Beiträge von Digedag

    Sh2 Schützen dürfen nicht bei Freihandschützen mitschießen, da sie ein Hilfsmittel (=Federbock) nutzen.

    Das solltest du am besten mal dem DSB erklären.

    Auszug aus der Ausschreibung des letzten Bundeskönigsschießens:
    2.4 Körperbehinderten Teilnehmer ist die Verwendung von Rollstuhl/Hocker und/oder Federbock bzw. anderer zugelassener Hilfsmittel gem. gültiger Sportordnung gemäß ihrer Klassifizierung erlaubt.

    Verstehe mich nicht falsch, aber wenn der 80jährige mit seinen ganzen körperlichen Gebrechen und Verschleisserscheinungen besser ist als 30 Jahre jüngere Konkurrenten, dann sind diese schlicht und ergreifend sportlich betrachtet schlechter als der alte Opa.

    Das mag im Grundsatz stimmen. Im Einzelfall ganz bestimmt nicht. Ich kenne genügend 80jährige (und älter), die manchen 50jährigen gesundheitlich "in die Tasche stecken" :amused:. Aber darum geht es auch gar nicht.
    Dennoch finde ich es , sagen wir mal zumindest etwas seltsam, dass es grundsätzlich möglich ist, dass z.B. ein Federbockschütze (SH2/AB2) die ihm entsprechende "Freihand-Klasse" (z.B. H/D III oder IV) regelkonform "aufmischen" kann. Und dass in dem Fall der Federbockschütze im Vorteil ist, wirst du wohl nicht bestreiten. Er ist nicht einfach nur "besser", sportlich betrachtet. In diesen Freihand-Klassen geht der DM-Titel bei maximal 410 Ringen weg. Das schießen die "Federböckler" mal eben so ab Platz 20. Dabei habe ich größten Respekt vor allen Leistungen. Nur die "Mischerei" finde ich nicht gut (wird bei der DM ja nicht gemacht, da dort die Para-Klassen separat ausgeschrieben sind).
    In der Richtung wurde auch dieses Jahr bei der DM genauer hingeschaut. Da wurden beispielsweise Sportler disqualifiziert, weil sie die im HM-Ausweis angegeben Dinge nicht genutzt haben (Hocker, Rollstuhl). Da stellt sich für mich auch zwangsläufig die Frage: wie kann es sein, dass jemand klassifiziert ist, einen HM-Ausweis hat und dann trotzdem stehend frei schießt (z.B. bei Sportpistole).

    Und seit inzwischen gut zehn Jahren dürfen daher SH1-klassifizierte Paraschützen (=sitzend freihändig) auf Antrag in der jeweiligen Altersklasse bei den nichtbehinderten mitschießen.

    Du schreibst es selbst: auf Antrag. Mit klarer Trennung meine ich die grundsätzliche Trennung zwischen stehend frei und Para. Dass Paraschützen in der jeweiligen "stehend frei"-Klasse mitschießen dürfen, wenn Para nicht gesondert ausgeschrieben ist, oder eben auf Antrag, ist mir bekannt. Beim Auflageschießen geht das seltsamerweise ohne. Was aber vermutlich daran liegt, dass es keine separate "Para-Auflage" gibt.

    Das Problem ist eigentlich ein anderes. Im Auflagebereich wird munter "gemischt". Schützen mit eigentlicher Para-Einstufung starten in der "normalen" Seniorenklasse und dürfen dort ihre eingetragenen Hilfsmittel verwenden. Im "stehend frei"-Bereich wird da sauberer getrennt - entweder Para oder eben stehend frei - Punkt.

    Sorry, wo steht etwas von Benachteligung, wollte eigentlich nur zeigen dass wenn die alle starten würden 2/3 der Startplätze mit Schützen aus Bayern belegt wären oder dementsprechend die Limitzahlen höher ausgefallen wären.

    Warum immer gleich von weinen und Benachteligungen reden, einfach eine objektive Feststellung, bin ja auch nicht aus BY

    BY ist nun mal der mit Abstand größte LV. Daher bezeichne ich die DM in Garching auch gerne als "Bayrische Meisterschaft mit deutscher Restbeteiligung". Ist einfach so. Und ja, wenn alle LM-Ergebnisse (nicht nur die aus Bayern) nach Dortmund gemeldet würden, hätten wir deutlich höhere Limite. Ob die Nichtmeldungen ausschließlich etwas mit dem Weg zu tun haben, bezweifle ich mal. Da gibt es sicher noch eine ganze Reihe mehr an Gründen. Wie auch immer, ich kann mich nur bei allen bedanken, die trotz hoher LM-Ergebnisse nicht an der DM teilnehmen, da dadurch viele andere mit geringeren Ergebnissen die Chance haben, an der DM teilzunehmen (mich eingeschlossen :D).

    Kann ich so nicht stehen lassen. Die Landestrainer und die Nachwuchsbundestrainerin sind genau im Bild gewesen.

    Stimmt, aber da war der Plan schon gefasst, d.h. die neue "bunte" Tabelle war schon fertig. Und davor wussten wir noch nichts.

    Ich bin mir sehr sicher, dass die Nachwuchsbundestrainerin zum Zwecke einer gemeinsamen Stellungnahme die Landestrainer aufgefordert hat, ihr mit Stellungnahmen und Begründungen zuzuarbeiten. Es kam nur eine Zuarbeit und die war auch noch zu spät.

    Stimmt auch (leider)! Ob es etwas geändert hätte, sei auch mal dahingestellt.

    Aber so ergeben sich neue Möglichkeiten, dass Damen und Juniorinnen gemeinsame Mannschaften bilden können.

    Dann schauen wir mal, wie viele Juniorinnen davon Gebrauch machen bzw. eingesetzt werden.

    Es gab keinen ernstzunehmenden Widerstand gegen den Vorschlag der Sportleitung.

    Das ist nur bedingt richtig. Es gab genügend, die etwas dagegen gehabt hätten, nur wurden die (wie immer) leider nicht gefragt (Nachwuchsbundestrainer, Landestrainer, Sportler usw.)!

    Hintergrund der Abschaffung der Juniorinnen-Mannschaftswertung dürfte die chronisch geringe Anzahl an Mannschaften gewesen sein.

    Das ist richtig. Aber was genau soll die aktuelle Regelung bringen? Dass es künftig noch weniger Juniorinnen zur DM gibt?
    Na wenn das das Ziel ist: herzlichen Glückwunsch DSB, damit sägt man sich allmählich den Ast ab, auf dem man (sportlich) sitzt. Wir sprechen hier von einer olympischen Disziplin! :stunned:
    Dass die bis heute gängige Praxis, "ungeliebte" (weil nicht mehr olympisch) Disziplinen (z.B. Freie Pistole, Laufende Scheibe usw.) zusammenzustreichen, es nun auch bis zu den olympischen Disziplinen geschafft hat, sagt schon einiges aus. :refusing:
    Da geht es schon lange nicht mehr um den Sport und schon gar nicht um die Sportler. :X

    großartig - Danke! Dann werde ich mal nachkorrigieren!!!

    Das wird nicht viel bringen. Die Teiler werden (wahrscheinlich) entsprechend der ausgegebenen Schusswerte auch falsch sein. Dann helfen tatsächlich nur die echten Schusskoordinaten. Wenn die Teiler stimmen sollten, wird es natürlich einfacher.

    Im Wettkampf wäre aber ja wirklich die Frage: Was gilt? Ab wann kann ein Ergebnis, welches eine genormte, geprüfte Anlage anzeigt als "offenkundig falsch" gewertet werden? Reine "Bauchentscheidung? Entscheidung des Schiedsrichters nach Ermessen? Überprüfung nach Einspruch anderer Schützen?

    Sollte so ein "Phänomen" bei einem Wettkampf auftreten (angezeigte Schüsse passen nicht zu den angezeigten Schusswerten), muss entsprechend gehandelt werden. Das hat mit Bauchentscheidung oder Ermessen nichts zu tun. Wenn es einem Kampfrichter auffällt, wird dieser schon zum leitenden Kampfrichter bzw. Schießleiter gehen und sagen: "schau dir das mal an, da kann etwas nicht stimmen".
    Abgesehen davon würde ich schon als Schütze stutzig werden und die Aufsicht bzw. den Kampfrichter darauf aufmerksam machen. Bei einem Einspruch muss sowieso gehandelt werden. Wird der Fehler bereits während des Schießens bemerkt, muss sofort der Stand gewechselt werden. Die bereits abgegebenen (Wettkampf)Schüsse werden dann mittels Auswertung der Logdaten ihren korrekten Schusswerten zugeordnet. Wird der Fehler erst in der Folge eines (fristgerechten) Einspruchs bemerkt, muss ebenso verfahren werden (Schusswertermittlung über Logdaten). Das ganze Prozedere ist an und für sich ganz gut in der SpO. Teil 0 Punkt 0.8.4 ff. beschrieben.

    Weder noch. Aber da es kein Wettkampf war, stellt sich die Frage so nicht. Die angegebenen Zahlenwerte können augenscheinlich und offensichtlich nicht stimmen und die angezeigten Treffer haben ja keinen Wert. Hier hilft nur, die Logdaten (Koordinaten der Schüsse) zu nehmen und daraus die korrekten Schusswerte zu ermitteln. Das ist keine Raketenwissenschaft und jeder guter A-Kampfrichter kann das (oder sollte es zumindest können).

    Inhaltlich und fachlich bin ich absolut bei Max319 , d.h. man dürfte eigentlich erwarten, dass die verwendete Waage korrekte Werte anzeigt.
    Um dies sicherzustellen , bedürfte es einer geeichten Waage - alternativ (zur Kontrolle) eines Prüfgewichtes von 5500g. Soweit die Theorie.
    In der Praxis werden allerdings ungeeichte "handelsübliche" Waagen eingesetzt, die dann sogar noch unterschiedliche Werte anzeigen (siehe Dortmund, dort sind zwei Waagen im Einsatz, die bereits Abweichungen untereinander haben). Diskutieren hilft da wenig - immer freundlich bleiben, auch mal etwas Ärger runterschlucken und gut ist. Selbst wenn es eine Messtoleranz gibt, gilt die ja am Ende für alle Schützen bzw. deren Sportgeräte.
    Mich selbst hat es letztes Jahr in Dortmund zur DM "erwischt". Trotz vorherigem Wiegen im Verein (auf zwei unterschiedlichen Waagen, 5482 g und 5466 g) zeigte die Waage in Dortmund 10 g zu viel an. Sicherheitsschnur und Staubkappen entfernt - immer noch 4 g zu viel. Also kurzerhand ein Hinterschaftgewicht entfernt und das Gewicht meines Sportgerätes war im Limit.
    Mein persönliches Fazit: beim vorherigen Wiegen immer darauf achten, dass die Kartusche voll ist (macht mindestens 80 g Differenz aus) und auf jeden Fall mindestens 50-100 g "Puffer" lassen. Ich glaube nicht, dass 50 oder selbst 100 g Gewichtsunterschied speziell im Auflageschießen einen gravierenden Unterschied ausmachen. Man ist damit auf der sicheren Seite, erspart sich jede Menge Aufregung und Ärger und kann sich auf den Wettkampf freuen.

    So hat man zum Training und bei der DM ähnliche Verhältnisse.

    Hat man eben nicht! Das mag ein absolut prima stabiler Auflageständer sein, aber genau da liegt der Hase im Pfeffer. Zur DM hast du eben die seltsamen Dreibeine. Wenn du nie gelernt hast, damit richtig umzugehen, zahlst du Lehrgeld. Somit sind die zweifellos guten Modelle leider keine gute Vorbereitung - speziell für die DM.

    Das Wort leider bezieht sich auf die Fakten - und vielleicht kommen wir dahingehen überein, dass nun mal Fakten mehr bedeuten als Meinung.

    Wenn dem so wäre, hätte ich auch nicht widersprochen. Leider hast du da eine Kleinigkeit übersehen. Der Satz von jogo08 beinhaltet:
    "...und alles was 'von oben' kommt, grundsätzlich anzweifeln." Das "leider" bezog sich demnach eben nicht nur auf den Begriff "Fakten".

    Schlussendlich ist es aber irrelevant, da wie jogo08 bereits so treffend festgestellt hatte: "..., es wird keine Einigung geben, dazu sind die Meinungen auf beiden Seiten zu verhärtet." Dem ist von meiner Seite nichts hinzuzufügen.

    Es gibt leider Menschen, die sich von Fakten nicht überzeugen lassen und alles was 'von oben' kommt, grundsätzlich anzweifeln.

    Wieso leider? Deiner Meinung nach sollte man also jedwede Entscheidung oder Maßnahme die "von oben" kommt, grundsätzlich und ohne zu hinterfragen an- bzw. hinnehmen? Selbst denken ist quasi verboten? Das nenne ich mal eine vorzeigbare "Systemtreue". Damit würde die DDR wahrscheinlich heute noch existieren.
    Und um den Bogen wieder ins Hier und Heute zu spannen, du bist also allen Ernstes der Meinung, dass sämtliche Entscheidungen der Regierenden der letzten Jahre und der Gegenwart richtig, sinnvoll und verhältnismäßig waren (und sind)? Respekt!