Ich will eure Freude ja nur ungern trüben, aber auch ohne explizite Bekleidungskontrollen (Dicken- und Steifigkeitsmessung) müssen die Bekleidungen den Regeln entsprechen, auch im Schüler- oder Jugendbereich. Und die Poflecken, die nicht gerundeten Schuhsohlen und selbst verdächtige Nähte kann jeder auch ohne spezielle Kontrollen sehen, im Zweifel auch die Konkurrenz. Auch für die zukünftig geforderten 25mm bei den Hakenkappen genügt bei vielen jetzigen Ausführungen nur ein halbwegs geschulter Blick.
Generell, dieses Genöle an bestimmten Ausrüstungsdetails ist ja nichts Neues. Das geht schon seit Jahrzehnten so. Mal sind es irgendwelche Kanten an den Schäften, mal die Handschuhe, mal Taschen auf den Jacken und mit schöner Regelmäßigkeit die Schaftkappen. Und es gab und es wird immer auch genügend Kontrolleure gerade auch auf den unteren Meisterschaften geben, welche sich sogar mit sichtbarer Freude auf diese Details stürzen, inklusive der kostenlosen Bereitstellung von Werkzeugen zur Behebung der vermeintlichen Mängel. Und das nennt man dann Service.
Auf der anderen Seite werden aber auch seit Jahrzehnten wirklich wichtige Dinge, die tatsächlich Vorteile bringen können, überhaupt nicht beachtet oder beanstandet. Beispiel: Bei nicht wenigen Schützen sitzen die Schießhosen deutlich zu hoch, sprich der Bund geht deutlich über die erlaubte Höhe von 5cm über den Hüftknochen. Obwohl das regelmäßig ganz offensichtlich ist, wird es scheinbar nie beanstandet. Dabei kann dadurch, in Gegensatz zu den jetzt beanstandeten Nähten, insbesondere in Verbindung mit einem Gürtel wirklich eine Art Stütze für den Stützarm gebildet werden, abgesehen mal von dem zusätzlichen Halt speziell im Rückenbereich.
Ich hoffe, jetzt wirft mir hier keiner vor, ich wäre eine Petze oder wolle den Schützen etwas. Auch mir geht es um faire und sportlich gerechte Regeln. Ich bin auch der Meinung, dass bestehende Regeln beachtet und eingehalten werden müssen. Nur wenn man schon ständig irgendwelche Regeln ändert, dann ist es auch wichtig, diese auch auf ihre Verhältnismäßigkeit hin zu untersuchen und zu überlegen, welche Folgen daraus entstehen, auch und gerade auch im Hinblick auf die Entwertung bestehender Ausrüstungen. Wenn es aber schon jetzt ganz offensichtliche Mängel bei der Umsetzung und Einhaltung bestehender Regeln gibt, welche zu Teil wirklichen Einfluss auf die Leistung haben und so bei Nichtbeachtung auch zu Vorteilen führen können, dann sollte man sich doch zuerst fragen, wie man diese Defizite abstellen kann, statt ständig neue weitere im Prinzip unwichtige Gängelreglungen zu erfinden. Wir haben doch jetzt schon einen Wust an Regeln, die kaum noch einer wirklich alle kennt. Auf die Einhaltung bestimmter oft eher unwichtiger Details wird immer gepocht, bei anderen teils gravierenden Dingen hängt es sehr stark davon ab, ob die jeweiligen Aufsichten, Schießleiter und Kampfrichter diese Regeln überhaupt kennen und verstehen und auch für ahndungswürdig erachten. Hinzu kommen dann noch etliche Regeln, bei denen überhaupt nicht klar ist, wie sie gemeint sind und wie sie überhaupt eindeutig ausgelegt werden sollen. Das kann so auf Dauer nicht im Sinne unseres Sports sein.
Nur meine Meinung, und das ist jetzt tatsächlich mal eine Meinung, aber wie immer auch begründet.
Mit bestem Schützengruß
Frank