An der chinesischen Freien wäre ich interessiert. Leider hat mir Google nichts ausgespuckt. Kennt jemand das Modell?
Hier:
http://www.emfirearms.com.img.800cdn.com/uploads/allimg…212113U90-L.jpg
Carcano
An der chinesischen Freien wäre ich interessiert. Leider hat mir Google nichts ausgespuckt. Kennt jemand das Modell?
Hier:
http://www.emfirearms.com.img.800cdn.com/uploads/allimg…212113U90-L.jpg
Carcano
Zunächst möchte ich noch, um dem Threadtitel gerecht zu werden, die Teilnehmerzahlen Freie Pistole für unseren Kreis in Südbaden im Jahre 2015 nachliefern:
Altersklasse: 2
Seniorenkl. A: 7
Im Jahre 2014 waren es demgegenüber noch
Herren: 1
Alterskl.: 3
Seniorenkl. A: 7
Erwas aussagekräftiger sind da vielleicht die Zahlen der
Landesmeisterschaft SBSV 2015:
Junioren A: 1
Junioren B: 2
Herren: 23
Alterskl.: 18
Seniorenkl. A: 19
und Landesmeisterschaft SBSV 2014:
Junioren A: 1
Junioren B: 4
Herren: 18
Alterskl.: 16
Seniorenkl. A: 19
Zu den Waffen: die weltweite Auswahl ist jetzt noch um eine chinesische Freie Pistole zu ergänzen, die in Chongqing von Changfeng Machinery für Jianshe Emei Firearms gefertigt wird, und die der Morini CM 84 E fast wie eine Zwillingsschwester gleicht.
Carcano
Erstens:
bedanken möchte ich mich zunächst einmal bei Gunnery Sergeant and Deerhunter. Mir geht es gerade darum (während ich auslote, ob irgendwie eine Möglichkeit besteht, solche Munition ins Land zu bekommen), die Erwartugen auf dem Käufermarkt, also bei den egentlichen Abnehmern kennenzulernen.
Zweitens:
ich denke, dass auch meine obige schnelle vergleichende Preisübersicht der Spitzenmunition hilfreich sein konnte. Nicht gelistet ist dort die hervorragende russische Olimp, weil es sie in Deutschland einfach nicht gibt. Nicht gelistet ist die Fiocchi Super Match, weil sie nur ganz selten auftaucht (vertrieben von Manfred Alberts als Großhändler) und in DE kaum geschossen wird; ich weiß nicht, ob das in Österreich oder der Schweiz anders ist. Und nicht gelistet ist die Lapua Midas+, weil sie nach der eigenen Einschätzung der Herstellers mittlerweile so eine Zwischenstellung einnehmen soll; Eley hat ja auch so eine Kategorie. (Und die alte S50 von Schönebeck gibt es schon lange nicht mehr, ebensowenig wie die Federal Ultra Match, die wohl eine Kopie der Olimp war.)
Drittens:
der Preis ist erst einmal für jede neue Patrone der wesentliche Einstieg. Die Überlegung: "probiere ich vielleicht mal 100 Schuss davon aus?" hängt vom Preis ab, ebenso wie die Übelegung "lasse ich mit dieser Patrone einen Munitionstest aus einer Schießmaschine machen?"
Wer in einem sehr etablierten und kartellartig festgefahrenen Markt (so wie diesem) als Newcomer landen will, kann das - völlig ungeachtet der Quaität - erst einmal nur über den Preis als Türöffner schaffen. So kam ich auf meine eigene Vorgabe von 60-70 % des gegenwärtigen durchschnittlichen EVP vergleichbarer Munitionen.
Denn mal ehrlich: warum sollte jemand, der für sich gut schießendes und ihn oder sie voll zufrieden stellendes Los der Eley Tenex gefunden hat, daran interessiert sein, demnächst zu wechseln, wenn die "andere" Munition vielleicht "nur" 250 € statt sonst 300 € pro 1000 Schuss kosten würde? Das lohnt schwerlich den Aufwand und die Ungewißheit.
Dagegen mit 200 oder 195 € pro 1000 Schuss, da ist die Hürde des Interesses überwunden.
Viertens:
Verlässlichkeit und Beschaffbarkeit kommen nach, wenn erst einmal ds Interesse geweckt ist. Die Qiang Yuan Diabolos haben es jedenfalls geschafft.
Fünftens:
was ich nicht so recht weiß, ist ob ein Interesse auch außerhalb des absoluten Spitzensegments bestünde. Ich denke, da wird der Preisfaktor sogar noch graverender sein. Wer mit CCI SV oder Topshot oder (beim ERwischen eines ordentichen neueren Loses) Remington Target zufrieden ist, wird nur dann wechseln, wenn der Konkurrent noch einmal billiger ist. Und das ist schwer zu schaffen. Und für die "gehobene" Traiings- und Wettkampfmunition (z.B. die gelbe RWS-Linie, oder SK Match) mag es sich ähnlich verhalten. Die Chinesen bieten 5 (Gewehr) bzw. 3 (Pistole) Qualitätskategorien an.
Carcano
In welcher Preislage würde sich denn das abspielen? also pro 5000 Schuss
Die Qualität wie RWS R 100 oder Tenex ok, und der Preis dann wie SK Rifle Match ??? Wenn der Unterschied nur ein Euro pro Päckchen wäre, würde die Sache nicht aufgehen.
Das Problem was ich sehen würde ist folgendes: "Was der deutsche Bauer nicht kennt frisst der nicht" und alles was aus China kommt, muss billig sein.
Hier ist mal ein aktueller Preisvergleich verschiedener Händler vergleichbarer Munition auf dem deutschen Markt:
(Die Vorzeichen identifizieren den jeweiligen Anbieter)
RWS R 100:
Preise je 100: _32,90*30,40 #37,80 +32,50 ++32,- **32,- °34,20
Preise je 1000: _319,-*291,- #360,- +317,50 ++308,-**310,- °325,-
RWS R 50:
Preise je 100: _30,90 *29,60 #36,40 +31,50 ++30,90 **29,- °32,20 *27,80
Preise je 1000: _299,- *290,- #346,- +307,50 ++298,- **285,- °308,- *278,-
Eley Tenex:
Preise je 100: _32,50 +33,90 **31,- °31,- *26,80
Preise je 1000: _315,- +325,- **298,- °304,- *266,-
Lapua X—Act
Preise je 100: _43,90 +43,50
Preise je 1000: _419,- +417,50
Carcano
Mal so in die Runde gefragt, was wäre es uns denn wert?
Wenn ich mir meine QiangYuan Dias angucke, weit entfernt von R10 sind die nicht...
Und Warum nimmst Du denn nicht gleich R10?
Die Frage ist zugegebenermaßen provokant formuliert; die Antwort darauf wäre aber für den Hersteller tatsächlich wichtig.
Gruß, Carcano
Die Vorgabe, die ich einem chinesischen Anbieter machen würde (bzw. gemacht habe), ist ungefähr die folgende: die chinesische Munition sollte im Spitzenbereich bei ca 60-70 % des Preises der hiesigen Anbieter situiert sein.
Darüber ist nicht attraktiv, darunter wirkt zum einen weniger seriös, und widerspricht zum anderen auch der Selbstachtung der Hersteller.
Abgesehen davon ist China im technischen Bereich längst kein Billigproduktionsland mehr. Die können zwar fast überall Weltspitze liefern, das kostet dann aber auch entsprechend. Nur eben ohne den europäischen "Kartellzuschlag", und der ist erheblich.
Und rechtzeitig zu Weihnachten haben sich die Chinesen sogar zu einem Angebot bequemt.
Müssen ja enorm viel .22er dort haben, dass sie die sogar abgeben - gegen Geld. ![]()
Mindestabnahmemenge für die Spitzenqualität "Olympic" ist 1 Million Patronen, was in .22 lfB nicht besonders viel ist für einen Großhändler im interkontinentalen Geschäft ist. Allerdings muss man die auch erst einmal an die Frau bringen; man braucht 200 Leute, die sich eine 5000er-Kiste hinlegen.
Der zunächst einmal in den Raum gestellte Preis erscheint mir *nicht* spottbillig, aber _sehr_ konkurrenzfähig im Verglich zu Eley Tenex, RWS R 50/100, Lapua X-Act. Das ist die Liga, in der sie spielen wollen, und da wären sie auch bei adäquatem Händlerverdienst noch deutlich billiger als alle Mitbewerber.
Als Transportweg denken sie in Chongqing zur Zeit immer noch ans Schiff; da muss ich aber direkt bei den beiden Bahnunternehmen (Yuxinou und Trans-Eurasia-Express) nachfassen. Die haben noch keine Erfahrung mit Gefahrgüterklasse 1.4 auf dieser Verbindung und sind noch etwas zögerlich. Immerhin reden wir hier von nur noch 14 Tagen Laufzeit ggü. 30-45 Tagen.
Carcano
Verblendung.
Aber nun zum nächsten Thema!
Ein Schützenkollege hat mir gestern folgende Pressemitteilung zu kommen lassen, die das Bild des NWDSB respektive der Führungskräfte darstellt.Der Inhalt kann nicht angezeigt werden, da er nicht mehr verfügbar ist.
Quelle: Facebook Kann ich leider nicht bestätigen, da ich kein Mitglied bei Facebook bin.
Link funktionierte schon gestern nicht.
Hier gibt's noch ein Genrebild: Italy mets China.
Das Photo wurde aufgenommen, bevor die Chinesen ihre "eigene" Pardini konstruiert hatten.
http://amuseum.cdstm.cn/AMuseum/olympi…ges/ydkj_24.jpg
2016 sollen die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro für eine entsprechende Öffentlichkeitsoffensive genutzt werden, so die Nachricht gestern. Ob das auch klappt, hängt von vielen Faktoren ab - vor allem natürlich von genügend chinesischen SchützInnen, die von der Munition so überzeugt sind, dass sie sie auch verwenden. Bislang haben sie nämlich Freiheit der Wahl.
Na ja. Der Kontakt funktioniert jetzt, einige Messages sind schon schnell hin und her gewechselt, und Fräulein Alexia (ihr europäisierter Name) scheint ehrlich interessiert an dem Projekt.
I won't hold my breath. Aber heute Mittag habe ich jedenfalls eine Dim-Sum-Auswahl gegessen und Tsingtao-Bier dazu getrunken, ![]()
Carcano
Heute bekam ich endich über LinkedIn eine Antwort der Exportmanagerin des Chongqinger Herstellers. Ich konnte meine Verstimmung nur schwer zügeln. ![]()
1. Am 13.9.2015:
denkst du wirklich, ein reiner Sportschützenverband, also die Trennung von Tradition und Brauchtumschießen, würde etwas positives haben? (...) Die Frage ist, wie man gesellschaftlich noch eine Relevanz begründen kann, die verhindert, dass die "linken" Parteien das Waffenrecht "englisch" angleicht ?
Genau da liegt ja die Gefahr. Denn In der Tat - viele ausländische Verbände zeigen das - eine schießsportliche Spitzenleistung, sogar Weltklasseleistungen,lassen sich (fast völlig) ohen Unterbau und ohne Breitensport erreichen. Das vielleicht extremste Beispiel ist Japan, aber es gibt viele, viel mehr. In Europa wäre bereits Italien ein gutes Beispiel.
Und genau dies wäre für den privaten Waffenbesitz in Deutschland verhängnisvoll.
2. Am 30.8.2015:
ZitatDer NWDSB sorgt mit seiner, seltsam unangebrachten, Arroganz für eine
suizidale Neuausrichtung des Schießsports und des Schützenbrauchtums.
Ich kann nicht verstehen, wie ein Gebäude wichtiger sein konnte als der Zusammenhalt der Schützengemeinschaft.
Ich auch nicht; als südbadischer Sportschütze. Und ich weiß, dass es auch im DSB-Präsidium Vertreter gibt, die das ähnlich beurteilen.
Carcano
Wo in der Schweiz schießt ihr denn da? Nach Philippsburg sind es von dir 170km?
Früher in Liestal (lässt sich sogar mit Bahn und Straßenbahn gut erreichen), heute auch in Möhlin. Südbadische Landesmeisterschaften jedenfalls in Möhlin.
Carcano
Die 300m Wettkämpfe sind in Deutschland leider sehr rar, für mich im Prinzip nur die LM und die DM. Die KM und GM wird mangels Teilnehmern nicht ausgeschrieben.
Ja.
Wir schießen unsere Kreismeisterschaft 300 m in der Schweiz. Mangels Ständen.
Ist ja auch keine weite Fahrt.
Carcano
(...)neuen Schießanlage. Die entsteht wohl an Stelle der Plätze 24 und 22. Das sieht man auch auf Seite 11 in diesem Dokument: mittelschwaben.org/aktuell/Ber…hulungszentrum%20Ruit.pdf
Da sieht man dann auch, dass am geplanten Standort tatsächlich keine 100m möglich gewesen wären, da nach 50m die Wohn(?)bebauung anfängt. Ich denke mal, wenn sich der WSV eine andere Fläche hätte sichern können, wäre das auch geschehen. Eine schicke Lösung wäre es natürlich gewesen, den unterirdischen Teil der Anlage z.B. unter einem Fussballplatz zu "verstecken".
Schau noch einmal genau auf das aktuelle Satellitenbild bei Google Earth und miss nach.
Tatsächlich - und erfreulicherweise - wäre sogar ein 250-m-Schießstand möglich. Man darf nur nicht verkürzt in "Baufenstern" im Sinne von überbaubarem Raum denken.
Dieser Gewehr- (und FP-)stand muss nämlich so oder so unterirdisch werden, es geht dort wegen verschiedener Vorgaben nicht anders.
Und dann ist der Platz reichlich da. Nur eben von Nord nach Süd, und nicht von West nach Ost.
Carcano
Unsere - wie finde, durchaus interessante und förderliche - kleine Unterhaltung hat sich etwas separat von dem Hauptthema des Threads entwickelt, nämlich zu der beabsichtigt(gewesen)en Strukturreform innerhalb des DSB, zumal was dessen Landesverbände, deren Umfang und deren Gliederungen angeht. Aber das passiert im Netz ja öfters, und war auch schon immer so.
Vielleicht sollte ich versuchen, es weder zum Hauptthema zu verknüpfen, bevor es zu einem eigenen Thread gerinnt?
1. Zur "Struktur" eines Landesverbandes gehört sowohl dessen Form ('Umfang, Grenzen) als auch dessen Inhalt (Einrichtungen, Sportstätten, Geschäftsstellen). Beides sind Strukturmerkmale. Schulungszentrum und Landesleistungszentum (zwei an sich verschiedene Einrichtungen) gehören in der Regel zu deutschen Fachsportverbänden dazu, bei föderaler Gliederung dann eben auch auf der Ebene der Landesverbände.
2. Die Vor- und Nachteile großer Flächenverbände mit schwacher Mitgliederzahl, also geringer Verdichtung (eklatant: Mecklenburg-Vorpommern, auch Brandenburg) spiegeln sich auch in deren EInrichtungen. Ein einziges Leistugszenttrum mit langen Anfahrwegen kann da problematisch sein. Umgekehrt kann es sinnvoll sein, wichtige Infrastruktureinrichtungen nicht "in der Pampa", sondern in einer Metropolregion anzusiedeln und vorzuhalten, wo bereits viele Mitglieder leben.
In Baden-Württemberg beispielsweise liegt das LLZ Pforzheim zu allen drei Metropolregionen (Heidelberg-Mannheim, Stuttgart, Freiburg) ungünstig weit entfernt.
Die geplante Strukturaufwertung in Ruit liegt dagegen in der Stuttgarter Region, nahe gelegen zu Esslingen und zum Flughafen, und ist mit der U 7 von Stuttgart Hbf aus bequem erreichbar, in annehmbarer Fahrtzeit von 20 Minuten, von 5:00 Uhr bis 0:30 Uhr. Gute Weine (Untertürkheim, Obertürkheim, Esslingen) sind von dort aus ebenfall schnell erreichbar - ein bedeutsamer Faktor für die Wertigkeit eines Standorts.
3. Sport braucht zwar keine repräsentativen Paläste (Merksatz: "Völkerverbindung, nicht Völkerbund"), aber eine angemessene und würdige Behausung für Geschäftsstelle und Schulungszentrum, vielleicht noch im Verbund mit anderen sportlichen EInrichtungen, ist nicht verkehrt. Und ein schönes Schützenhaus ist mir auch lieber als ein schäbiger Bunker.
4. Chancen muss ein Verband nutzen, auch unter Opfern. In der Vergangenheit sind durchweg und ausnahmslos Schützen immer wieder zu von außen veranlassten Umzügen gezwungen worden, oft mit schweren Verlusten. Das ist ein typisches Element in so gut wie jeder Vereinschronik. Eine aktive Planung - wie beim WSV und beim NWDSB - ist da durchaus begrüßenswert. Ohnehin gibt es, wie ich schon oben einmal angerissen hatte, in den Landesverbänden viel zu wenig echte Strukturplanung und zu viel Herumsitzen und auf bessere Zeiten hoffen. Das zeigt ja schon das katastrophale Fiasko des Ziel-im-Visier-Projekts.
5. Warum nicht ein einziger DSB-Verband in der Lage war, einen früher militärischen Schießstand zu übernehmen und zu nutzen, kann ich absolut nicht nachvollziehen. Ein Armutszeugnis. Einzelne Vereine schaffen so etwas, der BDMP schafft so etwas, Privatleute schaffen so etwas. Aber kein DSB-Landesverband.
Carcano
Der Standort in Ruit ist ideal. Der WSV baut die Anlage nicht auf der grünen Wiese, sondern eingebettet in die Infrastruktur der Landessportschule. Diese Möglichkeit würde in 1.000 Jahren nicht wieder kommen. Der WSV spart sich den Bau einer Menge an Infrastruktur (Seminar- und Fitnessräume, andere Sportmöglichkeiten, Kantine, Übernachtungsmöglichkeiten, etc.), die er sich selbst leisten könnte, mal auch ganz abgesehen vom Partner WLSB. (...)
@Carcano
Was meinst Du mit der Röhrenperspektive?
Das Thema ist als ein Beispiel der Entscheidungsfindung hochinteressant.
Es ging eigentlich (!) nicht so sehr um den neuen Bau eines Landeshauptschießstandes oder um den Aufbau eines vollen Landesleistungszentrums (statt Pforzheim), auch wenn man teilweise aufgrund der - guten und attraktiven, zudem recht transparenten - Darbietung fast den Eindruck hätte gewinnen können. Sondern es ging m.E. darum, angesichts des ohnehin anstehenden (!) Ausbaus und der Verdichtung der alten Landesportschule zu einem "Campus" (so nennt die Sportschule das Projekt ja wirklich)
http://www.dfb.de/news/detail/sp…uttgart-112330/
auch den Schießsport dabei mit zu integrieren, zu den vorhandenen Hallen und offenen Plätzen hinzu, also verbandlich eine Chance zu nutzen und zugleich die Sportschule, an der ohnehin schon viele Lehrgänge des WSV stattfanden, durch Ergänzung zusätzich aufzuwerten.
Soweit gar nicht unvernünftig, und sicher sinnvoll. Richtfest des zentralen neuen Gebäudes war am 6.Oktober 2015.
Warum nun mein Ausdruck "Röhrenblick"? Der Ausdruck ist eigentlich ein Wortspiel mit doppelter Schneide.
a)Zum einen nimmt er (allgemein und abstrakt) darauf Bezug, dass der WSV vor allem (manchen meinen: nur) den bisher laufenden Standard-Ausbildungsbetrieb im Blick hatte und meinte, zur Illustration und praktischen Begleitung der Trainer-, Vereinsübungsleiter- oder Schießsportleiterlehrgänge reiche ja ein ordentlicher 10-m-Druckluftwaffenstand, ergänzt vielleicht noch um eine mittlere 25-m-KK-Halle und einen unterirdischen 50-m-KK-Stand. Dafür sei dann ja auch noch (gerade so) Platz. Indirekt wird das in der Formulierung der Projektvorstellung schon erkennbar:
"Die Gebäude sollen in ihren Ausmaßen gewisse „Bescheidenheit“ beim Volumen zeigen und den verfügbaren Raum auf dem Campus der Sportschule nicht „verschlingen“. (kein komplettes Überbauen der Freiflächen" (S. 4)
Vereinfachter Plan der bisherigen Lage ohne Umgebungsbebauung:
http://www.sportschuleruit.de/fileadmin/downloads/Mein_Plan.pdf - bitte ganz nach unten in den "roten Bereich" scrollen, dort die Nr. 13.
Dieser Plan ist natürlich sehr irreführend: weil man darauf nicht erkennt, dass das Sportschulgelände links und rechts in ein ganz dichtes Korsett geschnürt worden ist, durch unmittelbar herangeschobene sehr verdichtete nachträgliche Wohnbebauung.
Das sieht man nun hier, im Satellitenbild auf Google Earth:
https://www.google.de/maps/@48.72531…m/data=!3m1!1e3
Und damit haben wir das Hauptproblem: es scheint kein Platz zu sein. Für den röhrenartig verengten Blick nur auf die Olympischen Disziplinen des IOC (und selbst unter diesen wieder nur einige)
Zitat: "Um den Baukosten- und Betriebsaufwand zu reduzieren, wird das Angebot auf die olympischen Schießsportdisziplinen beschränkt" (S. 4)
schien es also eine "sachzwangbedingte" bequeme Rechtfertigung zu geben. Raumordnung ist ja immer ein gutes Killerargument.
Zitat; "Warum gibt es keine 100 m-Bahn? - Diese ist auf dem Gelände nicht realisierbar, da die vorhandene Fläche dafür nicht ausreicht."http://www.wsv1850.de/cms/iwebs/default.aspx?mmid=1749&smid=5626
Was freilich schlichtweg nicht stimmt,. Unterirdisch (wie hier vorgesehen) sind auch 100 m ohne weiteres machbar. Und wenn man über das geschnürte Korsett hinausdenkt, dann erst recht, da im Norden und Süden GROßZÜGIG weitere Fläche zur Verfügung stehet. Die freilich erst noch ausgewiesen werden müsste, das stimmt.
b) Dazu kam als zweites Element die aus dem obigen Satellitenbild erkennbare extreme Einschachtelung durch Wohnbebauung westlich wie östlich, und damit das Argument der Lärmschutzzwänge. Alles andere als eingehauste Anlagen bzw. für KK-Gewehr unterirdische Schießräume mit gerade mal 3 bis 3,5 m Höhe mag schon daher als gar nicht machbar und umsetzbar erschienen sein. So formuliert es auch die Projektvorstellung:
http://www.mittelschwaben.org/aktuell/Berich…trum%20Ruit.pdf
"Die Baukörper von Druckluft- und Pistolenalage werden gestapelt und um ein halbes Geschoss ins Gelände versenkt. Die so entstehende kräftige Figur wird um die Kleinkaliberanlage auf der Ostseite ergänzt. Der flache langgestreckte Baukörper ist vollständig unter der Erde und wird so nicht gestaltwirksam." (S. 11)
Nun ist eine (niedrige !!) Halle zugegebenermaßen keine "Röhre", wie ich es leicht provokant formulierte. Aber sanft klaustrophisch ist sie schon.
Und die projektierte Abluftlösung des 50-m-KK-Gewehrstandes ist technisch und energetisch misslungen - aber das nur am Rande. Verursacht nämlich massive Energieverluste,
Carcano
Ich hatte beim Schreiben meines Beitrages jetzt eher den örtlichen Schützenverein im Kopf als einen Olympiastützpunkt (LLZ), der ganz andere Fördermöglichkeiten hat. Beim Umbau unserer Schießanlage flossen vor drei Jahren Landesmittel (Landesjagdabgabe, da Stand von Kreisjägervereinigung mitgenutzt), vom Landessportbund (Sportförderung), und ein bischen von der Kommune (da Gelände gepachtet).
Das ist häufig so und erscheint zunächst sehr sinnvoll und solidarisch. Die jagdlich-sportliche Doppelnutzung ist durchaus nicht selten, sie erweist sich aber öfters als Langzeitluftmine, deren Säurezünder mit der Zeit immer brüchiger wird. Die Beispiele der Schießstände Emmendingen, Hüfingen und Karlsruhe haben das anschaulich belegt. Und in Ludwigsburg führte das sogar zum Untergang beider Vereine.
ZitatHannelore Lange (LOSM des WSV) hatte ja schon Probleme ihre Schäflein von der Notwendigkeit und vor allem vom persönlichen Nutzen einer Verbandschießanlage zu überzeugen. Bei dem Infoabend, bei dem ich dabei war, gab es die Tendenz, dass je weiter die Vereine vom zukünftigen Standort der Anlage (Ruit bei Stuttgart) und von den dort zukünftig möglichen Disziplinen (olymp. Disziplinen (Bogen, LG/LuPi, KK bis 50m) - kein GK, kein 100m) weg waren, desto mehr tendierte die Unterstützung gen "0".
Die Idee war richtig und der Standort war gut. Auch die frühzeitig und transparent veröffentlichten Hauptargumente fand ich stimmig und schlüssig. Aber die konkrete Konzeptplanung war es wohl nicht, weil viel zu sehr durch die enge Röhrenperspektive erstellt, und niemand (?) die Frau Lange rechtzeitig darauf hingewiesen haben hat. Gleiches Problem in Bassum im Nordwestdeutschen Schützenbund.
Ich finde es durchaus gut und wichtig, wenn ein Verband einen Struktur- und Entwicklungsplan hat und darin einen oder besser einige "Landeshauptschießstände" (österreichischer Ausdruck) ausweist. Aber ich glaube, keine EINZIGER der DSB-Landesverbände hat diesen einfachen Schritt getan. Kein einziger.
Viele haben ein echtes oder sogenanntes Landesleistungszentrum (oft unter einer komplexen Mitnutzungsvereinbarung), und natürlich gibt es "inoffizielle" Hauptschießstände, nämlich einfach diejenigen, auf denen regelmäßig die (Kreis-,) Bezirks- und Landesmeisterschaften ausgetragen werden. Aber die haben keinen formellen Status.
ZitatDa kann ich mir schon bildlich vorstellen, wie es bei einer Infoveranstaltung zugehen würde, bei dem einem süd-badischen Schützenverein erklärt wird (zumindest versucht), warum sein Landesverband jetzt mit dem dreimal so großen WSV fusionieren soll. Als erstes kommt da sicher das Argument: Da muss ich ja zur Landesmeisterschaft nach Stuttgart fahren ... (Ich bin mal ehrlich - das würde mir sicher auch als erstes durch den Kopf gehen) ...
Von mir käme als erstes das sehr ehrliche und von Herzen kommende Argument:
"Dann hätte ich ja keine Chance mehr auf eine Bronzemedaille
" hehehe... ![]()
Wie man gerade diesem Argument überzeugend begegnen kann, habe ich freilich auch oben schon dargelegt, mit einem wie ich finde sehr praktikablen Vorschlag.
Von daher ist es ja durchaus begrüßenswert, dass von Seiten des DSB solche Überlegungen mal auf den Tisch kommen, aber die eigentliche, konkrete Initiative für solche Umstrukturierungen muss immer noch aus den betroffenen Landesverbänden kommen, sonst wird das eh eine Totgeburt. Ggf. lag das Papier halt auch zu früh auf dem Tisch, bevor es so richtig ausgearbeitet war ...
Die Idee war gut. Nicht perfekt, und noch etwas sehr skizzenhaft und provisorisch, aber an sich ganz vernünftig. Kink hat da viel (persönliche) Energie und Zeit hineingesteckt, glaube ich. Aber diejenigen, die aufgrund entsprechendes Überblicks bzw. beruflicher Vor(ver)bildung sachgerechte und durchdachte Verbesserungen anbringen könnte - so wie ich oder Du
- haben sich nicht beteiligt, und die in der Arbeitsgruppe waren, oder in den Landesvorständen, hatten keine Ideen bzw. haben nichts Nennenswertes eingebracht. Schade.
Dieser Arbeitsauftrag wurde auf eigenen Wunsch der AG zurück genommen. Mit der Begründung der mangelenden Zu- und Mitarbeit der LV.
Für Strukturreformen ist es *immer* zu früh oder zu spät. Das ist ja ihr Grundproblem. Man muss sie trotzdem durchsetzen. Das geht nur gewaltsam und autoritär. Ist einfach ein organisationssoziologisches Faktum und zwar ÜBERALL im menschlichen Leben. Das weiß jeder Verwaltungspraktiker. Wobei die harte Hand gar nicht nach außen sichtbar werden muss. ![]()
ZitatIch frag mich immer noch, wie die Gebietsreform in Baden-Württemberg in den 1970igern erfolgreich durchgesetzt werden konnte. Dabei kamen immerhin auch so badisch-württembergische Kuriositäten wie Villingen-Schwenningen raus ...
Ach, der Severin Kern. Mich wundert, dass man in Villingen zwischenzeitlich seine Gebeine noch nicht exhumiert und auf dem Scheiterhaufen verbrannt hat. Die Trennung zwischen den feindlichen Orten ist heute genauso stark wie eh' und je und wird von beiden Seiten mit Inbrunst gepflegt.
Carcano