Beiträge von Murmelchen

    Hallo Achim,

    Von einem Alu-Schaft erwarte ich (wegen des hohen Preises vs. Holzschaft) eine signifikante Erhöhung der möglichen Ringzahl.


    gerade in dieser Beziehung wäre ich mit der Erwartungshaltung etwas vorsichtiger. Die Schussleistung wird durch den Schaft nicht besser. Es kann aber sogar sein, dass eine bisher in deinem Lauf/System gut gehende Patronenserie mit dem neuen Schaft nicht mehr so gut geht, weil sich das Schwingungsverhalten des Systems und damit auch des Laufes durch den neuen Schaft verändern kann. Dann müsstest Du halt wieder etwas testen und nach einer neuen Serie Ausschau halten.

    Eine Leistungssteigerung kann sich aber natürlich einstellen, wenn der neue Schaft Dir bessere Möglichkeiten bietet, dein eigenes Potenzial besser umzusetzen. Das kann man aber nicht verallgemeinern. Es hängt stark von deinen Proportionen und von deinem individuellen Anschlag ab und natürlich auch ein bisschen von deiner Mentalität.

    Die vielen Einstell- bzw. Verstellmöglichkeiten sind mir jedoch nicht so wichtig. Einmal alles optimal eingestellt und gut.


    Die neuen Schäfte bieten meist auch einen größeren Einstellbereich, was wiederum gerade bei von der Norm abweichenden Proportionen und Gliedmaßen eine Rolle spielen kann. Ist jetzt aber bei Stehend-Auflage wohl etwas weniger entscheidend als z. Bsp. bei Dreistellung.

    Klar könnte ich die Waffe wie von Dir beschrieben umrüsten, aber ich möchte gerne die perfekte Waffe für das Auflageschiessen daraus machen. Das System ist eines von 555 weltweit aus der Jubiläums-Serie "40 Jahre Match 54". Der Schaft mit der eingelassenen 40 Jahre Plakette ist schön, aber eher Standard. Die Visierlienienerhöhung und die Rückverlagerung sind für mich eh klar, die Schaftkappe wie von Dir vorgeschlagen ebenso. Dazu möchte ich gerne einen reinrassigen Auflageschaft verwenden. Den könnte ich dann auch in der Neigung verstellen. Außerdem sieht das Gewehr meiner Meinung nach dann aus wie aus einem Guss, bekanntlich schiesst ja das Auge mit:-)


    Wenn Du so ein Gewehr mit so einem Schaft gerne haben möchtest und das Portemonnaie auch nicht unbedingt dagegen spricht, dann würde ich mir an deiner Stelle auch einen kaufen. Schon alleine die Freude an dem neuen Teil kann schon zu einem beträchtlichen Motivationsschub und dadurch auch zu einer Leistungssteigerung führen.

    Aber welcher Schaft Dir an besten passt und auch gefällt, kannst letztlich nur Du alleine durch ausgiebiges Testen herausfinden. Wie wayne schon sagte, wäre ich mit der "Kugel-Kappe" am Precise LG-Schaft etwas vorsichtig, aber sonst sind das sicher beides sehr solide Produkte. Mir persönlich sieht ja der Precise-Schaft in Natura immer noch ein bisschen zu stark nach Blechdose aus, aber das ist wohl auch Geschmackssache. Bin halt immer noch ein alter Holzwurm mit 1813.

    Noch eine kleine Anfrage: Hat die 2013 einen Kurzlauf? Wenn ja, dann mach auf jeden Fall einen ausgiebigen Munitionstest. Das kann dann zwar auch ein Superlauf sein mit dann echten Vorteilen, aber eben leider auch schon mal eine üble Zicke in Bezug auf die Munition.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Ach Gerhard, ich mag Dich ja irgendwie auch, verstehen tu ich Dich allerdings nicht immer.

    Ist denn jetzt wirklich diese Pauschalisierung wieder nötig, wo es doch um einzelne umstrittene Details geht?

    Ich kann Dir jedenfalls versichern, dass in meiner doch schon etwas längeren Laufbahn bei mir noch niemand aufgeschlagen ist, dem es einfach nur um das Habenwollen ging und schwer bewaffnete Karteileichen haben wir auch nicht wirklich. Wüsste jetzt auch gar nicht, wann das letzte Mal bei uns mal ein Antrag über den Tisch ging.

    Das mag in anderen Vereinen auch anders aussehen, aber ich bin fest davon überzeugt, dass der vermutete oder unterstellte Missbrauch in dieser Hinsicht deutlich überschätzt wird.


    Aber wozu brauchen wir in einen Rechtsstaat überhaupt Gesetze, wenn die Verbände jeweils noch zusätzlich ihre eigenen Spielregeln (zum Wohle ihrer Mitglieder) aufstellen. Die Sache ist zwar kompliziert, aber trotzdem doch recht eindeutig geregelt. Da muss man nicht auch noch reinpfuschen wollen und sich so als Gehilfe der hoplophoben Waffenverhinderer im Volk betätigen. Der Verband kann übrigens gar keine wie auch immer geartete soziale Kontrolle ausüben, dass können nur die Vereine und die tun das im Zweifel auch. Also kein Grund zur Besorgnis. Eigentlich ist deshalb auch die Bestätigung durch den Verband unsinnig. Ging ja bis 2003 auch anders und gut.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Die Rheinländer sind natürlich auch immer für einen "Spaß" gut!

    Ich zitiere mal aus dem Antragsformular:

    Dieser Antrag muss ausgefüllt werden, wenn der Antragsteller eine waffenbesitzkartenpflichtige
    Waffe erwerben will, unabhängig von der Art der WBK (gelbe Sportschützen-WBK oder die
    grüne WBK), in die diese Waffe eingetragen wird.

    Entweder sind sie sich (mal wieder) gar nicht der Fehlerhaftigkeit dieser Formulierung und damit auch der Forderung bewusst, oder aber sie haben das Prinzip der gelben WBK bisher überhaupt noch nicht verstanden. Aber dafür verzichten sie wenigstens auf die mittlerweile leider schon total in Mode gekommen 18/12er Fehlinterpretationen. Der Preis für den Antrag ist auch noch recht human. Trotzdem würde ich ja zu gerne wissen, wie viele Schützen des RSB jedes Mal bei Neuerwerb auf WBK Gelb einen neuen Antrag stellen.

    Mein Verband pocht mittlerweile auch auf mindestens 18 Mal, legt sogar Mindestringzahlen für $ 14.3 fest, wobei ein 8er-Schnitt für manche Disziplinen schon durchaus sportlich ist, und wird scheinbar auch nur noch von Ferengis geleitet, wenn man sich mal die Preise von 40 - 50 EUR pro Antrag ansieht.


    Stellt sich nur noch die (wohl eher unbedeutende) Frage, ob es für den Schießsport auf Dauer wirklich förderlich ist, wenn man das WaffG noch päpstlicher als der Papst auslegt bzw. selbst noch schärfere Regeln aufstellt und dazu auch noch die eigenen Mitglieder abzockt.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Du hast völlig Recht.

    Ich ertappe mich auch regelmäßig dabei, dass ich auf bestimmte Reizwörter, die mit oder manchmal auch ohne Absicht in eine Diskussion eingebracht oder geworfen werden, etwas zu emotional anspringe. Wie heißt es so schön, Erkenntnis ist der erste Weg zur Besserung.

    Ein weiteres Problem, welches ich aber auch bei uns Schützen sehe, ist, dass wir wohl oft zu problemorientiert sind. Wir sehen oft überall Probleme und oft bewerten wir die Probleme auch über. Das Glas, um auch mal wieder die Klischees zu bedienen, ist bei uns immer schon halbleer und nie noch halbvoll. Das versaut, um es mal auf gut Deutsch zu sagen, uns auch regelmäßig die Stimmung.


    Auch wenn man das bei einem im Prinzip ja doch anonymen Forum nicht immer ganz eindeutig sagen kann, so denke ich doch, dass es uns allen hier aufrichtig und ehrlich um die Sache geht. Nur bewerten wir auf Grund unserer Biografien, Erfahrungen und Sichtweisen die Probleme eben auch oft recht unterschiedlich und kommen daher auch oft zu sehr unterschiedlichen Lösungsansätzen.

    Aber ich behaupte mal, dieser Austausch hier bereichert uns trotzdem und erweitert auch den jeweiligen Horizont. Zumindest gilt das für diejenigen, die sich darauf einlassen und die sich auch mal mit den anderen Sichtweisen und Argumenten auseinandersetzen.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Oh Wilhelm, sehr schön! :thumbup:

    Ich musste gerade herzhaft lachen, auch ein bisschen über mich selbst. ^^


    Aber eins steht jetzt definitiv fest. Wir sind geistig äußerst wendig und flexibel, auch wenn man uns sonst ja oft eher für ein bisschen dröge und bedächtig hält. Es stimmt ja auch, der Schießsport fördert ganz klar Körper und Geist.

    Und die ganzen Infos, die wir hier auch noch so ganz nebenbei liefern, die stimmen ja auch (fast alle). Blödsinn schreiben wir ja nicht, wo kämen wir denn da auch hin.


    Aber bei deinem Statistikproblem kann ich Dir jetzt leider trotzdem nicht wirklich helfen.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Die hatte ich ja auch beide auf meinen Plan und meine persönliche Lieblingsschützin ist auch immer noch die gute alte Silvia. Duck.

    Ralf Schumann ist "objektiv" mit seinen olympischen Medaillen aber immer noch eine andere Nummer. Er wurde ja auch nicht zu Unrecht von der ISSF als Weltschütze zur 100 Jahrfeier eingeladen.

    Aber unabhängig davon, ich kann natürlich auch deine Sichtweise bzw. Einschätzung bezüglich der Sportschützen in unsere gesamtgesellschaftliche Realität nachvollziehen bzw. verstehen und da haben wir Schützen trotz unserer Position als viertgrößter Sportverband nun mal wirklich echte Defizite bezüglich der Wahrnehmung.

    Das sollte uns aber doch trotzdem doch davon abhalten, dafür einzutreten, dass auch unsere Spitzensportler ihre verdiente Aufmerksamkeit wie eben andere Sportler auch bekommen.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe, dann tauchte diese 12/18 Regel zuerst in einem Kommentar zum WaffG auf. Aber es ist richtig, dass die Verbände das wohl scheinbar sehr bereitwillig aufgenommen haben und es jetzt ja auch schon einige Schützen als das heilige Mantra ansehen.

    Aber sehe das mit der Einhaltung bitte besser nicht zu kurz. Was passiert denn, wenn Du mal länger krank wirst oder dich besondere berufliche oder familiäre Umstände vom Schießen abhalten? Das kann oft schneller passieren, als einem lieb ist.

    Aber egal, ich will diese Regel* nicht. Nicht nur weil sie überhaupt keinen Sinn macht und überflüssig wie ein Kropf ist, aber massiv in bürgerliche Rechte eingreift. Ich will auch weiterhin (nach bisher über 35 Jahren Aktivität) selbst bestimmen, wie und wie oft ich meinen Sport ausübe und ich will mir das Recht an meinem Eigentum auch nicht nehmen lassen.

    Ein Jäger braucht ja auch nicht jedes Jahr mindestens drei Schweine nachzuweisen und eigentlich ist sogar das Einlösen des JJScheins in meinen Augen unnötig und Gängelung. Ich vergaß, es dient ja auch dem Kasse machen. Unbefristete Erlaubnis und fertig. Die Zuverlässigkeit und Eignung (wobei man hierbei auch Opas Rechte bezüglich Eigentum berücksichtigen muss) darf und soll natürlich dabei auch weiterhin regelmäßig überprüft werden.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    * als Bedingung für den Fortbestand des Bedürfnisses. Für den Ersterwerb ist das so schon sinnvoll.

    Hallo hasenmann oder Achim,

    Du schreibst von einem Standardschaft. Daher gehe ich mal davon aus, Du meinst damit einen 2007-Schaft.

    Theoretisch (und natürlich auch praktisch) könntest Du den ja auch so erweitern, dass Du auch damit gut Auflage schießen kannst. Du bräuchtest einen Auflagekeil, der sogar den Vorderschaft auch noch weiter nach vorne verlängern könnte, damit Du das Gewehr möglichst nahe an der Mündung auflegen könntest. Des weiteren wäre wohl auch eine Visierrückverlagerung sinnvoll, damit Du bei gradlinigem Anschlag hinter dem Gewehr möglichst bequem zielen kannst. Eine Hakenkappe muss es wohl nicht unbedingt sein, aber die Schaftkappen aus dem Zubehörhandel wie die von MEC bieten wohl einen besseren und vor allem wiederholgenaueren Sitz in (an) der Schulter bzw. am Rumpf als die serienmäßigen Kappen. Manche Auflageschützen bevorzugen aber auch nach wie vor die alten Gummiteile.

    Die Alu-Schäfte bieten natürlich schon bessere (genauere) und auch einfachere Einstellmöglichkeiten, aber im Prinzip muss das jeder letztlich für sich entscheiden. Man kann auch noch mit einem Holzschaft ganz ordentlich treffen. Wichtig ist halt, dass einen selbst das Gewehr gefällt und auch gut passt. Neben den schon angesprochenen Einstellmöglichkeiten ändert ein Alu-Schaft etwas die Schusskarakteristik oder besser gesagt dessen Wahrnehmung. Bei den Alu-Schäften wird der Impuls etwas direkter und sagen wir mal knackiger wahrgenommen, während sich das bei den Holzschäften etwas weicher anfühlt. Welche Art man jetzt bevorzugt, ist wohl weitgehend individuelle Geschmackssache. Liegendschützen, die eher unbewusst auslösen, bevorzugen noch manchmal die Holzschäfte, aber auch nicht alle.

    Aber was würdest Du denn persönlich von einem Alu-Schaft erwarten?


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    um Deine Frage zu beantworten:
    Nein, es ist nicht richtig und das sagt auch keiner!


    Doch, wenn jemand den Sportschützen (nur) anhand der Trainings- und Wettkampfquantität festmachen will und dabei auch noch die ominöse 12/18 Regel ins Spiel bringt, dann schafft er damit mehr als ungute Fakten.

    Ich lese daraus, dass das jetzige restriktive Bedürfnisprinzip, welches ja noch nicht einmal ansatzweise auf irgendwelchen richtig begründbaren Annahmen oder Fakten basiert, nicht nur hingenommen, sonder sogar befürwortet wird.

    Das heißt doch im Klartext, dass Olympiasieger Schumann* oder eben auch Opa Heinrich, der sein ganzes Leben Schießsport betrieben hat, seine Waffen (Sportgeräte) nach Beendigung der Karriere oder wenn es nicht mehr geht, abgeben muss.

    Bei zumindest enger Auslegung sieht das zur Zeit unser Gesetz auch schon so vor. Aber muss man das als Schütze wirklich auch noch gutheißen oder fördern?


    Mit immer noch irritiertem Schützengruß

    Frank

    * Bitte hier bei Bedarf durch den persönlichen Favoriten ersetzen

    Für mich kämen da vorher auch noch viele andere Sportler und dann zwei Schützinnen.


    So richtig verstehe ich zwar nicht, warum selbst Schützen sich genötigt sehen, ihre eigne Sportart und die Erfolge ihrer Besten darin als eher unbedeutend darzustellen, aber ich muss ja auch nicht alles verstehen. Unsere Wahrnehmung ist halt immer nur subjektiv. Aber nenn doch mal die Namen deiner Schützinnen, nur der Neugier wegen halber.

    Eine Runde Mitleid für die gequälte Waffenbesitzerseele.


    Wir können das Thema Waffenbesitzer und die Reduktion darauf gerne weiter vertiefen, aber sieh mir bitte nach, dass ich auf Nebelkerzen keinen Bock habe.


    Mit immer noch bestem Schützengruß und nicht mit bestem Waffenbesitzergruß

    Frank

    Hallo Freunde,

    ich zitiere mich mal selbst nebst einigen Ergänzungen:

    Die traditionellen Schützenvereine stellen in Deutschland die einzige wirkliche ernstzunehmende politische Macht dar. Nur ein geringer Teil dieser Vereine ist in den Landesverbänden des DSB organisiert. Nur hier in meiner Region sind im Westfälischen Schützenbund (WSB) ca. 90 000 Schützen vertreten, der traditionelle Sauerländer Schützenbund (SSB) aber zählt alleine schon über 160 000 Mitglieder. Auch im BHDS, den Bund historischer Deutscher Schützenbruderschaften sind weit über Tausend Bruderschaften vertreten. Das sind Vereine mit oft Tausenden von Mitgliedern. Auch diese traditionellen Vereine und Verbände treten in Deutschland für ein liberales Waffenrecht ein, denn die meisten betreiben auch Schießsport, auch wenn das nicht deren Hauptaufgabe ist. Aber sie haben Einfluss bis in höchste politische Kreise und ein Politiker, der nicht auch auf dem Schützenfest punkten kann, hat in manchen Regionen auch keine Chance. Ratet mal, wo sich hier die Lokalpolitiker tummeln, wenn Wahlkampf angesagt ist. Gerade unsere Hauptgegner, die Grünen, können auf dieser Ebene auch bisher kaum punkten und tun sich damit auch sehr schwer. Regelmäßige Seitenhiebe wie "Grüne Jacke, Roter Kopf", auch hier leider zu lesen, zeugen daher auch von ziemlicher Ahnungslosigkeit und sind einfach nur dumm.

    Sicher hört man aus diesem Bereich auch mal Äußerungen, die Spaltpotenzial beinhalten. Vieles davon dürfte aber, wie teilweise leider auch hier, dem Mangel an weitergehenden Kenntnissen über den eigenen Tellerrand hinaus geschuldet sein. Aber ihr könnt mir ruhig glauben, dass auch die eher traditionell ausgerichteten Schützen die Angriffe auf das Schützenwesen mitbekommen haben und sich dadurch genauso angegriffen fühlen.

    Wir sollten wirklich mit den ganzen Ausgrenzungen, einerseits durch extrem verengte Auslegungen des Begriffs Sportschütze mit überzogenen Aktivitätsforderungen, andererseits mit diesen unsäglichen Abgrenzungsversuchen zu den eher traditionellen Schützen zwecks vermeintlicher Bereinigung, aufhören. Wenn wir diese Denkweisen nicht ablegen, dann brauchen wir uns um die Zukunft keine großen Gedanken mehr zu machen. Wir tragen damit nämlich selbst ordentlich ein Stück weit zu unserem eigenen Untergang mit bei.

    Noch eine Bitte. Wenn ihr über Schützenstrukturen in Deutschland redet oder sogar urteilt, dann beachtet bitte immer, dass diese Strukturen extrem divergieren. Es gibt schon im kleinen von Stadt zu Stadt teilweise große Unterschiede und dieses Unterschiede setzen sich dann auch überregional fort. Ich beurteile sicher auch einiges zu subjektiv anhand der in meiner Region üblichen Strukturen, aber da ich auch schon ein bisschen rumgekommen bin, versuche ich wenigstens im Hinterkopf zu behalten, dass man hier nur selten von der eigenen Situation und den eigenen Erfahrungen auf andere schließen kann. Nun gut, für wen die eigene Welt nur aus Bayern besteht, der sieht das vermutlich etwas anders. ^^


    Apropos: Leider fühlte sich bisher noch niemand hier direkt angesprochen, mir auf meine Frage bezüglich des Anrechts auf mein Eigentum zu antworten. Ich hätte darauf schon ganz gerne eine konkrete Antwort. Also noch einmal, haltet ihr es wirklich für richtig, dass ein "altgedienter" Schütze auf sein Eigentum verzichten muss, wenn er nicht mehr in der Lage ist, den Schießsport aktiv zu betreiben oder dieses aus unterschiedlichen Gründen einfach nicht mehr möchte?


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo Karl,

    möglicherweise bin ich ja nur nicht für deine scheinbar spezielle Art der Ironie zugänglich, oder aber ich verstehe deinen Beitrag nicht wirklich.

    Für mich sind bei dieser Ansammlung mehr oder weniger bekannter Persönlichkeiten des Sports keine wirklichen Kriterien für die doch wohl eher subjektive Auswahl erkennbar.

    Aber meinst Du wirklich nicht, dass zumindest so jemand wie Ralf Schumann dort nicht auch seinen Platz verdient hätte. Sollte es aber nicht nur um rein sportliche Leistungen gehen, dann wäre zumindest in meinen Augen auch eine herausragende Persönlichkeit wie Walter Gehmann auch keine verkehrte Wahl, oder?

    Oder aber meinst Du vielleicht sogar, dass Schießen doch eigentlich gar kein richtiger Sport sei, den man großartig würdigen müsste? Hier ist ja schließlich nichts unmöglich, wie ich auch schon mehrmals leidvoll feststellen musste.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Meine lieben Freunde,

    wenn ihr hier schon so schräg argumentieren müsst, dann stellt wenigstens die rechtlichen Grundlagen richtig dar.

    Die 12/18 Reglung bezieht sich erst mal nur auf den Erwerb. Sie auch einfach so als Nachweis für das Fortbestehen des Bedürfnisses anzuwenden, ist rechtlich mehr als umstritten. Es gibt zwar nach der letzten Gesetzesänderung leider diese mehr als üble weitere Einschränkung und Gängelei, wonach das Bedürfnis nur bei aktiver Ausübung des Schießsports fortbesteht, es gibt aber keinen Paragraphen, wonach man direkt auf diese 12/18 Regel schließen kann. Es gibt dazu umfangreiche Stellungnahmen und sogar auch Erlasse. Für erteilte Erlaubnisse in Form von alten gelben WBKs kann diese Regel nach meiner Rechtsauffassung eh nicht greifen, da unbefristet erteilt und Bestandsschutz besteht. Noch etwas, 12/18 heißt auch nicht automatisch mindestens 18 mal Training in 12 Monaten. Was soll eigentlich dieser Blödsinn, bestehende fragwürdige Regeln noch freiwillig zu verschärfen?


    Aber lassen wir mal die rechtliche Seite weg. Ich habe vermutlich schon deutlich mehr Stunden und Tage in meinem Leben auf irgendwelchen Schießständen in diesem unseren Lande zugebracht, als die meisten der hier Schreibenden, ohne dem einen oder anderen natürlich seine eigenen Meriten abzusprechen. Aber es gab in letzter Zeit aus unterschiedlichen Gründen auch schon Jahre, wo ich nur an drei oder vier Wettkämpfen teilgenommen habe. Zum Training komme ich eh selten und oft muss einfach auch ein bisschen Trockentraining reichen.

    Bin ich jetzt etwa kein Sportschütze mehr?

    Mit Verlaub, ich gestehe niemandem das Recht zu, mir etwas in dieser Hinsicht abzusprechen, auch nicht dem Staat. Ich halte es für völlig daneben und auch rechtsstaatlich für mehr als fragwürdig, wenn man mir vorschreiben will, wie und mit welcher Quantität ich meinen Sport ausüben soll. Das gilt auch für die gesetzliche Forderung nach Genehmigung der Sportordnungen durch staatliche Organe inklusive des Anerkennungsverfahrens der Verbände.

    Eine letzte Frage: Selbst wenn ich irgendwann überhaupt nicht mehr aktiv schießen würde oder könnte, hat jemand von euch das (moralische) Recht, mir dann mein teuer erworbenes und mit vielen Erinnerungen behaftetes Eigentum abzusprechen, von dem noch nie eine Gefahr ausgegangen ist? Ist Sportschütze sein nicht auch eine Frage der Haltung? Für mich jedenfalls war das bisher so!


    Aber was macht ihr, statt dieses schädliche und unsinnige Gesetz zu bekämpfen, heißt ihr es auch noch gut und manifestiert ihr es auch noch durch weitergehende Auslegung. Seid euch jedenfalls gewiss, auch ihr werdet alle mal älter. So, jetzt habe ich auch mal dieses eigentlich auch unsägliche "ihr" benutzt. Mögen sich diejenigen den Schuh anziehen, denen er passt.


    Mit leicht verärgertem Schützengruß

    Frank

    Am "Material" für die Hall of Fame dürfte es jedenfalls von unserer Seite aus nicht mangeln.

    Hier mal eine eher unvollständige Aufzählung der Erfolge deutscher Schützen. Selbst wenn man nur Olympisches Gold als das Maß aller Dinge nimmt, dann müsste doch zumindest Ralf Schumann mit bisher dreimal Gold und zweimal Silber ganz weit vorne aufgeführt werden. Aber auch eine Silvia Sperber (Seiderer) braucht sich da mit Gold und Silber sicher nicht zu verstecken und Bernd Klingner ist bisher auch immer noch unser einziger Olympiasieger im großen Dreistellungskampf. Uwe Pottek war 1976 in Montreal auch grandios oder aber der unvergessene Konrad Wirnhier bei seinem Triumph 1972 in München. Christian Klees erlöste 1996 in Atlanta die Nation mit der ersten Goldmedaille für das deutsche Team. Manfred Kurzer holte 2004 die letzte Goldmedaille Laufende Scheibe und hat hinterher dann noch die Pferdetante im Flugzeug getröstet.

    Aber auch unabhängig von Olympia hätten so Persönlichkeiten wie z. Bsp. der Weltmeister und erfolgreiche Unternehmer Walter Gehmann oder auch unsere Ausnahmeschützin Sonja Pfeilschifter mit ihrer beispiellosen Bilanz (siebenfache Weltmeisterin) es verdient, in dieser Hall of Fame genannt zu werden.

    Wir könnten ja mal bei denen ganz keck anfragen, wie sie sich das denn so denken mit ihrer Hall of Fame. ;)


    Wilhelm

    Du hast sicher Recht mit deiner Annahme, dass wir Schützen auch nicht ganz unschuldig* an der Misere sind, aber ich meine doch, dass wenn jemand so eine Hall of Fame erstellt, er oder sie dann auch ihre Hausaufgaben unabhängig von persönlichen Vorlieben und Vorurteilen machen sollte. Wir Schützen sind seit Jahrzehnten ein Medaillengarant bei den olympischen Spielen und müssen wir uns sogar manchmal von völlig Unbedarften beschimpfen lassen, wenn es mal ausnahmsweise doch nicht so ganz mit den Medaillen klappen will. Unbedarfte, die uns sonst totschweigen, aber ganz selbstverständlich die Medaillen erwarten. Sollten wir da nicht manchmal auch zumindest ein bisschen erwarten dürfen?


    Mit bestem Schützengruß

    Frank


    * Wir Schützen haben es halt am liebsten, wenn man uns möglichst in Ruhe lässt und das meine ich bestimmt nicht despektierlich, im Gegenteil.

    Man könnte diese Sache ja als belanglos ansehen, vielleicht sogar auch noch eine gewisses Maß an Verständnis dafür aufbringen, würde es sich hierbei um einen Einzelfall handeln.

    Aber es ist eben kein Einzelfall. Die Zahl der Meldungen, wo Sportschützen (und auch Jäger) unter Generalverdacht gestellt werden oder z. Bsp. als gefährliche Ausraster in polizeiliche Großübungen einbezogen werden, häuft sich immer stärker.

    Es ist das Bild, das da durch die Medien verbreitet wird und sich (nach und nach) in den Köpfen der Bevölkerung festsetzt.


    Dan

    Sorry, mir ging es um die auch hier im Forum vertretene Meinung, man müsse und könne alleine nur mit positiver Selbstdarstellung ein schönes Bild vom Schießsport zeichnen und schon wäre alles wieder in Butter. Die Öffentlichkeit, sprich die Bevölkerung, ist aber gar nicht unser Problem und daher auch der falsche Adressat. Da könnte man höchstens ein paar unaufgeklärte Politiker als Entscheider und Gesetzesverabschieder erreichen. Aber wir haben es hier klar mit einem mächtigen Gegner zu tun, der Presse, und einer weltweit agierenden Gruppe von ideologischen Waffengegnern. Bei letzteren können wir direkt nur schwerlich etwas erreichen, aber bei der Presse sehe ich durchaus noch gute Möglichkeiten. Aber nicht durch Imagekampagnen und bunte Bilder, sondern durch gezielte Einflussnahme und, ja auch Druck durch ca. 4 - 5 Millionen Schützen.

    Die Presse ist nämlich im Gegensatz zur weit verbreiteten Meinung in diesem Land recht konzentriert und liegt im Wirklichkeit nur in den Händen von wenigen. Ich würde da schon Möglichkeiten der gezielten Einflussnahme durch eine starke und legitimierte Interessenvertretung, sprich Lobby, sehen wollen.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Dem Grundsatz, dass Waffen nicht in die Hände von Kindern und Jugendlichen gehören, ist stärker Rechnung zu tragen."


    Wer hat denn eigentlich diesen "Grundsatz" aufgestellt? Kann man hier überhaupt von einem Grundsatz sprechen, oder ist das blanke Ideologie?

    Wenn man das konsequent zu Ende denkt, dann bedeutet das in der Tat, wie Zebo schon anmerkte, ein Totalverbot des Schießsports für Jugendliche und wie wir alle wissen, kann das wie im Bereich GK auch weit über die Volljährigkeit hinausgehen.


    Der Weg, wohin die Reise gehen soll, ist klar vorgezeichnet.

    Noch können wir uns wehren. Wir können es aber auch einfach so hinnehmen oder sogar unterstützen, indem wir völlig "gefahrlose" Alternativen anbieten. Es liegt an uns. Ausreden gibt es keine mehr.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank - sieht auch bei sich langsam Anzeichen der Radikalisierung

    Kann ich echt nicht verstehen, ...


    Ja genau, auch Du kannst oder willst es nicht verstehen!

    Wir haben kein wirkliches Öffentlichkeitsproblem, jedenfalls noch kein gravierendes, wir werden aber schon seit längerer Zeit durch eine unheilvolle Allianz von Presse und Politik instrumentalisiert. Eine kleine Gruppierung in unserer Gesellschaft versucht sich auf unsere Kosten zu profilieren und schafft das auch mittlerweile immer besser.


    Um ein Problem zu lösen, muss man auch bei dem Problem ansetzen. Goodwill Touren im Dorf bringen da nicht wirklich etwas, und richtig große Imagekampagnen wären nur mit Hilfe der überregionalen Presse und der Bildmedien möglich. Dazu müssten diese aber mitspielen wollen. Siehe oben.

    Was uns helfen würde, wäre echte Lobbyarbeit und eine wirkliche Demonstration unserer Stärke und Größe. Wenn wir Schützen in diesem Land alle aufstehen würden und mit einer Stimme protestieren würden, wäre der Spuk ganz schnell vorbei. Da wir das aber nicht tun (wollen), wird auch weiterhin mit uns gemacht werden. So einfach ist das. Und das sage ich als sonst eher Skeptiker von (zu) einfachen Lösungen.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo Alexander1978,

    im Grunde spricht nichts dagegen, mit dem Zimmerstutzen auch auf 10m zu schießen, ob es auch Sinn macht, ist eine andere Frage. Du bräuchtest dann natürlich auch skalierte Scheiben. Trotzdem bezweifle ich etwas die Aussagekraft, da die Zimmerstutzen regelmäßig so zickig sind, dass da schon auf 10m noch deutlich gutmütigere Schussbilder bei raus kommen können als auf 15m.

    Beachte aber, dass der Stand auch für Zimmerstutzen (erlaubnispflichtige Feuerwaffe) abgenommen sein muss. Das ist bei reinen Druckluftständen in der Regel nicht der Fall.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank