Zu den Kommentaren von Callifax und Omega24V.
Also .... erst einmal vorab, ich denke es gibt auch Ingenieure die zumindest so einigermaßen mit Sportwaffen ins Ziel treffen (oder trafen in meinem Fall
).
Ansonsten gebe ich Euch im Grunde Recht, möchte das Ganze aber dennoch ein wenig differenzierter betrachten.
Natürlich haben die Asiaten ein deutlich größeres Grundpotenzial, aber das ist in allen Sportarten so. Und klar kann man in vielen Ländern dieser Welt mit sportlichem Erfolg, vor allem in Randsportarten mit Olympiasiegen, einen sozialen Aufstieg hinlegen. Aber: ist das nicht der Fall und man holt die geforderte Medaille nicht dann gibt es in China denke ich auch keine soziale Hängematte, die den Sportler auffängt. In einem Sport, in dem der Kopf eine so entscheidende Rolle für Erfolg oder Mißerfolg spielt sicher ein nicht zu unterschätzender Faktor!
Zum Thema Trainer bzw. sportliche Verantwortliche ..... ob momentan gut oder schlecht mag ich gar nicht beantworten, dazu habe ich mittlerweile viel zu wenig Einblick. Aber ganz generell - wie kommt man beim DSB oder seinen Landesverbänden in sportlich verantwortliche Position? Ein Trainerschein ist ja vergleichsweise einfach zu bekommen. Hilfreich ist dann unter Anderem noch, wenn man ordentliche eigene Schiesssporterfolge vorweisen kann. Und dann ist zwingendes Muss, dass man sich gegenüber den hohen Herren immer genehm und duckmäuserisch gezeigt hat! Einmal in die Position gekommen hat es dann auch anscheinend nichts mehr mit den Ergebnissen zu tun, ob man den Posten behält, sondern nur, wie lange man ihn selbst machen möchte (außer man verhält sich eben nicht so, dass einem die Gunst des Präsidiums erhalten bleibt).
Und abschließend noch etwas zum Thema Geld. Hier sehe ich es so, dass starke Ähnlichkeiten mit unserem Staat vorhanden sind. Geld (zum Beispiel zum Erhalt oder Ausbau von Infrastruktur, Bildungssystem etc.) wäre viele Jahre lang genug da gewesen, nur jetzt isses weg .... ausgegeben für anderes, unter Anderem (wenn ich mir die ein oder andere Geschäftsstelle von Landesverbänden so anschaue) für einen aufgeblähten Verwaltungsapparat (in dem vieles noch nicht mal funktioniert, ich erspare mir hier Details zu einzelnen Verbänden oder Vorgängen, aber es gibt da einige von). Jetzt muss man eben sehen, wie man mit den begrenzten Mitteln klarkommt, vielfach hilft da nur ein hartes Tal der Tränen.
Und auch die Sportler sind oftmals ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Ich erinnere mich noch, wie wir uns seinerzeit als junge Schützen einen Schießstand im Keller meiner Eltern aufgebaut hatten. Fast jeden Tag in der Woche nach der Schule wurde erst einmal auf Kurbelanlagen 2 Stunden LG trainiert. Dann Hausaufgaben und anschließend noch 2x die Woche zum offiziellen Training ins Schützenhaus. An Wochenenden, an denen keine Meisterschaft stattfand, wurden die Möglichkeiten nach Pokalschießen abgegrast etc., so dass auch mindestens 40 Wochenenden im Jahr dem Schießsport gewidmet waren. Und das alles nicht, um Olympismedaillen zu gewinnen oder in Nationalkader berufen zu werden .... der Aufwand wurde betrieben, um zumindest jedes Jahr zur Deutschen nach München zu fahren! Ohne eine gewisse Leistungsbereitschaft (und das gilt eben lange nicht nur für den Sport, das beobachte ich in der Wirtschaft Tag für Tag) wird es in unserem Land nur eine Richtung geben ....
So, habe fertig.