Nein, da ist in der Tat kein Widerspruch.
Beiträge von Carcano
-
-
Der Erwerb von Waffen der Kategorie B (Kurzwaffen und Halbautomaten) kann über Bedürfnis, Sachkunde und Zuverlässigkeit geregelt werden.
- Bedürfnis in AT ist durch die Behörde für die ersten zwei Kurzwaffen ohne weitere Prüfung als gegeben anzunehmen.
- Sachkunde in AT wird durch den Waffenführerschein nachgewiesen. (Kurs 1/2 Tag bei einem Büchsenmacher)
- Zuverlässigkeit in AT durch behördliche Hintergrundprüfung und Psychotest
In AT muß man als Besitzer von bis zu zwei Waffen der Kategorie B bei gar keinem Verein sein. Weder um die Waffe zu bekommen noch um sie zu behalten. Wer seine Schießfertigkeiten damit verbessern möchte, erscheint freiwillig mit der GK Waffe bei einem Verein oder einem Trainer am Schießstand. Betonung auf FREIWILLIG.
Das österreichische Waffengesetez (erheblich geändert jetzt im November 2025) drückt es folgendermaßen aus:
"§ 21
(1) Die Behörde hat verlässlichen EWR-Bürgern, die das 21. Lebensjahr vollendet haben und bei denen – soweit es sich nicht um Angehörige der in § 22 Abs. 2 Z 2 bis 4 genannten Berufsgruppen handelt – keine Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass sie einen verfassungsgefährdenden Angriff gemäß § 6 Abs. 2 Polizeiliches Staatsschutzgesetz (PStSG), BGBl. I Nr. 5/2016, begehen werden, und die für den Besitz einer Schusswaffe der Kategorie B eine Rechtfertigung anführen können, auf Antrag eine Waffenbesitzkarte auszustellen.§ 22
(1) Eine Rechtfertigung im Sinne des § 21 Abs. 1 ist jedenfalls als gegeben anzunehmen, wenn der Betroffene glaubhaft macht, dass er1. die Schusswaffe der Kategorie B innerhalb von Wohn- oder Betriebsräumen oder seiner eingefriedeten Liegenschaften zur Selbstverteidigung bereithalten will oder
2. Schusswaffen der Kategorie B sammelt oder
3. die Schusswaffe der Kategorie B für die Ausübung der Jagd oder des Schießsports benötigt."
Die "Rechtfertigung" nach österreichischem Waffenrecht ist weniger als der "Bedarf", und wird anscheinend trotz des Wortes "benötigt" in der Verwaltungspraxis als gegeben anerkannt. Wie CoolMint richtig sagt, auch ohne Vereinsmitgliedschaft. Die kommt dann erst auf einer höheren Stufe ins Spiel:"§ 23.
(1) Im Waffenpaß und in der Waffenbesitzkarte ist die Anzahl der Schusswaffen der Kategorie B, die der Berechtigte besitzen darf, festzusetzen.(2) Die Anzahl der Schusswaffen der Kategorie B, die der Berechtigte besitzen darf, ist mit zwei festzusetzen. Auf Antrag ist die Anzahl der Schusswaffen der Kategorie B, die der Berechtigte besitzen darf, auf höchstens fünf zu erhöhen, sofern seit der erstmaligen Festsetzung der Anzahl mindestens fünf Jahre vergangen sind.
Unabhängig davon darf eine größere Anzahl, auch wenn eine weitere Bewilligung ausgestellt wird, nur erlaubt werden, sofern auch hierfür eine Rechtfertigung glaubhaft gemacht wird. Als solche Rechtfertigung gelten insbesondere die Ausübung der Jagd oder des Schießsports im Sinne des § 11b sowie das Sammeln von Schusswaffen.
Bei der Festsetzung der Anzahl der Schusswaffen der Kategorie B gemäß dem zweiten Satz ist die Anzahl der Schusswaffen gemäß § 17 Abs. 1 Z 7, 8 und 11 sowie § 18, die der Betroffene besitzen darf, einzurechnen.(2b) Beantragt der Inhaber einer Waffenbesitzkarte, mehr Schusswaffen der Kategorie B besitzen zu dürfen, als ihm bislang erlaubt war und liegt kein Grund vor, bereits gemäß Abs. 2 eine größere Anzahl zu bewilligen, so ist dem Mitglied eines Vereins gemäß § 3 VerG, dessen Zweck die Ausübung des Schießsports umfasst, eine um höchstens zwei größere aber insgesamt zehn Schusswaffen nicht übersteigende Anzahl zu bewilligen, wenn
- 1. seit der vorangegangenen Festsetzung der Anzahl mindestens fünf Jahre vergangen sind,
- 2. keine Übertretungen des Waffengesetzes 1996 vorliegen,
- 3. glaubhaft gemacht werden kann, dass für die sichere Verwahrung der größeren Anzahl an Schusswaffen Vorsorge getroffen wurde.
Bei der Festsetzung dieser Anzahl ist die Anzahl der Schusswaffen gemäß § 17 Abs. 1 Z 7, 8 und 11 sowie § 18, die der Berechtigte besitzen darf, einzurechnen."
Ich ergänze das noch um die Sportschützenvorschrift, die ersichtlich nach deutschem Vorbild verfasst worden ist:§ 11b.
(1) Die Ausübung des Schießsports als Sportschütze im Sinne dieses Bundesgesetzes liegt vor, wenn der Betroffene in einem entsprechenden Sportschützenverein ordentliches Mitglied ist und das zur Vertretung dieses Vereines nach außen berufene Organ bestätigt, dass er regelmäßig den Schießsport ausübt oder regelmäßig an Schießwettbewerben teilnimmt.(2) Ein Verein nach dem Vereinsgesetz 2002 (VerG), BGBl. I Nr. 66/2002, gilt als Sportschützenverein im Sinne des Abs. 1, wenn der Verein
1. Mitglied im Landesschützenverband jenes Bundeslandes ist, wo er seinen Sitz hat, oder
2. über mindestens 35 ordentliche Mitglieder verfügt und Mitglieder dieses Vereins regelmäßig, zumindest einmal jährlich, an nationalen, mindestens fünf Bundesländer übergreifenden, oder internationalen Schießwettbewerben teilnehmen.
(3) Ein Sportschütze übt den Schießsport regelmäßig aus, wenn er als Mitglied eines Sportschützenvereins seit mindestens zwölf Monaten durchschnittlich mindestens einmal im Monat den Schießsport ausübt. Ein Sportschütze nimmt regelmäßig an Schießwettbewerben teil, wenn er in den letzten zwölf Monaten zumindest drei Mal an solchen teilgenommen hat.
(4) Von der Ausübung des Schießsports mit einer Waffe der Kategorie A ist überdies nur dann auszugehen, wenn ein in einem internationalen Sportschützenverband vertretener österreichischer Sportschützenverband bestätigt, dass eine solche Waffe zur Ausübung einer anerkannten Disziplin des Schießsports erforderlich ist.
-
Ich habe einen Kompromiss eingeführt, wer gut genug LP schiesst, der darf KK Pistole probieren.
Das ist kein "Kompromiss", sondern eine bare Selbstverständlichkeit.
Carcano
-
Dann schau erst mal was die Standbetreiber verlangen, die Gastschießen anbieten. Auch die Vereine müssen ihrem Personal was zahlen.
Anstatt hier dumm daherzuschwallen, solltest du besser deinen Silvesterrausch ausschlafen.
Hansaxel hat es völlig korrekt auf den Punkt gebracht.
Carcano
-
Gingen der Wechsel (Form und Größe) der Duellscheiben und die Ablõsung der .22 kurz durch die .22 lfB genau gleichzeitig Hand in Hand, oder kam zunächst das eine und danach das andere?
-
Jugendliche tanzen Lehrern auf der Nase herum, kommen meist ungestraft mit Mobbing und teilweise mit Gewalt durchs Leben.
Sowas gab es in der Form zu meiner Kindheit/Jugendzeit nicht und so habe ich auch meine Kinder nicht erzogen.
So etwas gab es in der Vergangenheit, also in der Schlechten Alten Zeit, sehr viel mehr und sehr viel gravierender als heute.
Genauso wie es damals mehr Sexualdelikte gab, auch und gerade gegen Kinder und Jugendliche. -
(1) Du kannst dir nicht vorstellen, wie schwierig das ist, angehende Trainer und Übungsleiter z.B. im JuBaLi-Kurs zum Thema "sexualisierte Gewalt" zu schulen?
(2) Jetzt ist es fast so prüde wie im viktorianischen England, könnte man meinen.
(1) *Ich* würde sagen, dass es das Schlechteste und Dümmste überhaupt ist, was mensch sich vorstellen kann, *dafür* eine KI einzuspannen.
Inkompetenter und dysfunktionaler geht der Ansatz wirklich nicht mehr. Mach' diesen Fehler rückgängig, und zwar möglichst schnell.
(2) Wir wissen nun nicht, ob dieser Vergleich auch von der doofen KI stammt. Aber ich belehre dich gerne über die nicht so prüden Viktorianer (1837-1901) und ihre Schutzaltersgrenzen:
"In 1275, the first age of consent was set in England, at age 12 (Statute of Westminster I). In 1875, the Offences Against the Person Act raised the age to 13 in Great Britain and Ireland, and ten years later the Criminal Law Amendment Act 1885 raised it to 16."
(Quelle: Wikipedias age-of-consent-Artikel für Großbritannien)Ferner infomiere ich Dich, dass die Prostitution in London um die Jahrhundertmitte bekanntlich bei 11 bis 12 Jahren begann. Das Bürgertum sah das zwar als ein Zeichen der bedauerlichen SIttenlosigkeit der unteren Klassen an, sah' sich aber lange nicht bemüßigt, dagegen groß rechtlich einzuschreiten.
-
und es gibt einen Widerspruch in Bezug auf die Schießhose bei der Liegendstellung (vgl. 7.5.5.4 zu 7.6.1.2 l). In 7.5.5.4 wird die Hose generell erlaubt, in 7.6.1.2 l in der Liegendstellung jedoch wieder untersagt.
Das war doch im ISSF-Regelwerk 2022 klar: "7.5.5.4 Shooting trousers must not be worn in the Rifle Prone events, but they may be worn in the prone stages of Rifle 3-Position events."
War m.E. ganz vernünftig, damit sich unsere RitterInnen in der Rüstung der Unbeweglichkeit bei Dreistellung nicht während des Wettkampfs von den Knappen umkleiden lassen müssen.
Der Entwurf sieht jetzt vor:
"7.5.5.4 Shooting trousers may be worn in the Rifle Prone events, and the Prone stage of Rifle 3-Position events, men and women."
Wer halt gerne im reinen Liegendwettkampf behost sein will, dürfte also nun.
Die Entwerfer haben vergessen, in der 7.6.1.2 Prone den Buchstaben
"l) Shooting trousers must not be worn in the Rifle Prone events" herauszunehmen, scheint mir. -
Jomei hat recht, Schmidtchen hat unrecht.
-
Niemand hat die Wahrheit und Weisheit mit Löffeln gefressen.
Doch, schon.
Aber die Löffelgröße ist halt sehr verschieden...

-
Wenn er zu diesem Preis und in dieser Menge etwas liefern kann, stellt sich die Frage, ob es sich überhaupt um Originalteile handelt oder ob die Ware möglicherweise aus fragwürdiger Quelle stammt. Außerdem verbirgt er seine wahre Identität, verkauft gewerblich
JETZT (erst, aber immerhin) hast Du die *richtigen* Fragen gestellt. 👍
Carcano
-
schmidtchen Ich bleibe auch dabei, dass jeder der den üblichen Preis von Artikeln kennt, sehr wohl von vorneherein annehmen kann dass irgendwas "anders als üblich" sein muss, wenn hier der Straßenpreis grundsätzlich markant unterschritten wird; um es vornehm auszudrücken.
Das Strafgesetzbuch nennt es anders. 🤔😒
-
Eine Nachricht für diejenigen, die es interessieren mag:
Bei der DSU (Deutsche Schießsport Union e. V.), die vorrangig als ein Großkaliberverband (ggw. etwas unter 20.000 Mitglieder) bekannt ist, auch wenn inzwischen die meisten Disziplinen auch separater KK-Wertung geschossen werden, gab es in der Sportordnung schon einen Abschnitt "Druckluftwaffen und Zimmerstutzen", der aber ein Schattendasein führte. Die 4 mm-Disziplin wurden bei uns bisher faktisch überhaupt nicht geschossen, trotz der formalen Erwähnung. Druckluftwaffen sehr wenig.Das wird sich voraussichtlich jetzt bei der Neubearbeitung der DSU-Sportordnung zum Jahre 2026 ändern.
- Die alte Disziplin "klassischer Zimmerstutzen", also im hergebrachten alten Schützenstil, mit entsprechendem ("Tiroler") Schaft, Schaftkappe, gegebenenfalls Harfenbügel, mit verschiedenen Ladesystemen, wird weiterhin beibehalten. Das ist klar, denn damit nehmen wir eine durchaus bestehende Tendenz auf (siehe beispielsweise die sehr schöne Website der "Feuerbixler", wo auch regelmäßig Wettkämpfe für solche klassischen alten Zimmerstutzen ausgeschrieben werden, außerhalb eines bestimmten Verbandes).
- Wir führen aber jeweils jeweils eine neue, etwas modernere Disziplin für sonstige 4 mm-Langwaffen und 4 mm-Kurzwaffen ein. Die Disziplinen sind bewusst so gestaltet, dass es dort keine reine Anschütz-Dominanz mit Höchstleistungswaffen geben soll oder kann, sondern dass gerade auch Schützen mit einfacheren 4 mm-Übungswaffen oder 4 mm-M20-Umbauten teilnehmen können.
- Zusätzlich gibt es noch eine Wertungsgruppe "6 mm Flobert" für die er gar nicht so wenigen Salongewehre oder Salonpistolen, die dann natürlich nur auf dafür geeigneten Ständen geschlossen werden kann, also vorrangig auf 25-Meter-Pistolenständen mit Zwischendistanz-Zielen oder mit Mehrdistanzzulassung. Echte .22er mit nur Flobertpatronen im Patronenlager wären aber nicht zugelassen.
Uns war es wichtig, dass auch Besitzer derartiger Waffen und derartiger Umbauten gegebenenfalls ein schießsportliches Bedürfnis dafür darlegen können, wenn sie dies wollen oder es sich als nötig erwiese, um die Waffen weiterhin besitzen zu dürfen.
Und außerdem macht es Spaß !
Gut Schuss,
Carcano -
Die Ausgangsfrage von Lyoner (#1) war noch nachvollziehbar. Es hätte ja durchaus sein können, dass eine frühere Nutzungseinschränkung dann später wieder ganz oder teilweise zurückgenommen worden wäre, ausdrücklich oder stillschweigend. Wenn man sich da nicht ganz sicher ist, ob man irgendetwas nicht mitbekommen hätte, kann man natürlich nachfragen, sei es in privater Message an den Admin, sei auch auch forumsöffentlich, wenn und weil man glaubt, dass die Beantwortung dieser Frage auch für andere von Interesse wäre.
Klar ist auch, dass es in freiem Ermessen des Betreibers steht, ob er Ankaufs- und Verkaufsanfragen unter den Forummitgliedern zulassen will oder nicht. Mit Recht (und gar Waffenrecht) hat das erst einmal weniger zu tun. Wenn Geronimo das nicht will, dann ist das so. Das mag man gut oder nicht so gut finden, aber er betreibt nun einmal das Forum.
Die Folgefrage von dellfritz99 (# 3) war weder nachvollziehbar noch angebracht. Sie war eine peinliche und etwas kindische Drängelei im nachhinein (!), im Gouvernantenstil ("Warum hast du, Fritzchen, das Kellerfenster nicht SOFORT zugemacht, als ich es dir gesagt habe, sondern erst 10 Minuten später?!"). Das möge der Erziehungsberechtigte des Admins bzw. Forumsbetreiber so tun, wenn's so einen noch gibt, aber ein User hat sich da nicht so aufzuspielen.
Und das ist der wesentliche Unterschied zwischen Lyoner und dellfritz99. Und der Grund, warum der letztere eine passende Replik (von mir) kassiert hat, und der erstere nicht. So funktioniert das Netz. -
Die Frage ist warum durften die Anzeigen so lange online bleiben?
Was jaulst du hier herum?!
-
Die Vorausetzungen für den sog. Mitberechtigungseintrag sind dieselben wie für die Erteilung einer "eigenen" singulären WBK.
-
MiGoe: selten so viel Denkblockade in einem einzigen Post gelesen. Wie wäre es, wenn du vor einer "Meinung" erst einmal zur Kenntnis nähmest, was dein Vorposter ausdrücklich schrieb, und insbesondere das Gesetzeszitat NACHLÄSEST ??!
Carcano
-
Nur am Rande: Margit heißt Höller mit Nachnahmen.
https://www.dsb.de/der-verband/wi…/team-jedermannDie Kurse ihrer Tochter Evelyn schienen mir immer sehr interessant. Gibt diese sie immer noch?
-
Ich denke, dass ich ob der vielen unterschiedlichen Aspekte im Moment einfach überfordert bin und gar nicht weiss, mit welchem Schritt ich nun beginnen soll - das kleinteiligere Zerlegen des Ablaufs ist mir ja klar - aber wo nun konkret als erstes ansetzen?
Richtige Frage.
Und hier die gedanklich - wie zumeist bei diesen Dingen - zwar unscharfe und vor allem auch gar nicht ein-eindeutige, aber dennoch sinnvolle Antwort:
Es gibt auch beim Training und bei der Elementarisierung unter den einzelnen Elementen natürlich eine gewisse halblogische Reihenfolge, also eine Priorisierung.
Das Problem hier ist genau das gleiche wie beispielsweise im Tanzsport. Viele Elemente müssen gleichzeitig zusammenwirken. Der Anfänger wird zwangsläufig damit am Anfang überfordert. Er wird noch mehr überfordert, wenn in jeder Lektion etwas Neues kommt und wenn irgendwie vom Trainer oder Übungsleiter erwartet wird, dass die paar Sätze und Erklärungen aus der vorigen Lektion nicht nur gehört und verstanden worden wären (allein das ist schon meist eine viel zu optimistische Annahme !), sondern auch bereits in der nächsten Woche, nbeim nöchsten Treffen, durch Üben gelernt, umgesetzt und verfestigt worden wären. Sind sie natürlich alle nicht.Daraus geht auch hervor, dass tatsächlich das Üben zu Hause und das Trockentraining sehr viel wichtiger sind, als das Herumstehen und frohsinnige Knallen auf dem Schießstand. Sie sind aber auch oft langweiliger, weniger erfreulich, ermüdend, und nicht selten frustrierend.
Und natürlich widerstreben sie auch dem ganz ursprünglich-kindlichen Empfinden eines "Oh, jetzt hat es geklappt! Toll! Dann KANN ich das ja jetzt schon!" (Mami, Papi, Coach, schaut mal !!)
Diesen Anteil Kindlichkeit haben sich die meisten von uns noch irgendwo erhalten, so tief innen.
[Die anderen sind hoffnungslose Langeweiler. Die sehen auch konzentriert der Farbe beim Trocknen zu
]Tatsächlich kann man die einzelnen Grundelemente auseinandernehmen, und man muss sie nicht unbedingt nur in einer zwingenden Reihenfolge abarbeiten und verfestigen. Man kann und man soll abwechseln, mal so und mal so. Ich gebe hierfür nachher noch einige einfache Beispiele, und der Trainierende kann sich dann selbst aussuchen, was er wann lernt und natürlich immer wieder kritisch überprüft, wiederholt und nochmal wiederholt.
Denn der einmalige scheinbar erfolgreiche Vollzug ist immer eine gewisse positive Erholung. Bringt aber nix außer einem ephemeren Micro-High. So wie ein einziges (!) Pringles-Scheibchen.
Repetition dagegen ist langweilig, vor allem für kluge Leute. Aber bei solchen Bewegungsabläufen ist sie leider zwingend.
Deshalb darf man sich nicht von der Versuchung eines scheinbaren Erfolgs verführen lassen, um zu schnell zum nächsten zu hüpfen. Man sollte vielmehr die immer erneute Wiederholung als solche (also in der Sprache der scholastischen Pädagogik: "ruminatio") ganz bewusst als ein positives Element seelisch aufladen und sich konditionieren, dies als eine angenehme Ruhe und Meditation zu empfinden. Wir kennen hoffentlich alle den schöne Spruch, wonach der "Schießsport eine laute Art der Meditation" sei.
Die Eile wäre falsch. Wenn man also etwas immer wiederholt und noch mal und noch mal, obwohl man doch glaubt, es eigentlich schon zu können ("es hat doch geklappt!"), muss einem erstens klar sein, dass nur das Verfestigen und Einschleifen hilft, und dass zweitens dafür die gerade die Wiederholung als solche (!), und NICHT etwa die erzielte 10,8, irgendwie positiv belohnt und aufgeladen worden sein muss.
Sehr viele Trainer sind leider zu ignorant, um die Wichtigkeit der kleinen Zwischenbelohnungen, die man aus dem Training als Aktivität zieht oder sich danach selbst erteilt (ich empfehle dafür Königsberger Marzipan), richtig zu verstehen. Sie glauben ernstlich, mit nur negativem, frustrierendem oder einem die eigene Unvollkommenheit aufzeigenden Training sei irgendetwas zu erreichen.
Das ist natürlich Blödsinn.
Das klappt nicht einmal bei Masochisten.
Aber Trainer sind halt so. Ein gutes Beispiel dafür, wie man es meiner Auffassung nach (viele sehen das anders) nicht machen darf, ist das Training auf die in der Mitte rund ausgeschnittene Ringscheibe. Man gibt also mit möglichst hoher Konzentration und möglichster Anspannung 10, 20 oder 40 Schüsse ins Nichts ab, und jeder einzelne Schuss, der dann nicht in Nichts gelandet ist, sondern sichtbar in dem weißen Umfeld des Spiegels liegt, als kleines Löchlein dort, ist dann ein dunkel strahlend eindringlicher, immer wiederholter Misserfolg ("hätte nicht sein dürfen, Mist").Ich muss das wiederholen, damit es wirklich verstanden wird:
Die Abwesenheit eines Misserfolges, also nur die Feststellung, dass der gerade abgegebene Schuss eben nicht negativ und damit "schlecht" im Weißen liegt, sondern Gottlob noch in dem ausgeschnittenen und daher nicht mehr sichtbaren schwarzen Bereich, diese bloße Abwesenheit ist kein positiver Verstärker. Wie denn auch? Wer hielte es denn schon für einen "Erfolg" und für eine "schöne Sache", wenn der Lehrer einem die ganzen 6 Stunden hindurch noch keine Kopfnuss gegeben hat, wenn man sich doch am Ende kurz vor dem Mittagsklingeln die Ohrfeige noch einfängt?! (Aber Gott sei Dank gibt es inzwischen ja keine körperliche Züchtigung in den Schulen mehr).
So, etwas später geht's mit Beispielen weiter. -
Du erinnerst Dich an meinen Tipp mit dem Bügelbrett und der weißen Wand?
Da könntest du, losgelöst vom Ergebnisdruck, den Bewegungsablauf und auch das Abziehen erlernen.Leider habe ich - das liegt aber sicher an mir - den Tip nie verstanden.
Wenn die Tapete weiß ist (jedenfalls monochrom, sie also keine Muster hat, auch keine Bilder an der Wand hängen etc.), dann ist sie ja bereits der neutrale Hintergrund, auf den das Auge sich dann mangels Anhalts nicht "automatisch fokussiert" (oder auch nur zu fokussieren sucht), so dass man dann der Pupillenakkomodation auch nicht bewusst und willentlich durch neues Re-Konzentration auf das Korn entgegen wirken müsste. Was dann anstrengt und ermüdet.
Wo auf der indifferenten Tapetenfläche dann die Visierung (also Kimme und Korn, mit dem Schwerpunkt auf das scharf gesehene Korn) „hinzeigt", ist dann für diesen *Teilschritt* oder für dieses Einzelelement erst einmal wurscht.
Denn es kommt in diesem Übungsfeld nur darauf an,
- dass der Schütze das Korn scharf sieht,
- die Kimme eher etwas unscharf sieht,
- das Ziel noch unschärfer sieht,
- dass das Korn immer mittig im Kimmenausschnitt bleibt und nicht nach links oder rechts geklemmt wegkriecht,
und dass der Schütze für einen mehr oder minder begrenzten Zeitraum (ich empfehle immer, dies am Anfang recht kurz zu machen) auch so hält und während dieses Haltens den Abzugsdruck ruuuuuhig, aber zügig erhöööööööht -- bis "es" (! und nicht er) auf einmal Plopp macht.Das bedeutet, der Finger kriecht nicht in minimaler, vorsichtigster Langsamkeit am Abzug entlang, der dabei immer schwerer und schweeerer wird und anscheinend blockiert (bekanntes psychisch-sensitives Problem), der Schütze reißt ihn auch nicht durch, und er trifft auch gedanklich (wie gesagt, in dieser frühen Phase des Elemente-Trainings) keine bewusste Entscheidung "und jetzt, zack". Wohlgemerkt, dass ist der Handlungsansatz in der Elementarisierung. [Später, mit weiterem Trainingsfortschritt, muss man das in so einigen Fällen wieder aufgeben...]
Die Bügelbretter, die ich kenne, sind mit ihrem Bügelbezug entweder cremeweiß, oder haben sehr oft auch sogar ein Muster. Jedenfalls hätte es aus meiner Sicht keinen Sinn, bei diesem Training irgendein andes Element, gar eine andere Farbe oder gar Musterung zu haben, als auf der weißen Wand.
Aber möglicherweise hättest du etwas Anderes im Sinn gehabt. Denn die Waffe soll ja nicht im Zickzack oder in eleganten Bewegungen raumgreifend, pirouettierend und oder auch nur im Zickzack wackelnd die Wand hochgeführt werden, sondern sie sollte in einer relativ geraden Linie lotrecht von unten nach oben gehen, jedenfalls in dem zu übenden Teil(!!!)element des Präzisionsschusses "klassischer Art" (gilt für Luftpistole, Freie Pistole und den reinen Spopi-Präzisionsschuss).
Vielleicht hattest du dir dann dabei gedacht, diese senkrechte Aufrechtbewegung sollte irgendwie innerhalb einer begrenzten „Breite" erfolgen, sodass man beim Hochführen schon merkt: "Okay, die Waffe bewegt sich jedenfalls nicht allzu weit aus dem Zielfeld."Der Gedanke als solcher wäre ganz richtig. Denn wenn am Ende der Bewegungsphase die Waffe irgendwo links oder rechts von der Zielfläche steht, dann ist das natürlich schlecht, denn dann muss man innerhalb sehr kurzer Zeit auf dem Ziel gegenkorrigieren, und das führt üblicherweise zum Verwackeln oder Verreißen, jedenfalls zu einem unguten Spannungsaufbau in der Haltung, und dann können Armmuskeln und Fingermuskeln unter Umständen sogar gegeneinander wirken. Das will man nicht.
Aber ich halte es für falsch, dass von Anfang an schon so zu üben, so wie wird du es sprachlich darstellt.
In der ersten Trainigsphase ist es völlig wurscht, ob die Visierung etwa 50 cm links der nicht vorhandenen Scheibe auf der Wand steht, oder 50 cm rechts. Da ist es vielmehr erst einmal entscheidend, dass die Bewegung ruhig und hundertfach geübt senkrecht nach oben verläuft und das der Schütze darauf achtet, dass die Visierung nicht nach links oder rechts ausschlägt und das Korn in ihr mittig bleibt. Und das kann einfach nur durch sehr viel Üben verfestigt werden.Das spätere zweite Trainingselement, nämlich die Notwendigkeit, dass sich am Ende dieser Aufwärtsbewegung die Visierung sich eben über - oder danach dann im - Halteraum befindet, und nicht etwa links und rechts daneben, dieses 2. Element ist natürlich auch noch wichtig. Aber später.
Korrigiert wird das bekanntlich (jedenfalls im theoretischen und elementaren Idealfall des "tiro academico", IPSC- und IDPA-Praxis ist etwas ganz anderes) nicht durch Arm- oder Handgelenksbewegungen, sondern allein durch eine Änderung der Fußstellung. Lediglich am Rande nehme ich schon vorweg, dass natürlich im Lauf eines längeren Wettkampfes durch unterschiedliche Muskelspannungszustände und -ermüdungen die Fußstellung tatsächlich auch nachzuführen oder nachzuarbeiten sein wird.
Jedenfalls geht es vielen Schützen und Schützinnen so, dass die anfängliche Fußstellung und Körperhaltung im Laufe des Wettkampfs nicht mehr so gut funktioniert, dass man merkt, dass man aus dem Halteraum irgendwie herausgleitet, und dass dann eben die Fußstellung neu adjustiert und angepasst wird. Aber das nur im Vorgriff.
Carcano