Alles anzeigenGrumpy, vielen Dank für die Informationen.
Mit einem aktuellen Geldbestand von 10 T€ ist der Verein finanziell betrachtet nicht pleite.
Bereits Anfang der 90er Jahre stand der Verein nach dem geschlossenen Rücktritt des Vorstandes schon kurz vor der Zwangsauflösung. Mit einem verjüngtem neuen Vorstandsteam, Aufarbeitung der abgefragten und ausgewerteten Interessen der Mitglieder (116) und Maßnahmen (Reduzierung des zeitlichen Aufwandes für den Besuch traditioneller Schützenfeste, neuen Angeboten für Vereinsmitglieder und Besuchern/Externen, Ausbau und Investition in den Sportbereich, verstärkter Öffentlichkeitsarbeit, Mitgliedermanagement, Lockerung des Uniformzwanges, Maßnahmen zur Stärkung der Innenfinanzierung (= Beibehaltung niedriger Mitgliedsbeiträge) entwickelte sich der Verein in allen Bereichen positiv und steigerte die Mitgliederzahl auf 167.
Die Kehrtwende wurde eingeleitet, als der Vorschlag des Vorstandes zum Neubau eines größeren, multifunktionalen Schützenhauses mit einem Finanzierungsvorschlag von 200 Euro pro Erwachsenem und einer Kreditaufnahme in einer Versammlung mehrheitlich abgelehnt wurde. Mit dem Vorhaben sollte die Abhängigkeit vom Zeltwirt für die Schützenfeste abgebaut werden, das alte - aus einer maroden Bretterbude bestehende - Schützenhaus zukunftsgerecht neu und größer (Platz für 12 LG-Anlagen) aufgebaut werden.
Enttäuscht vom demokratischen Ergebnis, aber auch von der Kurzsicht und Ideenlosigkeit der Mitglieder, war das dann auch der Grund, mich von der Vorstandsarbeit zurückzuziehen.
Es wurde dann zwar noch die Bretterbude mehr oder weniger 1:1 durch ein neues Gebäude ersetzt, welches jedoch keinen wesentlichen Zusatznutzen für die Zukunftsfähigkeit des Vereins generierte.
Die bisherigen Erfolge (Firmenpokalschießen, Forest-Party, gestiegener Bekanntheitsgrad, Mitgliederwachstum, sportliche Erfolge, Beteiligung am Kinderschützenfest) blieben in der Folge aus. Hinzu kamen personelle Unstimmigkeiten auf Vorstandsebene und die wieder einsetzende Polarisierung zwischen Sport und Tradition. Verlierer waren die Sportschützen/innen, die es im Grunde nicht mehr im Verein gibt, Die Ausrichtung des Schützenfestes musste wegen der Pandemie abgesagt werden. In diesem Jahr gab es zwar noch eine kleine Feier ohne Zelt und ohne Königsschießen, nicht einmal für die Kinder. Jüngere Vereinsmitglieder, die gerne Feiern, finden sich in den Reihen benachbarter Vereine wieder.
Danke für die sehr ausführliche Darstellung, die ich im Ablauf wenig nachvollziehbar finde.
In den 90ern kurz vor der Abwicklung das Ruder herumgerissen und sogar den Mitgliederbestand erhöht.
Problem klingt für mich die finanzielle Seite des vorgeschlagenen Neubaus (nenne ich jetzt einfach mal so) zu sein.
Die genannten € 200,- sollte das ein Finanzieller Beitrag sein, oder sollte das die Berechnungsgrundlage für die Finanzierung sein, also gerechneter Aufwand je Mitglied (erwachsen) darstellen?
Aber im Grundsatz glaube ich eine größere Diskrepanz in Richtung der Traditionsabteilung zu erkennen. Mag ggf. eine Generationenfrage sein?
Du hattest ja weiter oben geschrieben, dass rund 60 Mitglieder jetzt abgewandert ist und noch immer über 100 Mitglieder im Verein sind. Da wundere ich mich doch eher, dass es da zu einer Liquidation kommen soll.
Irgendwie erscheint mir das ganze etwas suspekt, was aber auch daran liegen kann, dass nicht alle Hintergrundinfos in der Tiefe bekannt sind, nicht hier jedenfalls.