Beiträge von 3D-Griff

    Bei Walther SSP ist das auch möglich.

    Es sind im Prinzip 2 Faktoren, die die Möglichkeiten einschränken oder gar zuniichte machen. Einmal die Maße des Prüfkastens und zum anderen die Rahmenkonstruktionen.

    Z.B GSP: die Waffe ist durch den Magazinschaft vor dem Abzug schon so lang, dass der Griff zwangsläufig steil und hinten sehr kurz ist. Will ich den noch schwenken, bleibt nichts mehr übrig. Dazu kommt, dass der Schlitten über der Hand läuft und der Griff dadurch tiefer sitzt. Große Hände haben nicht mehr viel Platz für eine Handkantenauflage.

    FWB und ähnliche Konstruktionen sind durch den Magazinschacht schon mehr oder weniger auch einen Winkel festgelegt.

    GSP500 gibt prinzipell etwas Spielraum her. Aber man erkauft sich einen Vorteil durch einen anderen Nachteil. Mache ich den Winkel flacher, geht das zu Lasten der Grifflänge. Und die ist eh schon eher knapp. Mache ich ihn steiler, entferne ich mich mit der Hand von der Visierung. Sonst müßte ich den Mittelfinger durch die Abzugseinheit legen. Ist aber mit einfachen Mitteln selbst umsetzbar, indem man einfach unterfüttert. Das Sollte aber eine gleichmäßige Auflage sein, sinst kann man den Griff auch sprengen, wenn man ihn festzieht.

    Bei Pardini ist es ähnlich. Aber mir ist es unbegreiflich, dass man den Rahmen da, wo man eine stabile Verbindung will, rund macht. Zudem wäre es konstruktiv gar kein Problem, den Rahmen an der Stelle, wo der Mittelfinger ist, weiter auszuschneiden. So ist es leider fast unmöglich, selbst mit dem Winkel zu experimentieren.

    Ich möchte hier die Ausführungen von no.limits noch einmal aufgreifen. Mir sind ein paar Bilder in die Hand gefallen, die das auch in etwa zeigen. Damals hatte ich mich an einer "Nomenklatur" versucht. Ob die Bezeichnungen gelungen sind, spielt hier erstmal keine Rolle. Die lila, rot und schwarz dargestellten Linien können nur beim individuell angefertigen Griff scharf ausgeprägt werden. Sie machen ihn zu Unikat und sind entscheidende Parameter für eine reproduzierbare Positionierung. Sie verhinden effektiv recht-links verdrehtes Halten. Daumen- und Kleinfingerballen sind große Muskeln. Der Griff sollte hier konkav gestaltet sein, um dem Rechnung zu tragen. Hier eingebrachte Ecken und Winkel belasten punktiell und nicht flächig. Das führt im Bereich der Sportpistole zum Wandern des Griffes. Meine Erfahrung zeigt, dass es im Bereich des Kleinfingerballens weniger kritisch ist, wenn hier zu wenig Material ist, als wenn zu viel aufgetragen wurde. Das ist aber meine persönlich Meinung. Die Lage der Daumengabelung und der Fingermittelglieder wird sehr oft ein Kompromiss werden müssen. Gerade bei kleinen Händen wird es durch die Konstruktion der Waffe nicht möglich sein, die Daumengabelung hinter die Waffe zu bekommen und die Fingermittelglieder mittig unter die Laufachse zu bekommen. Auch kann es bei kleinen Händen problematisch werden, mit dem Finger an den Abzug zu kommen. Ich persönlich priorisiere Daumengabelung vor Fingerposition. Ein ebenfalls nur individuell durch Abdruck perfekt herzustellender Teil ist die Mittelfingerauflage. Für mich ein nicht zu unterschätzender Teil. Auf diesem Bereich "ruht" die Waffe.

    tatsächlich liesse sich so ein Griff herstellen.

    Schwierig ist eher einmal die Rohform und die Aufnahme für die Pistole.

    Weniger Lustig dann die Anpassung: man müsste für jeden Schritt ein neues Modell drucken - das dauert und macht Müll.

    Ja, das geht. Aber nicht mal so eben schnell. Ein digitalen Rohscan zu erstellen dauert ca. 45-60 Minuten. Die Griffaufnahme und die Schraubenführung zu konstruieren und richtig zu positionieren dauert viele Stunden. Wenn Aufnahme und Schraubenführung für diesen Griffmodell passen, lässt sich das grds. auch auf andere Griffe übertragen. Für einen einzelnen Griff lohnt sich das aber nicht.

    Grundanpassungen des Griffs an die Hand macht man eher nicht im digitalen Modell, sondern klassisch mit Griffrohling und Paste.

    Anpassungen im digitalen Modell bietet sich für Griffverlängerungen, Winkelveränderungen, Anpassung eines Griffes von einem Waffenmodell auf ein anderes oder Umbau einen Sportpistolengriffs auf Luftpistole und umgekehrt an.
    Ganz so furchtbar lang dauert ein Prototyp nicht unbedingt. Mit 5-6h geht das noch. Der Griff auf dem Bild hat allerdings mit ca 16h deutlich länger gedauert.

    Es ist schon möglich mit Kreuzdominanz sehr gut zu schiessen. Das wird oft auch die beste Lösung sein, nicht umzustellen. Es gibt Schützen, die damit gut zurecht kommen, ohne den Griffwinkel zu ändern. Für alle anderen gibt es die Möglichkeit, einen Griff zu nutzen, der um ca. 7 Grad geschwenkt ist.

    Ich wäre nicht auf die Idee gekommen. Aber vielleicht es ja gar nicht so abwegig. Könnte es Probleme geben, weil der Griff aufgrund der Farbwahl und des Musters unter das Camouflageverbot aus Regel 0.2.2 der DSB-Sportordnung fällt?
    "Zugelassen bei den Wettkämpfen des DSB sind die üblichen Schießbekleidungen sowie allg. übliche Bekleidun
    gen. Tarnkleidung, Zubehör (Camouflage) oder Kleidung mit mitliärischem Aussehen jeder Art und Farbe ist
    nicht zulässig. Disziplinspezifische Abweichungen sind in den entsprechenden Fachteilen geregelt."

    Insbesondere der Verweis auf Zubehör würde nach meinem Verständnis grds. auch auf einen Griff zutreffen.

    Das BDS-Sporthandbuch legt mit Regel A 8.01 nur für die Bekleidung ein Tarnbekleidungsverbot fest. Aber eben nur für die Bekleidung, nicht aber für das Zubehör:
    "... Bekleidung, die dem Ansehen des Schießsports abträglich ist, ist verboten, insbesondere Tarnkleidung. ..."


    In beiden Fällen stellt sich aber die Frage, ob das Aussehen des Griffs überhaupt unter Tarn/Camouflage einzuordnen ist.

    FreddyS Vielen Dank für die freundlichen Worte.

    Wir bieten den Umbau von Luftpistole (LP) zu Sportpistole (SP) und umgekehrt nicht aktiv an.
    Hintergrund sind genau die Gründe, die hier auch genannt worden sind.

    Die Griffe bei LP und SP müssen unterschiedlichen Anforderungen genügen. Sowohl funktional als auch regeltechnisch. Bei SP-Griffen darf der Handgabelüberstand nicht länger als 30mm die Hand berühren. Bei Anpassung LP zu SP muss also ggf. der Handgabelüberstand gekürzt werden. SP-Griffe sollten den Rückstoß gut in den Unterarm ableiten, so dass bei den dynamischeren Disziplinen (Duell, Standard 20s und 10s und Schnellfeuerpistole) die Hand bei Schussabgabe nicht aus dem Griff rutscht. LP-Griffe unterliegen keine solchen Anforderungen.

    In welchem Winkel (flach oder eher steil) die Waffe im Griff steht, ist nicht unbedingt gleich zwischen LP und SP. Was bei der einen Disziplin funktioniert, muss für die andere Disziplin nicht unbedingt gut und passend sein.
    Selbst beim Transfer von einer LP zu einer anderen besteht das Risiko, dass das nicht gut funktioniert.
    Insbesondere der Transfer auf eine Waffe mit elektronischem Abzug kann Probleme bereiten, die wir nicht lösen können.

    Dennoch treten Kunden mit dem Wunsch des Transfers vom einem vorhandenen Griff auf einen anderen Griff mit einer anderen Aufnahme an uns heran. Wir versuchen das was machbar ist, auch umzusetzen. Wir konnten schon erfolgreich Griffe von einer Steyr LP10EVO auf eine Pardini SP umsetzen. Zwar war der Griff für eine SP nicht optimal, aber immer noch um Längen besser als das die bisherige Lösung mit einem unangepassten Originalgriff.

    Wenn ein Transfer nach unserer Einschätzung mit zu großen Kompromissen verbunden ist, raten wir davon ab. Oft lassen sich aber dann andere Lösungen finden.