Beiträge von Murmelchen

    Hallo erzwo,

    Du sprichst da aus meiner Sicht ein wirkliches Problem an. Ich gönne ja den Senioren ihr Auflageschießen. Diese Disziplin boomt und die Senioren sind da mit großer Begeisterung dabei, haben oft auch das nötige Kleingeld für eine tolle Ausrüstung und schießen oft auch auf sehr hohem Niveau. Aber dieser Boom hat auch mittlerweile eine aus meiner Sicht ganz üble Erosion auf die jüngeren Klassen insbesondere im Breitensport ausgeübt. Da wird halt der Eindruckt erweckt, dass man doch ganz ohne große Anstrengung auch hohe Ringzahlen schießen kann. Man steht doch vermeintlich mit 290 Ringen ganz toll da, wo hingegen der "Looser" da Stehend doch schon mit 360 bzw. 270 kämpft. Das ist halt ein Stück weit auch der Glaube an große Zahlen. Dagegen ist doch auch Freihand vermeintlich viel zu schwierig und zu langwierig und zu mühsam und mühen will man sich ja schließlich nicht auch noch in seiner Freizeit. Ein Freund von mir hat das mal etwas sarkastisch mit "Deutschland schafft sich ab" umschrieben.

    Man muss dazu aber auch sagen, dass heute insbesondere in den kleineren Vereinen oft die Vorbilder fehlen und mittlerweile auch schon oft das Wissen um Anschläge, Training und Ausrüstung verloren gegangen ist. Da ist in der Tat schon länger etwas schief gelaufen. Aber es ist erstmal, abgesehen von bestimmten Entwicklungen in unserer Gesellschaft, ein internes Problem. Es hängt wieder hauptsächlich damit zusammen, das der Mittelbau und hier insbesondere viele der ehemals aktiven Schützen nicht bereit waren und sind, in den Vereinen Aufgaben als Trainer und Betreuer zu übernehmen.

    Leider ist das Kind hier aber schon sprichwörtlich in den Brunnen gefallen und es ist jetzt sehr schwer, da noch gegenzusteuern. Fährt man hier eine harte Linie, muss man mit weiteren Verlusten rechnen. Lässt man aber den Trend hin zum Auflageschießen so weiterlaufen, dann bekommen die klassischen Disziplinen über kurz oder lang massive Probleme. Wir sehen das ja schon beim KK, hier insbesondere beim Dreistellungskampf. Das mag auch andere Gründe wie mangelnde Stände und Kosten als Ursache haben, aber ein gut Teil geht auch auf die oben angesprochene Entwicklung.

    Vielleicht sehe ich oder wir das aber auch zu kritisch und man sollte solche Entwicklungen lieber hinnehmen und fördern, statt an den alten Zöpfen kleben zu bleiben. Es gab und gibt in vielen Ländern schon immer eine funktionierende Schießsportszene mit großer Anhängerschaft jenseits der ISSF-Disziplinen. In manchen Länder mit großer Schießsporttradition hat der olympische Schießsport nur einen sehr untergeortneten Stellenwert und wird dort jeweils nur von einer kleinen Minderheit betrieben.

    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo pustefix,

    ich bin zwar jetzt nicht so der Pistolero, aber vielleicht kann ich Dir trotzdem mit ein paar Anmerkungen weiterhelfen.

    Die GSP war und ist möglicherweise immer noch die am weitesten verbreitete Sportpistole, im Prinzip zumindest früher das Synonym für die SpoPi schlechthin und gilt normalerweise als sehr robust und nahezu unkaputbar. Ob es bei den Modellreihen jetzt aber ganz spezielle Schwachpunkte gibt, kann ich Dir nicht sagen, aber wie gesagt, die GSP-Teile haben normalerweise einen sehr guten Ruf.

    Die unterschiedlichen Abzugseinheiten rühren daher, dass früher für die Sportpistole und Standardpistole mit 1360 bzw. 1000g unterschiedliche Abzugsgewichte vorgeschrieben waren. So konnte man schnell ohne Neueinstellung wechseln. Es gab für die GSP sogar eine Trockentrainingseinheit für OSP und Wechselsysteme für .22 kurz und .32.


    Aber eine Anmerkung noch zum Schluss: So eine GSP ist sicher keine verkehrte Wahl, aber wenn Du etwas stärker in die Disziplin SpoPi einsteigen willst, solltest Du auch prüfen, ob Dir andere Sportpistolen nicht besser liegen. Mein persönlicher Favorit wäre da die FWB AW 93. Aber die bekommst Du normalerweise nicht für den Preis einer GSP. Aber gerade den Erwerb einer Sportpistole sollte man sicher nicht nur vom Preis abhängig machen.

    Bei 40 EUR wäre ich zumindest in Deutschland etwas vorsichtig. Das dürfte allem Ermessen nach dann doch eher Schrott sein.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo Seba,

    normalerweise ist bei einer WBK Grün immer ein Voreintrag nötig, es sei denn, Du bist auch Inhaber eines Jagdscheins. Dann kannst Du Langwaffen auch auf/mit den Jagdschein erwerben und dann innerhalb der Frist in die WBK eintragen lassen.

    Aber die Art deiner Frage lässt vermuten, dass das bei Dir nicht der Fall ist. Wenn man schon im Besitz der WBK Grün ist, kann man (als Sportschütze) auch zusätzlich ohne größeren Aufwand die WBK Gelb beantragen. Damit hast Du dann speziell im Hinblick auf den Erwerb mehr Handlungsfreiheit und bist bei denen auf Gelb erwerbbaren Waffen nicht mehr auf den Voreintrag angewiesen.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo Garry,

    ich denke, dass ich dein Problem schon etwas nachvollziehen kann, auch wenn ich jetzt nicht direkt mit den Abzügen der P 700 und von Tesro vertraut bin. Die Charakteristik der Abzüge hängt von der Konstruktion und von den verwendeten Materialien ab. Daher kann es schon von Hersteller zu Hersteller kleine Abweichungen geben. Aber, und hier kommt jetzt möglicherweise für Dich das interessante, es kann und gibt auch Abweichungen und wahrnehmbare Unterschiede zwischen den baugleichen Abzügen eines Herstellers. Das erklärt vielleicht auch, warum die meisten Schützen mit ihren P 700 Abzügen hochzufrieden sind, aber Du mit deinem nicht. Ich habe hier zwei baugleiche Anschütz-Abzüge, die ungefähr die gleiche Schusszahl auf den Buckel haben und auch an der Klinke keine wahrnehmbaren Unterschiede erkennen lassen. Trotzdem ist es mir nicht möglich, den einen genauso trocken und perfekt einzustellen, wie den anderen. Dabei weiß ich normalerweise schon, in welche Richtung ich die Schrauben drehen muss und bilde mir auch ein, so halbwegs verstanden zu haben, wie so ein Abzug funktioniert.

    Möglicherweise hast Du ja auch einen Abzug erhalten, der sich aufgrund der Toleranzen, vielleicht auch durch fehlerhafte Materialien, nicht ganz so sauber einstellen lässt, wie andere Abzüge. Das sollte zwar bei einer guten Endkontrolle normalerweise nicht vorkommen, ist aber immer mal möglich. Wende Dich doch mal direkt an Feinwerkbau und schildere ihnen das Problem. Vielleicht tauschen sie Dir ja dann den Abzug aus.

    Wenn der Abzug allerdings in Ordnung sein sollte, dann ist halt der Tesro-Abzug vom "Feeling" her für Dich besser geeignet. Dann bliebe noch die vage Möglichkeit, mal bei Tesro anzufragen, ob sie ihren Abzug auch für das P 700 passend machen könnten. Diese Möglichkeit schließe ich aber fast aus. Dann musst Du halt damit leben, oder wieder das Gewehr tauschen.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Das mit den Blenden kann ich Dir jedenfalls erklären. Es kam ursprünglich von der ISSF und es ging dabei um so eine Art "Facelifting". Die Schützen sollten medienwirksam fotogener ohne dabei störende Blenden rüberkommen. Na ja, beim Fechten ist man ja jedenfalls bis jetzt auch noch nicht auf diese Idee gekommen. Ok ok, ich weiß.

    Problem dabei: Es macht nur bei den ganz großen Wettkämpfen und bei wenigen "Profis", wenn überhaupt, Sinn. Hinzu kommt auch noch, dass man auf den meistens perfekt ausgeleuchteten Ständen, wo die großen Wettkämpfe stattfinden, eher weniger zusätzliche Blenden braucht, als auf so manchen Ständen in der Provinz mit teilweise direkten Strahlern von allen Ecken und Kanten.


    Die Frage lautet hier generell, ob wirklich jede Änderung der ISSF, die dort auch möglicherweise Sinn macht, auch in der SpO landen muss und dann auch noch verbindlich bis hin zu den unteren Klassen.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Viele scheint es nicht zu interessieren, das die Sportordnung, wo nach der Sportschütze handeln muss, vom DSB gemacht wird.


    Mit Verlaub, das halte ich jetzt aber auch für etwas gewagt. Siehe dazu meinen letzten Beitrag.

    "Fragen Sie ihren Landesverband" als Antwort auf berechtigte Fragen zur Sportordnung ist nämlich auch nicht wirklich konstruktiv.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Lieber Gerhard,

    auch wenn deine Anmerkungen sicher - auch von vielen Schützen - kontrovers gesehen werden, ich teile deine pointierte Sichtweise. Unser Schießsport hat immer vom Mitmachen gelebt, weniger vom Zuschauen und noch weniger von irgendwelchen Fans. Daher sehe ich auch die immer wieder vorgebrachten Forderungen nach Veränderungen (Verbesserungen) hin zu vermeintlich mehr Massen- und Medientauglichkeit, also um es mal auf den Punkt zu bringen, hin zu mehr Deppentauglichkeit, hin zu einer Art Zirkus, wo dann ein paar (Profi)sportler für Unterhaltung sorgen und womit dann auch (wenige) ordentlich Geld verdienen können, bisweilen kritisch. Ludwig hat das schöne Beispiel mit dem Skispringen ja schon gebracht und so groß ist das Holzbein aus meiner Sicht gar nicht. Biathlon wäre hier, bei aller Sympathie, auch nicht so ganz unpassend.

    Selbst wenn wir es schaffen sollten, die Bundesliga mal im Fernsehen zu platzieren, was sicher wünschenswert wäre, so könnten wir dadurch zwar sicher unser Image aufbessern und wohl auch im Bereich Sponsoring profitieren, aber ob wir nur dadurch wirklich mehr Zulauf in unseren Vereinen bekommen würden, wage ich zu bezweifeln. Wir hätten dann vielleicht auch mehr Zuschauer. Aber wir sollten dabei auch immer bedenken, dass so ein Publikum auch immer sehr launisch sein kann. Was heute noch ganz toll ist und die Massen lockt, kann morgen schon total abgesagt sein. Wenn der Sport dann aber keine aktive Basis mehr hat, dann kommt das Ende möglicherweise um so schneller.

    Wie sind den bisher und wie kommen denn auch heute noch neue Schützen in unsere Vereine?. Doch fast immer durch die Familie oder durch persönliche Kontakte und Bekanntschaften. Selbst beim Nachwuchs ist es doch so, dass jemand in der Schule oder im Freundeskreis über seinen Sport berichtet und dann andere mitzieht. Veranstaltungen wie Tage der offenen Tür können zwar etwas bringen, aber oft ist es doch so, dass die so gewonnen Mitglieder oft schon nach kurzer Zeit wieder verschwinden.

    Der Schießsport ist speziell, aber darin liegt doch auch gerade für uns der Reiz. Es ist müßig, allen anderen diesen Reiz und diese Faszination vermitteln zu wollen. Wir sollten daher gezielt nach den Menschen Ausschau halten, für die der Schießsport möglicherweise auch auf längere Sicht interessant sein könnte. Ich schaue mir die Jugendlichen, aber auch Erwachsene, in dieser Hinsicht genau an und versuche dann einzuschätzen, ob der Schießsport für diejenigen interessant sein könnte. Das mit der Einschätzung klappt natürlich nicht immer, ist aber nach meinen Erfahrungen deutlich effektiver, als wahllose Rekrutierungsversuche über die Medien oder durch sogenannte Events.

    Noch mal kurz zur Liga: Manchmal frage ich mich schon, ob es für den Breitensport wirklich so gut war, die Liga auch bis auf die unteren Ebenen auszuweiten. Zumindest hier in meiner Region haben die Rundenwettkämpfe dadurch doch etwas gelitten. Da fehlen jetzt einerseits Schützen, die mitziehen und auch Hilfestellung leisten, andererseits haben sich andere Schützen zurück gezogen, weil sie sich den doch deutlich härteren Herausforderungen der Liga nicht stellen wollen oder nicht können, aber die RWKs nicht mehr richtig gepflegt werden bzw. keinen Stellenwert mehr haben. Dabei hat früher für viele die gemeinsame Fahrt zu befreundeten Vereinen und danach dann das gepflegte Pils in gemütlicher Runde einen hohen Stellenwert gehabt. Ich hoffe, das gerade dieser Punkt hier nicht falsch verstanden wird. Ich finde die Liga toll und habe diesen Modus selbst aktiv geschossen, ich bin auch kein genereller Bremser und Konservativer um des Prinzips willen. Aber es gibt auch so etwas wie das Wesen des Schießsports und das sollten wir auch immer etwas im Auge behalten.

    Wo wir eher, und nicht nur wir Sportschützen, ein Problem haben, ist die Gewinnung geeigneter Mitarbeiter für die vielfältigen Aufgaben in unseren Vereinen und Verbänden. Die Generation der Menschen, die das bisher gemacht haben, ist mittlerweile in die Jahre gekommen. Leider haben aber aus der mittleren und jüngeren Generation, auch wenn dieses Forum gute Gegenbeispiele liefert, immer weniger Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen Lust und Interesse, solche Aufgaben zu übernehmen. Gerade bei denjenigen, welche gut geeignet wären, kann man dieses Desinteresse oft besonders feststellen. Das Resultat ist dann oft, das wichtige Positionen, wenn überhaupt, mit Leuten besetzt werden, die es zwar gerne wollen, aber nicht wirklich können. Wie wir dieses Problem lösen können, weiß ich auch nicht. Aber wir alle sind hier letztlich gefordert. Und denjenigen, die zwar immer alles fordern, aber selbst nie dazu bereit sind, selbst mit anzupacken und die Vereine eher als billige Dienstleistungsunternehmen sehen, sollten wir ab und zu mal den Wind aus den Segeln nehmen.

    Zu guter Letzt, eine Anmerkung sehe ich etwas kritischer. Ob wir für "Waffennarren" oder "Amokläufer" gehalten werden, ist zwar wirklich erstmal Wurst, wir wissen es ja schließlich besser. Aber leider werden durch diese Sichtweise auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen beeinflusst, in denen wir uns bewegen können. Weitere Einschnitte können hier sehr schnell zu massiven Problemen führen. Ich habe hier schon länger den Eindruck, dass die maßgeblichen Stellen längst zur Strategie der kleinen Nadelstiche übergegangen sind, da sie uns frontal auf einmal nicht "erledigen" können. Man denke hier nur an Herrn Brennecke. Ich denke dabei auch nicht nur an das Waffengesetz. Man bedenke auch die massiven Auflagen beim Schießstandbau. Ein Neubau eines offenen Standes auch mitten in der Pampa ist de facto heute kaum noch möglich und auch der Unterhalt bestehender Stände verschlingt heute durch immer neue und höhere Auflagen teilweise immense Summen. Klar, ich vergaß, dabei geht es natürlich immer nur um die Sicherheit oder die Umwelt. Daher ist die öffentliche und veröffentlichte Meinung schon nicht ganz unwichtig.

    Ich weiß, ich habe mich hier mit einigen Thesen sicher etwas weit aus dem Fenster gelehnt. Ich möchte daher zum Schluss auch anmerken, dass auch ich in dieser Hinsicht die Weisheit sicher nicht alleine gepachtet habe und dass man einige meiner Punkte sicher auch ganz anders sehen kann.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo Romina,

    herzlich willkommen hier bei den Meisterschützen.

    Wenn ich das jetzt richtig in Erinnerung habe, dann ist mit Susanne Schäfers schon eine Schützin aus deinem Verein hier im Forum aktiv. Und die andere Susanne kenne ich auch noch aus alten Zeiten.


    Mit westfälischem Schützengruß

    Frank

    Hallo Joachim.

    wie schon gesagt, wenn Du so einen "Fund" legal erwerben willst, muss er erst mal vom Finder legalisiert werden. Du selbst kannst ja schlecht bei fremden Leuten der Finder sein.


    Noch eine kurze Anmerkung: Du kannst bei solchen Aktionen ganz schnell deine Zuverlässigkeit verlieren, insbesondere dann, wenn Du im Bereich der gesetzlichen Bestimmungen nicht immer ganz sattelfest bist. Schau mal in die aktuelle DSZ. Dort werden Fallbeispiele zum Thema Zuverlässigkeit gebracht. Da kämpft z. Bsp. gerade ein Berechtigter um seine waffenrechtliche Erlaubnis, welcher vermeintlich ganz legal ein gebrauchtes KK in Österreich erworben hatte, aber nicht bedacht hatte, dass man dafür eine spezielle Einfuhrerlaubnis haben muss. Resultat: Strafanzeige und ab 60 Tagessätzen möglicher Verlust der Erlaubnis. So schnell kann das gehen. Also immer schön vorsichtig sein. Der Fall mit dem Parken auf dem Behindertenparkplatz (Schwerbeschädigtenausweis missbraucht) ist noch härter, da ja erstmal überhaupt kein Bezug zum WaffG besteht.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Die Lautstärke bei der Schussabgabe hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die HV-Patronen erreichen eine Geschwindigkeit oberhalb der Schallgeschwindigkeit. Dabei entsteht durch Stoßwellen der sogenannte Überschallknall. Dadurch nimmt die Lautstärke bei diesen Patronen auch deutlich zu. Da beim Übergang vom Unterschallbereich zum Überschallbereich bzw. umgekehrt auch Turbulenzen auftreten, meidet man im Hinblick auf die Präzision diesen Geschwindigkeitsbereich bei der Konstruktion von Patronen normalerweise. Entweder soll das Geschoss die gesamte Wegstrecke vom Lauf bis zum Ziel immer im Überschallbereich bleiben oder eben darunter. Schützen tun sich also bestimmt keinen Gefallen, wenn sie HV-Patronen für das sportliche Schießen einsetzen wollen. Die HV-Patronen erreichen nie die Präzision der Match-Patronen. Hinzu kommt noch der stärkere Impuls, welcher speziell im Anschlag Liegend schwieriger vom Schützen zu beherrschen ist . Die meisten guten Schützen bevorzugen daher auch eher weich schießende Patronen. Ich vertrete jedenfalls die Auffassung, dass weich schießende Patronen etwas fehlertoleranter sind. Aber das ist nur meine sicher subjektive Ansicht. Stehend kann aber auch nach meinen Erfahrungen eine etwas schnellere Patrone möglicherweise manchmal vorteilhafter sein. Ich rede hier aber jetzt nicht von den HV-Patronen, sondern von den etwas schnelleren Patronen aus dem Match-Segment. Die Firma Eley gibt neuerdings die Geschwindigkeit der einzelnen Serien mit auf der Verpackung an, aber in Füßen pro Sekunde (fps).

    Nach meinen Erfahrungen taugen auch die ganzen Patronen wie CCI usw. nur sehr bedingt zum sportlichen Schießen. Wer kein totaler Grobmotoriker ist, merkt doch schon beim Einführen in das Patronenlager und beim Schließen des Schlosses die groben Toleranzen dieser Patronen. Auch der regelmäßig deutlich unterschiedlich wahrnehmbare Schussknall zeugt nicht gerade von hoher gleichmäßiger Präzision. Ich verstehe daher auch nicht so ganz, warum damit immer wieder Schützen (fast immer Einsteiger) meinen, antreten zu müssen. Mit der Gecco Rifle oder der SK Standard (wenn es denn unbedingt sein muss, auch aus der Dose) gibt es doch Alternativen mit normalerweise deutlich besseren Eigenschaften. Aber ich weiß, es gibt ja auch echte Spezialisten, die erzielen mit Rattenknarre und Kruppzeugpatrone auch auf 100m Streukreise unter 15mm. Zwar immer nur dann, wenn es sonst keiner sieht, aber die können das wirklich, ganz bestimmt. Die verstehen auch nicht, warum die ganzen Olympioniken so einen Aufwand mit den Patronen und den Gewehren betreiben, wenn es doch auch mit CZ und CCI geht. Allerdings sieht man diese Spezialisten dann eben doch nicht bei Olympia.

    Zurück zum Thema Schussknall: Neben der Startgeschwindigkeit spielt auch noch die Lauflänge und die Materialstärke des Systems eine Rolle. Kurzwaffen sind mit der gleichen Patrone immer lauter und die zierliche Schonzeitbüchse ist auch lauter als ein massives Matchgewehr. Laufhülsen können den Knall noch etwas dämpfen bzw. angenehmer anhörbar machen.

    Subsonic-Patronen sind auch keine wirkliche Lösung, da sie ähnlich wie die HV-Patronen nicht die nötige Präzision mitbringen. Das Zeug ist auch eher für Kaninchen auf dem Friedhof gedacht. ?(


    Zur Fragestellung: Man kann durch teilweise recht einfache Maßnahmen den Stand so umgestalten, dass der Schussknall nicht mehr ganz so heftig kommt. Eine mögliche Lösung wäre hier die Verkleidung glatter Wände durch schallbrechende Elemente. Die guten alten Eierlagen sind hier gut geeignet, wenn auch nicht wirklich die hübscheste Lösung. Wer es schöner haben möchte, kann auch zu den speziellen Akustikplatten greifen. Auch die Kugelfänge können durch Aufkleben von schallschluckenden Materialien (z. Bsp. alte Teppichstücke) auf der Rückseite etwas entschärft werden. Vor Durchführung solcher Maßnahmen sollte man sich aber immer erst vom Schießstandsachverständigen grünes Licht einholen. Auch zusätzliche Blenden im Außenbereich oder eine Begrünung können das Lärmproblem entschärfen.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Als ich zum Studieren gegangen bin, wollte ich wissen, wo es in der Nähe Schützenvereine gibt und wann sie dort trainieren und genau diese Infos bekam ich im Internet.


    Da hast Du aber Glück gehabt. Möglicherweise hast Du aber, auch wenn Du zufrieden bist, den für Dich optimalen Verein auf diese Weise trotzdem nicht gefunden. Wenn ich hier in meiner Region nur nach dem Internetauftritt gehen würde, landete ich womöglich beim schrägsten Verein der ganzen Umgebung. Papier und in diesem Fall wohl auch HTML ist ja bekanntlich sehr geduldig. Was da teilweise so auf den Internetseiten der Vereine steht, hat mit der Realität vor Ort oft nicht wirklich viel zu tun.

    Eine Scheu davor, dass man zeigt im Schützenverein zu sein, habe ich noch NIE erlebt.


    Mit Schämen oder Scheu hat das meiner Meinung nach eher weniger zu tun. Eher manifestiert sich darin die nicht immer ganz unberechtigte Sorge, bei z. Bsp. der Bewerbung um eine bestimmte Position, ohne dass das auch wirklich so gesagt wird, aussortiert zu werden. Natürlich mag es da regional auch große Unterschiede geben, aber ganz unberechtigt ist die Sorge nach den ganzen Hetzkampagnen und den daraus resultierenden Vorurteilen leider nicht. Wie war das noch mit den Lehrern, die Schüler als Gestörte tituliert und ihnen geraten haben, den Sport aufzugeben und die Vereine zu verlassen.


    Hallo kawiJS,

    schön mal wieder etwas von Dir zu lesen. Bei der Gelegenheit, vielleicht kannst Du ja mal bei passender Gelegenheit an der richtigen Stelle durchblicken lassen, das es, wie Du unter anderem hier oder auch hier nachlesen kannst, von Zeit zur Zeit ein Kommunikationsproblem mit dem Verband gibt. Von der Basis wünscht man sich sicher, dass diese Kommunikation insbesondere bei berechtigten und wichtigen Anfragen verbessert und zeitnaher gestaltet wird. Etwas Nachdenken, wie man diese Situation zukünftig verbessern könnte, täte da sicher auch im Hinblick auf die Zufriedenheit der Mitglieder mit ihrem Verband ganz bestimmt nicht schaden.

    Ich weiß, Du bist eigentlich der falsche Ansprechpartner für das Problem, da ja gerade Du die Kommunikation mit der Basis auch über moderne Medien suchst und Du damit (leider) fast schon so etwas wie eine Ausnahme bist. Aber Du bist hier eben direkt greifbar. Vielen Dank für dein Engagement .


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo dingo,

    es gibt auch bei den KK-Läufen einige wenige Spitzenläufe, die mit fast jeder Munition hervorragende Ergebnisse liefern. Speziell einigen Diana-Läufen (Krico) sagt man diese Eigenschaft nach. Aber bei der überwiegenden Mehrzahl der Läufe muss man schon etwas testen, um eine gute Serie, also ein gutes Fertigungslos passend für den Lauf, zu bekommen. Es gibt sogar auch manchmal direkt ab Werk regelrechte Gurkenläufe, bei denen es sehr schwer ist, überhaupt eine halbwegs gute Serie zu finden. Auch muss man sagen, dass auch KK-Läufe irgendwann (je nach Behandlung und Pflege früher oder später) das Ende ihrer Leistungsfähigkeit erreichen. Anschütz steht aber in aller Regel auch im Vergleich zu den Mitbewerbern mit seinen Läufen recht gut da. Das heißt jetzt aber nicht, dass man immer nur absolute Spitzenware bekommt, sondern dass die Läufe normalerweise etwas besser als der Durchschnitt sind. In anderen Ländern werden speziell in der Benchrest-Szene, aber auch von den Liegendschützen, die fabrikmäßigen Läufe oft durch Läufe von Spezialfirmen wie Lilja oder Shilen ersetzt. Die Firma Bleiker verwendet wohl ausschließlich Läufe der der Firma Lilja. In Deutschland ist das mit dem Laufwechseln aber schon auf Grund der gesetzlichen Vorgaben nicht so verbreitet. Selbst wenn man über die handwerklichen Fähigkeiten und das Wissen verfügt, darf man ja hier bekanntlich ohne Genehmigung nicht einfach so den Lauf wechseln.

    Generell kann man aber sagen, dass man im Bereich KK nicht um einen Munitionstest herum kommt. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Serien sind einfach zu groß. Ich habe schon Schussbilder mit R50 gesehen, die aus einem sonst sehr guten Lauf nur 95 Ringe erbrachte. Das man mit so einer Serie oder solch einem Los nicht über 570 Ringe kommt, dürfte hoffentlich einleuchten. Es muss, um deine Frage nach der preiswerteren Munition zu beantworten, nicht unbedingt ein Los aus den Topsegment sein. Aber bei den preiswerteren Patronen nimmt doch das Risiko auch bei ansonsten gut schießenden Seien eher zu, dass es mal Plöpp macht, und man dann einen Treffer irgendwo auf der Scheibe hat. Ich spreche hier durchaus aus Erfahrung.

    Der Munitiontest ist wieder eine Wissenschaft für sich. Das fängt mit der "richtigen" Einspannung an und endet bei der gängigen Praxis, einfach wahllos mehrere Zehner-Serien hintereinander zu verschießen, insbesondere, wenn dabei mehrere Hersteller bunt gemischt werden. Wenn man dann glaubt, eine gute Serie gefunden zu haben, kann es durchaus sein, dass die in der Wiederholung gar nicht mehr so gut geht, da sich die Verhältnisse im Lauf schon wieder verändert haben und sich erst wieder stabilisieren müssen.


    Deine Anmerkungen über das Engagement von Mooshaus teile ich. Ich habe sogar den Eindruck, dass es ihm nicht nur um seine berechtigten unternehmerischen Interessen geht, sondern das ihm das Fachsimpeln auch ein bisschen Freude bereitet. In Simons Forum habe ich durch ihn in Bezug auf die Bekleidung schon ganz neue Einsichten erhalten.


    Wer sich mal etwas ausführlicher über die ganze Problematik der Läufe informieren möchte, der kann ruhig mal, wenn die Sprache keine allzu große Hürde darstellt, einen Blick in Foren jenseits der großen Teiche riskieren. In http://www.targettalk.org oder http://www.targetshooting.co.nz plaudern auch schon mal so bekannte Namen wie Erik Uptagraff oder Warren Potent aus dem Nähkästchen. Speziell Warren ist übrings ein sehr angenehmer Zeitgenosse. Schon der von ihm gewählte Avatar spricht Bände.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank


    Ach ja, wir können ja auch mal über die Reinigung von Vorderladern diskutieren. Da gibt es dann auch schon mal so spezielle Tipps wie Pipi in den Lauf.

    und mir ist geraten worden, dass man den Lauf nach jedem Training trocken durchziehn soll und alle 2000 bis 3000 schuss soll man den lauf mit einer messingbürste reinigen
    steht auch in der anleitung von anschütz


    Mit Verlaub, aber nur weil Anschütz das so schreibt, heißt noch lange nicht, dass es auch die beste Lösung ist. Man vergleiche mal die Empfehlungen anderer namhafter LG-Hersteller mit denen von Anschütz.

    Es gibt auch durchaus ernstzunehmende Stimmen, die sagen, dass Bürsten aus Messing gerade nicht das Optimum für die Laufreinigung darstellen. Wenn schon Bürste, dann eine aus Bronze. Siehe hier. Ob aber auch schon bei Druckluft eine Bürste generell wirklich notwendig ist, ist wiederum eine ganz andere Frage.

    Auch die Sache mit dem Putzstock würde ich mir bei einem LG (insbesondere mit Kurzlauf) gut überlegen. Insbesondere ohne Führung kann man da sehr leicht mehr Schaden als Nutzen erzielen, wenn man von vorne in den Lauf stochert. Die Mündung bestimmt letztlich die Präzision des Laufes und die ist durchaus verletzbar.


    Die Sache mit dem Putzen wird in Schützenkreisen oft noch kontroverser diskutiert als die Sache mit den Munitionstests. Ich habe jedenfalls manchmal schon den Eindruck, dass der Glaube auch hier oft eine größere Rolle spielt, als wirklich gesicherte Erkenntnisse. Die Hersteller müssten es ja eigentlich besser wissen, aber wenn man dann deren oft recht unterschiedliche Aussagen hört, kann man schon mal vermuten, dass dem auch nicht so ist.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Sportliche Tätigkeiten, dazu gehört ganz zweifelsfrei auch das sportliche Schießen, können dazu führen, dass man transpiriert.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Ich würde das jedenfalls so sehen wollen. Nur ist meine Sichtweise oder Interpretation hier weder maßgeblich noch verbindlich. ^^

    Eine verbindliche Auskunft kann Dir hier nur der DSB geben. Aber möglicherweise betreiben sie bei einer Anfrage ja auch wieder das beliebte Spielchen "Wenden Sich sich bitte an ihren Landesverband, fragen Sie aber ausnahmsweise nicht ihren Arzt oder Apotheker". :pinch:


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Wichtig ist hier wohl noch der Hinweis, das es sich bei der Liga um einen Mannschaftswettbewerb handelt. Ein Start als Einzelschütze für einen anderen Verein, Verband oder Land ist demnach zulässig. Siehe auch SpO 0.7.2.1.3

    Interessant und wichtig ist auch der schon von Johann angegebene Hinweis, dass ein Schütze ohne ISSF-ID als Deutscher im Sinne der SpO zu behandeln ist. Damit sind dann auch mehrere "Ausländer" in einem Durchgang zulässig.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo Dieter,

    kann es sein, dass Du mit der einen Feder das Modell 150 meinst? Das hatte nämlich im Gegensatz zur Modellreihe 300 nur eine Feder, wenn mich jetzt meine blasse Erinnerung nicht täuscht. Ist aber auch schon verdammt lang her, dass ich so ein Teil mal auseinander genommen habe. Wobei die guten alten FWB ja eigentlich unverwüstbar sind.


    Mit bestem Schützengruß in den Schwarzwald

    Frank

    Hallo Mooshaus,

    deine Anmerkungen sind sicher richtig. Aber die nötige Gewissheit erhält man halt nur, wen man auch schon mal einen Test gemacht hat.

    Es gibt übrings auch durchaus ernstzunehmende Stimmen, die sagen, dass sich die P700 Läufe im Gegensatz zu den P70 mit schöner Regelmäßigkeit zickiger aufführen.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank