Könntest du bitte erläutern warum Sport oder Tradition getrennt nicht wertvoll sein sollen?
Axel
Stärke hat grundsätzlich auch immer etwas mit Größe zu tun.
Meine Vorstellung vom Schützenwesen - sie mag zu idealistisch sein - ist jedoch, dass die Gesamtheit, d. h. auch die Vielfältigkeit als Angebot und die ursprünglichen Werte für die Entwicklung im Schützenwesen vorteilhaft für die zwei Säulen Sport und Tradition sind. Zur Vielfältigkeit gehört auch das Bestehen und die gegenseitige Anerkennung aller Verbände mit ihren unterschiedlichen Satzungszielen, die sich dem Schützenwesen verpflichtet haben. Vielfältigkeit bedeutet jedoch auch eine Anpassung an die heutigen Bedürfnisse der Mitglieder.
Die Trennung und die leider nicht nur von wenigen Akteuren aktiv betriebene Polarisierung unterschiedlicher, ja oft persönlicher Interessen, führt insgesamt zur Schwächung des Schützenwesens in dieser Gesellschaft. Die kleinen und großen Grabenkriege der Verbände, der Sportler, Traditionalisten, Sammler, Jäger, der sog. ehrenamtlichen Funktionäre schaden
a) dem Image (besser tragen aktiv dazu bei, die Außenwirkung weiter zu verschlechtern) und
b) der inneren Bereitschaft notwendige Reformen auf den Weg zu bringen.
Ich will nicht ausschließen, dass sich in 10 Jahren das Schützenwesen aus pekuniären Gründen aufgespalten hat in reine Traditionsvereine mit relativ niedrigen Beiträgen und Schießsportvereinen mit sehr hohen Beiträgen. Ich halte diese Konstellation aus heutiger Sicht jedoch dazu geeignet, den Niedergang zu beschleunigen, das Schützenwesen in die Bedeutungs- und Wertlosigkeit zu treiben.