Moin Matthias,
Du wirst mit Deinem Griff noch ein zwei Jahre experimentieren können und kein brauchbares Ergebnis bekommen.
Jede Hand ist anders. Einige Hände sind ähnlich aber nicht gleich. Du kannst es Dir vorstellen wie bei Deinem Autositz. Wenn Du Dich ins Auto setzt merkst Du sofort wenn jemand den verstellt hat. Egal ob Höhe, Neigung oder weiter vor oder zurück,.....
Es gibt einige Parameter, die bei einem Griff passen müssen und die sich nur bedingt durch Drehen und sonstige Einstellmöglichkeiten erreichen lassen.
Bei einem Maßgriff vom Rink bin ich im Augenblick etwas zwiegespalten. Ich hatte kürzlich 2 Stück zur Bearbeitung bei mir und beide hatten grobe Anpassungsfehler. Das Problem ist denke ich zum einen dass der Schütze dem Griffmacher ein Feedback geben können muss. Das bedeutet wo drückt es wo ziehlt der Griff (mit Waffe) hin ....etc.... Das größte Problem ist aber auch, dass man oft beim Anpassen eines Griffes nicht Probe schiessen kann. Da würden sich viele Dinge gleich zeigen. Also beim Thema Rink Griff auf Maß bin ich zwiegespalten.
Sinnvoller finde ich den Weg einen Griff mit Schleifen und Spachteln anzupassen, und den dann (bitte möglichst exakt) kopieren zu lassen. Hierbei kann es trotzdem Einschränkungen geben mit der Griffaufnahme, weil diese vielleicht (je nach Waffenmodell) nicht mehr in den Griff passt.
Achtung manches folgende ist Lehrbuchmeinung und durchaus berechtigt, im Einzelfall kann es trotzdem bei einigen Schützen nicht zutreffen.
Worauf solltest Du achten:
1. Dein Züngel sollte so eingestellt sein, dass am Druckpunkt der Auslösefinger ca. 90 Grad zum Lauf steht.
2. Die Mittelglieder Deiner 3 Haltefinger sollten mittig unter dem Lauf liegen.
3. Wenn obige Punkte passen geht es an das Überprüfen, ob das Korn mittig steht wenn Du die Waffe hoch nimmst.
Steht das Züngel nicht richtig gibt es bevorzugte Schussrichtungen. Und die nicht ganz gleichmäßig.
Ist die Fingerlage nicht korrekt (Punkt 2) kann es nach rechts oder links gehen oder gar wechselweise in beide Richtungen.
Steht das Korn nicht mittig (punkt 3) sind "freihändige" Korrekturen notwendig, die dann meist zu stark oder zu schwach ausfallen. Gern das Problem gar verstärken.
Tja,..... eigentlich sind es nur 3 Punkte die zu berücksichtigen sind. Aber es gibt mindestens 20 verschiedene Parameter wie man das ganze erreichen kann.
Man kann den Griff voluminöser oder schlanker machen, mit der Handballenauflage spielen.
Ziel sollte an sich sein, dass der Griff Spannungsfrei gehalten werden kann mit leichtem bis mäßigem Kraftaufwand und dass quasi keine Korrekturen zu machen sind wenn man sich vorher richtig positioniert hat. Da unterscheidet sich Pistolen schiessen in keinster Weise vom Gewehr schiessen. Die Position muss passen dann passt auch der restliche Anschlag.
Was mir helfen könnte zu Beurteilen wo die Probleme bei Deinem Griff liegen wären Schussbilder. Immer so 10 bis 20 Schuss auf eine Scheibe. Aus den Wolken oder den Schrotschüssen kann ich zumindest einige Problemstellen identifizieren und Dir Hinweise geben wonach Du schauen solltest.
Weiterhin Bilder von Deinem Griff mit der Hand drin von vorn, von der Seite und von hinten.
Aus welcher Ecke kommst Du ?? Ich meine Du hättest da was geschrieben, weiss aber nicht in welchem Thread.
Ich bin beruflich bundesweit unterwegs und vielleicht ergibt sich die Möglichkeit mal über Deinen Griff zuschauen. Oder Du wagst einen Ausflug in die Gegend von Hameln und wir nehmen uns Deines Griffes an. Zwischen 1,5 und 5 h incl. Probeschiessen muss man allerdings rechnen bis wir ein vernünftiges Ergebnis erhalten.
Ich hoffe, ich habe Dich nicht zu sehr verwirrt...
Matze