Beiträge von ottokar

    Die mech. Abzüge brauchen etwas Spiel um sicher zu funktionieren. Den Triggerstop unmittelbar auf den Punkt das Auslösens zu legen kann zu Fehlfunktionen des Abzugs führen.

    Mit langem Nachweg zu schießen geht auch, allerdings darf man dann nicht wie ein Ochse am Abzug ziehen. Wenn man mit Schmackes auf den Triggerstop knallt ist auch nichts gewonnen. Ich komme am besten mit einem sehr kurzen Nachweg zurecht, so dass der Abzug sanft angehalten wird.

    Richtiges Abziehen ist das a und o. Da wirkt auch der Triggerstop keine Wunder.

    Eine feine Pistole hast du da. Großartiges Stück! Ich hatte immer mit mir gerungen, ob ich mir so eine hole. Letztendlich habe ich seinerzeit bei Hege eine Baumkircher erstanden, mit der ich aber nie so richtig warm geworden bin. Die ist recht leicht und zierlich.

    Ich bin halt an meine Mang gewöhnt, da hat man richtig was in der Hand. :) Pedersoli hat auch gerade eine neue Unterhammer draußen...

    Wir entfernen uns vom Thema, deshalb mein letzter Post zur 65 in diesem Thread:

    Die Limits zur DM geben eine gute Richtung vor https://www.dsb.de/fileadmin/_hor…G-P-F-A-LS-.pdf

    Ich finde einen Schnitt von 9,5 oder höher über die ganze Saison ein exzellentes Ergebnis. Nicht im Training, sondern über alle Meisterschaften, Ligawettkämpfe und Pokalschießen gemittelt. Auf eine gleichmäßig hohe Leistung kommt es an. Einmal im Jahr (oder im Schützenleben) hat man immer mal einen Lauf und reißt die 380+. Das schaffen aber nur wenige konstant. Von denen kannst du lernen.

    Wenn ihr da jemanden habt, der als Einsteiger mit einer 65 mühelos 375 schießt, dann solltet ihr ihn nach Kräften fördern. Der hat dann Talent.

    Quattro

    Mal ganz emotionslos zusammengefasst: Du hattest geschrieben, dass die beiden ihr höchstes Ergebnis mit einer 65 geschossen haben. Deine Schlussfolgerung, dass auch ohne moderne Technik top Ergebnisse möglich sind halte ich aber für nicht zulässig.

    Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit hätten sie vor 30 Jahren noch höhere Resultate erreicht, wenn sie die damals zeitgemäßen CO2 Pistolen oder Vorkomprimierer eingesetzt hätten. Wenn ein unbedarfter diese wundersamen Dinge über die 65 liest (Schüsse reinschlenzen usw.), dann könnten er oder sie noch auf die Idee kommen, eine 65 sei 2019 noch wettbewerbsfähig. Dem ist nicht so. Und selbstverständlich wird derselbe Schütze mit einer modernen LP leichter höhere Ergebnisse schießen als mit einer 65.

    @Quattro

    Die Ergebnisse in der Breite sind mit dem technologischen Fortschritt besser geworden. Die 65 rumpelt ordentlich beim schießen, es sei denn du hast Hände wie ein Schraubstock. So ein extrem fester Griff bringt aber andere Nachteile. Selbst Maßgriff oder der berühmte Linbrunner Abzug lassen dich mit einer 65er in Wettkämpfen alt aussehen. Damit lernst du auch nichts besser als mit einer modernen LP und einen Schuss am Abzug verdrücken geht auch wunderbar mit Pressluft.

    Die Schützen waren möglicherweise einfach 40 Jahre jünger als heute :) Stell dir mal selbst die Frage, warum sollte ein Schütze Material verwenden, mit dem er weniger Ringe erzielt? Das ist absurd. Sowas höre ich nur am Stammtisch und nie auf Wettkämpfen.

    Wenn ich an meiner LP den Absorber stillege, dann lässt sie sich deutlich schwerer schießen. Dann sieht beim Schuss alles gut aus und es ist trotzdem nur eine knappe 9 oder gar eine 8. Ich denke, dass man dann bzgl. Technik alles noch besser machen muss. Das kostet dann ggf. Ringe.

    Der Absorber muss natürlich richtig justiert sein, sonst bringt er nichts.

    Bei der KK Pistole suche ich Munition, die 1. gut zusammenhält und 2. einen möglichst geringen Impuls hat (wegen dem Springen) und 3. funktionssicher ist. Springen ist da auch ein Thema, gerade in den Zeitserien der Standardpistole. Die freie schieße ich auch besser mit weniger Kick.

    Das mit dem Dias ist so eine Sache. Ich schieße LP. Da habe ich letztens mal ein paar Schüsse durch den Chronographen abgegeben.

    Meine bisherige Sorte, H&N Finale Match Pistole hatte zw. 20 gemessenen Schüssen eine max. Differenz von ca. 3m/s und schießt sich freihand 1a. Ist leider nicht mehr im Programm. Die konnte ich immer blind kaufen. War das Geld wert.

    Der Nachfolger Finale Match light hatte eine Differenz von ca. 6m/s und die Geschwindigkeit lag allgemein um die 15m/s unter der FM Pistol. Ist nicht schlimm, lässt sich bei Pressluft ja leicht justieren. Die Pistole schießt sich damit eher suboptimal (=ungewohnt). Manch eine sicher geglaubte 10 ist nur gerade so ne 9. Die gleichen Chonywerte messe ich auch mit mittelpreisigen Dias. Zumindest die Charge meiner Testdose taugt für mich so semi. Muss evtl. die Waffe darauf justieren.

    R10 leicht haben eine Differenz von bis zu 8m/s und liegen ca. 7m/s unter der FM Pistol. Freihand schießen sie sich aber schöner/gewohnter als die FM light. Gruppieren gut und Treffer/Ausrutscher lassen sich zuverlässig ansagen. Charge passt.

    Welches Fazit lässt sich daraus ziehen? Abweichungen in der Geschossgeschwindigkeit einer Sorte wirken sich nicht zwingend auf das Ergebnis aus. Messwerte machen mich nur verrückt und lenken vom wesentlichen ab: harmonieren Waffe und Geschosse und kann der Schütze unter Wettkampfbedingungen mit der Paarung arbeiten. Die wenigsten haben Hände wie ein Schraubstock.

    Ich? Gar nicht. Das war nur eine Anmerkung auf ein paar posts weiter oben. Ich wollte darstellen, dass es auch in anderen Sportarten keine politisch 100% korrekte Einheitskleidung für alle möglichen Befindlichkeiten gibt. Da gibt's dann Ausnahmen und fertig. Es treten ja auch heute schon Schützinnen mit Kopftuch usw. an. Kein Ding.

    Ich befürchte aber, wenn man jetzt schon versucht es allen recht zu machen, dann ist das ganze Projekt zum Scheitern verurteilt. Letztlich sind in der Präsi ja nur ein paar Ideen drin wie es ausschauen könnte.

    Murmeltier Ja. Etwas besser. Ich hatte seinerzeit 6 Gewehre mit den gleichen Diabolosorten angeschossen. Da war von "hält die 10" bis "knapp vorbei" alles mit dabei. Die Gewehre waren alle ungefähr gleich alt. Der äußere Pflegezustand oder überholtes Innenleben waren dem Streukreis egal.

    Dann habe ich tatsächlich mal mit einem ein paar Pokalschießen stehend aufgelegt mitgemacht. Auf ganze Zähler gerechnet nur minimal schlechter als ein Vorkomprimierer oder Presslüfter, aber bei den Teilern verliert man halt Punkte.

    Beim Beachvolleyball treten manche Damen mit Koptuch und Kutte an. Trotzdem macht man das nicht zur Vorschrift für alle. Es sind Abweichungen von der üblichen Sportbekleidung aus gutem Grund.

    Soviel Toleranz sollte auch im Schießsport möglich sein. Dem ISSF geht es vermutlich darum, das ganze mehr nach Sport aussehen zu lassen und den Schützen einen Wiedererkennungswert in der Sportberichterstattung zu geben.

    Die Finale Match dürften m.E. fast schon an der maximal erwartbaren Eigenpräzision einer 300s liegen. Vor 50 Jahren war der Spiegel noch der damals üblichen Präzision der Gewehre angepasst. Mit beiden Schussbildern wäre man seinerzeit im Breitensport vorne mit dabei gewesen.

    Die Technik hat sich aber weiterentwickelt und man muss die Streukreise immer im Kontext der Zeit des jeweiligen Gewehrs sehen. Pressluftgewehre sind präziser und gutmütiger zu schießen. 390 Ringe auf einer Scheibe aus den 60ern wären heute vielleicht nur 360 (?) Ringe.

    Ich konnte im Verein 6 300s vergleichen. Da war von 6mm umschlossen bis 10mm alles an Schussbildern dabei. Das würde ich bei dem Modell als gängige Präzision ansetzen. Schlechter wurde es bei allen, wenn die Systemschrauben ungleichmäßig angezogen oder leichte Diabolos (0,45g) verwendet wurden.

    Gut waren die silbernen TopShot zu 5€ und Meisterkugeln zu 9€ die Dose. Will sagen: Mittelklasse mit 0,53g reicht aus.