Hallo Axel,
ich glaube nicht, dass der Nwdsb-Präsident gescheitert ist. Ich gehe auch davon aus, dass das Llz - wie auch immer - fertiggestellt wird.
Wenn auch sehr spät, aber m. E. dennoch rechtzeitig vor der außerordentlichen Delegiertentagung des NWDSB am 17.08.2013 um 10 Uhr in Neubruchhausen im Hotel „Zur Post“ hat sich der Präsident mit einem Brief auf der HP des NWDSB zu Wort gemeldet.
So sehr wie ich den Versuch zur Transparenz in der Angelegenheit „Landesleistungszentrum des NWDSB“ wegen der Bedeutung begrüße, so sehr bin ich auch enttäuscht ob der Unvollständigkeit bzw. Nichtbehandlung der Themen aus unterschiedlichen Gerüchteküchen.
So war auch auf der LM zu erfahren, dass in den Hallen Asbestmaterial verbaut und der Boden in Teilen kontaminiert sein soll. Im Präsidentenbrief finden sich darüber keine Informationen, die Entwarnung geben.
Auch die Frage, wer nach der Trennung vom Architekten verantwortlich für die Bauplanung, Aufsicht und Durchführung ist, wird nicht tangiert.
Auf der vorangegangenen ordentlichen Mitgliederversammlung im April d. J. war dem NWDSB-Präsidium gerade wegen fehlender Informationen zur Entstehung einer erst spät entdeckten Finanzierungslücke von 620.000 Euro und insbesondere zum Abbau dieser, keine Entlastung erteilt worden. Der Schatzmeister wurde altersbedingt nicht wiedergewählt.
Mittlerweile wurden in den Bezirks- und Kreisverbänden Infoveranstaltungen mit sehr unterschiedlichen Verläufen abgehalten. Während es viele Mitglieder gibt, die die Baumaßnahmen mit einer weiteren Geldspritze möglichst bald abschließen wollen, gibt es auch Mitglieder bzw. Verbände, die den Austritt aus dem NWDSB beabsichtigen. Sh. Oben.
Im aktuellen Diskussionsstadium zum kurzfristigen Ausgleich der Finanzlücke für die Baufertigstellung fehlen übrigens genau die Informationen, die der zurecht kritische Bezirkspräsident Jürgen Wintjen ( Wesermünde) bei dem unsäglichen Finanzierungsbeschluss in 2009 (20 Jahre 1,50 Euro = ges. 30 Euro pro Mitglied) eingefordert hat: belastbare Zahlen über den Fertigstellungszeitpunkt hinaus, auch für den laufenden Betrieb des Llz. Erst mit der mittelfristigen Betrachtung, die den laufenden Geschäftsbetrieb mit den vier Hallen sowie den der Stadt Bassum zugesagten Hallennutzungen in best- und worst case-Szenarien nach einem Geschäftsplan berücksichtigt und wahrscheinlich gleichzeitig eine überfällige Beitragserhöhung zu Tage fördert, dürfen die Entscheidungen über Fertigstellung, Baustopp, Einstellung etc. getroffen werden.
Ich möchte den Präsidenten nicht in Schutz nehmen, da er im Ergebnis schon die Verantwortung für die Entwicklung des NWDSB trägt. Nur in diesem Fall war wohl die Schatzmeisterei auch in Abstimmung mit dem Bau- und Finanzausschuss etwas überfordert.
Bei der Offenlegung des Nutzungskonzeptes sind u.a. der nicht unerhebliche Mitgliederrückgang aber auch die rückläufigen Teilnehmerzahlen bei den Landesmeisterschaften zu berücksichtigen.
Die Entscheidung der Delegierten für die Fortsetzung der Baumaßnahmen dürfte damit stark davon abhängen wie überzeugend das Nutzungs- und Wirtschaftlichkeitskonzept des Präsidiums für den laufenden Betrieb vorgestellt wird. Ich würde es sehr begrüßen, wenn die Baumaßnahmen fortgesetzt würden, denn ohne LLZ würden sich die anhaltenden negativen Entwicklungen sowohl im sportlichen als auch im Mitglieder- und Finanzbereich weiter verstärken.
M. E. liegt außer einer Absichtserklärung (LLZ als Anlaufpunkt für alle Schützen aus dem Nordwestdeutschen Raum, Trainingsmöglichkeit für Kaderschützen und Vereine, Ort für Aus- und Fortbildung) keine belastbare Wert- und Liquiditätsentwicklung vor, aufgrund deren Informationen die Delegierten ihre Entscheidungen für die Zukunft mit ruhigem Gewissen treffen können und im zweiten Schritt auch die Entlastung für die Arbeit des Präsidiums im vergangenen Jahr zu erteilen.
Anstatt emotional zu handeln, ist Sachlichkeit geboten, Kritik notwendig und Solidarität bei der Zukunftsgestaltung unerlässlich. Den Nwdsb zu verlassen, um einen eigenen Verband zu gründen, ist für alle Beteiligten der schlechteste Weg.
In diesem Zusammenhang könnte man vielleicht wieder darüber nachdenken, alle Schützen/innen in Niedersachsen nur in einem - starken - Verband zu organisieren.