Es liegt mir fern, Patricks Eindrücke und Bewertungen in Frage zu stellen. Aber so ein bisschen habe ich doch den Eindruck, dass Patrick sich hier etwas zu sehr von den (großen) Zahlen beeindrucken lässt. Bei den vier Großen der Branche (Zeiss, Leica, Swarovski und Kowa) ist bei max. 88mm Objektivdurchmesser Schluss und auch die Vergrößerungen gehen nicht über 60. Aber mit solchen Gläsern kann man auch noch auf 300m die Schusslöcher erkennen, zumindest bei halbwegs normalen Bedingungen. Weder von der Vergrößerung noch vom Durchmesser eines Glases kann man auf die Abbildungsqualität oder das Auflösevermögen schließen. Richtig ist, dass eine große Vergrößerung mehr Licht schluckt und daher auch ein größerer Objektivdurchmesser sinnvoll ist. Auch ist richtig, dass man für bestimmte Aufgaben eine Mindestvergrößerung haben muss, damit man überhaupt etwas sieht. Aber das ist auch schon alles. Die Vergrößerungszahl sagt aus, um welchen Faktor ein Objekt vergrößert wird, bzw. um welchen Faktor es näher erscheint. 50er Vergrößerung bedeutet also auf 50m, dass man die Scheibe wie auf 1m sieht und auf 100m wie auf 2m. Aber weder ein großer Objektivdurchmesser noch eine große Vergrößerung garantieren auch ein scharfes Bild mit hohem Auflösevermögen. Im Gegenteil, gerade bei sehr hohen Vergrößerungen wird die Sache technisch immer schwieriger und damit nimmt dann auch das Risiko zu, das sich das zu beobachtende Objekt nicht mehr scharf und auflösungsreich darstellen lässt.
Mag gut sein, dass Patrick mit dem, was ihm das Glas bietet, sehr zufrieden ist und damit auch gut klar kommt. Da aber das Sehen letztendlich immer eine subjektive Angelegenheit bleibt, würde ich trotz der Empfehlung jedem erstmal zu einem direkten Vergleichstest raten.
Hier mein Tipp insbesondere für dingo. In der Nähe von München in Putzbrunn gibt es mit Teleskop-Express eine Firma, welche sich auf Teleskope und Spektive spezialisiert hat. Neben den bekannten Marken bieten die mit dem TS 20-60 x 80mm ein Glas an, dass zwar mit 160.- EUR schon deutlich über dem Preis von Patricks Glas liegt, aber wovon ich schon mehrfach gehört habe, dass es für 100m noch ganz brauchbar sein soll. Vielleicht besteht ja auch die Möglichkeit, sich das von Patrick empfohlene Glas zeitgleich zur Ansicht schicken zu lassen und dann diese Gläser mal direkt bei unterschiedlichen Bedingungen zu testen. Wer ganz schmerzfrei ist, kann sich ja auch noch zusätzlich ein ein Glas der Spitzenfirmen für den direkten Vergleich ordern.
Die Piepmatz-Freunde empfehlen hier für den Einstieg zwei Gläser von Olivon und Eschenbach, aber die liegen schon wieder in einem deutlich höheren Preisrahmen. Außerdem unterscheiden sich die Auswahlkriterien von Naturbeobachtern und Sportschützen doch etwas.
Wenn man da möglicherweise nach einem guten Glas für die Scheibenbeobachtung fragt, kann auch so etwas dabei herauskommen:
ZitatÄhm... du beobachtest Einschusslöcher in Scheiben? Wozu tust du das? Vielleicht ist die Frage blöd, aber ich hab noch nie gehört, dass das jemand macht und keinen Schimmer, worum es geht. Frau Amsel (Sabine) im bird net Forum
Klar ist die Frage blöd, aber wir sind ja immer höflich und daher sagen wir das auch nicht. ![]()
Mit bestem Schützengruß
Frank