Beiträge von Califax

    @Carcano


    In der Regel unterschreiben bei uns Vater oder Mutter; höchst selten mal beide zusammen. Müsste man da eigentlich auf die Unterschrift beider Elternteile bestehen oder reicht im Zweifelsfall die Zustimmung eines Teiles auch aus?

    Die Frage würde ich auch gerne von jemandem mit mehr juristischem Fachwissen als mir beantwortet haben:

    Zitat von WaffG § 27

    ... gestattet werden, wenn der Sorgeberechtigte schriftlich sein Einverständnis erklärt hat oder beim Schießen anwesend ist. Die verantwortlichen Aufsichtspersonen haben die schriftlichen Einverständniserklärungen der Sorgeberechtigten vor der Aufnahme des Schießens entgegenzunehmen und während des Schießens aufzubewahren.

    Bezieht sich der Plural der Sorgeberechtigten auf den Plural der anwesenden jugendlichen Schützen?

    Zitat von Felix

    Die ist nicht mehr aktuell- KK ist inzwischen auch bis 18 Jahre aufsichtspfllichtig!

    Das stimmt nicht. In der aktuellen Version des §27 WaffG steht immer noch drin:


    Zitat von WaffG

    Der in Satz 1 genannten besonderen Obhut bedarf es nicht beim Schießen durch Jugendliche mit Waffen nach Anlage 2 Abschnitt 2 Unterabschnitt 2 Nr. 1.1 und 1.2 und nicht beim Schießen mit sonstigen Schusswaffen durch Jugendliche, die das 16. Lebensjahr vollendet haben.

    wie hoch wär das Limit hier?

    Beispiel Ausschreibung


    Teilnahmevoraussetzungen:
    - Abgeschlossene Trainer C Leistungssport Ausbildung (bzw. vormals Fachübungsleiter) oder Nationalkaderschütze/in
    - mindestens 2-jährige Tätigkeit als Trainer C
    - Nachweis der eigenen sportlichen Leistung oder mehrjährige Trainererfahrung im Landesverband, Bezirk oder Kreis. Die sportliche Leistung wird durch mindestens 1 Qualifikation zur LM innerhalb der letzten 3 Jahren in den Disziplinen LG,KK Dreistellung, LP,FP,OSP,SpoPi nachgewiesen.
    - Nachweis einer Trainingsgruppe


    OK, das ist nicht wirklich schwer zu schaffen, aber trotzdem eine kleine Hürde.

    Muss man in Deutschland für die Trainerausbildung schießen können?
    In Österreich ist das mit Limits nachzuweisen.

    Erst ab B-Lizenz.

    Und das ist IMHO auch gut so.
    Natürlich ist es absolut nützlich und keinesfalls von Schaden, wenn der Trainer die von ihm vermittelten Disziplinen auch selbst gut beherrscht.
    Ist aber nicht unbedingt die Voraussetzung, um ein guter Lehrer zu sein.
    Da zählt mehr das Auge und die Erfahrung. und das (eher theoretische, technische) Wissen.
    Ein Buchkritiker muß ja auch nicht erst einen Bestseller geschrieben haben, um in der Zeitung seine Meinung über andere Autoren veröffentlichen zu dürfen.

    Ok.
    Wir sind also alle nicht zufrieden, was dies angeht.

    Bringt es was, hier Verbesserungsvorschläge zu erarbeiten und zusammenzufassen?
    Vielleicht ja.

    Ich würde mir wünschen, den angehenden Trainern einen jeweils passenden "Werkzeugkasten" zu vermitteln:

    - Technikleitbilder und wie man die optimal vermittelt. Das A und das O. Und nicht nur Lupi statisch und Luftgewehr stehend.
    - Wie paßt man die Waffen an den Schützen an
    - Notfallpsychologie: Wie bekomme ich einen Sportler in 5 Minuten wieder halbwegs fit?
    - Jeden-Tags-Psychologie: Wie motiviere ich auf lange Sicht?
    - Jede Menge Schießspiele, die dies oder jenes trainieren

    Und dieses ganze Gedöns über Doping und Kindesmißbrauch ... Ersteres ist erst ab Leistungssportniveau relevant, letzteres kann man in 5 Minuten zusammenfassen. Wir sind ja keine Schwimmtrainer und nach dem Schießtraining habe ich auch noch nie jemanden im Vereinsheim duschen sehen. Wo auch?

    Dann vielleicht noch ein paar Grundlagen zur optimalen Mannschaftsbildung (aus verschiedenen Gesichtspunkten)
    Dann ggf. noch ein klein wenig "über den Tellerrand blicken". Aber das können viele der Ausbilder selber nicht.

    Grundsätzlich bin ich für eine verschlankte, aber intensivierte Grundausbildung
    und dann noch jede Menge fakultativer Angebote zu relevanten Themen (Zielweganalysesysteme, Statistik, Ligasystem, Förderungen abfassen, ...) - aber erst nach der Grundausbildung.

    Um einen Lizenzlehrgang als Trainer C Basis (Gewehr+Pistole) zu beantragen, muß der Aspirant:

    - einen Ersthelferkurs machen (nämlich eine 1.-Hilfe-Ausbildung von 9 Stunden)
    - sachkundig sein (ok, das sollte man wirklich voraussetzen)
    - einen Lehrgang Schießsportleiter absolviert haben
    - noch zusätzlich einen JuBali-Lehrgang besuchen, um auch Kinder und Jugendliche trainieren zu dürfen
    - und noch vorher einen allgemeinen Lehrgang beim Landessportbund ablegen.

    Hab ich noch was vergessen?

    Und dann willst du noch zusätzliche Pflichthospitationsstunden einführen?
    Na danke!

    Wer die Trainertätigkeit wirklich ernst nimmt, wird sich sowieso eine Menge Knoff-Hoff von erfahrenen Kollegen abschauen müssen.
    Bei uns hat man dazu bei den sogenannten Kaderlehrgängen, die immer in den Ferien stattfinden, eine gute Möglichkeit.

    Der Ansatz, den du hast, der ist ja nicht falsch.
    Ist wie mit dem Autofahren: Wer frisch seine Fahrerlaubnis in der Tasche hat, ist noch lange nicht automatisch ein guter Fahrer.
    Können kommt mit Erfahrung.

    Allerdings muß ich sagen, erst die Trainer-C-Leistungssport-Ausbildung mir wirklich bezüglich Technik (Technikleitbilder, Auswertung...) was gebracht hat!

    Frage: welche Eigenschaften machen für Dich die Qualität eines DSB-Landesverbandes aus?

    Wie er mit seinen Mitgliedern, also den einzelnen Schützen, umgeht.
    In jeder Hinsicht.
    Und das ist bei uns menschlich. Nicht bürokratisch.
    Sicher nicht immer perfekt. Aber das liegt in der o.g. menschlichen Natur.

    Manchmal bin ich wirklich heilfroh, im sicher nicht reichsten, aber bestimmt einem der besten DSB-Landesverbände organisiert zu sein.
    Und nein, ich wohne nicht in Nord- und auch nicht in Westdeutschland.

    So könnt ich beim Eintragen einer alten Flobertbüchse z.B. Kaliber 9mm Doppelschrot oder 6mm Flober (wie man sie früher bei Neckermann bestellen konnte) in meine gelbe WBK Probleme bekommen, weil es dafür keine Disziplin gibt.

    Bei einer Gelben WBK, die nach dem aktuellen WaffG ausgestellt wurde, auf jeden Fall. Kein Flobert, kein Doppelschrot, es sei denn, du findest irgendwas Passendes auf Liste B (egal, welcher Landesverband) oder in der Sportordnung eines anderen anerkannten Verbandes.
    Bei einer alten WBK ist es eben nicht so, solange sie nicht auf "neu" umgerubelt wurde. Meinen zumindest manche Juristen.

    Ich glaube nicht, daß in den meisten (Breitensport-) Disziplinen des Schießsports Frauen wirklich benachteiligt gegenüber Männern sind.
    Das mag in der dünnen Luft der Olympiateilnhmer anders sein, da dort wirklich geringste Unterschiede in der Fitness extreme Auswirkungen haben können.

    Allerdings sind im Schießsport mehr Männer als Frauen zu Gange, was allein durch die Statistik bedingt bei den männlichen Teilnehmern für höhere Spitzenleistungen sorgt. Das mag vielleicht u.a. am eher beiden Männern vorkommenden Technikinteresse liegen. Für viele Frauen ist die Sportwaffe so interessant wie ein Staubsauger: Hauptsache, das Ding tut seine Arbeit gut. Wieso? Weshalb? Warum? Ach, dafür gibt es doch die Männer. Z.B. Papa.

    Dadurch, daß Frauen eigene Wertungsklassen haben, sind sie natürlich allein durch die geringere Konkurrenz bevorzugt.
    Ich trainiere lieber Mädchen. Die sind i.d.R. zielstrebig - und sportliche Erfolge sind leichter einfahrbar. (Weniger Konkurrenz = niedrigere Limits)
    Aber man muß nehmen, was kommt. Das sind meistens Jungs. Manche wissen über (historische) Waffen mehr als ich. Männer (wollen sie mal werden) eben.