Ja, es gibt kein Mittel, das über alle benötigten Eigenschaften verfügt.
Waffenöle müssen eine geringe Tendenz zur Verdampfung, eine recht hohe Viskosität im Zusammenhang mit tiefen Temperaturen und eine guten Rostschutz aufweisen. Waffenöle auf Basis von synthetischem Diester - wie z.B. Ballistol - verfügen über diese Eigenschaften. Sie eignen sich gut zur Pflege der Oberfläche von Pistolen. Mineralöle taugen dazu nicht. Waffenöle vefügen darüberhinaus auch über Schmiereigenschaften.
Um eine spürbar bessere Schmierung zu erreichen, kann auf Festschmierstoffe - wie Graphit oder Molybdänsulfit - zurückgegriffen werden. Molybdänsulfit ist ein Bestandteil von Molykote, das ich zur Schmierung von Schloßteilen und von Verschlüssen benutze. Es bildet auf den Oberflächen eine Struktur, die durch die dort anfallenden Drücke nicht einfach weggeschert wird. Eine Alternative zu Molykote ist das Gungrease LT2 von Abbey, das ebenfalls Molybdänsulfit enthält. Diese Schmiersoffe verfügen aber nur über eine sehr geringe rosthemmende Wirkung.
Was die Entfernung von Bleirückständen betrifft, so wird gelegentlich Quecksilber empfohlen. Die Handhabung ist für mich zu kompliziert und zu riskant. Deshalb verlasse ich mich auf die Muskelkraft in Verbindung mit den oben erwähnten, mit Messingfasern versehenen Reiningungsfilzen. Sie sind so auf das jeweilige Kaliber abgestimmt, daß sie nur mit etwas Kraftaufwand durch den Lauf gezogen werden können.
Zur Entfernung von Geschoßmantelablagerungen benutze ich den Laufreiniger von Lupus, der die Kupferablagerungen im Lauf anlöst. Danach kommt bei mir der Einsatz der Reinigungsfilze.