Hallo!
Unser Verein stand vor 2-3 Jahren auch vor der Sache des Lichtgewehr-Kaufs. Ich habe mir dann diverse System damals bei der DM in München mal angeschaut und erklären lassen. Vor allem Disag/Feinwerkbau mit RedDot und IROSA standen im Vordergrund. Röhm / Walther fiel leider direkt raus, da diese (zum damaligen Zeitpunkt, wie es heute ist, weiß ich nicht genau), keinen Simulator für eine Nähe zum normalen LG-Schießen mit sich brachten.
Das System von Disag/Feinwerkbau wurde damals gerade erst vorgestellt/eingeführt. IROSA war bereits eine Weile auf dem Markt. Ich habe mir beide System nur kurz angeschaut und mal ein wenig erklären lassen.
Persönlich denke ich, dass beide System in etwa das gleiche hergeben, sich nicht viel unterscheiden. Der große Unterschied ist jedoch der Preis (RedDot ca. 900-1000€ und IROSA rund 1800€ - jeweils ohne Computer/Laptop). Für eine IROSA-Anlage kann man also annähernd zwei Disag-Anlagen kaufen. Hinzu kommt, dass das Disag mit dem Feinwerkbau das leichtere und somit gerade im Jugendbereich bessere Gewehr hat - meiner Ansicht nach. Hinzu kommt, dass es einfach gestaltet ist und dennoch alles wichtige hat. Klar, hat das IROSA auch, aber zu einem wesentlich höheren Preis.
Man hat sich dann letztlich für den Kauf zweier Disag-Anlagen entschieden.
Nun kamen im vergangenen Sommer vermehrt Probleme an beiden Gewehren auf. Diese hingen mit dem Laser bzw. dem Spannen und Abziehen zusammen. Ich habe also das eine Gewehr gepackt und mit zur DM genommen. Da es sich für mich um ein Problem des Gewehrs handelte, habe ich es bei Feinwerkbau abgeben wollen. Dort erklärte ich mein Problem und man sagte mir, dass das von der Software her komme und ich bei Disag anfragen müsste. Okay, ist ja in München alles vorhanden. Bei Disag dann das Problem wieder erklärt. Sofort eine kompetente Antwort erhalten woran es liegt, dass sich der "Schuss" oftmals schon direkt nach dem Spannen löst (ohne abzuziehen) bzw., wieso viele "Schüsse" sich erst gar nicht lösen oder gar nicht im Ziel ankommen. Schlussendlich sei dies aber kein Problem der Software, sondern des Gewehrs. Man schickte mich retour zu Feinwerkbau. Dort dann sofort wiedererkannt worden. Die Erklärung von Disag abgegeben. Das Gewehr wurde dann in die Werkstatt mitgenommen und nach kurzer Zeit sagte man mir, man habe eine Idee woran es liegt - aber es liege nicht an der Sache, die Disag genannt hat. Ich sollte das Gewehr nach ein ein bis zwei Stunden wieder abholen. Als ich dann wieder bei Disag vorbei gelaufen bin, fragte mich der Chef persönlich, ob Feinwerkbau es repariert hätte. Dies musste ich verneinen, woraufhin er selbst zu Feinwerkbau ging. Kam nach 10 Minuten wieder und sagte mir, dass sie jetzt das reparieren, was er ihnen sagte.
Das Ende war dann: sie haben dieses Problem behoben und seitdem funktionieren die Gewehre wieder einwandfrei. Übrigens war das Problem, dass die Gewehre nach vorne gespannt werden. Damit der Spannheben bei der Schussabgabe nicht nach hinten schnellen kann, wurden bei den ersten Bauserien dort Gummistopfen verbaut. Wenn man nun versehentlich nach hinten spannt, brechen diese Gummistopfen mit der Zeit. Ersetzt man diese durch einen Kunststoffstift bzw. eine Kunststoffschraube, kann es nicht mehr passieren.
Was ich damit sagen will: Der Service bei Feinwerkbau lässt zu wünschen übrig. Sie kümmern sich zwar drum, aber sind nicht ganz unglücklich, wenn man mit dem Gewehr zu Disag geht und es dort machen lässt. Disag kennt sich gut mit seinem System und den potentiellen Fehlern aus. Allerdings hat Disag nicht das 100%ige Know-How für die Reperatur/den Umbau von Gewehren. Daher muss man meist schon beide Hersteller aufsuchen - so zumindest in München bei der DM. Wenn man das System einschickt, wird dies in der Firma vermutlich anders sein. Aber der Service bei Disag an sich ist sehr gut.
Ich kann allen die RedDot-System nur empfehlen. Allerdings sollte man darauf achten, wenn man sich Angebote einholt, von wem man das System kauft. Von Feinwerkbau kann das System nämlich günstiger sein als von Disag bzw. andersherum. Das ist von Händler zu Händler unterschiedlich.
Zur Genauigkeit des RedDot: Es könnte genauer sein. Aber gerade im Bereich der Jugendlichen /der Heranführung von Jugendlichen an den Schießsport (6-8Jahre) oder auch mal zu "Tag-der-offenen-Tür"-Veranstaltungen ist das System bestens geeignet. Wenn alle auf solchen Systemen Schießen, dann ist die Fehllerrate wohl auch gleich null, da kein Vergleich mit anderen Systemen bzw. normalen LG's besteht. Eine Vermischung verschiedenen Systeme oder gar mit normalen LG's sollte gut überdacht und vorher geprüft sein.
Ein wichtiger Punkt soll noch erwähnt werden: Der Laser ist vorne in der "Laufmündung" verbaut. Dort ist dann auch die Batterie drin. Wenn diese leer ist, so muss man den Laser herausnehmen, Batterie wechseln und wieder einbauen. Jedes mal verstellt sich hierbei leider der Laser. Und die Einstellung des Lasers benötigt Fingerspitzengefühl sowie Erfahrung und meistens muss man dafür sogar mit zwei Personen sein. So sind hierzu meine Erfahrungen. Zur (groben) Einstellung des Lasers hat man vor jeweils rechts/links bzw. hoch/tief eine Madenschraube verbaut. Hier muss man dann Einstellen. Ich Empfehle eine grobe Einstellung bis man auf der "Karte", also im Ziel, ist und dann per Diopter die Feinjustierung.
Ich hoffe, ich konnte ein wenig Helfen für die Zukunft.
Beste Grüße