Beiträge von Murmelchen

    Ich will eure Freude ja nur ungern trüben, aber auch ohne explizite Bekleidungskontrollen (Dicken- und Steifigkeitsmessung) müssen die Bekleidungen den Regeln entsprechen, auch im Schüler- oder Jugendbereich. Und die Poflecken, die nicht gerundeten Schuhsohlen und selbst verdächtige Nähte kann jeder auch ohne spezielle Kontrollen sehen, im Zweifel auch die Konkurrenz. Auch für die zukünftig geforderten 25mm bei den Hakenkappen genügt bei vielen jetzigen Ausführungen nur ein halbwegs geschulter Blick.

    Generell, dieses Genöle an bestimmten Ausrüstungsdetails ist ja nichts Neues. Das geht schon seit Jahrzehnten so. Mal sind es irgendwelche Kanten an den Schäften, mal die Handschuhe, mal Taschen auf den Jacken und mit schöner Regelmäßigkeit die Schaftkappen. Und es gab und es wird immer auch genügend Kontrolleure gerade auch auf den unteren Meisterschaften geben, welche sich sogar mit sichtbarer Freude auf diese Details stürzen, inklusive der kostenlosen Bereitstellung von Werkzeugen zur Behebung der vermeintlichen Mängel. Und das nennt man dann Service.

    Auf der anderen Seite werden aber auch seit Jahrzehnten wirklich wichtige Dinge, die tatsächlich Vorteile bringen können, überhaupt nicht beachtet oder beanstandet. Beispiel: Bei nicht wenigen Schützen sitzen die Schießhosen deutlich zu hoch, sprich der Bund geht deutlich über die erlaubte Höhe von 5cm über den Hüftknochen. Obwohl das regelmäßig ganz offensichtlich ist, wird es scheinbar nie beanstandet. Dabei kann dadurch, in Gegensatz zu den jetzt beanstandeten Nähten, insbesondere in Verbindung mit einem Gürtel wirklich eine Art Stütze für den Stützarm gebildet werden, abgesehen mal von dem zusätzlichen Halt speziell im Rückenbereich.

    Ich hoffe, jetzt wirft mir hier keiner vor, ich wäre eine Petze oder wolle den Schützen etwas. Auch mir geht es um faire und sportlich gerechte Regeln. Ich bin auch der Meinung, dass bestehende Regeln beachtet und eingehalten werden müssen. Nur wenn man schon ständig irgendwelche Regeln ändert, dann ist es auch wichtig, diese auch auf ihre Verhältnismäßigkeit hin zu untersuchen und zu überlegen, welche Folgen daraus entstehen, auch und gerade auch im Hinblick auf die Entwertung bestehender Ausrüstungen. Wenn es aber schon jetzt ganz offensichtliche Mängel bei der Umsetzung und Einhaltung bestehender Regeln gibt, welche zu Teil wirklichen Einfluss auf die Leistung haben und so bei Nichtbeachtung auch zu Vorteilen führen können, dann sollte man sich doch zuerst fragen, wie man diese Defizite abstellen kann, statt ständig neue weitere im Prinzip unwichtige Gängelreglungen zu erfinden. Wir haben doch jetzt schon einen Wust an Regeln, die kaum noch einer wirklich alle kennt. Auf die Einhaltung bestimmter oft eher unwichtiger Details wird immer gepocht, bei anderen teils gravierenden Dingen hängt es sehr stark davon ab, ob die jeweiligen Aufsichten, Schießleiter und Kampfrichter diese Regeln überhaupt kennen und verstehen und auch für ahndungswürdig erachten. Hinzu kommen dann noch etliche Regeln, bei denen überhaupt nicht klar ist, wie sie gemeint sind und wie sie überhaupt eindeutig ausgelegt werden sollen. Das kann so auf Dauer nicht im Sinne unseres Sports sein.

    Nur meine Meinung, und das ist jetzt tatsächlich mal eine Meinung, aber wie immer auch begründet.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Dann müsste man aber auch mindestens zwei Hosen nutzen dürfen, was aber auch wieder nicht zulässig ist und den Kostenaufwand auch unnötig in die Höhe treiben würde. Es ist schon ein großer Unterschied, ob so eine Art Polster oder besser gesagt, rutschhemmendes Material fest mit der Hose verbunden ist, oder ob man sich so einen Lappen oder eine Matte zwischen Po und Fuß legt.

    Aber gerade bei dem Punkt ist entscheidend, diese Flecken in regelkonformer Ausführung nach alter Zeichnung geben gar keinen Vorteil Stehend oder gar Liegend. Es waren nur ein paar tricksige Hersteller, welche das Material bis hin zum Bund hochgeführt haben. Zulässig war das aber so nie und man hätte das auch abstellen können ohne diese radikale Regeländerung. Auf mich wirkt das wirklich fast wie eine Trotzreaktion. Ich weiß nicht, wie viele Hosen ihr so im Verein habt. Fast alle werden aber wohl diese Flecken haben. Wenn die neue Regel auch im DSB zur Anwendung kommt, müssen die alle geändert werden und ich bin mir auch nicht sicher, ob das wirklich immer so zerstörungsfrei geht, wie wegi82 meint. Wie schon gesagt, es war und ist eine gute Hilfe Kniend, bietet regelkonform aber keinen wirklichen Vorteil Stehend. Warum also ändern?


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    ISSF

    6.4.2 Schützen dürfen nur Ausrüstung und Bekleidung verwenden, die den
    ISSF Regeln entsprechen. Alles, (Waffen, Vorrichtungen, Ausrüstung,
    Zubehör usw.) was dem Sinn der ISSF Regeln und Bestimmungen
    entgegensteht und in diesen Regeln nicht erwähnt ist, jedoch einen
    persönlichen Vorteil gegenüber anderen verschaffen könnte, ist
    verboten.

    Noch Fragen? Unsere SpO bietet ähnliches. Eure sicher auch, aber da es die ja deiner Behauptung nach gar nicht gibt, schaue ich da jetzt auch nicht rein.

    Du musst mich jetzt auch nicht deswegen kleiner Gott nennen! Mir würde es schon völlig reichen, wenn Du nicht zu sehr nervst.


    Zum Thema ISSF: Frag mal Rajmond Debevec bezüglich Mitsprache.


    Geronimo

    Da ist sicher etwas dran, nur wenn die Regeln auch national bis hinunter in die Kreisklasse gelten sollten, ist es denn da nicht um so wichtiger, Regeländerungen auch möglichst behutsam und in Bezug auf die Verhältnismäßigkeit hin genau zu überprüfen? Wenn die ISSF eine Art Zirkus für Olympia aus dem Schießsport machen will, schön, auf Kreisebene wird das sicher nie funktionieren. Die meisten Schützen betreiben den Schießsport, weil es so etwas wie das Wesen des Schießsports gibt. Eben auch, weil Schießsport bisher kein Spektakel für die Massen ist. Bisher lebt der Schießsport hauptsächlich vom mitmachen. Will man zum Zirkusspektakel, dann befürchte ich, wird das breitensportlich auf Dauer nicht gutgehen. Dann werden diesen Sport zukünftig nur noch wenige Profis betreiben, wie es ja beim Biathlon auch der Fall ist.

    Egal, die ISSF zieht das jetzt durch, weil sie kann. Wir können uns nur die Frage stellen, ob wir das auch so wollen, bis hinunter auf Kreis- und Vereinsebene.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    @BBF

    Doch schon. Oder bist Du etwa auch so ein Anhänger dieser immer beliebter werdenden Regeländerungen per Zettel?


    Geronimo

    Das ganze Zubehör und die recht umfangreiche Ausrüstung im Gewehrbereich dient zwar auch, aber nicht in erster Linie dazu, die Leistung zu steigern, sondern die Leistung anzugleichen und die unterschiedlichen Voraussetzungen in Bezug auf die Anatomie und die individuellen Fähigkeiten auszugleichen. Würde man den Weg zurück zu einem Einheitsgewehr oder Standardgewehr ohne spezielle Schießbekleidung gehen, würden nur noch ganz wenige, welche dafür die genau passenden Voraussetzungen und Maße mitbringen, ihre Leistung bringen. Dieser wichtige Punkt wird leider nur zu oft nicht richtig verstanden, was dann auch zu so Ideen zurück zu den Anfängen führt.


    Aber das ist hier alles nicht der Punkt. Das Thema ist vielschichtig.

    Es fängt damit an, wie solche Entscheidungen bezüglich Regeländerungen in der ISSF über die Köpfe der Athleten und Trainer hinweg zustande kommen, man beachte die weltweiten Proteste dagegen, und endet damit, welche Auswirkungen solche ständigen Regeländerungen auf den Breitensport haben und ob deshalb, wie es willizahn schon sehr richtig anmerkte, in unserem Fall der DSB wirklich gut beraten ist, diese Änderungen dann auch wieder 1:1 in unsere SpO aufzunehmen. Wie ich schon sagte, man kann einem Breitensportler, welcher nur bis Bezirk oder Land die Meisterschaften als Hobby mitschießt, unmöglich den Sinn etlicher dieser Änderungen vermitteln. Und ich weiß hier, wovon ich spreche. Sie beeinflussen seine Leistung in keiner Weise, nötigen ihn aber dazu, einen Teil seiner Ausrüstung zu modifizieren und damit auch zu entwerten. Das machen viele Schützen vielleicht einmal mit, auch zweimal,aber irgendwann ist dann auch für die meisten eine Grenze erreicht. Und was machen die dann? Ganz einfach, sie wenden sich vom Schießsport ab. Und das kann ja wohl wirklich nicht gewollt sein.

    Ohne Diskussion und Einflussnahme wird aber auch der DSB wieder diese Regeländerungen 1:1 in seine SpO aufnehmen und die Schützen werden dazu auch nicht gefragt werden. Sie werden noch nicht einmal vorher darüber informiert werden. Das wird spätestens für das Sportjahr 2014 so passieren, es sei denn, es tritt vorher noch die siebenunddrölfzige Regel von frank17 in Kraft.


    wegi82, mit Verlaub, aber so langsam glaube ich wirklich, Du hast einen ziemlich Hau, dafür aber wenig Ahnung, wie man als Kampfrichter ein bestehendes Regelwerk richtig anwendet.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo Freunde,

    die Sache mit den Gesäßpolstern stimmt so nicht ganz, wie hier dargestellt.

    Die Höhe oder Größe der Polster war zwar bisher nicht durch einen genau definierten Zahlenwert festgelegt, sondern nur durch eine Zeichnung, aber auch diese war bzw. ist eindeutig. Es stimmt auch nicht, dass alle jetzigen Hosen nicht dieser Definition entsprechen. Meine hält sogar das bis jetzt nur per Zettel vorgeschriebene Maß von 150mm ein, obwohl schon diese Regel so nicht durchdacht ist und zudem diese Regeländerungen per Zettel in meinen Augen eh nicht tragbar sind. Aber es waren nur wenige Hersteller, welche dort getrickst haben. Dann soll man das auch konkret beanstanden, aber nicht alle bestrafen und insbesondere nicht die, welche die Regeln immer eingehalten haben.

    Das ist genauso wie mit den Nähten im Bereich Stützarm. Statt genau die zu sanktionieren, welche da zu tricksen versuchen, erfindet man lieber halbgare neue Regeln, die dann mit einem Schlag einen Großteil der bisherigen und auch unproblematischen Ausrüstungen illegal machen.


    Geronimo

    Wenn Du nur Stehend schießt, dann kannst Du ja auch eine reine Stehend-Hose kaufen. Aber warum sollen an einer Ausrüstung für den Dreistellungskampf - das ist schließlich immer noch die Krönung des Gewehrschießens - keine entsprechenden Polster, oder sagen wir besser, rutschhemmenden Materialien sein? Mit der gleichen Begründung könnte man dann ja auch für den Wegfall der Flecken vor den Knien eintreten, oder sogar fordern, auch auf die Reißverschlüsse an den Hosenbeinen zu verzichten.

    Das sind übrigens alles keine wirklichen Leistungsbringer. Diese Sachen dienen hauptsächlich dazu, das Schießen etwas erträglicher zu machen. Das trifft übrigens auch auf die Schuhe zu. Du kannst im Zweifel ja gerne mal 40 Schuss Kniend ausprobieren.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo Stephan,

    7.7.1 50m and 300m 3 Positions events must be fired in order: Kneeling – Prone – Standing.

    und in dem von mir eingestellten Erklärungspapier steht auch:

    a new position order for 3-position rifle events

    Diese Sache scheinen die Herren wirklich erst in letzter Sekunde aus dem Ärmel gezaubert zu haben, denn das wurde bisher noch nirgends veröffentlicht, zur Diskussion gestellt oder gar diskutiert.

    Bliebe nur noch die mittlerweile ja schon fast berüchtigte Frage nach dem Sinn. Es gibt ja schließlich einen guten Grund dafür, warum Kniend zum Schluss geschossen wird. Die schon etwas Älteren unter uns kennen sicher noch Liegend - Kniend - Stehend.


    Und mit Verlaub wegi82, es ist mir ehrlich gesagt mittlerweile scheißegal, ob Du etwas verstehst oder nicht! Es reicht mir völlig, wenn ich ich es verstehe.

    Aber was ist daran schwer zu verstehen, dass zukünftig meine Jacke, meine Hose, meine Schuhe und meine drei Schaftkappen nicht mehr den Regeln entsprechen? Auf meine Leistung haben all diese nötigen Änderungen keinen wirklichen Einfluss. Und das trifft auch auch die Klamotten und das Zubehör vieler anderer Schützen zu.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Ich habe mir gerade mal den Punkt mit den Hackenkappen bzw. den Schaftkappen (Frei- und Sportgewehr) angeschaut. Aufgrund des englischen Textes hatte ich ja bis jetzt noch die wage Hoffnung, dass sie das auch noch etwas anders meinen könnten. Aber leider falsch gedacht.

    Nach der neuen Regel kann ich dann auch meine Kappen - ich habe Drei - wegschmeißen. So mal eben etwas modifizieren mit der Flex ist da nämlich nicht. Um auf diese zukünftig geforderten 25mm Bogenmaß zu kommen, muss ich entweder den oberen Flügel oder den unteren Ansatz für den Haken komplett wegschleifen. Aber selbst dann könnte es speziell bei der Keppeler-Kappe noch eng werden. Muss mal messen gehen.

    Ach ne, Scheiß drauf! Wenn sie das voll durchziehen, schieße ich künftig nur noch bei den Kyffhäusern. Punkt. Aus.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Jau, habe ich gerade auch schon gesehen. Das verkaufen sie jetzt wohl als den guten Kompromiss, den sie gegenüber den Kritikern eingegangen sind.

    Dafür müssen jetzt aber fast alle Hosen und wohl alle Schuhe geändert werden. Und gerade die Sache mit dem Verbot der Gesäßpolster bei gleichzeitiger Freigabe der Nutzung einer zusätzlichen Matte ist zumindest für mich der größte und dämlichste Witz dieser ganzen Änderungen. Vielleicht erklärt mir ja noch mal jemand den Sinn dahinter

    Und für etliche Jacken wird es wegen der Nähte wohl auch ganz eng bei zukünftigen Kontrollen.


    Achtung, für die bisher etwas weniger gut Informierten:

    Erstmal sind das bis jetzt nur die neuen ISSF-Regeln, die Regeln des internationalen Verbandes, gültig ab 1.01.2013 für internationale Wettkämpfe.

    Wann und wieweit diese Regeln in die Sportordnung des DSB übernommen werden, ist noch offen. Zur Zeit ist sogar noch unklar, wann es überhaupt eine neue SpO geben wird. Ich befürchte aber, sie werden ziemlich schnell komplett übernommen.


    Also, don't Panic! Oder besser doch!


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Whow, da haben die Herrn des Schießsports doch tatsächlich noch zusätzlich auf die Schnelle ein ganz neues Kaninchen aus dem Hut gezaubert.

    Neue Reihenfolge 3P: Kniend, Liegend, Stehend

    Ist doch mal was echt Neues. Let's have fun!


    Auf die weltweiten Kritiken sind sie hingegen überhaupt nicht eingegangen, außer das diese Kritiker, also zum großen Teil die aktiven Schützen und Trainer selbst, ja überhaupt keine Ahnung haben, was wirklich gut für den Sport, für unseren Sport ist.

    20121121_Circular_Explanation_Rules_2013.pdf


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Vermutlich meint Hot 'Schützenklasse A (Land und Bezirk)'.

    Das soll aber wohl heißen, ab Bezirk aufwärts, also natürlich auch für Schützen der Regional- und Bundesliga. Selbst (Alt) Internationale dürften damit wohl nicht ausgeschlossen sein. Im Grunde geht es darum, auch den Breitensportlern einen Anreiz zu geben.

    Ich persönlich halte ja (auch auf Grund langjähriger Erfahrungen) nicht sehr viel von solchen Unterscheidungen. Im Grenzbereich gibt es da immer Verbissene, die da dann tricksen und versuchen, in der niedrigeren Klasse zu starten. Aber gut, muss jeder Verein selber wissen.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo Freunde,

    der von Martin aka P.O.Ackley weiter oben verlinkte Beitrag

    http://www.stern.de/politik/deutschland/schusswaffenkontrolle-das-waffenregister-ist-nur-ein-anfang-1928845.html#utm_source=sternde&utm_medium=zhp&utm_campaign=politik&utm_content=snippet-links

    ist so ziemlich mit das übelste Machwerk, welches ich in letzter Zeit so zum Thema lesen musste.

    Ich bin mir auch ziemlich sicher, der Verfasser schreibt an etlichen Stellen bewusst die Unwahrheit, um seiner Meinung und der aus seiner Sicht vermeintlich 'guten Sache' mehr Aussagekraft zu geben. Die Sache mit den Vermischen der Zahlen im Zusammenhang mit den Straftaten geht in die gleiche Richtung. Dieser, mit Verlaub, Schmierfink, hat dabei sogar noch die Chuzpe, sein Machwerk eine Analyse zu nennen. Zwei Minuten Recherche sollten dabei auch jedem Dorfschreiber genügen, um zu erkennen, dass etliche Aussagen bezüglich WaffG so schlicht falsch sind.

    Die Kommentarfunktion hat man wohl aus gutem Grund auch erst gar nicht freigeschaltet.

    Es scheint allerdings wohl heutzutage keine wirkliche Möglichkeit zu geben, gegen solche Lügenwerke vorzugehen und eine Beschwerde bei der Redaktion kann man sich wohl auch schenken. Eine Stellungnahme unserer Verbände insbesondere zu den ganzen Falschaussagen bezüglich WaffG würde ich aber schon begrüßen und vielleicht hilft ja auch eine Beschwerde beim Presserat.

    Zumindest nach meiner möglicherweise etwas altmodischen Sichtweise können solche Lügenwerke kein Maßstab für einen auch nur ansatzweise ethisch vertretbaren Journalismus sein.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Wo sind eigentlich unsere Verbände, bei Verbreitung solchen Schwachsinns?


    Tja, wie man auch nebenan im Beitrag zum NWR wiedermal nachlesen kann, finden unsere Verbandsoberen, zumindest ein Teil von ihnen, dieses Register ja scheinbar auch ganz toll bzw. können auch damit (wiedermal) gut leben. Und die ganz 'Weitsichtigen" basteln ja auch schon ganz fleißig weiter in Richtung waffenlosen Zielsport.

    Zitate aus dem Artikel:

    Auch Jäger und Sportschützen äußerten Zustimmung.

    „Wer unseren Sport ausüben will, muss mit Kontrolle leben“, sagte auch Roland Müller, Geschäftsführer des Brandenburgischen Schützenbundes.

    Auch der Landesjagdverband akzeptiert die Registrierung. „Wir Jäger sind legale Waffenbesitzer und haben nichts zu verbergen“, sagte Geschäftsführer Bernd Möller.


    @Katja

    Auch das Argument, wonach mit dem NWR zukünftig die Möglichkeit besteht, den Weg einer Schusswaffe bis zurück zum Hersteller verfolgen zu können, ist nur ein Scheinargument. Nicht nur wegen der bekannten lustigen Einträge wie Gartenflinte und Schießgewehr. Da wurde im Laufe der Jahrzehnte inzwischen soviel Müll gesammelt und eingetragen, dass bei der Rückverfolgung über mehrere Besitzer über Jahrzehnte garantiert viele Wege direkt ins Nirvana führen. Das funktioniert selbst bei einer Anschütz 1813 nicht immer und schon gar nicht, wenn es auch nicht gewollt ist. BTDT. Von den ganzen Ordonanzwaffen und der Vielfalt der damals üblichen Numerierung und den daraus resultierenden Dubletten will ich erst gar nicht sprechen.

    Und wenn es ganz dumm laufen sollte, hier ein Zahlendreher, da ein Zahlendreher, und schon ist man durch diesen Mist auf einmal ein Verdächtiger. Und wir wissen ja inzwischen alle, wer dann zu Besuch kommen könnte, unangemeldet morgens um Fünf. ?(


    Mit leicht frustriertem Schützengruß

    Frank

    Hallo OldGunner,

    ein interessanter Hinweis und auch ein interessantes Detail.

    Habe gerade mal nach geschaut. Ich habe hier noch einen Anschütz-Korntunnel 6832 aus den frühen Neunzigern oder späten Achzigern. Er ist schon schwenkbar und für die neuen genuteten Läufe ala 1907/1913 (und auch für 2001, 2002 usw.) passend.

    Dort sitzt an Stelle der Springfedern bei meinem Modell eine kleine Blattfeder. Die kann sich eigentlich nicht verklemmen. Hat man da etwa mit den Springfedern etwas verschlimmbessert?


    Aber egal, sollte ich mich mit meiner Rechnung weiter oben nicht total verhauen haben, so bräuchte unser Schütze mit seiner 8002 einen Versatz von fast 5mm, um auf die angegebene Trefferverlagerung zu kommen. Kann mir nicht so recht vorstellen, dass man das alleine nur durch ein verkantet geklemmten Korntunnel hin bekommt und ohne, dass man es sieht. Ich vermute da schon eher eine Rotation des Laufmantels.

    Na ja, schauen wir mal. Vielleicht meldet sich unser Schütze ja noch mal.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo Krümel,

    mein Namensvetter liegt (leider) mit seiner Vermutung richtig, wonach FWB-Züngel nicht richtig klemmen könnten. Habe das selbst mal in grauer Vorzeit bei meiner 2001 und dem Züngel von einer FWB LP100 ausprobiert. Man bekommt das Züngel nicht richtig fest geklemmt, jedenfalls nicht ohne Gewalt.

    Aber Anschütz bietet ja selbst auch so ein Züngel an, allerdings auch zu einem recht stolzen Preis.

    http://jga.anschuetz-sport.com/index.php5?menu=503&sprache=0&zubehoerID=244


    Wobei, so schlecht finde ich dieses schwarze Züngel von Anschütz jetzt auch nicht. Bin damit immer ganz gut zurecht gekommen. Das Züngel von meiner Diana ist ähnlich, wobei deren Abzug fast noch einen Tick besser ist, als der von meiner Anschütz. Aber es ist wohl generell so, dass es auch bei den Abzügen leichte Toleranzen gibt. Hatte mal eine 1813, da war der Abzug genial. Meine anderen Anschütz-Abzüge habe ich nie ganz so perfekt eingestellt bekommen, wie diesen einen. Wobei ich damit nicht sagen will, die anderen Abzüge wären jetzt schlecht, im Gegenteil. Aber, wie schon gesagt, es gibt Unterschiede, wenn auch nur minimale und auf hohem Niveau.

    Es ist übrigens immer wieder hoch interessant, mal mit Gewehren oder auch Pistolen von anderen Schützen zu schießen. Ich wundere mich da regelmäßig, mit was für kriechenden Abzügen da einige Kameraden so schießen und oft auch treffen. Unsere jeweilige Wahrnehmung scheint auch diesbezüglich recht unterschiedlich zu sein.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Hallo Reinhold,

    um noch einmal auf die Beanstandungen ZiStu und 100m zu kommen, beide Regelauslegungen sind nicht nur nach meiner Auffassung nach der zur Zeit gültigen SpO so nicht haltbar bzw. schlicht falsch.

    Im Gegensatz zum LG und GK-Standard findet man für ZiStu und 100m keine Hinweise, wonach diese Kante am Griff - sie wird wohl als eine Art orthopädische Form angesehen - unzulässig wäre. Es darf danach sogar auch eine Handballenauflage verwendet werden, da eben wie schon gesagt, nur für LG und GK-Standard (früher auch für KK-Standard) explizit unzulässig.

    Das mit dem Korntunnel über die Mündung steht so auch nirgends für KK-100. Da aber die Systemlänge frei ist, kann diese Regelauslegung mit dem 'nicht über die Mündung' auch überhaupt keinen Sinn machen. Man könnte ja auch einfach eine beliebig lange Laufverlängerung (Tube) nehmen und darauf dann den Korntunnel montieren. Nur eine Laufbeschwerung darf nicht über die Mündung ragen. Siehe Gewehrtabelle SpO.

    Leider, leider gibt es bei diesen Punkten immer wieder Fehlauslegungen, weil viele Funktionäre nicht richtig raffen, dass die unter 1.0.3.6.3 aufgeführten Punkte alle nur für LG und GK-Standard gelten. Es steht hingegen nirgends in der SpO, dass sie auch für ZiStu und 100m zu gelten haben.


    Im Zweifel ist es daher auch immer sinnvoll, sich solche Beanstandungen bzw. Regelauslegungen auch anhand der SpO zeigen zu lassen. Nur weil irgendwer etwas behauptet, muss es ja noch lange nicht auch immer richtig sein.


    Apropos, diese ganzen Besonderheiten wie auch die Sache mit der (nicht definierten) Handstütze sollte man bezüglich ZiStu und 100m in der nächsten SpO auch mal dringend überarbeiten. Einfach wie Freigewehr zulassen und gut. Zu überdenken wäre auch noch die Sache mit den unterschiedlichen Gewichtsgrenzen bei Frauen und Männern. Speziell im Bereich Auflage ist nämlich überhaupt nicht einzusehen, warum Frauen hier benachteiligt werden, warum sie 50m nur mit max. 6,5kg schießen dürfen, wo sie doch 100m auch mit 7,5kg schießen dürfen.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Zitat

    Keine ISSF-Disziplin und daher nicht Bestandteil dieser Diskussion...


    Formal zwar so korrekt, aber 1:1 von den ISSF-Regeln für LG und GK-Standard übernommen.

    Sprich, auch am LG wären die beiden Details beanstandet worden. Fairerweise muss man aber sagen, dass beide Beanstandungen schon ein sehr alter Hut sind. Wenn ich mich jetzt nicht täusche, dann gelten diese Regeln schon seit Ende der Achtziger.

    Aber gerade auch diese beiden Punkte haben schon immer für Verdruss unter den Schützen gesorgt, da deren Sinn nur schwer vermittelbar ist, die beiden Punkte aber besonders gerne von etlichen Heißkisten schon auf den Kreismeisterschaften beanstandet wurden. Nebst Vorhaltung von Raspeln. Man konnte den Eindruck gewinnen, einige der Kontrolleure hatten sogar ziemliche Freude daran, wenn Schützen ihre teilweise schön gemaserten gepflegten Holzschäfte mit der Raspel bearbeiten mussten.


    Aber keine Sorge, das kommende Olympic Beach Shooting wird bestimmt der Renner.
    Inklusive genauer Maßvorgaben für Bikini und Badehose.

    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Mag sein. Vielleicht hat der Fragesteller seine Frage aber auch nur etwas unscharf formuliert. "Wir in By ..." zielt jedenfalls in eine andere Richtung.

    Die jeweiligen Abgabenhöhen an Sportverbände anderer Sportarten kenne ich nicht. Ich weiß nur, dass in vielen anderen Sportarten schon alleine die Vereinsbeiträge deutlich über den unsrigen liegen, wobei es bei uns Schützen bekanntermaßen ja auch eine sehr große Bandbreite gibt.

    Und ob es wirklich hilft, zu wissen, dass die Abgaben an den Bayerischen Kleingartenverband höher sind, weiß ich jetzt auch nicht so genau. ;)


    Ich weiß nur, dass die Frage nach der Berechtigung der Höhe der Verbandsabgaben in vielen Schützenvereinen regelmäßig gestellt wird, insbesondere in den traditionellen Schützenvereinen mit angeschlossenen Schießsportabteilungen. Und da werden dann regelmäßig die wildesten Milchmädchenrechnungen gemacht und vielen Schützen ist auch gar nicht bewusst, welche Leistungen in dem Beitrag überhaupt enthalten sind. Leistungen, welche man sonst für teures Geld extra erkaufen müsste, oder sie denn Mitgliedern einfach vorenthält, bis mal wirklich etwas gravierendes passiert.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank

    Der im Jahresbeitrag des WSB enthaltene Versicherungsschutz geht weit über eine reine private Haftpflichtversicherung hinaus.

    Zitate aus der Broschüre Der WSB stellt sich vor

    Zitat

    In der Sportversicherung des lsb sind enthalten: Unfallversicherung, Haftpflichtversicherung, Vertrauensschadenversicherung, Reisegepäckversicherung Krankenversicherung und Rechtsschutzversicherung. Sie umfasst sämtliche sportbezogenen Aktivitäten, Vorstands- und Ausschusssitzungen, Mitgliederversammlungen, Jahreshauptversammlungen, Lehrgänge, Tagungen, Seminare, vereinsinterne (nicht öffentliche) gesellschaftliche oder gesellige Veranstaltungen.

    Zitat

    Zusätzlich zum Schützenfest stehen bei fast all unseren Vereinen auch Sommerfeste, Schützenbiwaks, Teilnahme an Volksfesten oder Festen anderer Vereine, Kompaniefeiern oder Ausflüge auf der Tagesordnung. All diese Aktivitäten sind über eine Zusatzversicherung des WSB, welche im Mitgliedsbeitrag enthalten ist, abgedeckt.

    Zitat

    Seit dem 01. April 2003 gilt ein neues Waffengesetz. Dieses Gesetz schreibt im Bereich der Unfallversicherung neue Deckungssummen vor, die über dem Versicherungsschutz des Sportversicherungsvertrages liegen. Der WSB hat für seine Vereine eine Zusatzversicherung abgeschlossen, welche die geforderten Summen abdeckt.


    Hier und hier kann man die Versicherungsverträge bei Bedarf nachlesen.


    Mit bestem Schützengruß

    Frank