Hallo Claus-Dieter und natürlich auch mein ganz spezieller Freund Kogge,
erinnert euch doch mal an die Zeit vor Erfindung dieser, ich drücke mich jetzt mal politisch und technisch korrekt aus, Schießsimulationen. Gab es da etwa trotz der auch schon vor langer Zeit eingeführten Altersgrenze Nachwuchsprobleme?
Nach meinen Beobachtungen und Erfahrungen haben wir selbst heute kein wirkliches Nachwuchsproblem im Schießsport. Wir schleusen auch heute noch jedes Jahr Unmengen von Kindern und Jugendlichen durch das System. Unser wirkliches Problem ist aber, wir können diesen Nachwuchs nicht halten und längerfristig an den Sport binden. Und durch den noch früheren Beginn vergrößert sich dieses Problem der Fluktuation eher noch denn dass es sich bessert. Nach meinen Erfahrungen ist die Idee, man müsse den Nachwuchs nur früh genug an die Vereine binden zumindest für den Schießsport nur eine Art Mantra, dessen Erfolg durch nichts belegt ist. Es scheint sogar eher das Gegenteil der Fall zu sein.
Unser großes Problem liegt nämlich in Wirklichkeit ganz woanders und auch dieses haben wir hier schon oft genug, aber wohl auch vergeblich, durchgekaut. Uns fehlt nämlich mittlerweile eine ganze Generation Erwachsener, welche in den Vereinen Aufgaben übernehmen, als Vorbilder dienen und durch ihre Kenntnisse dem Nachwuchs nicht nur beim Einstieg helfen, sondern auch so fördern, dass sich auch eine langfristige Perspektive ergibt und auch die Motivation erhalten bleibt. Natürlich gibt es auch noch viele Vereine, bei denen das auch Dank der Unermüdlichkeit meist nur Weniger gut und oft auch sogar auf hohem Niveau funktioniert, aber in vielen Regionen in der Fläche ist das längst nicht mehr so. Da treffen sich dann ein paar Auflage-Senioren, wollen am liebsten unter sich sein und oft ist da dann auch keiner mehr überhaupt in der Lage, einem Einsteiger den Stehendanschlag richtig zu vermitteln. Man sagt ihm aber, er müsse (wegen der Regeln) Stehend schießen und dann krebst der da alleine rum, während alle anderen Auflage schießen und sich ihrer Fabelergebnisse erfreuen. So kann das auf Dauer nicht funktionieren.
Vor diesem Hintergrund - wer jetzt meint, es wäre ja gar nicht so, wie ich es beschreibe, der sollte mal mit offenen Augen über den eigenen Tellerrand schauen - sollte eigentlich jedem, der auch nur etwas logisch denken kann, klar werden, dass es für die Zukunft des Schießsports in den Vereinen nur sehr wenig bis gar nichts bringt, schon die Pampers-Klasse zu bespaßen und die dabei im schlimmsten Fall auch noch langfristig für den tatsächlichen Schießsport mit Verlaub zu versauen.
Und über die weitere Bedrohung des Schießsports, nämlich der (noch mehr oder weniger) heimliche Plan, die Schusswaffen lang- oder sogar kurzfristig durch diese Schießsimulation zu ersetzen, habe ich bisher noch gar nicht gesprochen. Die Kräfte, die das wollen, gibt es aber und sie sind natürlich auch sehr dankbar für die ständige Promotion dieser an sich untauglichen Technologie, welche Kameraden wie Wilhelm und wenige andere zur Zeit liefern. Und dass das nicht einfach nur dummes Geschwätz von mir ist, sieht man ja am Modernen Fünfkampf. Dort hat man es einfach und sehr kurzfristig über die Köpfe der Aktiven und wohl auch als Testballon gedacht durchgedrückt. Und wir können nur von Glück reden, dass es dort noch nicht richtig funktioniert. Die gleichen Überlegungen - Sicherheit, Kosten, Image usw. - gibt es nämlich auch beim Biathlon und selbst beim olympischen Schießsport und die Ferengi wittern dazu natürlich auch noch und wie immer den großen Reibach. Und machen wir uns nichts vor, auch die ISSF kann so etwas sehr leicht und auch über die Köpfe der Aktiven und Nationen hinweg entscheiden, und sie werden im Zweifel eher den Schießsport opfern, statt Olympia aufzugeben. Sich sonnen im Glanze dieses Glückes oder so ist nämlich eine sehr starke Motivation für diese eher älteren Herren und die wenn überhaupt wenigen Damen. Sie werden natürlich das, was dann noch übrig bleibt, auch weiterhin als Schießsport verkaufen, aber es bleibt in Wirklichkeit nur noch eine Simulation.
Und ihr glaubt doch wohl nicht, dass wenn bei Olympia zukünftig das Schießen nur noch simuliert wird, dass hier dann das Bedürfnis Sportschießen noch lange Bestand hat. Einige Politiker freuen sich jedenfalls schon wie Bolle und das sind bei weitem nicht nur die üblichen Verdächtigen und ja, man kann es im Zweifel auch nachlesen.
Und Claus-Dieter, die Waffenverbieter, wie Du sie nennst, gewinnen mit jeder weiteren Schießsimulation! Nur so und nicht anders wird daraus auch ein Schuh.
Mit bestem Schützengruß
Frank