Und genau hier liegt der Konflikt.
Die schießsportlichen Verbände vertreten unsere Interessen gegenüber der Politik, im Einklang mit der jeweiligen Verbandssatzung. Ob das nun das ist, was einzelne Mitglieder erwarten, steht auf einem anderen Blatt.
Tun sie das wirklich?
Der VDB ist ebenfalls ein Verband, aber für die Händler, Büchsenmacher und Hersteller und deren Interessen werden in erster Linie vom VDB auch vertreten. Diese können, müssen aber nicht die gleichen sein, wie für die Waffenbesitzer. Das muss verstanden werden.
Die Fördermitglieder sind eher ein Beiwerk, um Geld in die Kassen zu spülen, Vertreten werden aber in erster Linie die Interessen der Vollmitglieder.
Das der VDB eine andere "DNA" hat war schon immer klar. Trotzdem überschneiden sich die Interessen. Ob jemand dem BZL oder dem VDB Geld zukommen lässt, muss jeder für sich entscheiden. Das BZL wurde ja 1997, anlässlich der damaligen Waffenrechtsverschärfung gegründet. Auch als Reaktion darauf, dass sich seitens der Verbände wenig rührte. Allerdings verfiel der Laden in einen Dornröschenschlaf.
Fakt ist, was aber einfach nicht kapieren wollen, auch wenn wir in Deutschland ein sehr restriktives WaffG haben, es hindert uns nicht an der recht freien Entfaltung unserer schießsportlichen Gelüste. Wir können nach Erfüllung der gesetzliche Anforderungen unsere Sportgeräte erwerben und mit ihnen Schießen gehen.
Einschränkend sind viel eher die Verbände und deren individuellen Sportordnungen, die mal mehr und mal weniger Freiraum für Neuerwerbe zulassen.
Du bist also mit dem aktuellen Waffengesetz zufrieden?
Gibt es Verbesserungspotential im WaffG? Natürlich, ob dies aber Ziel der Evaluierung des WaffG ist, ist ein anderes Thema.
Was soll den sonst, aus Sicht der Betroffenen, erreicht werden? Gerade darum geht es doch, VERBESSERUNGEN. Ein Waffengesetz, das klar formuliert ist, man sich nicht von Querverweis zu Querverweis hangeln muss, Abschaffung unsinniger Vorschriften usw.
Für den VDB aber, sind die für Herstellung, Produktion, Verbringung und Verkauf von Waffen die Themen die Themen, die sie laut Satzung gegenüber ihren Vollmitgliedern vertreten müssen.
Nur hier wird doch über den Ladentisch hinausgedacht. Ohne Kunden kein Geschäft. Es sollte einem schon zu denken geben, wenn ein kommerzieller Verband sich öffnet und für Öffentlichkeitsarbeit Geld in die Hand nimmt.
Das 1997 gegründete FWR/BZL hatte die Entwicklung verschlafen. Eigentlich wäre es deren Chance gewesen sich wieder ins Spiel zu bringen. Das BZL wurde Mitte/Ende 2024 von Forum Waffenrecht in Bundesverband zivile Legalwaffen umbenannt. Der neue Geschäftsführer Matthias Klotz hat dann etwas mehr Leben in den Laden gebracht.
Die schießsportlichen Interessen werden von den schießsportlichen Verbänden vertreten werden.
Insoweit sind also Altersgrenzen, die es so in der EU nicht gibt, die auch noch exklusiv für Sportschützen im Gesetz stehen gut? Die Verschärfung der Aufbewahrungsvorschriften, die mehr ein Konjunkturprogramm für die Tresorhersteller waren sind auch gut?
In einem recht interessanten Video auf dem Kanal bdmp.info, fand ein Gespräch zwischenDavid Brandenburger, Präsident des BDMP und Mark Henrichmann, CDU Innenexperte, statt, wo Henrichmann genau die primären Painpoints aus politischer Sicht aufgezeigt hat.
Und nur nebenbei, ich habe von anderen Verbänden keine solche Formate mit Politikern bislang vernommen…….
Auch auf die Gefahr hin, dass du Pickel kriegst
, der VDB war vorher dran.
Am besten fand ich Frage 15: Stimmen sie zu, dass Sportwaffen Mordwaffen sind?
Aber das nur zur Abrundung. Ich muss sagen, schade das der DSB sowas nicht hinbekommen hat.