Hallo no.limits
Mein Baby ist meine Heimat, sind meine Eltern, Freunde, Jugend, der Schießsport. Erfolg spornt an.
Macht aber vielleicht auch blind vor Gegenströmungen. Freunde meinten, ich würde den Verein/die Mitglieder bei der Vorstellung und Ablehnung des multifunktionalen Schützenhauses überfordert haben.
Das Projekt wurde in gewisser Weise ja auch mit dem Bau eines öffentlich geförderten Schützenhauses fortgesetzt. Die aus meiner Sicht sinnvollen Erweiterungen an Größe, technischer Ausstattung, Funktionalität gab es leider nicht.
Der Mitgliederrückgang setzte bereits im Folgejahr ein. Auch die übrigen Messwerte an Teilnehmerzahlen nahmen kontinuierlich ab. Das Schützenfest mit einem teuren Festzelt zu organisieren wurde zusehends schwieriger. Als Notlösung gab es dann irgendwann ein abgespecktes Schützenfest mit Zeltanbau zum Schützenhaus. Auch die Beteiligung der Mitglieder an auswärtigen Schützenfesten nahm dramatisch ab.
Meine Aufgaben und Ideen habe ich nicht als Häuptling sondern als Schützenbruder gesehen. Zwischen mir und dem damaligen Vorstand gab es ein produktives, vertrauensvolles Verhältnis.
Mit meinem Entschluss aus der aktiven Arbeit im/für den Verein auszusteigen habe ich auch den notwendigen Abstand zum Verein gewonnen, meine Arbeit in neue berufliche Aufgaben investiert.
Der Niedergang des Vereins war für mich absehbar. Ich habe somit kein Interesse gegen die Auflösung zu stimmen, auch nicht mit der merkwürdigen schriftlichen Erklärung. Ich werde auch in Zukunft an keiner Versammlung des Vereins teilnehmen – mit Ausnahme der Versammlung, in der das Ergebnis der Liquidation bekannt gegeben wird.
Was mich allerdings doch ärgert ist die Ideenlosigkeit, etwas was über fast 100 Jahre von so vielen Menschen aufgebaut wurde, mit Ideenlosigkeit in die Tonne zu hauen. Auch im Niedergang sind Konzepte mit Alternativen über das persönliche, kurzfristige Kalkül von wenigen Akteuren angesagt.