Da mir der Einblick in andere Landesteile fehlt, kann ich nur von der bayrischen Warte aus folgendes feststellen: Rückblickend kann ich 2 Peaks (Höhepunkte; Anmerkung für meinen Fanclub) in der jüngeren Geschichte der Schützenvereine ausmachen.
In den 1900-1920er Jahren gab es eine große Anzahl an Gründungen von Vereinen und nochmal in den 1970er Jahren.
Das zeigt sich manchmal darin, dass sogar mehr Personen sich zur Wahl stellten, als Ämter verfügbar waren.
Doch jetzt, 50 Jahre später ebbt diese Generation aus dem aktiven Dienst ab. Es war ihnen nicht nicht möglich oder wollten nicht (Zusammen mit der wirtschaftlichen und demographischen Entwicklung z.b. 3 Schicht-Arbeit; Rückgang der Geburtenzahlen) für kontinuierliche Neuaufnahmen sorgen.
Das Debakel ist nun zweigestaltig:
- Man hat sich als Verein als "groß" und "stark" in Erinnerung. Leider nur in der Erinnerung - nicht in "Actu" (d.h. im Jetzt)
- Aus fehlendem Ersten folgt konsequenterweise gerade nicht Zweites: Man tut sich als Vereine zusammen.
Würde man Stolz und >>Öffentliches Ansehen<< (Was ist das eigentlich?) beiseite legen, ergäben sich folgende Optionen:
Durch das Zusammenlegen kommen die verstreut agierenden >>Noch-Engagierten<< zusammen. d.h. wo der Einzelne gegen Windmühlen kämpfte, kann so nun wieder etwas bewirkt werden. Es bilden sich folglich Zentren die, obwohl sie weniger an der Zahl sind, mehr Erfolg haben, als jeder für sich.
Mehr aktives Leben, zieht auch wieder mehr Interessierte an. Vor allem bei den wachsenden Ballungszentren.
Die Frage nach den Vereinseigenen Gebäuden ist je nach Situation zu klären, da sind die Gegebenheiten zu unterschiedlich.
Wird soetwas unterlassen, ergibt sich folgendes:
Die verwalterische Arbeit wird ja, obwohl weniger Schießbetrieb, nicht weniger. Nur die Spartenleiter können weniger werden, da der einzelne die zurückgehende Zahl an Personen auch allein (oder nur mehr zu zweit, zu dritt) betreuen kann.
In der Fläche betrachtet verbringen also zuviele Personen mit Verwaltungstätigkeiten Ehrenamtszeit, wo der Anteil der Spartenleiter zurückgeht.
Gleiches sehen wir im Moment zwangsweise bei den Kirchen. Sie müssen die Pfarreien zwangsweise zusammenlegen, denn es gibt einfach nicht mehr genug Pfarrer, die auch Leitungsaufgaben übernehmen können.
Ein "Weiter so" kann ich einfach nicht mehr für gut heißen.
mfsg daniel