ob man es nun als Schütze unterscheiden kann oder ob die Munition selbst schon stärker streut, ist jetzt aber kein Argument für oder gegen eine korrekte Messung.
Es war Meinersteits auch nicht als Für oder Wider gedacht, sondern als reine Anmerkung das ich es Schützen Abspreche solche Messungenauigkeiten beim Schießen zu diagnostizieren.
Ich halte das Messprinzip (im Gegensatz zur akustischen Messung!) auch für geeignet, im Rahmen der geforderten Messgenauigkeit korrekte Messwerte liefern zu können. Allerdings ist es auch recht knapp, da die einzelnen Lichtschranken versetzt im Abstand von 0,1mm stehen und bei LG eben diese 0,25mm (1 Zehntel Ring) sicher gemessen werden müssen. Wie man sieht, muss dazu schon interpoliert werden. Wir hatten hier im Forum schon mal eine recht 'sinnige' Diskussion in Bezug auf die Forderung nach einem Zehntel Teiler, also 1 Tausendstel Millimeter
Ich würde die akustische Messung nicht unbedingt als ungeeignet einstufen. Es haben alle Verfahren ihre Vor- und Nachteile.
Sind die Abstände wirklich nur 0,1mm bei Meyton? Hatte die größer in Erinnerung. Auf jeden Fall garantiert Meyton eine Genauigkeit von 0,1mm und da wirds mit den Alternativen der elektronischen Scheibenauswertemaschine und vor allem dem Schusslochprüfer schon arg eng!
Bei dem angesprochenen Parallaxefehler besteht auch das Hauptproblem bei der hier zugrunde liegenden Messung darin, das sich die ersten Lichtschranken dann an anderer Position als die hinteren befinden. Diese Schranken liegen ja nicht in einer Ebene, sondern sind nach hinten versetzt gestaffelt.
Aber wie gesagt, diese minimalen Fehler würde sich bei jedem Schuss reproduzieren. Und bei anderen Systemen kann er garnicht erst auftreten. (Sius Laserscore)
Es gibt bei der Messung auch noch andere denkbare Fehlermöglichkeiten. Verschmutzungen wurden schon genannt. Es sind auch Reflexe durch fremde Lichtquellen möglich, also Lichtstrahlen, von denen das Geschoss während des Durchflugs getroffen wird. Zu guter Letzt altert auch die analoge Elektronik, selbst wenn digital gemessen wird.
Zur Verschmutzung und Alterung hat BBOD ja schon Ausführungen gemacht. Die Anlage misst beim Einschalten alle Sensoren durch und kann Verschmutzungen anzeigen und die Lichtschranken von der Intensität nachstellen. Somit kann sie eine gewisse Zeit auch Alterungen ausgleichen. Und wenns nicht mehr reicht wird sie meckern.
Das Problem ist halt, es gibt bei diesen Anlagen eben keine einfache Möglichkeit, deren tatsächliche Korrektheit auch bei Zweifeln direkt vor Ort zu überprüfen. Darum geht es in diesem Beitrag.
Ich will die Anlagen hier nicht schönschreiben, aber eine Gewisse Verläßlichkeit nehme ich Ihnen ab. Und was ich hier sagen will ist, das ein Schütze sicherlich nicht den Unterschied zwischen einer 9,9 und einer 10,1 merken kann. Das bedeutet das wenn mir einer sagt, die Anlage spinnt, dann müssen die Abweichungen schon größer sein. Und diese großen Abweichungen, behaupte ich müsste man recht schnell schon bei einer Sichtkontrolle des Messrahmens nachvollziehen können. Denn da muß mehr sein als lediglich Temperaturausdehnung des Materials.
Eine fühlbare Abweichung eines Schusses muss als Ursache größere Störungen haben und damit auch einigermaßen feststellbar sein.
Gruß
cumec