aber die wichtigste Größe für die Scheibenbeobachtung ist die Abbildungsqualität. Da gibt es zwischen den Gläsern schon Unterschiede, auch wenn die Billiggläser heute normalerweise besser sind als früher. Eine große Vergrößerung und die dafür nötige Öffnung nützen nichts, wenn das Bild nur noch unscharf oder verschwommen dargestellt wird. Dabei gilt, je größer die Vergrößerung, um so kritischer wird es. Es ist daher auch nicht zwangsläufig so, dass man mit einer größeren Vergrößerung immer besser da steht.

    Ich selbst besitze ein schon älteres 40x60 Glas, welches mal über Anschütz AHG angeboten wurde. Das hat schon damals über 300 DM gekostet. Für 50m ist es ganz brauchbar, aber auf 100m kommt es deutlich an seine Grenzen, insbesondere bei diesigem oder regnerischem Wetter. Schüsse, die direkt an einem Ring sitzen oder eine der Zahlen getroffen haben, muss man dann schon mal suchen. Wie schon gesagt, man kann es noch gebrauchen, aber optimal ist es nicht. Das hat auch nichts mit der Vergrößerung an sich zu tun, sondern mit der Abbildungsqualität. Eine stärke Vergrößerung ohne bessere Abbildungsqualität würde die Problematik nicht besser machen.

    Wer sich also ein Spektiv zulegen möchte, sollte es unbedingt auch auf 100m unter schlechten Bedingungen testen. Am besten ist es sicher, wenn man mehrere Gläser zum direkten Vergleich hat. Bestimmte Bedingungen wie Mirage kann zwar auch ein gutes Glas nicht lösen, aber bei diesigem oder regnerischem Wetter haben gute Gläser doch deutliche Vorteile, die dem Schützen entgegenkommen. Ein Glas ist ja normalerweise eine Anschaffung fürs Leben und da sollte man nicht unbedingt am falschen Ende sparen und sich dann regelmäßig im Wettkampf ärgern. Ob es jetzt gleich ein Glas aus dem Spitzensegment sein muss, muss jeder für sich beantworten. Bei einem Glas, das teurer als die ganze Knarre ist, kämme ich auch ins Grübeln. Aber auch schon im Mittelklassebereich gibt es gute Gläser für die Scheibenbeobachtung. Bei Gläsern aus dem Billigbereich bin ich (auch auf Grund meiner eigenen Erfahrungen) immer skeptisch. Aber ob das Glas von Patrick jetzt auch auf 100m etwas taugt, weiß ich nicht.

    Patrick

    Hast Du das Glas schon mal auf 100m auch bei schlechten Bedingungen eingesetzt? Meiner Erfahrung nach kann man nämlich nur bedingt von 50m auf 100m bei der Scheibenbeobachtung schließen.


    Noch eine Anmerkung. Wer auch mal mit dem Gedanken spielt, sein Glas auch auf 300m einzusetzen, der kann sich gleich komplett vom Billigsegment verabschieden. Selbst die Spitzengläser kommen dort bei nicht ganz optimalen Bedingungen und insbesondere bei kleinkalibrigen Geschossen ganz schnell an ihre Grenzen. Bei Mirage kann man auf diese Entfernung dann auch das beste Glas mehr oder weniger vergessen.

    Ach ja, ein gutes Stativ braucht man auch. Da so ein Glas ja nicht ganz leicht ist, sollte es schon halbwegs stabil sein. Wichtig ist auch eine einfache und präzise Handhabung. Es sollte auch nicht zu sperrig sein, damit man es auch Kniend nahe genug für bequemen Einblick neben sich platzieren kann. Ein Zoom ist in erster Linie beim Einrichten des Glases auf die eigene Scheibe ganz hilfreich. Man braucht dann weniger zu suchen. Ein Schrägeinblick ist insbesondere für Gewehrschützen wohl obligatorisch. Für Liegend ist normalerweise ein kleines extra Stativ sinnvoll. Bei Bedarf kann ich hier eine ganz brauchbare Lösung vorstellen.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo dingo,

    ich zitiere mal aus ein paar Standardwerken von namhaften Autoren.


    "Wettkampfsport Gewehrschießen" von Ralf Horneber

    Das Einsetzen des Gewehrs
    Die meisten Schützen setzen beim Liegend- und Kniendschießen das Gewehr möglichst nahe am Hals ein. Der günstigste Punkt bietet sich uns direkt neben dem Schlüsselbein. Dieses "körpernahe" Einsetzen bietet zwei Vorteile. Zum einen erlaubt es eine relativ gerade Kopfhaltung, zum anderen trifft der Rückstoß des Gewehrs annährend die Körpermitte, was seitliche Abweichungen der Waffe beim Abschuß auf ein Minimum reduziert.


    "Vom Training des Schützen" von Heinz Reinkemeier

    Der Schulterkontakt
    Wie für den Stehendanschlag beschrieben, zählt auch beim Liegendschießen der Schulterkontakt zu den entscheidenden Einzelheiten. Die Schaftkappe soll möglichst nahe am Hals untergebracht werden, sie soll über ihre ganze Fläche Kontakt zur Schulter haben und dieser Kontakt soll kräftig sein.


    Hier noch ein paar Anmerkungen zur Ausrüstung von mir. Man braucht für das Liegendschießen nicht unbedingt eine Hose oder Schuhe. Viele Schützen ziehen die Ausrüstung auch Liegend komplett an, weil sie das vom Dreistellungskampf so gewohnt sind. Aber rein von der Funktion her spielt die Hose und auch die Schuhe keine wirkliche Rolle. Man kann also das wählen, womit man sich am wohlsten fühlt. Das kann dann auch durchaus nur die Jeans oder eine Jogginghose sein. Wichtig ist nur eine im Schulterbereich und an den Armen gut sitzende Jacke. Auch müssen die Knöpfe nicht komplett geschlossen werden. Nur die oberen ein oder zwei geschlossenen Knöpfe können sogar Vorteile bringen.

    Zum Diopter: So ein Diopter ist schon Feinwerktechnik. Deshalb sollte man da auch immer mit Gefühl rangehen und insbesondere die Schrauben nicht auf Biegen und Brechen anknallen. Dann hat man auch lange Freude an den Teilen.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Direkt nach der Wende und in in den Folgejahren kriegte man die 150er (meist ziemlich verhunzt) regelrecht nachgeschmissen. Die Preise sind erst in den letzten Jahren so angezogen. Aber ein gutes 1813 im Super Match Schaft bekommst Du normalerweise auch nicht für 500 Pipen.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo red gecko,

    auch Liegend verwenden die meisten Schützen eine Hakenkappe. Allerdings gibt es auch Schützen, welche dabei auf den Haken verzichten. English Match ist eine alternative inoffizielle Bezeichnung für den nach Sportordnung genannten KK-Liegendkampf nach Regel 1.80 mit 60 Wertungsschüssen oder auch (seltener) für den GK-Liegendkampf nach Regel 1.90. Die Kyffhäuser verwenden den Begriff sogar direkt in ihrer Sportordnung. Die Bezeichnung rührt wohl daher, dass in England und auch in vielen englischsprachigen Ländern das Liegendschießen einen viel höheren Stellenwert hat. Das Stehendschießen wird in diesen Ländern im Gegensatz zu uns dort oft nur von einer kleinen Minderheit betrieben. Siehe die Bisley Range in England, immer noch so eine Art Mekka der Liegend- und Long Range Schützen.

    Noch mal ein paar Anmerkungen zur Problematik des Hakens beim Liegendanschlag. Der Schütze liegt ja (abgesehen von einem leichten Winkel) frontal hinter dem Gewehr. Damit der Kopf schön senkrecht auf die Backe gelegt werden kann, wird die Kappe normalerweise nicht in der Armbeuge, sondern recht nahe am Hals auf das Schlüsselbein aufgesetzt. Ich denke, so praktizieren es erstmal auch die meisten Biathleten. Wenn jetzt aber ein Haken montiert ist, dann geht das so nicht mehr, da ja dann der Rumpf im Wege ist. Also muss das Gewehr dann weiter außen eingesetzt werden, damit der Haken unter die Armbeuge kommt. Das führt aber dazu, das der Kopf dann seitlich zur Backe und zur Visierlinie geführt werden muss. Diese schräge Kopfhaltung ist aber auch wegen dem Gleichgewichtssinn nicht optimal. Mögliche Alternativen sind dann, das Gewehr (zum Kopf hin) zu verkanten, die Hakenkappe schräg zu stellen oder diese seitlich auszulagern. Da aber der Haken ja den Einsatzpunkt immer sehr rigide und starr festlegt, was auch, wenn passend, sein größter Vorteil, ist es gar nicht so leicht, hier eine optimale Position zu finden. Im Hinterkopf behalten muss man dabei auch, das die Kappe ja den Impuls bei der Schussabgabe weiterleitet und damit auch das Schussbild bei Ungleichmäßigkeit beeinträchtigen kann.

    Ich hoffe, so ist etwas besser klar geworden, wo die Problematik der Hakenkappe gerade im Anschlag Liegend liegt. Es ist gar nicht so einfach, das relativ anschaulich zu beschreiben. Direkt auf dem Schießstand kann man das hier Besprochene viel einfacher und anschaulicher anhand eines Objekts verdeutlichen.

    Zu deiner Frage mit dem Diopter: Man kann auch erstmal mit nur einem Diopter klar kommen. Du kannst die Trefferlage auch direkt auf dem jeweiligen Stand überprüfen. Auf 50m musst Du das Gewehr auf ca. 12cm Hochschuss einstellen, um auf 100m im Zentrum zu liegen. Andererseits macht ein auf 50m eingeschossenes Gewehr auf 100m schon ca. 24cm Tiefschuss. So kannst Du auch besser die Visierjustage bei verkantetem Anschlag berücksichtigen.

    Noch eine Anmerkung: Kniend muss gar nicht so problematisch sein, wie oft beschrieben. Ich bin jetzt wirklich kein Leichtgewicht, aber ich habe immer ganz gerne und auch ohne größere Druckschmerzen Kniend geschossen. Auch, weil die meisten da schon mental ein Problem mit haben. Man muss "nur" den Anschlag sehr genau austüffteln und die Auflagekräfte optimal verteilen. Dazu gehören auch gute Schuhe und eine im Durchmesser genau passende Kniendrolle. Ein Problem kann auch der sich gerade im Kniendanschlag sehr leicht übertragende Pulsschlag sein. Aber da der Kniendanschlag ja wieder eine ganz andere Baustelle ist, machen wir dazu besser bei Bedarf einen neuen Thread auf.


    Patrick

    Die alten Suhler Gewehr waren und sind auch heute noch nicht schlecht. Da waren viele drunter mit ganz hervorragender Schussleistung und auch das Schloss gehört immer noch mit zu den schnellsten. Einzig die von Dir angesprochene fehlende Backenverstellung bei einigen Schäften ist ein echtes Manko, wenn man dafür keine genau passende Standard-Anatomie mitbringt. Dort Immer erst mit der Wange rumzurubbeln, bis man sauber durch das Diopter schauen kann, ist nicht optimal. Und wenn man etwas zu tief liegt mit dem Kopf, hat man eh schon verloren. Aber, wie gesagt, sonst sind die Dinger nicht schlecht. Im Westen sieht man ja auch noch regelmäßig irgendwelche Anschütz-Teile aus den Sechzigern mitsamt den passenden Jacken in Grün oder Braun.


    dingo

    Es geht wohl sogar auch mit Flip-Flops, wie diese Schützin aus New Sealand beweist. Da ist deine Mutter dann doch in ganz guter Gesellschaft. Wir hatten mal bei uns eine Schützin mit einen weiß lackierten Schaft, der mit rosa Wölkchen "verziert" war. Da sah vielleicht .... aus. :wacko: Aber sie fand es ganz toll und traf damit auch.

    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Dürfte wohl eher .577 Tyrannosaur sein. Die geht bis über 13 000J (zum Vergleich KK ca. 130 Joule) und zeichnet sich durch einen ziemlich heftigen Tritt aus. Liegt aber auch an dem für so eine Energie wohl etwas zu zierlich und schmalgewichtig geratenen Gewehr. Eine .50 BMG schiebt dagegen eher und lässt sich damit vergleichsweise unproblematisch schießen, aber wenn, dann doch eher vom Zweibein oder von einer Auflage.

    Und nein, ich habe so ein Teil noch nicht geschossen. Muss ich mir auch nicht unbedingt antun. T-Rex kommt bei uns in der Gegend auch nur noch recht selten vor. ;)


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo red gecko,

    ... aber nicht weil ich was zu sagen habe, sondern weil ich etwas fragen möchte.


    ist das jetzt nicht ein bisschen tief gestapelt? ;)

    Zu deiner Frage: dingo beschreibt das meiner Meinung nach völlig richtig. Die Hakenkappe wurde wohl ursprünglich in erster Linie für den Anschlag Stehend entwickelt. In früheren Zeiten hat man wohl oft mit deutlich kopflastigeren Gewehren geschossen. Da diente der Hacken dann als Gegengewicht und sogar als aktiver Ausgleichshebel. Auch wenn das in dieser extremen Form heute so nicht mehr so Usus ist, so bietet doch die Hakenkappe mit ihren vielfältigen Einstellmöglichkeiten gerade Stehend und Kniend den bestmöglichen Halt und die beste Wiederholgenauigkeit. Aber auch hier gilt, man muss als Schütze schon ein bisschen Gefühl für den eigenen Anschlag mitbringen. Eine falsch oder unpassend eingestellte Hakenkappe zwingt einem auch Stehend oder Kniend in eine ungünstige Anschlagsposition.

    Es ist ja noch gar nicht so lange her, da waren die klassischen Gummikappen mit den 3cm Spielraum nach unten und oben bei LG und den Standardgewehren das Maß aller Dinge. Gerade die Wiederholgenauigkeit beim Einsetzen war bei den Dingern nicht so berauschend und man musste damit schon recht sauber arbeiten, um immer wieder den gleichen Punkt in der Schulter zu finden.

    Im Prinzip gilt das oben gesagte auch für den Anschlag Liegend. Hier kann aber gerade der Haken auch Probleme bereiten und ist daher nach meiner Erfahrung gerade am Anfang etwas mit Vorsicht zu genießen. Daher auch die ganzen Hinweise.

    Wann kommt denn bei Dir der Einstieg in das Englisch Match? Als aktive Biathletin ist Dir doch der Anschlag Liegend schon ein bisschen vertraut, auch wenn so ein 60 Schuss Programm schon einen Unterschied zum Biathlon darstellt. Es soll ja Schützen geben, für die ist das Liegendschießen die einzig wahre Form des Schießens. :)


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo Patrick,

    S Ich hatte es zwischenzeitlich so verstanden, dass der Haken auch als eine Art "Führung" genutzt werden kann. "Führung"in dem Sinne, dass ich eine Kontrolle habe, ob das Gewehr richtig in die Schulter eingesetzt ist - k.A. wie ich darauf gekommen bin


    Das ist ja auch durchaus möglich. Es gibt wohl sogar auch Schützen, die wirklich aktiv in Form von Krafteinwirkung mit dem Haken arbeiten. Das muss man aber auch erstmal sauber hinkriegen. Für einen Einsteiger ist das aber oft erstmal nur eine weitere Baustelle mit vielen Fragezeichen, insbesondere wenn beim Aufbau von Anschlag zu Anschlag noch kleine Abweichungen vorhanden sein können.

    Ich denke, so systematisch, wie Du jetzt auch dank der Tipps hier vorgehst, ist es der bessere und auf Dauer erfolgversprechendere Weg. Zu viele Veränderungen auf einmal und dann auch noch ohne kontrollierenden Betreuer oder Trainer führen nämlich ganz leicht ins Chaos.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    In der Tat, was dingo hier sagt, ist sehr wichtig und vollkommen richtig. Man kann sich sein Gehör sehr schnell und unwiderruflich schädigen. Gerade KK wurde da früher oft sträflich unterschätzt und man trifft auch leider heute noch auf manchen Schießständen ziemlich dumme Leute, die in dieser Hinsicht ziemlichen Schwachsinn von sich geben. Das muss man einfach auch mal so deutlich sagen. Denn gerade der kurze scharfe Knall einer KK-Patrone mit seiner sehr spitzen Amplitude ist für das Gehör auf Dauer sehr schädlich. Aber auch bei den Druckluft-Disziplinen sollte man immer einen Gehörschutz benutzen und nicht nur wegen der besseren Konzentration.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo Patrick,

    probiere doch ruhig mal aus, was passiert, wenn Du die Höhe über die Kappe justierst. Nehmen wir mal an, Du liegst mit deinem Zielbild etwas zu tief. Also stellst Du die Kappe etwas höher. Dann kommt aber, vorausgesetzt, Du setzt die Kappe dann auch wieder an der gleichen Stelle ein, deine Visierline hinten mitsamt der Schaftbacke tiefer. Du musst dann mit dem Kopf auch tiefer runter und möglicherweise den Kopf auch noch etwas mehr in den Nacken drücken. Du musst Dich dann also erst wieder an diese neue Lage gewöhnen und den Kopf für gute Schussleistung auch immer gleich platzieren. Die immer gleiche Kopflage ist aber, wie schon mehrfach geschrieben, eine Schlüsselstelle für gutes Liegendschiessen. Also muss man hier immer sehr vorsichtig agieren.

    Schau Dir mal den Anschlag von Matthew Emmons an. Der gehört zur Zeit trotz seiner gelegentlichen Probleme mit dem letzten Schuss sicher zu den besten Liegendschützen weltweit. Auf der Internetseite von Anschütz gibt es dazu ein schönes Poster mit Anschlagsstudien.

    Matthew hat seinen Anschlag bewusst sehr hoch gewählt, obwohl das ja nach landläufiger Meinung nicht die beste Lösung darstellen soll. Er hat sich sogar extra noch eine Art Vorderschaftverstärkung unter den Schaft geschraubt, auch eine Sache, die oft (ohne schlüssige Begründung) als kritisch angesehen wird. Er erreicht durch diese Maßnahmen aber eine sehr bequeme und relativ natürliche Kopfhaltung und kann damit fast gradlinig durch das Diopter schauen. Vergleiche diesen Anschlag mal mit dem von Warren Potent. Der liegt sehr lehrbuchmäßig tief, muss aber auch seinen Kopf ganz schön in den Nacken strecken, um noch halbwegs gerade durch das Diopter schauen zu können.
    Jedenfalls kann man sicher sagen, dass ein hoher Anschlag nicht unbedingt von Nachteil sein muss, im Gegenteil. Auch Christian Klees gewann mit einem ziemlich hohen Anschlag 1996 in Atlanta olympisches Gold. Der Vorteil ist halt immer eine bequeme Kopflage und die kann durchaus den Ausschlag geben. Mit diesen Beispielen will ich nur zeigen, wie wichtig die Kopfhaltung im Anschlag Liegend ist.

    Zu deiner Frage mit dem Haken. Frage Dich doch mal selbst, ob und was es für einen Sinn es machen kann, wenn auf diesen seitliche Kräfte einwirken.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Beim Gewehrschießen mag auch keine "Micky Maus". Daher verwende ich auch die gelben EAR-Stöpsel. Von der Dämpfung dürfte das bei KK auch noch gut ausreichen. Aber man muss damit auch ein bisschen vorsichtig sein, dass man sich den "Ohrschmand" nicht zu tief in den Gehörgang schiebt. Kann sonst zu Problemen führen.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Eine Höhenjustierung über die Schaftkappe würde ich aber auch nur bedingt empfehlen, auch wenn das oft so gelehrt wird, da damit ja auch immer eine Veränderung der Kopfhaltung einhergeht. Hier hat man nach meinen Erfahrungen im Anschlag Liegend deutlich weniger Spielraum als im Anschlag Stehend. Besser sind hier Korrekturen über den Schießriemen und den Handstop. Wir haben das Thema zusammen mit Dieter schon mal in diesem Thread andiskutiert.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo Dieter,

    möglicherweise habe ich ja dann noch einen kleinen Tipp für Dich. Du kannst Dir die aktuelle SpO des DSB und bei Bedarf auch die SpOs anderer Schießsportverbände auf der Seite des Bundesverwaltungsamtes (BVA) herunterladen.

    Hier der direkte Link zur Seite: BVA - Sportordnungen

    Ist ja im Zweifel ganz hilfreich, die Sportordnung auch in elektronischer Form direkt auf dem eigenen Rechner zu haben.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo Dieter,

    Die Höhe des Vorderschaftes ist in den Gewehrregeln der Sportordnung genau festgelegt. Von der Visierlinie Mitte Iris bis unterschaft sind es ....; Meine Sportordnung liegt im Schützenhaus -leider-


    es sind 90mm, wie ich schon schrieb, aber nicht von der Visierlinie aus gemessen, sondern bezogen auf die Laufachse. Bis zur Visierline kann man dann noch nach neuerer Reglung 60mm oben drauf packen.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    90mm bezogen auf die Laufachse. Da ist bei dem Anschützschaft nicht mehr viel Luft, höchstens 1 Zentimeter. Der Anschützschaft nützt die Vorgabe der SpO schon ganz gut aus und damit sollte das Problem auch nicht am Schaft liegen.

    Du kannst aber möglicherweise auch noch mit einer Visierlinienerhöhung arbeiten. Auch damit kannst Du den Schaft ja etwas tiefer bekommen.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Die ganz alten starren Hakenkappen von Anschütz gehen meiner Meinung nach gar nicht. Damit dürften wohl nur ganz wenige Schützen im Anschlag Liegend glücklich werden. Aber auch die zweite (oder dritte) Generation der Anschützkappen (spätere 1813 und frühe 19- und 2013) ist nur bedingt empfehlenswert, da der obere Teil nicht separat eingestellt werden kann und der untere Radius zum Haken hin auch nicht für jedermann passend ist. Deshalb sieht (sah) man hier auch oft wild getappte Versionen. Die modernen Kappen wie hier die MEC oder die Tec-Hro sind da schon deutlich empfehlenswerter. Mit so einer Kappe (relativ) neutral ohne große Radien eingestellt kann man auch die Anfängerschulung beginnen. Auf den eigentlichen Haken würde ich aber am Anfang komplett verzichten. Nach meiner Auffassung hat der Haken im Anschlag Liegend nur eine untergeordnete Funktion, kann aber oft mehr Schaden als Nutzen bringen. Daher nutzen diesen Haken viele Schützen auch nur als Führungshilfe beim Einsetzen und als Kontrollinstrument für den immer gleichen Anschlagsaufbau. Schützen, die wirklich aktiv (aktiv im Sinne von Krafteinwirkung) mit dem Haken arbeiten, sind mir Liegend eher weniger bekannt.

    Daher bin ich auch der Auffassung, dass die alten Kappen der Standardgewehre durchaus noch gut für den Einstieg geeignet sind. Nachteilig war hier oft nur der mit 3cm sehr geringe Verstellbereich und die fehlende Schwenkmöglichkeit um die horizontale Achse. Zur Verddeutlichung \I/ aus seitlicher Perspektive. Aber trotzdem ist es meiner Meinung nach mit so einer Kappe für einen Anfänger leichter, eine für eine bequeme Lage und Haltung hinter dem Gewehr geeignete Position in der Schulter zu finden. Mit einer MEC oder Tec-Hro geht das natürlich auch, aber nur, wenn diese Kappen erstmal ziemlich neutral (flach) und ohne Haken eingestellt verwendet werden.

    Der alte Liegendschaft von Anschütz mit der Bezeichnung 1411 bzw. 1811 war ja auch "nur" mit einer einfachen Schaftkappe ausgestattet, aber trotzdem ganz brauchbar, wäre er nicht für manche Schützen schon etwas zu lang gewesen.


    Patrick kann ja mal in Ruhe unter Berücksichtigung unserer Anmerkungen die Kappen ausprobieren und uns dann seine Eindrücke schildern. Da ja ein Ferntraining ohne visuelle Rückmeldung immer nur sehr bedingt sinnvoll ist, wären vielleicht ein paar Fotos ganz hilfreich.

    Patrick
    Verunsichern oder verwirren wollte ich Dich mit meinem Beitrag sicher nicht. Allerdings wollte ich Dich vor einer überzogenen Erwartungshaltung bewahren und Dich schon mal auf möglicherweise auftretende Probleme hinweisen. Zumal Du ja, wie Du schreibst, weitgehend auch Dich alleine gestellt bist.

    Mit bestem Schützengruß

    Frank


    Anlage: Zur Verdeutlichung mal ein Foto, oben mit einer (späten) Supermatch 54 mit der schon angesprochen Hakenkappe der zweiten Generation und unten der 1411 Liegendschaft.