Beiträge von Wilhelm

    @ Johann

    OK, das sind alles begründete Einzelfälle, nur kommen damit tatsächlich "Nichtteilnahmequoten" von 25 % zustande?

    Ich werde das ungute Gefühl nicht los, dass der Trend zum Fernbleiben von den Wettkämpfen auch das Ergebnis des negativen Images unseres Sports in der Öffentlichkeit ist. Weniger leistungsstarke Schützen nehmen weder Mühe, Zeit und Geld in Anspruch um einen in der Öffentlichkeit nicht beachteten Sport auszuüben. D. h. die Negativspirale setzt sich fort.

    Aber wie bereits angesprochen, vielleicht ist es auch nur eine regional vorhandene Lustlosigkeit.

    Hallo Dan More,

    Du hast Recht und es ist gut, dass Du noch einmal deutlich darauf hinweist, dass die Öffentlichkeit auch unsere nachvollziehbaren Argumente in sachlicher Form erhält. Über den Fortbestand des Schießsports entscheiden nicht 1,5 Mio Schützen/innen sondern insgesamt 62 Mio. Wahlberechtigte /bzw. ca. 40 Mio. Wähler.

    Wenn ich ehrlich bin, und sehe, wie wenig Interesse die Traditionsschützen am Erhalt des Schießsports haben, sie nur in Ausnahmefällen bereit sind zu verstehen, was momentan an negativer Meinungsbildung uns gegenüber stattfindet, dann kann ich schon mal mutlos werden, mich weiterhin dafür einzusetzen.

    Hallo Dan More,

    es ist mit Sicherheit richtig was Du uns in diesem und anderen Foren? schreibst, uns erklärst.

    Herrn Grafe wirst du damit jedoch nicht erreichen. Der wendet sich mit dem Aktionsbündnis und seinen Informationen an die millionenfache Öffentlichkeit und eine auflagenfokussierte Presselandschaft mit dem Versuch der sachlichen und objektiven Darstellung.

    Leider erreichen diese/Deine Informationen auch nicht einmal 90 Prozent der 1,5 Mio Schützen/innen, die in der Lage wären - oder besser - in der Lage sein sollten - der gleichen Öffentlichkeit unseren Schießsport und das Schützenwesen als nicht gewalttätig, nicht mordlüsternd darzustellen.

    Seit Jahren fällt mir auf, dass die Ergebnislisten von Wettkämpfen - egal auf welcher Ebene - einen immer größeren Anteil "nicht angetreten, nicht teilgenommen ..." enthalten.
    Im relativ kleinen Bezirksschützenverband Lüneburg nehmen schon seit Jahren von den fünf RWK-Kreissiegern der fünf Schützenkreise nur zwei oder drei an den Aufstiegswettkämpfen zur Bezirksliga teil.

    Erschreckend hoch ist m. E. auch die "Abstinenzquote" in einigen LM-Wettbewrben des NWDSB: 25% LP Altersklasse, 22% LG Altersklasse, 23% LG Damen/Herren, 38% LP Juniorinnen.

    1.) Ist die seit Jahren zunehmende Anzahl von Sportlern/innen, die Schießsportveranstaltungen trotz Qualifikation, Anmeldung, Ligaordnung usw. dann schlussendlich nicht wahrnehmen nur eine Erscheinung des Nordens, oder ist diese Entwicklung auch andernorts feststellbar?

    2.) Es gibt immer begründete Einzelfälle, die einem Sportler/einer Sportlerin die Wettkampfteilnahme versagen. Ein unbegründetes Fernbleiben von einem geplanten Wettkampf halte ich persönlich insgesamt für
    a) unsportlich gegenüber den übrigen Wettkampfteilnehmern/innen und
    b) unfair gegenüber den Verantwortlichen, Planern und Helfern dieser Schießsportveranstaltungen.
    Müssen wir diese Erscheinung hinnehmen (quasi als weiteren Baustein zum Zerfall des Schießsports) oder gibt es Maßnahmen um diese Entwicklung zu stoppen?

    Im Sinne des Bildungspaketes wären die 15 Euro Jahresbeitrag für Kinder von HartzIV-Empfängern m. E. Leistungswürdig. D. h. dieser Betrag könnte aus dem Bildungspaket gezahlt werden.
    Wird im Verein das Thema Bildungspaket, Leistungen für Kinder von HartzIV-Empfängern, aktiv aufgegriffen oder wartet man Anfragen der möglichen Leistungsempfänger ab?

    Das Bildungspaket und Schützenvereine – Teilhabe am sozialen Leben

    Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales wirbt u.a. auf dessen Homepage zum Thema „Das Bildungspaket“ mit


    „So machen Sie mit:
    Mitmachen ist möglich in den Bereichen Sport, Kultur und Freizeit. Zehn Euro stehen jedem Kind bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres dafür monatlich zur Verfügung - zum Beispiel für die Musikschule, den Fußball- oder Leichtathletikverein, den Kinderzirkus oder die Pfadfinder-Freizeit.

    Besprechen Sie mit Ihrem Kind, was es interessant findet und ausprobieren möchte. Vielleicht gehen seine Freundinnen und Freunde in einen bestimmten Verein? Dann fragen Sie Ihr Kind, ob es dort auch Mitglied werden möchte.

    Erkundigen Sie sich auch in der Schule: Sind den Lehrerinnen und Lehrern im Unterricht besondere Stärken oder Interessen Ihres Kindes aufgefallen?

    Sprechen Sie mit Ihrem Jobcenter (*). Dort bekommen Sie Tipps, wo Ihr Kind mitmachen kann.

    In den Erläuterungen zum Antragsformular wird auf Details hingewiesen, die auch einen Schützenverein involvieren können, wenn sich Kinder/Eltern entschließen, Kinder dort als Mitglieder anzumelden, bzw. sich dort bereits Kinder und Jugendliche als Mitglieder befinden, die Leistungen aus dem Bildungspaket beanspruchen können:


    Teilhabe am sozialen Leben

    Mit dieser Leistung soll es Kindern und Jugendlichen ermöglicht werden, sich in Vereins- und Gemeinschaftsstrukturen zu integrieren und insbesondere Kontakt zu Gleichaltrigen aufzubauen.Die Leistung kann nach Wunsch eingesetzt werden für:•Mitgliedsbeiträge aus den Bereichen Sport, Spiel, Kultur und Geselligkeit (z. B. Fußballverein),•die Teilnahme an Freizeiten (z. B. Pfadfinder, Theaterfreizeit).Als Nachweis kann die Zahlungsaufforderung, der bereits gezahlte Mitgliedsbeitrag oder eine schriftlicheBestätigung des Anbieters/ Vereins über die zu erwartenden Kosten dienen. Ist mit dem Leistungsanbieter nichts anderes vereinbart, wird die Leistung in Form eines Gutscheines erbracht.

    Meine Frage:
    Gibt es Fälle, wo das Bildungspaket in den Schützenvereinen zu Neueintritten geführt hat, bzw. Schützenvereine etwaige Bestätigungen abgegeben haben. Haben neben den Kindern und Jugendlichen auch die Schützenvereine Vorteile aus dem Bildungspaket unter dem Aspekt Mitgliedergewinnung?

    @ sobigrufti,

    das kann dann nur an den evt. vorhandenen regionalen Besonderheiten liegen. Insgesamt wird die positive Entwicklung bei den Fußballern vom steigenden Interesse am Frauen-/Mädchenfußball getragen.

    Genaueres können evt die Mitgliederzahlen des DFB auf dessen HP aussagen. Dort sind die Auswertungen differenziert dargestellt.

    VG
    Wilhelm

    Hallo zusammen,
    Wie versprochen, habe ich jetzt die Umfrageergebnisse beigefügt.
    Daraus ist zu erkennen, dass die zwei Säulen/Fundamente des Schützenwesens immer noch tragen, auch bei der heutigen Jugend: Sport und Gemeinsamkeit/Geselligkeit.

    Die Reaktion der Teilnehmer/innen wirkt sogar noch nach. Einige haben sich weitere Gedanken gemacht, was auf dem Fragebogen gefehlt hat, was sie vergessen haben mitzuteilen. Das kommt jetzt per Email, Chat in Facebook oder per Telefon.

    Ich hoffe, es geht so weiter und die Kids sind motiviert genug, an den aufgezeigten Zielen weiter zu arbeiten.

    VG
    Wilhelm

    @ sobigrufti
    „Ansonsten eine sehr interessante Statistik die aber im Fußball wesentlich gravierender aussieht. Dort bricht die Jugend mehr weg“


    Es stimmt leider nicht, dass es beim Fußball ebenso schlecht aussieht wie bei uns Schützen. Im Gegenteil, die Fußballer haben von Ende 2005 bis Ende 2009 über 400 Tsd. Mitglieder dazugewonnen, wir haben in diesem Zeitraum 57 Tsd. Mitglieder verloren. Schau Dir bitte die beigefügten Zahlen des DOSB an, der eine etwas andere altersmäßige Mitgliederaufteilung hat.

    Die Werte sind aber vergleichbar und zeigen, dass im alter bis einschließlich 18 Jahre wir 15% in den vier ausgewerteten Jahren verloren haben. Die Fußballer, insbesondere die Fußballerinnen haben 9% Mitgliederwachstum zu verzeichnen, was dazu führt, dass der Anteil der Erwachsenen im DFB im Vergleich zu den Jugendlichen abnimmt auf unter 65%.
    Wir Schützen erhöhen unsere „Erwachsenquote“ einige sprechen von „Greisenquote“ auf fast 90%.

    VG
    Wilhelm

    @ dingo
    Ich denke schon, dass man scheinbar unterschiedliche Werte gegenüberstellen kann – auch Medaillenausbeute und Mitgliederbestand. Es kommt dabei nur auf die Rückschlüsse auf die Ergebnisse an und welche Aussage damit untermauert werden kann bzw. welche Erkenntnisse daraus gewonnen werden.

    Diese Auswertung rüttelt nicht an der Vormachtstellung des BSSB gegenüber allen anderen Landesverbänden. Sie zeigt aber auch, dass schießsportliche Spitzenleistungen auch im übrigen Bundesgebiet möglich sind.

    VG
    Wilhelm

    @ sobigrufti
    Nein, es sind in der Auswertung nicht alle Medaillen von Deutschen Meisterschaften im Schießsport berücksichtigt. Z. B. fehlen VL, Bogen und SoBi. In der zitierten Statistik sind die in München ausgegebenen Medaillen eingeflossen.

    Vielen Dank für die SoBi-Übersicht. Hast Du die vielleicht auch noch für vergangene Jahre?

    Wenn die gewonnenen Medaillen bei der DM in München 2010 dem Mitgliederbestand vom 31.12.2009 zugeordnet werden, liegt nicht der BSSB in Front, sondern Brandenburg. Während die Brandenburger durchschnittlich nur 402 Mitglieder brauchten um eine Medaille zu gewinnen, waren bei den bayerischen Sportschützen auf Platz 13 diese Auswertung 2583 Mitglieder erforderlich. Das sportliche Schlusslicht bildet der NWDSB, der statistisch knapp 12.000 Mitglieder für eine DM-Medaille benötigte.

    Die Anzahl der gewonnenen Medaillen ist deshalb noch lange kein Gradmesser für die Effizienz der schießsportlichen Bemühungen um Spitzenleistungen.

    @ zebo
    nein, die Mehrfachmitgliedschaften sind nicht bereinigt. Es gibt m. W. auch keine Erhebung, die feststellt, wieviele Mehfachmitgliedschaften existieren. Es gibt auch keine gesonderte Erhebung hinsichtlich Bogenschützen und Kugelschützen.

    Carcano
    vielen Dank für den Fehlerhinweis, aber dann muss der Wert auch in der Vorlage des DSB korrigiert werden.

    Wenn man die Anzahl der gewonnenen Medaillen durch die Zahl der Mitglieder teilt, sagt dies etwas über die sportliche Leistungsstärke eines Landesverbandes aus. Die Medaillenstatistik würde ich dazu gerne einarbeiten. Danach dürfte der BSSB nicht auf Platz eins liegen.

    Mitgliederentwicklungen

    Der Deutsche Schützenbund hat seine Mitgliederentwicklung mit den Zahlen per 31.12.2010 aktualisiert Mitglieder des DSB - Deutscher Schützenbund e.V.

    Mit einem Minus von 23.522 Mitgliedern (-1,63%) gegenüber dem Vorjahr ist es das schlechteste Ergebnis in der Geschichte des DSB. Der seit 1997 bestehende Negativtrend setzt sich somit beschleunigt fort.

    Nur der Landesverband Sachsen konnte mit einem Plus von 15 Mitgliedern 0,1% im Mitgliederbestand zulegen – nicht viel aber mit Sicherheit positiv, weil es zeigt, dass entgegen allen negativen Begleiterscheinungen um unser Schützenwesen, es möglich ist, aus dieser Situation herauszukommen.

    Welche Gründe für diese positive Entwicklung sorgten, kann aus den Zahlen so nicht herausgelesen werden. Vielleicht gibt es unter uns ja jemand, der das erklären kann, ebenso die Gründe für den außergewöhnlich hohen Mitgliederverlust 2010
    des NSSV (-6.398/-3,48%) und des WSV (-2.616/-2,99%)?

    1. Schritt
    9.10.1.3 Zielmittel
    Zielmittel sind gemäß SpO Teil 1 (Gewehr) erlaubt. Senioren B und C dürfen Diopter
    mit Linsen / Linsensystemen verwenden. Das System muß als solches
    gekennzeichnet sein. Fernrohre udgl. sind nicht zugelassen.


    2. Schritt
    1.0.3.6.1.2. Visierung
    Korrekturlinsen und Zielfernrohre dürfen nicht an der Waffe angebracht sein.Der Schütze darf Korrekturgläser (Brille, Schießbrille) tragen. Jede Visiereinrichtung, die weder Linse noch ein Linsensystem enthält, ist erlaubt. Lichtfilter (Farbfilter) dürfen am Korn oder am diopter montiert sein.
    sh Gewehrtabelle, Spaltenüberschrift "Visierhilfe, Zielhilfsmittel"
    ***) = ab dem 46 Lebensjahr dürfen optische Zielhilfsmittel gemäß Regel 0.5.4.1 verwendet werden.


    3. Schritt
    Allgemeiner Teil
    0.5.4. Zielhilfsmittel
    0.5.4.1. Die Verwendung eines optischen Zielhilfsmittels bis 1,5 fache Vergrößerung ist ab dem 46. Lebensjahr gestattet. Farbgläser dürfen verwendet werden.
    0.5.4.2. Eine optische Hilfe darf entweder im Diopter oder im Korntunnel angebracht sein.
    0.5.4.3. Das Anbringen des eigenen Brillenglases im/am Diopter / Korntunnel oder anderer optischer Hilfsmittel an der Waffe ist nicht gestattet.


    Ich glaube, da fehlt noch eine detailliertere Beschreibung und die Begrenzung auf die 0,75dpt.
    Wo geht es zur 4. Stufe der Erklärung?

    Das muss doch wohl herauszufinden sein?

    Ich gehe jetzt wieder in den Garten
    :)

    @ red gecko

    Nein, ich habe nichts mehr darüber gehört.

    Bei uns ist es durch die seit 2004 stattfindenden Biathlonveranstaltungen (indoor und outdoor) dazu gekommen, dass viele Kinder/Jugendliche sich und uns fragen, wie es denn jetzt weiter geht.

    Eine Lösung bietet der KKSV Wendisch Evern, für den ich vor zwei Wochen drei Sommerbiathlon-LG bestellt habe. Über 30 Kinder sind mittlerweile im Training mit dem Licht- und Luftgewehr. Es geht jetzt also los bzw. weiter mit dem SoBi. Darauf freuen sich nicht nur die Sportler/innen.

    Ein wenig schwierig ist hier die Funktionärszuordnung. Nachdem wir den Referenten für SoBi im NWDSB als Starthelfer eingeladen hatten, wurd uns erklärt, dass SoBi unter Breitensport fällt, wir sozusagen den falschen Fachmann bei uns hatten. Was will ich damit sagen? Sommerbiathlon, eine DSB-Disziplin ist bei den Funktionären und im Verbandswesen, zumindest im NWDSB noch nicht richtig angekommen.

    Hallo zusammen

    Seit acht Wochen bin ich Kreisjugendsportleiter, nachdem zuvor die vorherige Jugendsportleiterin ihre Aufgabe abgeben wollte. Konsequenz wäre gewesen, dass der Schützenkreis keine personell besetzte Kreisjugendsportleitung gehabt hätte.

    Ausschlaggebend für die Übernahme dieser Aufgabe war die Frage, wie geht es dann mit den rund 70 Kindern in fünf neuen Kinderabteilungen weiter, die wir im vorwaffenrechtlichen Alter über das Lichtschießen für unseren Sport begeistern konnten und die jetzt ins waffenrechtliche Alter hineinwachsen bzw. dort schon angekommen sind.

    Es ist gelungen, die bisherigen Jugendleiter für eine gemeinsame Arbeit im Team zu gewinnen. In einem ersten Teamgespräch wurde die Frage behandelt, welche Ziele unsere Jugendarbeit haben soll. Weil es unterschiedliche Ansätze gab und letztendlich auch noch keine Jugendsprecher für die Zielfindung dabei waren, haben wir mit einem Fragebogen versucht, die Wünsche und Anregungen auf dem jüngst stattgefundenen Kreisjugendtag abzufragen.

    Der Fragebogen ist u. E. nicht besonders strukturiert gewesen und mehr das Ergebnis eines Brain-Storming während der Zugfahrt von Lüneburg nach Hamburg und zurück.

    Das Ergebnis aus der Benotung der Einzelfragen mit Schulnoten hat jedoch ein klares Votum ergeben.

    Die Frage an alle:

    Wer hat ebenfalls Erfahrungen mit Fragebogenaktionen gesammelt?
    Wie verlässlich sind solche Ergebnisse bei der späteren Umsetzung?
    Welche Fragen könnten noch gestellt/anders gestellt werden?

    Die bisherigen Ergebnisse/Antworten werde ich nachreichen.