Es wird postuliert, das ein Nachweg sinnvoll ist, da sonst die Gefahr besteht nach dem Auslösen die Waffe zu verreißen (wenn man nicht in der Lage ist die Abzugsfingerbewegung sofort zu stoppen).
Nach dieser Theorie sollte also wohl das Geschoss den Lauf verlassen haben, bevor das Züngel auf den Anschlag fällt, damit der dabei entstehende "Schlag" die Waffe nicht auslenkt. Das wäre aber je nach Schussentwicklungszeit und Abzug eventuell ein sehr langer Nachweg. Je nachdem, wie gut der Schütze seinen Zeigefinger vom Rest der Handbewegung entkoppeln kann, wird der sich weiterhin bewegende Abzugsfinger den Rest der Hand ein wenig mitnehmen, was immer auch eine Bewegung der Waffe bedeutet.
Genau deshalb haben sich wohl im Sport Abzüge mit einstellbaren Nachzugsweg (Triggerstop") durchgesetzt. Das dürfte also der für die große Masse besser zu beherrschende Kompromiß sein als der laaaaaange Nachzugsweg. Ausnahmen kann es aber immer geben.
Wenn Du wirklich an die Grenzen gehen willst, müßtest Du wie no.limits das Vorzugsgewicht Maximal hochdrehen, so daß beim Brechen des Schusses dieser Großteil der Kraft erhalten bleibt und darum der Finger nicht so sehr beschleunigt, weil das Züngel ja noch von der Feder für den Vorzug gehalten wird. So ein theoretisch vorteilhafter Abzug erfordert aber Nerven aus Gusseisen und mehr als sehr viel Gefühl im Abzugsfinger. Die Masse der Schützen wird damit gar nicht zurechtkommen, daß sie im Bewerb Angst haben müssen, daß durch eine vorbeifliegende Fliege der Schuss bricht...
Nebenbei benötigen mehrschüssige Waffen mit mechanischem Abzug ein Mindestmaß an Nachzugsweg, um sicher zu funktionieren. Wenn Du also jetzt im Einstieg Deine Technik auf nahezu Null Nachzug aufbaust, musst Du später etwas umlernen, was Du über tausende Schuss eingeübt und gefestigt hast. Selbst wenn Du nur mal in LP5 einsteigen möchtest, wirst Du diesen Effekt deutlich spüren.