Hi Yessy,
zusätzlich zu den von Carcano genannten Übungen mach auch mal folgenden Test. Lege Dich hin, richte Dich ein, schieße dann 5 Schuss und steh danach wieder komplett auf. Wiederhole diesen Ablauf 8 oder 12 mal. Mach das jeweils mal mit und ohne Scheibenbeobachtung. Dann gibt es auch noch die Möglichkeit, dass Du Dir jemanden mit Spektiv suchst, der deine Schüsse beobachtet und dem Du dann jeweils sagst, wo der Schuss liegt und ob er gut war. Bei elektronischen Scheiben braucht man natürlich dazu nur den Monitor zu drehen.
Neben nicht passender Munition sind es im Grunde drei Bereiche, welche zu Fehlern führen können. Zielfehler durch Variationen der Kopfhaltung und durch zu langes Zielen, Abzugsfehler und am wahrscheinlichsten, oft nur minimale Veränderungen im (äußeren und inneren) Anschlag, welche dazu führen, dass die einen Serien passen, dann aber eben auch wieder nicht.
Etliche Schützen lassen das Gewehr deshalb auch zwischen den Schüssen in der Schulter, aber wenn man dann nicht ohne große Verrenkungen die Patronen einführen kann, dann verdrückt man sich so viel im Anschlag, dass es auch wieder falsch ist und man dann aufgrund der Überdehnung des Materials und des Körpers immer tiefer sinkt und dann im schlimmsten Fall sogar mit Kraft die Höhe stützen muss. Oft sogar unbewusst, weil dieser Prozess ja oft nahezu unmerklich geschieht. Hingegen, wenn man das Gewehr zwischen den Schüssen immer aus der Schulter nimmt, gibt man dem Material und dem Körper Gelegenheit zur Entspannung und schafft so bei immer wieder sauberem Einsetzen die besten Voraussetzungen für gleichmäßige Verhältnisse.
Also, gerade das Liegendschießen lebt von der Wiederholgenauigkeit des Anschlags. Da ist oft nur ein ganz schmaler Grad, der dazu führt, ob man saubere Gruppierungen produziert oder in der Neun rumstochert.
Zum Schluss noch ein Tipp. Solltest Du das Gefühl haben, mal wider nur zu 'stochern', dann steh einfach auf und leg Dich noch einmal neu hin. Auch und gerade im Wettkampf. Schaden kann es nicht viel, jedenfalls dann nicht, wenn dein Anschlag schon so stabil ist, dass sich dann bei Dir bedingt durch variierende Kräfte im Anschlagsaufbau nicht mehr groß die Trefferlage ändert. Dabei hilft Dir dann auch die von mir weiter oben genannte Übung.
Mit bestem Schützengruß
Frank